Von Dschihadisten im Jemen entführter Salesianer nach 18 Monaten frei

Der von Islamisten entführte Salesianer, Pater Tom Uzhunnalil, wurde freigelassen.
Der von Islamisten entführte Salesianer, Pater Tom Uzhunnalil, wurde freigelassen.

(Aden) Der Sale­sia­ner, Pater Tom Uzhun­na­lil, war am 4. März 2016 von isla­mi­schen Ter­ro­ri­sten im jeme­ni­ti­schen Aden ent­führt wor­den. Bei dem Angriff der Dschi­ha­di­sten waren vier Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be von Mut­ter Tere­sa und wei­te­re zwölf Men­schen ermor­det wor­den.  Wie Msgr. Paul Hin­der, Apo­sto­li­scher Vikar für das Süd­li­che Ara­bi­en, bekannt­gab, wur­de Pater Uzhun­na­lil nach mehr als 18 Mona­ten Gefan­gen­schaft frei­ge­las­sen.

Msgr. Hin­der und der Vor­sit­zen­de der Indi­schen Bischofs­kon­fe­renz, Kar­di­nal Isaac Clee­mis Thot­tun­k­al, haben­den Regie­run­gen gedankt, die bei der Befrei­ung des aus Indi­en stam­men­den Prie­ster mit­ge­wirkt haben. Das gel­te vor allem für die Regie­rung des Oman, deren Bei­trag ent­schei­dend gewe­sen sei. Der Dank rich­te­te sich auch an alle Gläu­bi­gen, die für die Frei­las­sung des ent­führ­ten Sale­sia­ners gebe­tet haben.

Auch Sr. Mery Pre­ma, die Gene­ral­obe­re der Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be, deren Mit­schwe­stern beim Isla­mi­sten­an­griff getö­tet wur­den, sprach ihren Dank aus. Das Bild von Pater Uzhun­na­lil habe die gan­ze Zeit auf dem Grab von Mut­ter Tere­sa gele­gen (sie­he auch: Der letz­te Brief der ermor­de­ten Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be).

Der 57 Jah­re alte Pater Uzhun­na­lil wur­de in Rama­puram bei Pala (Kot­ta­yam Kera­la) gebo­ren. Er ent­stammt einer katho­li­schen Fami­lie. Bereits sein Onkel war Sale­sia­ner und Grün­der der Ordens­mis­si­on im Jemen.

Zum Zeit­punkt sei­ner Ent­füh­rung hat­te Pater Uzhun­na­lil seit vier Jah­ren im Jemen gewirkt. Die Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be waren in den 80er Jah­ren noch vom reli­gi­ons­feind­li­chen, sozia­li­sti­schen Regime gebe­ten wor­den, zur Betreu­ung von Lepra­kran­ken ins Land zu kom­men. Sie sag­ten unter der Bedin­gung zu, daß auch ein Prie­ster sie beglei­ten durf­te. Prie­stern war der Zutritt ins Land ver­bo­ten.

Laut Infor­ma­tio­nen der indi­schen Regie­rung befin­det sich Pater Uzhun­na­lil der­zeit im Oman. Von dort soll er nach Indi­en gebracht wer­den.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Asia­news