Katholischer Priester wegen Kinderpornographie verurteilt — „Wollte mich an Gott rächen“

Kevin Gugliotta: Priester wollte sich mit kinderpornographischem Material "an Gott rächen"
Kevin Gugliotta: Priester wollte sich mit kinderpornographischem Material "an Gott rächen"

(New York) Ein katho­li­scher Prie­ster in den USA wur­de wegen des Besit­zes und der Wei­ter­ga­be von por­no­gra­phi­schem Mate­ri­al von Min­der­jäh­ri­gen ver­ur­teilt. Zu sei­ner Ver­tei­di­gung sag­te er, er habe damit „Gott stra­fen“ wol­len, weil er ihn beim Poker ver­lie­ren habe las­sen.

Im Sep­tem­ber 2016 wur­de der 55 Jah­re alte Prie­ster Kevin Gugliot­ta ver­haf­tet und in 20 Fäl­len wegen des Besit­zes von kin­der­por­no­gra­phi­schem Mate­ri­al und in wei­te­ren 20 Fäl­len wegen der Wei­ter­ga­be von Pho­tos von Kin­dern bei sexu­el­len Hand­lun­gen ange­klagt. Im ver­gan­ge­nen März erklär­te sich Gugliot­ta in einem Fall für schul­dig, wes­halb die ande­ren 39 Fäl­le fal­len­ge­las­sen wur­den, weil der eine Fall für eine Ver­ur­tei­lung aus­reich­te.

In sei­nem Geständ­nis sprach der Prie­ster von einer „Ant­wort an Gott“, weil die­ser ihn bei sei­nem „übli­chen Poker­spiel“ ver­lie­ren habe las­sen. Gugliottas Rechts­bei­stand Jim Swetz sag­te WNEP: „Das war der Grund: Er war unzu­frie­den“.

Gugliot­ta selbst erklär­te vor Gericht: „Ich habe eine ande­re Art, mit Pro­ble­men und dem Zorn umzu­ge­hen“. Es habe sich um „Rache“ gehan­delt, „nichts mehr und nichts weni­ger“.

Als der Rich­ter nach­frag­te, an wem sich der Prie­ster rächen habe wol­len, sag­te die­ser: „an Gott“, wegen des ver­lo­re­nen Poker­spiels. Ein Inter­es­se an Kin­der­por­no­gra­phie habe er „nicht“.

Kevin Gugliot­ta stammt auch Mah­wah im Staat New Jer­sey. Nach sei­ner Fest­nah­me wur­de er einst­wei­len vom Erz­bis­tum Newark von sei­nen Ämtern und seel­sorg­li­chen Auf­ga­ben ent­bun­den.

Der Prie­ster wur­de nun zu einer Gefäng­nis­stra­fe von min­de­stens elf und höch­stens 23 Mona­ten ver­ur­teilt. Das genaue Straf­maß wur­de noch nicht bekannt­ge­ge­ben. Dar­auf folgt eine fünf­jäh­ri­ge Bewäh­rungs­zeit. Für wei­te­re 25 Jah­re wird er im Regi­ster der Sexu­al­straf­tä­ter geführt.

Der Spre­cher des Erz­bis­tums Newark, Jim Good­ness, sag­te der Pres­se, daß nun eine offi­zi­el­le Ent­bin­dung statt­fin­den kön­ne, da eine Ver­ur­tei­lung vor­liegt. Der Seat­tle Times bestä­tig­te er, daß „Rom über die Situa­ti­on am Lau­fen­den gehal­ten wur­de“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Way­ne Coun­ty (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Wenn ich so etwas Ver­rück­tes höre, dann habe ich den Ein­druck, daß da ein trot­zi­ges klei­nes Kind spricht. Es spricht nicht für einen durch­schnitt­li­chen IQ. Eher weit dar­un­ter.

    Ande­rer­seits habe ich auch ziem­lich schwach­sin­ni­ge Argu­men­te von Got­tes­hassern gehört, die nicht dumm waren.

    Das ist jetzt nicht als Scherz gemeint. Ich glau­be, dass so ein Mensch beses­sen ist. Wie­so hängt ausser­dem an Glücks­spiel und ver­sucht sei­nen Zorn nicht ein­zu­däm­men?

    Mit Pro­ble­men und Zorn nicht umge­hen kön­nen (ist ein ver­lo­re­nes Poker­spiel ein gro­ßes Pro­blem?) spricht nicht von per­sön­li­cher Reflek­ti­on und dem Ver­such der Hei­li­gung, der Abtö­tung und Über­win­dung nega­ti­ver Gefüh­le und der Ver­de­mü­ti­gung vor Gott bei eige­ner Schwä­che. Fehlt hier auch nicht die Lie­be zu Gott, wenn man so reagiert?

    Ich fra­ge mich nach sei­ner Moti­va­ti­on für sei­ne Beru­fung, aber auch für sein Leben.

  2. Mein ver­ehr­ter Paten­on­kel bezeich­ne­te Spiel­kar­ten sei­ner­zeit als „Teu­fels Gebet­buch“ — dar­an muss ich hier unwill­kür­lich den­ken.

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