„Ein christliches Leben ist nicht ein unerreichbares Ideal“


Lie­be Brü­der und Schwestern,

heu­te wol­len wir über die Hei­li­gen als Zeu­gen unse­rer christ­li­chen Hoff­nung spre­chen. In jedem Moment unse­res Lebens steht uns nicht nur Got­tes Hand bei, wir erfah­ren auch die dis­kre­te Gegen­wart und die Hil­fe der Hei­li­gen. Wir haben eine Wol­ke von Zeu­gen um uns, hör­ten wir gera­de im Hebrä­er­brief. Ihre Anwe­sen­heit schenkt uns die Zuver­sicht, dass ein christ­li­ches Leben nicht ein uner­reich­ba­res Ide­al ist. 

Daher erbit­ten wir die Für­spra­che der Hei­li­gen. Beson­ders ein­drucks­voll kommt dies bei der Tau­fe zum Aus­druck. Wir emp­feh­len den Täuf­ling der Gemein­schaft der Hei­li­gen an und ver­trau­en dar­auf, dass Gott sie ihm als Beglei­ter zur Sei­te stellt. Uns allen mögen sie hel­fen, bestän­dig auf dem Weg des Glau­bens und der Lie­be zu blei­ben. Der Herr sei­ner­seits schen­ke uns die Hoff­nung, selbst hei­lig zu wer­den. Die Hei­lig­keit ist das gro­ße Geschenk, das wir unse­ren Mit­men­schen erwei­sen kön­nen. Der Herr gebe uns die Gna­de, so fest an ihn zu glau­ben, dass wir für die Welt zu Abbil­dern Chri­sti wer­den: zu Men­schen, die kei­ne Macht und Herr­schaft aus­üben, son­dern nach Näch­sten­lie­be und Brü­der­lich­keit stre­ben und auch die Last und die Mühen der Bedürf­ti­gen und Leid­ge­prüf­ten mit­tra­gen. Ohne sol­che Män­ner und Frau­en gäbe es in der Welt kei­ne Hoffnung.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an die Pil­ger aus den Län­dern deut­scher Spra­che. Der Herr lädt sein Volk ein, hei­lig zu sein, wie Er hei­lig ist (vgl. Lev 19,2). Die­se Auf­for­de­rung wol­len wir bereit­wil­lig auf­neh­men und ein­an­der im täg­li­chen Leben kon­kret die­nen. Der Hei­li­ge Geist füh­re euch auf euren Wegen.