100 Jahre Fatima: Wunder für Heiligsprechung von Francisco und Jacinta Marto anerkannt?

Unsere Liebe Frau von Fatima
Unsere Liebe Frau von Fatima: Gibt der Vatikan die bevorstehende Heiligsprechung der beiden Seherkinder von Fatima, Francisco und Jacinta Marto, bekannt.

(Fati­ma) Noti­ci­as de Setu­bal, die Wochen­zei­tung der gleich­na­mi­gen por­tu­gie­si­schen Diö­ze­se, berich­tet, daß es im Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren für die bei­den Seher­kin­der von Fati­ma, Fran­cis­co und Jacin­ta Mar­to den ent­schei­den­den Durch­bruch gege­ben hat.

Die bei­den Geschwi­ster gehör­ten zu den drei Hir­ten­kin­dern, denen 1916 in Fati­ma drei­mal ein Engel und 1917 die Got­tes­mut­ter Maria erschie­nen ist. Am kom­men­den 13. Mai jährt sich zum 100. Mal die erste der ins­ge­samt sechs Mari­en­er­schei­nun­gen.

Fran­cis­co Mar­to wur­de am 11. Juni 1908 bei Fati­ma. Eben­dort ist er im Alter von erst zehn Jah­ren am 4. April 1919 gestor­ben. Sei­ne Schwe­ster erblick­te am 11. März 1910 das Licht der Welt und starb kurz vor ihrem zehn­ten Geburts­tag am 20. Febru­ar 1920 in Lis­sa­bon. Nur das drit­te Seher­kind, ihre Cou­si­ne Lucia dos San­tos, über­leb­te das Kin­des­al­ter und starb hoch­be­tagt am 13. Febru­ar 2005 in Coim­bra.

Am 13. Mai 2000 wur­den Fran­cis­co und Jacin­ta von Papst Johan­nes Paul II. selig­ge­spro­chen. Für ihre Hei­lig­spre­chung ist ein zwei­tes Wun­der vor­ge­schrie­ben. Dem könn­te scheint man nun näher­ge­rückt zu sein, wie Msgr. Agost­in­ho Bor­ges, Rek­tor des Por­tu­gie­si­schen Insti­tuts des hei­li­gen Anto­ni­us in Rom, am ver­gan­ge­nen Sonn­tag bekannt­gab.

Die Aner­ken­nung die­ses zwei­ten Wun­ders durch den Vati­kan sei, so Msgr. Bor­ges, bereits erfolgt. Die offi­zi­el­le Bestä­ti­gung wer­de „in den näch­sten Tagen“ erfol­gen, so Dom Fran­cis­co Men­des, ein por­tu­gie­si­scher Prie­ster, der wäh­rend der Ankün­di­gung von Msgr. Bor­ges in der römi­schen Anto­ni­us­kir­che eben­falls anwe­send war. Die Kir­che dient der Seel­sor­ge für die Por­tu­gie­sen in Rom.

Die Postu­la­to­rin des Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren, Sr. Ange­la Coel­ho, woll­te die Nach­richt vor­erst nicht kom­men­tie­ren, „bevor die zustän­di­gen kirch­li­chen Stel­len nicht eine offi­zi­el­le Erklä­rung“ abge­ge­ben haben. Am Hei­lig­tum in Fati­ma begnüg­te man sich vor­erst damit, der „Hoff­nung“ Aus­druck zu ver­lei­hen, daß das Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren „rasch“ abge­schlos­sen wer­den kann.

Papst Fran­zis­kus wird im Mai Fati­ma besu­chen und dort zum 100. Jah­res­tag der ersten Mari­en­er­schei­nung eine Hei­li­ge Mes­se zele­brie­ren. Die Hoff­nun­gen der por­tu­gie­si­schen Kir­che sind groß, daß es anläß­lich der Hun­dert­jahr­fei­ern Neu­ig­kei­ten zum Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren der bei­den Geschwi­ster oder zum Selig­spre­chungs­ver­fah­ren für Sr. Lucia geben wird.

Mit den Mari­en­er­schei­nun­gen sind auch die Drei Geheim­nis­se von Fati­ma ver­bun­den. Zwei davon wur­den am 13. Mai 1942 auf Geheiß von Papst Pius XII. ver­öf­fent­licht, das Drit­te Geheim­nis erst am 26. Juni 2000 auf Geheiß von Papst Johan­nes Paul II.

Es gibt Zwei­fel, ob im Hei­li­gen Jahr 2000 der voll­stän­di­ge Text des Geheim­nis­ses publik gemacht wur­de.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Fatima.org (Screen­shot)