Bugnini-Schüler Piero Marini von Papst Franziskus bestätigt

Piero Marini (links) mit seinem Lehrmeiste Annibale Bugnini dessen Sekretär er war
Pie­ro Mari­ni (links) bei sei­ner Prie­ster­wei­he im Juni 1965 in Kon­ze­le­bra­ti­on nach dem Mis­sa­le von 1965

(Rom) Papst Fran­zis­kus bestä­tig­te heu­te Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni in sei­nem Amt als Vor­sit­zen­der des Päpst­li­chen Komi­tees für die Eucha­ri­sti­schen Welt­kon­gres­se. Msgr. Mari­ni war von 1987–2007 päpst­li­cher Zere­mo­ni­en­mei­ster. 1998 ernann­te ihn Papst Johan­nes Paul II. zum Titu­lar­bi­schof von Mar­ti­ra­no, 2003 zum Titu­lar­erz­bi­schof von Mar­ti­ra­no. 2007 löste ihn der neue Papst Bene­dikt XVI. mit Msgr. Gui­do Mari­ni als Zere­mo­ni­en­mei­ster ab und ernann­te Pie­ro Mari­ni an die Spit­ze des Päpst­li­chen Komi­tees für die Eucha­ri­sti­schen Welt­kon­gres­se.

Zu neu­en Mit­glie­der des Päpst­li­chen Komi­tees ernann­te Papst Fran­zis­kus Kar­di­nal Sta­nis­law Ryl­ko, Vor­sit­zen­der des Päpst­li­chen Lai­en­rats, Kar­di­nal Robert Sarah, Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Benia­mi­no Stel­la, Prä­fekt der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on sowie Pater Juan Javier Flo­res Arcas OSB, Rek­tor des Päpst­li­chen Athen­ae­ums Sant’Anselmo in Rom.

Piero Marini war zwei Jahre für andere Ämter im Gespräch

Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni war seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus wegen des­sen lit­ur­gi­scher Sen­si­bi­li­tät beharr­lich im Gespräch, wie­der päpst­li­cher Zere­mo­ni­en­mei­ster oder Nach­fol­ger von Kar­di­nal Anto­nio Cani­za­res als Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on zu wer­den. Grund dafür war unter ande­rem, weil der Papst weder Pie­ro Mari­ni in sei­nem bis­he­ri­gen Amt bestä­tig­te noch Kar­di­nal Cani­za­res in sei­nem. Gegen die Beru­fung von Pie­ro Mari­ni in eines der bei­den Ämter gab es im Vati­kan erheb­li­chen Wider­stand.

Weni­ge Tage vor Beginn der Bischofs­syn­ode im Herbst 2014 ernann­te Fran­zis­kus Kar­di­nal Cani­za­res zum neu­en Erz­bi­schof von Valen­cia, am 26. Novem­ber Kar­di­nal Robert Sarah zu sei­nem Nach­fol­ger an der Spit­ze der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung. Nun folg­te die Bestä­ti­gung Pie­ro Mari­nis in sei­nem bis­he­ri­gen Amt.

Piero Marinis Mitwirkung als Sekretär von Annibale Bugnini an Liturgiereform von 1969

Pie­ro Mari­ni wur­de am 27. Juni 1965 zum Prie­ster geweiht und wirk­te anschlie­ßend als Sekre­tär von Msgr. Anni­ba­le Bugni­ni, dem „Archi­tek­ten“ der nach­kon­zi­lia­ren Lit­ur­gie­re­form. Das Hoch­ge­bet bei der Prie­ster­wei­he Mari­nis erfolg­te, wie das Bild zeigt, bereits nach dem neu­en Mis­sa­le von 1965 in Kon­ze­le­bra­ti­on.

Am 22. Febru­ar 1965, zwei Wochen bevor Papst Paul VI. im Zuge der Lit­ur­gie­re­form des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils in Ognis­san­ti erst­mals die Mes­se nach dem neu­en Mis­sa­le von 1965 zele­brier­te, beför­der­te er den päpst­li­chen Zere­mo­ni­en­mei­ster Kuri­en­erz­bi­schof Enri­co Dan­te zum Kar­di­nal. Msgr. Dan­te war seit 1914 päpst­li­cher Zere­mo­nier und seit 1947 päpst­li­cher Zere­mo­ni­en­mei­ster gewe­sen. Mit der Kar­di­nal­s­er­he­bung erfolg­te auto­ma­tisch die Ent­bin­dung von sei­nem Amt.

Paul VI. ernann­te, offen­sicht­lich mit Blick auf die Ein­füh­rung des neu­en Mis­sa­le von 1965, den Laza­ri­sten­pa­ter Anni­ba­le Bugni­ni ad inte­rim zum kom­mis­sa­ri­schen Zere­mo­ni­en­mei­ster. Am 7. März 1965 zele­brier­te der Papst erst­mals nach dem neu­en Mis­sa­le von 1965 den Wort­got­tes­dienst in der Volks­spra­che und zum Volk gewandt.

Bugni­ni war bereits Sekre­tär des Con­si­li­um ad exse­quen­dam Con­sti­tu­tio­nem de Sacra Lit­ur­gia, das Paul VI. 1964 zur Umset­zung der lit­ur­gi­schen Reform­wün­sche schuf, die das Kon­zil in der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um defi­niert hat­te. Ein Amt, das er bis 1970 inne­hat­te, bis mit dem Mis­sa­le von 1969 eine radi­ka­le Lit­ur­gie­re­form umge­setzt war, die weit über die Reform­wün­sche des Kon­zils hin­aus­ging.

Der Neu­prie­ster Pie­ro Mari­ni wur­de 1965 Bugni­nis per­sön­li­cher Sekre­tär und arbei­te­te im Con­si­li­um ad exse­quen­dam Con­sti­tu­tio­nem de Sacra Lit­ur­gia. Er wirk­te maß­geb­lich an der Bugni­ni­schen Lit­ur­gie­re­form von 1969 mit. Mit dem Aus­schei­den Bugni­nis aus dem Amt der päpst­li­chen Zere­mo­nien, trat Mari­ni in das Amt ein, des­sen Lei­tung er 1987 über­nahm. Msgr. Pie­ro Mari­ni erwarb 1970 am Päpst­li­chen Athen­ae­um San­t’An­sel­mo ein Dok­to­rat in Lit­ur­gie­wis­sen­schaf­ten und 1981 an der Uni­ver­si­tät LUISS in Rom ein wei­te­res in Poli­tik­wis­sen­schaf­ten.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Lit­ur­gie Papa­li

2 Kommentare

  1. „Volks­al­tar“, „Volks­spra­che“, „ver­sus popu­lum“, Handkommunion“.…etc.etc.

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    „Der Volks­al­tar ist ein Zei­chen ver­än­der­ten Betens und er bewirkt dies auch; er ist ein Zei­chen ver­än­der­ten Glau­bens und er bewirkt auch eine Ver­än­de­rung des Glau­bens“
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    (Aus „St. Atha­na­si­us Bote“ Dezem­ber 2014)

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