Fatima und die offizielle vatikanische Politik – Ein notwendiger Epilog

Unsere Liebe Frau von Fatima - Fingerzeit des Himmels.
Unsere Liebe Frau von Fatima - Fingerzeit des Himmels.

von Wolf­ram Schrems*

Man­che Reak­tio­nen auf mei­ne drei­tei­li­ge Serie über Fati­ma auf die­ser Sei­te im März/April die­ses Jah­res zeig­ten mir (nicht zum ersten Mal), wie sehr die­ses The­ma ver­min­tes Ter­rain ist. Die Rede über Fati­ma läßt die Gei­ster in Bewe­gung gera­ten. Die Kon­tro­ver­sen sind ein untrüg­li­ches Zei­chen für die Authen­ti­zi­tät die­ser Bot­schaft.
Im Anschluß an die Serie daher aus aktu­el­lem Anlaß ein ver­voll­stän­di­gen­der Epi­log.

Lob und Kritik – bei unterschiedlicher Qualifikation und Qualität

Es gab Zuspruch zu mei­nen Aus­füh­run­gen. Nicht, daß das in sich schon bedeut­sam wäre, beson­ders nicht für das wei­te­re Han­deln: nec lau­di­bus nec timo­re. Aber nur, um zu zei­gen, daß es Katho­li­ken gibt, die über ein­schlä­gi­ges Wis­sen bzw. über Haus­ver­stand ver­fü­gen und denen die offi­zi­el­le vati­ka­ni­sche Fati­ma-Poli­tik daher suspekt erschei­nen muß.

Es gab auch Kri­tik. Die­se kam aus der­je­ni­gen Rich­tung, die die offi­zi­el­le vati­ka­ni­sche Linie ver­tritt.

Fatima und die „Fideisten“

Etwas poin­tiert (und tech­nisch nicht ganz kor­rekt) könn­te man die­se Rich­tung als „fidei­stisch“ bezeich­nen, also nach der­je­ni­gen Irr­leh­re, die (gegen die Gesamt­aus­sa­ge des Alten und Neu­en Testa­men­tes und der theo­lo­gi­schen Tra­di­ti­on, vgl. bes. z. B. 1 Petr 3, 15) behaup­tet, man kön­ne im Glau­bens­gut nichts ver­ste­hen bzw. man dür­fe nichts ver­ste­hen wol­len, es gäbe kei­nen fides quae­rens intel­lec­tum und man müs­se sozu­sa­gen „blind“ glau­ben. Dem­ge­mäß legen die Ver­tre­ter die­ser Rich­tung ihre Bot­schaf­ten ihren Adres­sa­ten eher appel­la­tiv und apo­dik­tisch vor.

Eine Spiel­art des so ver­stan­de­nen „Fide­is­mus“ ist die Hal­tung vie­ler Bischö­fe der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che, beson­ders im deut­schen Sprach­raum, die offen­sicht­lich den Grund­satz „pray, pay and obey“ zur Maxi­me ihrer Poli­tik gemacht haben. Auf gut Öster­rei­chisch also etwa: „Hän­de fal­ten, Gosch’n hal­ten“ (wobei das „Hän­de­fal­ten“ frei­lich auch eher aus der Mode gekom­men ist). Etwai­ge Nach­fra­gen bezüg­lich der Inhal­te des II. Vati­can­ums und des­sen dog­ma­ti­scher Ver­bind­lich­keit bei­spiels­wei­se wer­den eher ungnä­dig zur Kennt­nis genom­men und mit Aus­flüch­ten beant­wor­tet – oder gar nicht.

Unsere Liebe Frau von Fatima
Unse­re Lie­be Frau von Fati­ma

Es gibt aber auch durch­aus from­me Ver­tre­ter des zeit­ge­nös­si­schen „Fide­is­mus“, die in ihren Publi­ka­tio­nen Glau­ben und Gebet urgie­ren, aber nicht die Mühe auf sich neh­men, die Glau­bens­in­hal­te ver­ständ­lich dar­zu­stel­len und die Gebets­an­lie­gen genau zu begrün­den.

Im Fall der Fati­ma-Bot­schaft ver­zich­ten die Ver­tre­ter die­ser Rich­tung dar­auf, sowohl die Inhal­te der­sel­bi­gen als auch deren Rezep­ti­on bzw. Nicht-Rezep­ti­on durch die kirch­li­che Hier­ar­chie prä­zi­se und voll­stän­dig dar­zu­stel­len. Damit wird eben kein Sinn für die Dring­lich­keit die­ser für die Gegen­wart so wich­ti­gen Bot­schaft erweckt. Aber genau das wäre zu tun!

Sie rufen nicht in Erin­ne­rung, daß die Fati­ma-Bot­schaft (1) von Papst Pius XI. nicht befolgt, (2) von Papst Pius XII. auch nur halb­wegs umge­setzt und (3) von den Päp­sten ab Johan­nes XXIII. ver­nach­läs­sigt, unter­drückt und umge­deu­tet wor­den ist, sodaß sie somit heu­te im gesamt­kirch­li­chen Maß­stab so gut wie kei­ne Wir­kung ent­fal­tet. Sie wei­gern sich, die vati­ka­ni­sche Erklä­rung vom 26. Juni 2000 kri­tisch zu ana­ly­sie­ren, wodurch der durch­schnitt­li­che loya­le Katho­lik in fal­sche Sicher­heit gewiegt und zur Pas­si­vi­tät ermun­tert oder voll­ends ver­wirrt wird.

Ein Appell von Ver­tre­tern die­ser Rich­tung an Zeit­ge­nos­sen, der Fati­ma-Bot­schaft Glau­ben zu schen­ken und sie durch Gebet und Süh­ne im eige­nen Leben umzu­set­zen, kann daher nur wir­kungs­los sein.

Denn den Sinn die­ser Bot­schaft kann man nicht ande­ren erschlie­ßen, wenn man nicht bereit ist, die ohne­hin evi­den­te Apost­asie inner­halb der Kir­che und beson­ders der Hier­ar­chie zu the­ma­ti­sie­ren. Wenn man das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil, die schänd­li­che vati­ka­ni­sche „Ost­po­li­tik“, die ver­hee­ren­de Lit­ur­gie­re­form, die fata­le „Ein­heits­über­set­zung“ der hl. Schrift und die ande­ren kirch­li­chen Kata­stro­phen, ein­schließ­lich der Eska­pa­den des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats, sowie die gesam­te desa­strö­se Welt­si­tua­ti­on nicht scho­nungs­los mit der Ver­wer­fung der Bot­schaft der Mut­ter­got­tes von Fati­ma in Ver­bin­dung bringt, wird man nie­man­dem deren Bedeu­tung adäquat erklä­ren kön­nen!

Ana­log zu dem Sinn, in dem der Fide­is­mus durch sei­ne Fra­ge­ver­bo­te und sei­ne Über­be­to­nung des „blin­den“ Glau­bens zuun­gun­sten des Ver­ste­hens dem Glau­ben scha­det, ver­min­dern from­me Appel­le ohne nähe­re Erläu­te­rung (für die Men­schen guten Wil­lens zumin­dest) auch die Wir­kung der trans­por­tier­ten Bot­schaft. Gebets­auf­ru­fe wer­den dadurch wir­kungs­los, sie lei­ern förm­lich aus.

Fra­ge­ver­bo­te und Aus­flüch­te – das sind lei­der typi­sche Stra­te­gi­en in einem „fidei­sti­schen“ Milieu. Bei­des ist mir wohl­be­kannt.

Exem­pla­risch sei das offi­zi­el­le Fati­ma-Welt­apo­sto­lat der Deutsch-Schweiz genannt, des­sen Vor­sit­zen­der, Pfar­rer Dr. Adolf Fugel, mir durch einen Vor­trag und eine per­sön­li­che Begeg­nung bekannt ist, vgl. hier des­sen Fati­ma in Wort und Bild – Weg einer Bot­schaft des Him­mels durch die Zeit, Fati­ma-Welt­apo­sto­lat der Deutsch-Schweiz, Bene­det­to-Ver­lag, Aadorf, 2. Aufl. 2010.

Ausflüchte, Ausflüchte, Ausflüchte

Bei aller per­sön­li­chen Fröm­mig­keit und Bil­dung die­ses Prie­sters – aus die­ser Publi­ka­ti­on wird man nicht recht schlau. Die Struk­tur ist unklar, die Aus­sa­ge­ab­sicht bleibt im Vagen.

Pfar­rer Fugel ver­tritt etwa im Zusam­men­hang mit der 1929 von der Mut­ter­got­tes gefor­der­ten Wei­he Ruß­lands die über­aus über­ra­schen­de Mei­nung, daß Ruß­land nach der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on zu exi­stie­ren auf­hör­te. Er leg­te die Schluß­fol­ge­rung nahe, daß Ruß­land, man­gels Exi­stenz, nicht hät­te geweiht wer­den kön­nen.

Ande­rer­seits ist er (ent­ge­gen jeder Evi­denz) der Mei­nung, daß die Wei­he durch Johan­nes Paul II. die von der Mut­ter­got­tes gefor­der­te gewe­sen sei: „Die­se Wei­he erfolg­te öffent­lich durch den Hei­li­gen Vater Johan­nes Paul II. in Rom am 25. März 1984 vor dem Gna­den­bild Unse­rer Lie­ben Frau (…)“ (Ebd., 127)

Wenn Ruß­land aber erst wie­der nach Zer­fall der Sowjet­uni­on bzw. der GUS wie­der als sol­ches ins Licht der Geschich­te getre­ten sein soll, hät­te es 1984 auch nicht geweiht wer­den kön­nen.

Man muß aber zu sol­chen Aus­flüch­ten und Ver­bie­gun­gen Zuflucht neh­men, wenn man der offi­zi­el­len vati­ka­ni­schen Inter­pre­ta­ti­on Fati­mas nicht wider­spre­chen will, wenn man also annimmt, die 1984er Wei­he sei die gefor­der­te gewe­sen und die vati­ka­ni­sche Erklä­rung zum „Drit­ten Geheim­nis“ sei grund­sätz­lich glaub­wür­dig.

Dage­gen war die „Wei­he“ 1984 ihrer­seits eine Aus­flucht: Papst Johan­nes Paul II. hat­te sich evi­den­ter­wei­se weder durch­rin­gen kön­nen, Ruß­land nament­lich und laut und deut­lich zu nen­nen, noch auch den Welt­epis­ko­pat in unzwei­deu­ti­ger Wei­se in die Wei­he zu invol­vie­ren. Auf S. 95ff des genann­ten Buches von Hw. Fugel ist, wie zur Bestä­ti­gung, das Wei­he­ge­bet abge­druckt, das Ruß­land eben nicht aus­drück­lich erwähnt (!).

Zu allem Über­fluß liest man dann noch auf S. 98, daß Sr. Lucia „per­sön­lich (bestä­tig­te), dass die­ser fei­er­li­che und uni­ver­sa­le Wei­he­akt dem ent­sprach, was Unse­re Lie­be Frau woll­te.“

Ganz offen­sicht­lich han­delt es sich um eine Falsch­mel­dung bzw. um Sr. Lucia (die sich ja nicht weh­ren konn­te) in den Mund geleg­te Wor­te.

Ein öffent­li­ches Inter­view, in dem sich Sr. Lucia vor lau­fen­der Kame­ra hät­te aus­führ­lich und wahr­heits­ge­mäß äußern kön­nen, ist nicht erin­ner­lich. Mei­nen Recher­chen nach wur­de das letz­te öffent­li­che und in Druck­form ver­öf­fent­lich­te Inter­view mit der Sehe­rin von P. Augu­stin Fuen­tes am 26. Dezem­ber 1957 (!) durch­ge­führt.

Bekehrung als Folge der Weihe Rußlands – derzeit weder das eine noch das andere

Es ist bestür­zend, daß sol­che Mei­nun­gen in kirch­li­chen Krei­sen salon­fä­hig sind. Denn mit der Wei­he Ruß­lands, wie sie von der Mut­ter­got­tes gefor­dert wird, sind Ver­hei­ßun­gen ver­bun­den, allen vor­an die Bekeh­rung Ruß­lands und „eine Peri­ode des Frie­dens“ in der Welt. Bei­des ist evi­den­ter­wei­se nicht ein­ge­tre­ten.

Schon vor etwa zwei Jah­ren war mir in die­sem Zusam­men­hang ent­ge­gen­ge­hal­ten wor­den, daß Papst Johan­nes Paul II. die Bekeh­rung Ruß­lands sicher erwirkt habe, weil ja die Katho­li­ken in Ruß­land und Kasach­stan u. dgl. vie­le (Einzel-)Bekehrungen erzielt hät­ten und über­haupt viel eif­ri­ger sei­en als die Katho­li­ken im Westen.

Dage­gen muß man sagen: „Bekeh­rung“ bedeu­tet nicht, daß der Katho­li­ken­an­teil in Ruß­land und Kasach­stan oder sonst irgend­wo in der Regi­on von einem Pro­mil­le auf zwei Pro­mil­le steigt (um eine belie­bi­ge Zahl zu nen­nen). „Bekeh­rung“ heißt, daß das Schis­ma, das die ortho­do­xe Kir­che von Rom trennt, über­wun­den wird! „Bekeh­rung“ heißt, daß der Osten das gesam­te Depo­si­tum Fidei über­nimmt, selbst­ver­ständ­lich auch die vol­le Leh­re über die Got­tes­mut­ter. „Bekeh­rung“ heißt, daß die Mas­se eines Vol­kes zum katho­li­schen Glau­ben kon­ver­tiert, wie es etwa in Mexi­ko im Anschluß an das Wun­der von Gua­da­lu­pe 1531 geschah.

Daß die­ses Bewußt­sein bei Pfar­rer Fugel offen­sicht­lich nicht vor­han­den ist, zeigt die fol­gen­de erstaun­li­che Pas­sa­ge aus einem ande­ren sei­ner Bücher:

„‚War‘ die Sowjet­uni­on eine ‚Stra­fe Got­tes‘? Kaum! Denn das rus­si­sche Volk ist tief­gläu­big und in höch­stem Maße maria­nisch!“

Dar­auf fol­gen (eher unkla­re) Aus­füh­run­gen über Got­tes Lie­be und Stra­fe. (End­zeit ist nicht Welt­ende – Fati­ma und die End­zeit, Bene­det­to-Ver­lag, Aadorf, 2013)

Man reibt sich ver­wun­dert die Augen. Wie kann der Autor das Evi­den­te­ste über­se­hen, näm­lich daß in der Fati­ma-Bot­schaft Ruß­land aus­drück­lich als Mit­tel der Stra­fe bezeich­net wor­den war? Nach der Revo­lu­ti­on 1917, also nach Erschaf­fung der Sowjet­uni­on, ist Ruß­land unzwei­deu­tig eine Gei­ßel der Mensch­heit gewor­den.

Die Begrün­dung, die mit „denn“ ein­ge­lei­tet wird, ist sodann ein klas­si­sches non sequi­tur. Es geht näm­lich gar nicht dar­um, ob das rus­si­sche Volk damals „tief­gläu­big“ war oder nicht. Die Mut­ter­got­tes hat gesagt, Ruß­land wer­de das Werk­zeug der Züch­ti­gung der Welt sein, wenn Ruß­land nicht geweiht wird. Das ist ein­ge­tre­ten, unab­hän­gig davon, ob die ein­zel­nen Rus­sen gläu­big waren oder nicht.

In die­sem Zusam­men­hang ist zu beach­ten, daß erstens der christ­li­che Glau­be in wei­ten Tei­len Ruß­lands mit sei­nen star­ken heid­ni­schen Ein­flüs­sen dog­ma­tisch häu­fig unklar, mit Aber­glau­ben durch­setzt und spi­ri­tu­ell seicht geblie­ben war, und daß zwei­tens die rus­si­sche Revo­lu­ti­on zum aller­ge­ring­sten Teil von Rus­sen geplant und durch­ge­führt wur­de. Ein Bruch­teil der bol­sche­wi­sti­schen Kader und Kom­mis­sa­re, die Mil­lio­nen von Chri­sten ermor­den lie­ßen, waren Rus­sen.

Und was, drit­tens, den hoch­ge­lob­ten „maria­ni­schen“ Glau­ben der Rus­sen angeht, so muß man beach­ten, daß die ortho­do­xe Kir­che, wie oben erwähnt, eben nicht alle maria­ni­schen Prä­ro­ga­ti­ve aner­kennt. Die Leh­re von der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis exi­stiert in der Ortho­do­xie eben gera­de nicht als aus­drück­li­ches Dog­ma.

Auch das trägt zum Schmerz der Got­tes­mut­ter bei wie durch den Dor­nen­kranz in der Visi­on ersicht­lich.

Es sind doch tra­gi­scher­wei­se mehr Punk­te, die die „Ortho­do­xie“ von der vol­len geof­fen­bar­ten Leh­re tren­nen, als man gemein­hin annimmt.

Es ist daher uner­find­lich, daß aus­ge­rech­net Pfar­rer Fugel, der den Osten gut kennt, genau das über­se­hen hat.

Das Problem der Fatima-Aktivisten, die „gehorsam“ sein wollen

Das Pro­blem ist, daß Lai­en und Prie­ster, die in ihrem Ver­ständ­nis von „Gehor­sam“ die der­zei­ti­ge offi­zi­el­le vati­ka­ni­sche Ver­si­on der Ereig­nis­se und Bedeu­tung von Fati­ma akzep­tie­ren, Kern und Bedeu­tung eben­die­ser Bot­schaft nicht plau­si­bel machen kön­nen: Die Kir­che selbst hat sich ja seit Papst Johan­nes XXIII. prak­tisch gegen Fati­ma aus­ge­spro­chen (die­ser beson­ders in sei­ner Eröff­nungs­re­de am Kon­zil, als er gegen „Unheils­pro­phe­ten“ mobil mach­te).

Sie kön­nen damit auch kaum plau­si­bel machen, wie­so man die Kon­se­quen­zen die­ser Bot­schaft auf sich neh­men soll, also etwa die Süh­ne­sams­ta­ge zu prak­ti­zie­ren, die ja von kir­chen­of­fi­zi­el­len Stel­len nie­mals vor­ge­legt wer­den.

Um mich zu wie­der­ho­len: Das offi­zi­el­le Rom hat weder wunsch­ge­mäß Ruß­land dem Unbe­fleck­ten Her­zen der Got­tes­mut­ter geweiht, noch die Süh­ne­sams­ta­ge ver­brei­tet, noch die Leh­re von der Höl­le ins Bewußt­sein der Gläu­bi­gen und der Nicht-Gläu­bi­gen gebracht, noch in unzwei­deu­ti­ger Art und Wei­se Indi­vi­du­en und Natio­nen zur Bekeh­rung auf­ge­ru­fen, noch das „Drit­te Geheim­nis“ publi­ziert. Die dies­be­züg­li­che berüch­tig­te anony­me vati­ka­ni­sche Pres­se­aus­sen­dung vom 08.02.1960 legt nahe, daß man im Vati­kan tat­säch­lich die völ­li­ge Neu­tra­li­sie­rung der Bot­schaft beab­sich­tigt hat­te.

Die Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vom 26.06.2000 unter­schlägt zumin­dest, was der dama­li­ge Kar­di­nal Ratz­in­ger in einem Inter­view mit dem ita­lie­ni­schen Maga­zin Jesus 1984 gesagt hat, näm­lich, daß es im Drit­ten Geheim­nis um „Gefah­ren, die den Glau­ben und das Leben des Chri­sten, und somit der Welt, bedro­hen“, gin­ge. Von dem Atten­tat vom 13.05.81 war in die­sem Inter­view nicht (!) die Rede. Das tauch­te erst neun­zehn Jah­re spä­ter ganz über­ra­schend auf. Papst Bene­dikt sag­te dann 2010 – eben­falls ganz über­ra­schend – daß die pro­phe­ti­sche Mis­si­on Fati­mas doch noch nicht zu Ende sei.

Also was jetzt?

Es ist daher unlo­gisch, sich aus­ge­rech­net in der Sache Fati­ma an kir­chen­of­fi­zi­el­le Ver­laut­ba­run­gen, die seit dem Tod von Papst Pius XII. 1958 evi­den­ter­wei­se die­ser Bot­schaft gegen­über nega­tiv ein­ge­stellt sind, zu hal­ten.

Glaube, Gehorsam und Loyalität – ein Dilemma

Der der kirch­li­chen Hier­ar­chie gegen­über schul­di­ge Gehor­sam des Wil­lens und des Ver­stan­des wird hier zunächst fra­gen müs­sen: Sind die dies­be­züg­li­chen vati­ka­ni­schen Ver­laut­ba­run­gen ihrer­seits ver­bind­lich? Sind sie kano­nisch kor­rekt pro­mul­giert wor­den? Stim­men sie mit der katho­li­schen Leh­re aller Zei­ten, also auch mit dem Kon­zil von Flo­renz-Fer­ra­ra (Uni­on mit dem Osten!) und dem Triden­ti­num über­ein? Ste­hen sie in der Kon­ti­nui­tät mit der Aner­ken­nung Fati­mas durch den por­tu­gie­si­schen Epis­ko­pat? Ver­mit­teln sie den Ein­druck, auf­rich­tig zu sein oder sind sie vol­ler Aus­flüch­te? Wie sind über­haupt die Früch­te der vati­ka­ni­schen Poli­tik im Gefol­ge des II. Vati­can­ums? Wie steht die vati­ka­ni­sche Poli­tik der Gegen­wart zu den Mär­ty­rern im Sowjet­block? Wie steht es mit der Selig­spre­chung von Kar­di­nal Józ­sef Mindszen­ty und Kar­di­nal Josyf Sli­pyj? Wird man sich sei­tens des Vati­kans von der ver­rä­te­ri­schen „Ost­po­li­tik“ distan­zie­ren? Wird die schänd­li­che Erklä­rung von Bala­mand (1993) wider­ru­fen?

Wird die Kir­che die gesun­de Leh­re wie­der­her­stel­len?

Es besteht kein Zwei­fel: Wir sind seit eini­gen Jahr­zehn­ten Augen­zeu­gen einer dra­ma­ti­schen Ver­wir­rung inner­halb der Hier­ar­chie, prak­tisch einer Apost­asie, deren Fol­gen wir jeden Tag in unse­ren euro­päi­schen Hei­mat­län­dern sehen.

Kei­ne Fra­ge: Wenn der Glau­be auf dem Spiel steht, muß man Gott mehr gehor­chen als den Men­schen (Apg 5, 29). Denn auch Papst und Bischö­fe müs­sen sich an das Depo­si­tum Fidei hal­ten und es pro­kla­mie­ren – und zwar unzwei­deu­tig, ver­ständ­lich und ener­gisch. Ein „inter­re­li­giö­ses Gebet“, wie vor kur­zem in den vati­ka­ni­schen Gär­ten, ist defi­ni­tiv das fal­sche Zei­chen.

Fazit

Als Ant­wort auf die mir gegen­über geäu­ßer­te Kri­tik bekräf­ti­ge ich mei­ne Posi­ti­on, die ich in der Serie vom März/April ein­ge­nom­men habe.

Alle Aus­flüch­te hel­fen nichts: Ange­sichts der Ereig­nis­se in der Kir­che, beson­ders der uner­träg­li­chen Bana­li­sie­rung, ja Ver­wir­rung des Papst­tums, und ange­sichts der Ereig­nis­se in der Welt, beson­ders der mas­siv zuneh­men­den Krie­ge und Kata­stro­phen, muß auch der unbe­lehr­bar­ste Opti­mist zum Schluß kom­men, daß sich die Lage zuspitzt und apo­ka­lyp­ti­sche Zustän­de her­eindräu­en.

Ange­sichts des mora­li­schen Zustan­des der Mensch­heit muß man um das Heil unzäh­li­ger See­len besorgt sein. Kei­ner soll glau­ben, die bibli­schen War­nun­gen vor der Höl­le wären lee­re Dro­hun­gen.

In die­sem Zusam­men­hang müs­sen die Hier­ar­chen der Kir­che end­lich das umset­zen, was in Fati­ma gefor­dert wor­den ist. Der Bei­trag von Lai­en und Geweih­ten muß dar­in bestehen, dahin­ge­hend auf Bischö­fe und Papst ein­zu­wir­ken. Zu die­sem Zweck müs­sen auch alle Aus­flüch­te ver­schwin­den.

Und zwar rasch.

MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, katho­li­scher Theo­lo­ge und Phi­lo­soph, kirch­lich gesen­de­ter Kate­chist

 




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23 Kommentare

  1. Wie schon damals möch­te ich Ihnen auch für die­sen Text dan­ken, Herr Schrems. Sehr gut auch der Hin­weis dar­auf, dass die von der Got­tes­mut­ter genenn­ten „Irr­tü­mer Russ­lands“ nicht nur der Kom­mu­nis­mus, son­dern auch die Häre­si­en und schis­ma­ti­schen Ein­stel­lun­gen der Ortho­do­xie sind.
    Sie sprach nicht davon davon, dass die „Völ­ker Russ­lands“, wie es Pius XII. for­mu­lier­te, die­se Gei­ßel sein wür­den, son­dern „Russ­land“, d.h. eine poli­ti­sche Macht unter rus­si­scher Füh­rung.

    Es bestürzt mich daher immer wie­der, dass v.a. kon­ser­va­ti­ve und tra­di­tio­na­li­sti­sche Katho­li­ken seit neu­estem wie gebannt auf die Ortho­do­xie und nach Russ­land schau­en, als sei dort das Heil zu fin­den. Sie sind geblen­det von äuße­rem Pomp und irgend­wel­chen ästhe­ti­schen Spie­le­rei­en. Dass der Osten das Filio­que ablehnt (und dadurch auch den rech­ten Respekt vor der Got­tes­mut­ter als Braut des Hl. Gei­stes nicht haben kann!), dass die­ses fal­sche Got­tes­bild auch zu einem fal­schen Men­schen­bild führt, und dies zwangs­läu­fig, weil der Mensch Eben­bild Got­tes ist, dass aus die­sem fal­schen Got­tes- und Men­schen­bild auch die fal­sche Ehe­leh­re führt (sowohl, was ihre Auf­lös­bar­keit in der Zulas­sung und Seg­nung von Zweit- und Dritte­hen betrifft, als auch was die abstru­se und kon­tra­dik­to­ri­sche Nei­gung zur sog. „ter­tul­lia­ni­schen“ Häre­sie von der Unauf­lös­lich­keit der Ehe über den Tod hin­aus betrifft (!)), und sich in der fal­schen Ehe­leh­re auch eine völ­lig ver­zerr­te Vor­stel­lung der Bezie­hung von Chri­stus zur Kir­che andeu­tet -
    — all das scheint die­se kon­ser­va­ti­ven oder tra­di­tio­na­li­sti­schen Katho­li­ken nicht zu stö­ren.
    Dass aus den genann­ten fal­schen Leh­ren eine ande­re Kon­zep­ti­on des Prie­ster­tums folgt, inter­es­siert die­je­ni­gen auch nicht. Dass das sonst von ihnen so hoch­ge­hal­te­ne „Mess­op­fer“ auf die­se Wei­se auch nicht in prä­zi­ser Wei­se voll­zo­gen wird — Schwamm drü­ber…
    Aber ein Teil der­sel­ben Leu­te hat sich auch längst theo­lo­gisch mit den „bibel­treu­en“ Evan­ge­li­ka­len kurz­ge­schlos­sen bzw. sucht dort Vor­bild und Ant­wort, was ich eben­falls für eine Kata­stro­phe hal­te.
    Was die Kir­che seit Jahr­hun­der­ten als Häre­sie ver­wor­fen hat, kann doch nun nicht plötz­lich Segen brin­gen! Damit ist über den ein­zel­nen nichts aus­ge­sagt, und es ist mir wich­tig, dies nicht zu ver­wech­seln.
    Es liegt also in die­sem neu­en Russ­land-Hype, der in der Ortho­do­xie und in einer star­ken rus­si­schen Putin-Poli­tik, die man als Heil­mit­tel für die ver­fehl­te EU-Poli­tik ein­stuft, erst noch voll­ends die Gefahr, dass Russ­land auf einer ganz ande­ren Ebe­ne sei­ne „Irr­tü­mer“ in alle Welt ver­brei­tet. Dabei ist der Glau­be des Her­zens zweit­ran­gig gewor­den und die Moral an die erste Stel­le gerückt.

  2. Eine ganz ein­fa­che For­mel: Ohne eine rea­le Höl­le (jen­sei­tig wie dies­sei­tig) bräuch­te die Welt kei­ne Kir­che, kei­nen Papst etc. pp. Dann gäbe es näm­lich die Aller­lö­sung der Mensch­heit. Jeder ver­nünf­ti­ge Katho­lik weiß, daß eine sol­che Vor­stel­lung eine üble Häre­sie ist.

  3. Anfang der Neun­zi­ger SOLL die Got­tes­mut­ter zu Str.Lucia gesagt haben:
    „die Wen­de in Ost­eu­ro­pa führt NICHT zum Frieden,meine Wor­te wer­den ver­dreht!
    Russ­land hat sich nicht bekehrt und Russ­land wird die Gei­ssel sein,die Gott benutzt,viele Natio­nen zu strafen,Gott wird mit aller Här­te zuschla­gen!!“
    Wenn man sich das poli­ti­sche Gesche­hen rund um die Ukrai­ne anschaut,wird man das Gefühl nicht los,das der Westen Russ­land um jeden Preis pro­vo­zie­ren und zu unüber­leg­ten Hand­lun­gen zwin­gen will,das hat jetzt nichts mit „Putin-Ver­ste­he­rei“ zu tun.
    Wenn man also Russ­land soweit reizt,das es in einen Krieg eintritt,sind die Fol­gen nicht abseh­bar und am Ende wird Russ­land so viel­leicht tat­säch­lich zur Straf­ru­te unse­rer hedo­ni­sti­schen Gesell­schaft (was ich eigent­lich nicht wirk­lich erle­ben will)..

    • Schon zwei über­mü­ti­gen Gei­stern unse­rer Geschich­te hat Ruß­land einen har­ten Denk­zet­tel ver­paßt: Napo­le­on Bona­par­te und Adolf Hit­ler. Die USA/EU könn­ten als näch­ste an der Rei­he sein.

      Bei der Kuba­kri­se 1962 hat es den USA nicht gepaßt, daß sowje­ti­sche Mit­tel­strecken­ra­ke­ten auf der Kari­bik­in­sel unweit von Flo­ri­da sta­tio­niert wor­den sind. Genau­so wenig kann Ruß­land sich damit abfin­den, daß an sei­ner Gren­ze ein US-EU-gesteu­er­ter Brand­herd ent­steht, in dem über­dies eth­ni­sche Rus­sen unter die Räder gera­ten.

      • dan­ke für die­se wich­ti­ge Präzision.Die vie­len ver­bor­ge­nen von Gott geschenk­ten Besu­che in der aus­lau­fen­den UDSSR mit dem gewöhn­li­chen Volk und den zwangs­läu­fig vom KGB hand­ver­le­se­nen Geist­li­chen haben mich gelehrt, jeden bis­wei­len auch mir lei­der eigen­tüm­li­chen Ton der Ueber­heb­lich­keit anders­gläu­bi­gen Chri­sten gegen­über ver­stum­men zu lassen.Was ich dort gefun­den habe war ein star­kes SIch­klam­mern Gott und sei­ne Kir­che, Freu­de an Gott und sei­nem Dienst etwa im Sin­ne des heil­gen Pfar­rer von Ars. Was die Leu­te dort mit­ge­macht haben an Ver­fol­gung, Schicka­nen, Ver­rat , ja Eigen­ver­rat ( in den Kathe­dra­len habe ich Men­schen mit schwe­rer Schuld bela­den mit Trä­nen der Reue und der Busse)-es ist nicht auszumachen.Das habe ich von bestall­ten West­lern noch nicht erlebt.Meine Erfah­rung von Men­schen, wel­che da kri­ti­sie­ren die Pracht und Herr­lich­keit der Lit­ur­gie der Armen-meist in Lum­pen geklei­de­te Babusch­kas mit ihren leuch­ten­den glau­bens­star­ken Augen-die sehen oft nur Nega­ti­ves Unvollkommenes,deshalb Tadelnswertes.Die, die ich ken­ne sind meist auch geist­li­chen Stan­des mit fet­tem Bank­kon­to und woh­nen in gol­de­nen Häu­sern-aber für ihren per­sön­li­chen Glau­ben im Wohn­zim­mer meist nur ein Devo­tio­na­le für Euro 2,50.Da bewahr­hei­tet sich die Kern­aus­sa­ge des ps119:omnis con­sum­ma­tio­nis vidi finem, man­da­tum tuum vero nimis..ich sah, dass alles Voll­ko­me­ne Gren­zen hat doch dein Gebot kennt kei­ne Grenzen..Ich möch­te nie­man­den per­sön­lich sei­ne Mei­nung madig machen-im Gegen­zug für mich zur mei­ni­gen stehen.Weil ich glaube,jede christ­li­che Gemein­schaft kann sich zum Voll­kom­me­nen entwickeln,zur Ein­heit geführt wer­den-zur rech­ten Zeit.Doch alles ist eben Gna­de.

      • @ hedi züger

        Das alles, was Sie da schrei­ben, ist etwas eher Sub­jek­ti­ves und am Ein­zel­nen Aus­ge­rich­te­tes — dazu woll­te ich auf kei­nen Fall etwas Pau­scha­les sagen (habe ich ja geschrie­ben).
        Den­noch ist die Ortho­do­xie schis­ma­tisch und häre­tisch — das war das Urteil der „alten“ katho­li­schen Kir­che.
        Man kann sol­che nach Jahr­zehn­ten Kom­mu­nis­mus fast „geläu­tert“ wir­ken­den Men­schen auch in Viet­nam oder Kam­bo­dscha oder Tibet tref­fen, bloß sind sie dort Bud­dhi­sten. Das alles ist schön und gut, beant­wor­tet aber nicht die Fra­ge nach der objek­ti­ven Wahr­heit. das sind ein­fach mensch­lich sehr berüh­ren­de Begeg­nun­gen, aber sehen Sie in die­sen Men­schen auch die, die sie objek­tiv sind: vom wah­ren Glau­ben Abge­schnit­te­ne?
        Und was wir nach dem Vat. II end­gül­tig ver­lo­ren haben… ist das objek­ti­ve Den­ken. Es ist mit der Tra­di­ti­on fast völ­lig unter­ge­gan­gen.

      • Genau ‚Danke.Ein beson­de­rer Dank an Hei­di Zügler,ihr Bei­trag spricht auch,aus mei­nem Herzen.Gelobt sei Jesus Chri­stus.

    • … so for­mu­liert, gibt es Sinn. Aber nicht in dem Sinn, dass Putin oder Russ­land nun gewis­ser­ma­ßen hero­isch die „gute“ Moral und den „wah­ren“ Glau­ben auf­recht­erhal­ten oder „schüt­zen“ wür­den. Wenn es so auf­tritt, ist das eis­kal­tes poli­ti­sches Kal­kül — was soll man in Kon­kur­renz zum rest Euro­pas auch sonst als „Allein­stel­lungs­merk­mal vor­brin­gen? Nur ist Russ­land nicht recht­gläu­big. Punkt. Und sei­ne Unta­ten hat es weder bereut noch ein­ge­stan­den, noch gesühnt. Dar­auf kann kein Segen ruhen! Die­se euro­päi­schen Län­der der ehe­ma­li­gen UdSSR ersticken in Unmo­ral auf ihre Weise…und was dort ein Men­schen­le­ben gilt, haben wir jahr­zehn­te­lang beob­ach­ten kön­nen. Eine sol­che Men­ta­li­tät ver­schwin­det ja nicht ein­fach sang- und klang­los, son­dern hin­ter­lässt tie­fe, unab­seh­ba­re Spu­ren. Wir haben doch das­sel­be Pro­blem: wir ermor­den nie­man­dem mehr in KZs oder in Straf­ko­lo­ni­en (wie das ande­re euro­päi­sche Staa­ten taten), wir ermor­den heu­te mor­dern das Leben im Mut­ter­leib. Die mör­de­ri­sche Gesin­nung bricht sich auf immer neue Wei­se Bahn. Das ist auch in Russ­land nicht anders.
      Vie­le hier schau­en nur auf Gen­der und Abtrei­bung und erwar­ten — um es über­spitzt zu sagen — einen inter­se­xu­el­len Anti­chri­sten. es kön­te aber auch alles viel raf­fi­nier­ter ablau­fen und das Böse, der Böse kann im Gewand einer schein­bar geret­ten Moral auf­tre­ten.
      Wie auch immer — es gilt Vor­sicht und Wach­sam­keit.
      Und dass die Vor­her­sa­ge der Gotes­mut­ter immer noch am lau­fen ist, macht dop­pelt wach­sam, zumal auch alle ver­nünf­ti­ge Erkennt­nis dies bestä­tigt.

      • Um das „Bestra­fungs­werk­zeug“ Got­tes zu sein,muß weder Ruß­land im all­ge­mei­nen noch Putin im Beson­de­ren „gut“ sein,so ver­ste­he ich das.

      • Ich den­ke lang­sam, dass dem lie­ben Gott der Westen sowas von der­ma­ßen egal ist, das er uns ein­fach unse­ren Lei­den­schaf­ten und wir­ren Ide­en über­lässt.
        Will hie­ßen, hät­te Gott eine Stra­fe für uns, so wäre es, dass wir in sei­ne Hän­de fal­len, so über­lässt er uns sel­ber und das ist viel Schlim­mer!

        Ich wür­de ein­fach so sehen, die von vie­len Pro­phe­zei­un­gen vor­her­ge­sag­te Kata­stro­phe ist doch schon längst da. Der Zusam­men­bruch von allem was Sit­te und Moral heißt.
        Wür­de es uns dabei irgend­wie schlecht gehen, so wür­de die Not bestimmt das Beten leh­ren, weil es uns aber gut dabei geht, so ver­ler­nen wir auch noch das Beten.

    • da möch­te ich ihnen ger­ne bei­pflich­ten-Russ­land hat sich als gan­zes nicht bekehrt-ein glei­ches ist von der gan­zen West­ge­sell­schaft noch mehr zu sagen-objek­tiv zu reden!manchmal scheint mir gewis­se Leu­te hät­ten am lieb­sten die alte chri­sten­ver­fol­gen­de, kom­mu­ni­stisch athe­isti­sche Gar­de wäre in Russ­land noch am Ruder und wür­de die hl. Kir­che bedrän­gen und nie­der­ma­chen-bloss damit sie recht haben in ihren Sys­the­men-objek­tiv und lupenrein.aber in linea gra­tiae ist die per­sön­li­che Aus­rich­tung auf Gott und sei­ne Kir­che, das Hell­hö­rig­sein auf die Ein­spre­chun­gen der Gna­de-gera­de in Zei­ten der Bedräng­nis ret­tend und entscheidend.da kön­nen oft ganz klei­ne unschein­ba­re Din­ge weg­wei­send, ent­schei­dend sein.Wer alle objek­ti­ven Wahr­hei­ten kennt, sie sogar noch weit und breit aus­le­gen kannt ist noch nicht in Got­tes Reich. Nur wer sie tut, danach handelt.und das fängt hat lei­der ganz sub­jek­tiv oft im ganz klei­nen unschein­ba­ren an.Das ist mei­ne eige­ne, beschei­de­ne Mei­nung-wer anders denkt,dem belas­se­ne ich das gerne.diskussionslos.

  4. Vie­len Dank an die Redak­ti­on für die­se Ver­öf­fent­li­chung sowie ande­rer Bei­trä­ge von Wolf­ram Schrems.

  5. Sehr geehr­ter Herr Schrems, bevor ich kom­men­tie­re, möch­te ich Sie ger­ne etwas fra­gen, und zwar ehr­lich, nicht rhe­to­risch.
    Glau­ben Sie, dass es eine Dop­pel­gän­ge­rin von Sr. Lucia dos San­tos gibt? Ich habe der­ar­ti­ge Theo­ri­en im Inter­net gele­sen, ver­mag sie aber nicht zu beur­tei­len.
    Ich fra­ge Sie des­halb, weil Sie schrei­ben, das letz­te authen­ti­sche Inter­view mit der Sehe­rin sei 1957 erfolgt.
    Alle Fotos im Inter­net bele­gen jedoch: Sr. Lucia dos San­tos hat­te ein aus­ge­spro­chen herz­li­ches Ver­hält­nis sowohl zu Papst Paul VI. als auch Johan­nes Paul II. Sie wird abge­bil­det in per­sön­li­chen Gesprä­chen, eng sitzt sie neben dem Papst, neben Johan­nes Paul II. in ver­trau­tem Gespräch. Als er jung war und schon vom Alter gezeich­net. Auf einem absto­ßen­den Foto küsst sie Johan­nes Paul II. die Hand beim Kom­mu­nion­emp­fang, er schaut irri­tiert.
    Sie hat sich oft öffent­lich geäu­ßert nach 1957.
    Jetzt möch­te ich kom­men­tie­ren:
    Papst Pius XI. hat Ber­na­det­te Sou­bi­rous, das Seher­kind von Lour­des, hei­lig­ge­spro­chen. Man kann die­sem Papst also kei­ne man­geln­de Mari­en­ver­eh­rung vor­wer­fen, auch wenn er gesagt hat, die aller­se­lig­ste Jung­frau möge ihm per­sön­lich ihre Bot­schaft aus­rich­ten in Bezug auf Fati­ma.
    Jeder Papst hat das Recht, Sehe­rin­nen zu beur­tei­len, die eine für glaub­wür­dig zu hal­ten, die ande­re eher nicht. Mit Fide­is­mus hat das nicht das gering­ste zu tun, Sehe­rin­nen kön­nen nie­mals das Lehr­amt erset­zen, sich über das Lehr­amt stel­len.
    Ich weiß nicht, wel­che Schuld Pius XII. auf sich gela­den haben soll. Er hat die Wei­he vor­ge­nom­men, er hat das Fest des unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens ent­we­der ein­ge­führt oder aber ihm den Rang 2. Klas­se — lit­ur­gisch — ver­lie­hen. Eine Woche nach dem Fest der Auf­nah­me Mari­ens in den Him­mel.
    Die Sehe­rin Lucia dos San­tos hat ihre Bot­schaf­ten oft Jahr­zehn­te nach 1917 ver­öf­fent­licht. Es muss Katho­li­ken erlaubt sein, und es ist ihnen erlaubt, anzu­neh­men, dass sich ihre Erin­ne­run­gen mit eige­nen Glau­bens­zeug­nis­sen ver­bin­den. Die por­tu­gie­si­schen Bischö­fe rei­chen als Instanz nicht aus, allen Katho­li­ken vor­zu­schrei­ben, jeder Visi­on der Sehe­rin zu glau­ben.
    Der Auf­ruf zur Buße ist immer rich­tig. Doch es muss fest­ge­hal­ten wer­den: Lucia dos San­tos hat sich nie zu der Glau­bens- und Kir­chen­kri­se kon­kret geäu­ßert: Nie gegen die Mes­se Paul VI., nie gegen den Öku­me­nis­mus der Päp­ste, nie gegen Assi­si, nie gegen die Aller­lö­sungs­theo­rie, der Johan­nes Paul II. min­de­stens teil­wei­se anhing.
    Kein Mari­en­dog­ma wur­de von den Theo­lo­gen ange­grif­fen, unbe­scha­det hat der Rosen­kranz die Zer­stö­rung der Lit­ur­gie über­lebt.
    Doch das Kreuz als Zen­tral­sym­bol des katho­li­schen Glau­bens wur­de aus dem Zen­trum gerückt. Von den neo­mo­der­ni­sti­schen Theo­lo­gen. Das kann nicht aus­ge­gli­chen wer­den von tra­di­tio­na­li­sti­schen Theo­lo­gen, die das unbe­fleck­te Herz Mari­ens in das Zen­trum des prak­ti­zier­ten Glau­bens stel­len wol­len.
    Das Zen­tral­sym­bol des katho­li­schen Glau­bens ist das Kreuz. Es drückt den katho­li­schen Glau­ben an unse­ren Erlö­ser Jesus Chri­stus seit Bestehen der Kir­che aus.

    • Das ist aber mal eine gute Zusam­men­fas­sung des sub­ku­ta­nen Bauch­wehs, dass ich zumin­dest betreffs Fati­ma habe!
      Ja Seher kön­nen nicht über dem Lehr­amt ste­hen und genau das ist ja das fas­zi­nie­ren­de an Lour­des, dass Ber­na­det­te sich hat „in die Besen­kam­mer“ stel­len las­sen und gehorcht hat.
      Wäh­rend es schon selt­sam ist, wie sehr eine Kar­me­li­tin in der Öffent­lich­keit prä­sent war!
      Und ja, das Kreuz gehört in den Mit­tel­punkt, wes­we­gen es aktu­ell wohl mit­ten in der Kir­che, als Leid der From­men auf­ge­rich­tet ist, nach dem Buch Dani­el „Für vie­le macht er den Bund eine WOche lang schwer“ (Dan 9,27ff)

      Wei­ter ist mein prin­zi­pi­el­les Pro­blem, mit Fati­ma ein­fach das, dass uns der Hei­li­ge Geist als Bei­stand ver­hie­ßen ist, und Chri­stus immer wie­der zum Fest­hal­ten an dem was man hat, am Behar­ren im über­lie­fer­ten Glau­ben auf­ruft und nicht gesagt hat „Es kom­men geschicht­li­che Zeit­läu­fe, da sind außer­ge­wöhn­li­che Gebe­te und Wei­hen not­wen­dig, ich schick euch dann mei­ne Mut­ter“

  6. Fort­set­zung:
    Es geht doch nicht gegen die Mari­en­ver­eh­rung. Doch sie wur­de in den letz­ten 150 Jah­ren von den Theo­lo­gen nicht nen­nens­wert ange­grif­fen, es gab kei­ne Bewe­gung gegen Mari­en­dog­men.
    Ange­grif­fen bis zur Ver­leug­nung wird vor allem das Erlö­ser­han­deln Jesu Chri­sti. Nicht nur das: Sei­ne Gott­heit wird offen oder ver­deckt geleug­net.
    Nach Kar­di­nal Pie, einem gro­ßen Kar­di­nal des 19. Jahr­hun­derts, muss die Kir­che immer die Wahr­hei­ten in den Mit­tel­punkt stel­len, sie ver­tei­di­gen, dif­fe­ren­ziert ver­kün­di­gen, ver­stär­ken, die ange­grif­fen wer­den.
    Und das ist vor allem das Erlö­sungs­wir­ken Jesu Chri­sti in sei­ner Kir­che und durch sei­ne Kir­che. Es wird nicht ver­kün­digt, ver­tei­digt, wenn wir immer noch mehr Mari­en­fe­ste bekom­men, denn dar­um ging es vor allem der spä­te­ren Non­ne Lucia dos San­tos. Ich spre­che nicht vom Seher­kind von 1917.
    Das ist das Cha­ris­ma von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, sein Dienst für die Kir­che auch wenn sei­ne Prie­ster­bru­der­schaft eben­falls „nach Fati­ma abdrif­tet“: Er hat das Mess­op­fer in das Zen­trum sei­ner Ver­kün­di­gung gestellt, uner­müd­lich bis zum Ende sei­nes Lebens. Und den dazu­ge­hö­ri­gen Glau­ben. Er hat das Kon­zil von Tri­ent nicht beson­ders erwähnt, aber er hat es gera­de­zu ver­kör­pert. Ich hof­fe und ich glau­be, dass die Eccle­sia-Dei-Prie­ster ihm in die­ser Hin­sicht treu blei­ben. Anders kann die katho­li­sche Kir­che nicht gesun­den. Ihr fast zer­stör­tes Zen­trum gehört in den Mit­tel­punkt des Glau­bens und der Ver­kün­di­gung.
    Dann kommt die Mari­en­ver­eh­rung. So war es immer in der katho­li­schen Kir­che.

    • Eben, Maria ist die erste Frucht des Erlö­sungs­wer­kes Chri­sti, und so folgt die Mari­en­ver­eh­rung aus der Annah­me und Anbe­tung des Erlö­sungs­op­fers Chri­sti.
      Dann wird es rich­tig und wahr.
      Aber weil der Kern nicht mehr stimmt, kommt die Mari­en­ver­eh­rung oft so schräg rüber, so als wäre Maria GOtt.
      Ver­glei­chen wir die Kir­che mit einem Gar­ten, so kann man die Mari­en­ver­eh­rung mit den Rosen ver­glei­chen.
      Dann sind die blü­hen­den. duf­ten­den Rosen ein Zei­chen für die Gesund­heit und Vita­li­tät des Gar­tens.
      Nur wird umge­dreht halt kein Schuh dar­aus, wenn man in einem abso­lut aus­ge­laug­ten Gar­ten, den nie jemand gießt, die Rosen­stöcke ver­der­ben, so muss man erst mal den Gar­ten wie­der her­rich­ten und nicht neue Rosen pflan­zen.

  7. Die Bot­schaft von Fati­ma wird zu wenig ernst­ge­nom­men, das sehe ich auch so. Vor lau­ter Ober­fläch­lich­keit und Moder­nis­mus wol­len sich manche(progressive) Chri­sten nicht mehr für den Inhalt sol­cher Offen­ba­run­gen inter­es­sie­ren. Ande­re wie­der­um stär­ken damit ihren Glau­ben, fin­den Trost und Frie­den dar­in und behal­ten das Gute dar­aus. Jeder wie er will, man kann nie­man­den zwin­gen, auch wenn die Bot­schaft von Fati­ma ja kirch­lich aner­kannt ist.

  8. Wegen eines Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes lese ich die­sen wert­vol­len Bei­trag erst heu­te am 4. Juli.

    Eine kla­re sach­li­che Spra­che, in Kom­men­tar und Fra­ge­stel­lung mutig vor­ge­tra­gen. Dan­ke, dass Sie, Herr MMag. Schrems, nach­hal­tig das The­ma Fati­ma im Heu­te hal­ten! Zwar erwäh­nen Sie die *Gro­ße Bot­schaft von La Salet­te* nicht dezi­diert, jedoch ist die­se mei­nes Erach­tens in ihren Aus­sa­gen (wie zB über die Apost­asie der Hier­ar­chie) evi­dent.
    Per­sön­lich bin ich der Mei­nung, dass La Salet­te und Fati­ma einen engen inne­ren Zusam­men­hang haben und dass sich die Pro­phe­zei­hun­gen erfül­len wer­den. Unser Hören auf die Bit­ten der Got­tes­mut­ter von Fati­ma und unser Gehor­chen (dass wir tun, wor­um sie uns bit­tet), kann die Pro­phe­zei­hun­gen mei­nes Erach­tens nicht mehr auf­hal­ten, wohl nur mehr in den Aus­wir­kun­gen min­dern. Die Zeit ist zu weit fort­ge­schrit­ten.

    Es ist rich­tig, nicht dar­in nach­zu­las­sen, ob gele­gen oder unge­le­gen, Fati­ma zu the­ma­ti­sie­ren.

    Fest ist mei­ne Über­zeu­gung, dass, wer auf­rich­tig *um der Sache Got­tes Wil­len* der Wahr­heit nach­strebt, gewiss nicht im Fin­stern endet. Bestän­dig sei unser Gebet — vor allem auch in Stell­ver­tre­tung für­ein­an­der — um die Füh­rung durch den Hl. Geist als auch um die Gabe der Unter­schei­dung von Gut und Böse sowie das Heil der See­len. Denn das ist, wor­um es ein­zig geht: das Heil der See­len

    Herr MMag. Schrems — dan­ke!

  9. Dan­ke allen p. t. Damen und Her­ren, die sich zu mei­nem Arti­kel geäu­ßert haben, beson­ders im Sinn des aus­drück­li­chen Zuspru­ches und der Ermu­ti­gung.

    Bit­te um Ihre gei­sti­ge Unter­stüt­zung, daß wei­te­re geplan­te Bei­trä­ge auch gut gera­ten und Klar­heit in eine wir­re Zeit brin­gen — zur grö­ße­ren Ehre Got­tes und zum Nut­zen aller Leser.

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