Diözese Graz-Seckau vergibt Predigtpreis — Sieger wurde eine „spirituelle Körperübung zur Dreifaltigkeit“

Kathedrale des Bistums Graz-Seckau: Pfarrer Hermann Glettler erhielt den Predigtpreis 2013 in der Kategorie Priester.
Kathedrale des Bistums Graz-Seckau: Pfarrer Hermann Glettler erhielt den Predigtpreis 2013 in der Kategorie Priester.

(Graz) Die öster­rei­chi­sche Diö­ze­se Graz-Seckau hat am Mon­tag den ersten Strei­ri­schen Katho­li­schen Pre­digt­preis ver­ge­ben. Das vor­ge­ge­be­ne The­ma lau­te­te Die Drei­fal­tig­keit Got­tes. In der Kate­go­rie „Prie­ster“ ging der erste Preis an den Gra­zer Pfar­rer Her­mann Glett­ler. Zur Begrün­dung heißt es auf der Inter­net­sei­te der Diö­ze­se: „Der Sie­ger der Kate­go­rie ‚Prie­ster‘, Her­mann Glett­ler, erwei­ter­te die audi­tive Teil­nah­me der Zuhö­rer mit­tels einer spi­ri­tu­el­len Kör­per­übung um eine phy­si­sche Ebe­ne. Die Pre­digt bestach laut Jury­wer­tung durch sprach­li­che Schön­heit und Ein­fach­heit.“ Wört­lich heißt es im Juro­ren­ur­teil: „Die Pre­digt ist lebens­nah, theo­lo­gisch ‚sau­ber‘, in ihrer Aus­sa­ge auf den Punkt gebracht und des­halb leicht zu mer­ken“. Die Jury war „öku­me­nisch“ besetzt, wie das Pasto­ral­amt beton­te.

„Die Theo­lo­gie von der ‚Drei­fal­tig­keit Got­tes‘ reißt Gläu­bi­ge mei­stens nicht von den Kir­chen­bän­ken“, wie ORF Online zur Preis­ver­lei­hung schrieb. Durch die Kör­per­übung sei dies Pfar­rer Glett­ler jedoch gelun­gen. Zumin­dest im wört­li­chen Sinn mit den Wor­ten: „Bit­te ver­lasst aus­nahms­wei­se die beque­men Barock­bän­ke und stellt euch im Mit­tel­gang auf. Die Kin­der bräuch­te ich als Assi­sten­ten zum Vor­zei­gen.“ Her­mann Glett­ler, der Pfar­rer von St. Andrä in Graz ist für die Kunst­pro­jek­te bekannt, für die er die Pfarr­kir­che zur Ver­fü­gung stellt.

Der Pre­digt­preis ist eine Initia­ti­ve des Pasto­ral­am­tes der Diö­ze­se Graz-Seckau zum Jahr des Glau­bens. Obwohl in der katho­li­schen Kir­che nur Prie­ster pre­di­gen dür­fen, konn­ten nicht nur Prie­ster am Wett­be­werb teil­neh­men. Neben der Kate­go­rie „Prie­ster“ gab es in „geschlech­ter­ge­rech­ter“ Spra­che auch die Kate­go­rien „Ver­kün­di­ge­rIn­nen mit Theo­lo­gie­stu­di­um“ (Sie­ger: Anton Göl­les) und „Ver­kün­di­ge­rIn­nen ohne Theo­lo­gie­stu­di­um“ (Sie­ge­rin: Mar­git Kern). Die Anre­den in den „Pre­dig­ten“ rich­ten sich an die „lie­ben Freun­de“, die „lie­be bun­te Gemein­de“, an „lie­be erwach­se­ne Mit­chri­sten“ oder „lie­be Chri­stin­nen und Chri­sten“.

Ein Son­der­preis wur­de an Nico­la Werb­an­schitz ver­ge­ben, die sich mit einer „Pre­digt einer Mut­ter und Haus­frau“ am Wett­be­werb betei­lig­te. Ihre humor­vol­le „Anti­pre­digt“ befand die Jury als „lebens­nah, wit­zig und ori­gi­nell“.

Auf der Inter­net­sei­te der Diö­ze­se kön­nen alle „Pre­dig­ten“ der Preis­trä­ger sowie der Zweit- und Dritt­pla­zier­ten nach­ge­le­sen wer­den. „Rund 70 Pre­dig­ten wur­den ein­ge­reicht und von einer öku­me­ni­schen Jury bewer­tet“, wie Bar­ba­ra Krotil, die Büro­lei­te­rin des Pasto­ral­am­tes gegen­über der öster­rei­chi­schen Pres­se­agen­tur APA erklär­te.

Der Pre­digt­dienst ist in der Kir­che Dia­ko­nen, Prie­stern und Bischö­fen vor­be­hal­ten. Berei­tet das Pasto­ral­amt eine „Erwei­te­rung“ vor?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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