Kniebänke und Kommunionbank aus Konzilskirche von Trient entfernt

(Tri­ent) Die Kir­che, in der zum Teil das Kon­zil von Tri­ent (1545–1563) tag­te, wur­de nach aus­gie­bi­gen archäo­lo­gi­schen Gra­bun­gen (2007–2010) und Reno­vie­rungs­ar­bei­ten wie­der­eröff­net. Es han­delt sich um die Mari­en­kir­che San­ta Maria Mag­gio­re der nord­ita­lie­ni­schen Stadt Tri­ent. Im Zuge der Aus­gra­bun­gen und Reno­vie­run­gen wur­den sowohl die Knie­bän­ke als auch die Kom­mu­ni­on­bank aus der Kir­che ent­fernt, wie die Tri­en­ter Inter­net­sei­te Liber­tà  e Pen­sie­ro kri­ti­siert.

Die Kir­che war in den ersten christ­li­chen Jahr­hun­der­ten Bischofs­kir­che der Diö­ze­se Tri­ent. Der Bischof von Tri­ent war von 1027–1803 auch Fürst des Hei­li­gen Römi­schen Reichs (Deut­scher Nati­on) und stand einem Hoch­stift vor. Seit den 20er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts wur­de die Diö­ze­se zum Erz­bis­tum erho­ben. In San­ta Maria Mag­gio­re tag­te das Kon­zil in der drit­ten Tagungs­pe­ri­ode von 1562–1563. In die­ser Kir­che wur­den ent­schei­den­de Beschlüs­se gefaßt, mit denen die katho­li­sche Kir­che nach Refor­ma­ti­on und Kir­chen­spal­tung eine Pha­se der Erneue­rung ein­lei­te­te und eine neue Blü­te­zeit erleb­te.

„Die Ent­schei­dung, Knie­bän­ke und Kom­mu­ni­on­bank zu ent­fer­nen, erstaunt dop­pelt, da dies aus­ge­rech­net in jener Kir­che geschieht, in der das Kon­zil tag­te, das das demü­ti­ge Knien in der hei­li­gen Lit­ur­gie bekräf­tig­te und sich dem Men­schen­bild der Refor­ma­ti­on wider­setz­te“, so Liber­tá e Pen­sie­ro.

In der All­ge­mei­nen Ein­füh­rung in das Mis­sa­le Roma­num von 1975 heißt es:

 „Gesten und Kör­per­hal­tung

20. Eine ein­heit­li­che Kör­per­hal­tung aller Ver­sam­mel­ten ist ein Zei­chen ihrer Gemein­schaft und Ein­heit; sie drückt die gei­sti­ge Hal­tung und Ein­stel­lung der Teil­neh­mer aus und för­dert sie.

21. Um eine ein­heit­li­che Kör­per­hal­tung zu errei­chen, sol­len die Gläu­bi­gen auf die Hin­wei­se ach­ten, die der Dia­kon, der Prie­ster oder ein ande­rer Mit­wir­ken­der ihnen wäh­rend der Fei­er gibt.

Soweit kei­ne ande­re Rege­lung getrof­fen wird, soll man in allen Mess­fei­ern ste­hen: vom Gesang zur Eröff­nung bezie­hungs­wei­se dem Ein­zug des Prie­sters bis zum Tages­ge­bet, beim Hal­le­lu­ja vor dem Evan­ge­li­um, bei der Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums, beim Glau­bens­be­kennt­nis und bei den Für­bit­ten, dann vom Gaben­ge­bet bis zum Ende der Mes­se, mit den fol­gen­den Aus­nah­men: Wäh­rend der Lesun­gen vor dem Evan­ge­li­um, beim Ant­wort­psalm, zur Homi­lie und zur Gaben­be­rei­tung soll man sit­zen, unter Umstän­den auch wäh­rend der Stil­le nach der Kom­mu­ni­on. Wenn die Platz­ver­hält­nis­se oder eine gro­ße Teil­neh­mer­zahl oder ande­re ver­nünf­ti­ge Grün­de nicht dar­an hin­dern, soll man zur Kon­se­kra­ti­on knien.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Elia Nau­ri­zio, Tagung des Kon­zils von Tri­ent in der Kir­che San­ta Maria Mag­gio­re, 1633

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