Sexueller Mißbrauch: Martin Mosebach macht den nachkonzilaren Aufbrauch mitverantwortlich

(Frank­furt) Der Schrift­stel­ler Mar­tin Mose­bach sag­te im Bezug zu den sexu­el­len Miß­bräu­chen in katho­li­schen Ein­rich­tun­gen dem Online-Maga­zin The Euro­pean:

„Wir müs­sen uns aber fra­gen, wie­so es in katho­li­schen Inter­na­ten gera­de in den unmit­tel­bar auf das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil fol­gen­den Jah­ren gehäuft zu Sexu­al­straf­ta­ten von Prie­stern gekom­men ist. Es führt kein Weg an der bit­te­ren Erkennt­nis vor­bei: das Expe­ri­ment des ‚Aggior­na­men­to‘ der Anglei­chung der Kir­che an die säku­la­ri­sier­te Welt, ist auf furcht­ba­re Wei­se geschei­tert. Nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil leg­ten die mei­sten Prie­ster die Prie­ster­klei­dung ab, sie hör­ten auf, täg­lich die Hei­li­ge Mes­se zu fei­ern und sie bete­ten nicht mehr täg­lich das Bre­vier. Die nach­kon­zi­liä­re Theo­lo­gie tat alles, um das über­lie­fer­te Prie­ster­bild ver­ges­sen zu las­sen.“

Wei­ter lobt Mose­bach die Pius­bru­der­schaft und vor allem den Grün­der der Gemein­schaft Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re:

„Der Pius­bru­der­schaft, vor allem ihrem Grün­der, Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, gebührt der histo­ri­sche Ruhm, die­ses wich­tig­ste Gut [Lit­ur­gie] über die Jahr­zehn­te bewahrt und am Leben erhal­ten zu haben. Des­halb schul­det die Kir­che der Pius­bru­der­schaft zuerst ein­mal Dank­bar­keit, und zu die­ser Dank­bar­keit gehört auch, daß sie sich bemüht, sie aus man­cher­lei Ver­wir­run­gen und Radi­ka­li­sie­run­gen wie­der her­aus­zu­füh­ren.

(JF)