Revolutionäre Bischöfe? "Fragment eines Jüngsten Gerichts" eines unbekannten Schülers von Hieronymus Bosch (Alte Pinakothek, München)
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Dialektik der entfesselten Macht

Von Vigi­li­us* I. Der Syn­oda­le Weg Der deut­sche Syn­oda­le Weg ist ein lehr­rei­cher Vor­gang für die gesam­te katho­li­sche Kir­che. Denn er stellt in sei­ner grob­schläch­ti­gen Unver­stellt­heit eine heu­ri­stisch gera­de­zu ein­zig­ar­ti­ge Apo­ca­lyp­sis der kirch­li­chen Selbst­de­kon­struk­ti­on dar. Bevor ich auf die ent­schei­den­de Grund­pro­ble­ma­tik ein­ge­he, schil­de­re ich zunächst einen Kon­flikt, der sich bei der sech­sten und letz­ten Sit­zung
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Versuch einer ersten theologischen Einordnung des Pontifikates Leos XIV.

Von Vigi­li­us* Nach­dem es kurz nach der Wahl Robert Pre­vosts zum Papst fast im gesam­ten kon­ser­va­ti­ven Feld nahe­zu Begei­ste­rungs­stür­me gege­ben hat, flam­men hier die Wider­stän­de gegen den Papst mitt­ler­wei­le erneut auf. Dazu tra­gen etli­che der Ent­schei­dun­gen Leos, aber auch Äuße­run­gen bei, die sich etwa in dem jüngst erschie­nen Inter­view­buch „Leo XIV. – Welt­bür­ger und Mis­sio­nar
Priester auf ewig
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Vom Zerfall des Priestertums (Teil II)

Im zwei­ten Teil der Arti­kel­se­rie über das Prie­ster­tum befasst sich unser Autor Vigi­li­us mit der Zöli­bats­fra­ge. Er ent­tarnt das ver­bor­ge­ne Res­sen­ti­ment der Zöli­bats­geg­ner und begrün­det den Zöli­bat als Funk­ti­on am prie­ster­li­chen Amt – und das heißt am Amt Chri­sti, der selbst den über­na­tür­li­chen Lebens­zu­sam­men­hang von Gott und mensch­li­cher Krea­tur her­vor­bringt. Von Vigi­li­us* Der Zöli­bat Chri­sti
Die Schockbotschaft von Papst Franziskus bei seiner Asien-Reise: "Die Religionen sind alle gleich". Wenn aber "alle Religionen gleich sind", bedeutet das...?
Papst Franziskus

Papst Franziskus im „Tunnel der Freundschaft“

Von Vigi­li­us* Papst Fran­zis­kus war bei sei­ner Süd­ost­asi­en­rei­se ganz in sei­nem Ele­ment. Denn er konn­te sich dort erneut eif­rig für den „inter­re­li­giö­sen Dia­log“ enga­gie­ren. Liest man die mitt­ler­wei­le ver­öf­fent­lich­ten Anspra­chen des Pap­stes, genießt die­ser Dia­log einen nach­ge­ra­de sakra­len Erha­ben­heits­sta­tus, der sich aus beein­drucken­den mora­li­schen Prä­di­ka­tio­nen speist. Denn der beab­sich­tig­te Dia­log zielt in sei­nem Wesen auf
Ist Jorge Bergoglio ein Stratege
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Ist Jorge Bergoglio ein Stratege? (V)

Von Vigi­li­us* Wer bin ich, um zu urtei­len? Wie sehr das berg­o­glia­ni­sche Pon­ti­fi­kat stra­te­gi­scher Natur ist, sieht man an der syste­ma­tisch betrie­be­nen Ver­net­zung der unter­schied­li­chen theo­lo­gi­schen The­men­fel­der. Die Fami­li­en­syn­ode mit „Amo­ris lae­ti­tia“, die Ama­zo­nas­syn­ode, die Syn­oda­li­täts­syn­ode, die Erklä­rung von Abu Dha­bi, „Evan­ge­lii gau­di­um“, „Fra­tel­li tut­ti“, „Lau­da­to si“, „Lau­da­te Deum“, „Fidu­cia sup­pli­cans“ sind kei­nes­wegs blo­ße Ein­zel­er­eig­nis­se,
Ist Jorge Bergoglio ein Stratege
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Ist Jorge Bergoglio ein Stratege? (IV)

Von Vigi­li­us* Das Zeit­al­ter des Aus­gleichs Aus den spä­ten 1920er Jah­ren stammt ein bedeu­ten­der Auf­satz des Phi­lo­so­phen Max Sche­ler, der den Titel „Das Welt­al­ter des Aus­gleichs“ trägt.1 Ich erwäh­ne an die­ser Stel­le den Scheler­auf­satz des­we­gen, weil ich deut­lich machen möch­te, dass die uns her­aus­for­dern­de theo­lo­gi­sche Bewe­gung der De-Zäsu­ra­­li­­sie­rung kei­ne Klei­nig­keit ist, son­dern in einem gro­ßen
Ist Jorge Bergoglio ein Stratege
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Ist Jorge Bergoglio ein Stratege? (III)

Von Vigi­li­us* Die Revo­lu­ti­on der De-Zäsu­ra­li­sie­rung Gegen die­se – von mir nur sehr skiz­zen­haft beschrie­be­ne – Theo­lo­gie hat sich nun ein mäch­ti­ger Wider­stand erho­ben. Ich den­ke, dass sich die­ser Wider­stand haupt­säch­lich aus zwei zusam­men­hän­gen­den Moti­ven speist. Zum einen wird im Lau­fe der Neu­zeit die Idee einer von der all­täg­li­chen Erfah­rungs­welt unter­schie­de­nen über­na­tür­li­chen Welt auch dem
„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren.“
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Ist Jorge Bergoglio ein Stratege? (II)

Von Vigi­li­us* Der über­na­tür­li­che Glau­be Die Rede vom „mysti­schen Leib Chri­sti“ besagt, dass durch den Tod und die Auf­er­ste­hung Chri­sti sowie die dadurch ermög­lich­te Aus­sendung des Hei­li­gen Gei­stes von Sei­ten Got­tes eine wirk­lich neue Schöp­fung kon­sti­tu­iert wird, und zwar nicht dadurch, dass, wie es die luthe­ri­sche Theo­lo­gie schließ­lich behaup­tet, die alte Welt ein­fach­hin ver­nich­tet, son­dern
Das Pontifikat von Papst Franziskus steht im Mittelpunkt einer interessanten Diskussion zwischen einem deutschen und einem argentinischen Blogger.
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Ist Jorge Bergoglio ein Stratege? (I)

Der von Vigi­li­us, Pseud­onym eines deut­schen Autors, im ver­gan­ge­nen Früh­jahr ver­öf­fent­lich­te Auf­satz „Der gro­ße Ver­lust oder das Pon­ti­fi­kat des Jor­ge Mario Berg­o­glio“ fand nicht nur inter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit, son­dern auch eine inter­es­san­te Reak­ti­on des argen­ti­ni­schen Blog­gers Cami­nan­te Wan­de­rer. Auf die­sen repli­ziert nun Vigi­li­us mit einer Ver­tie­fung sei­ner The­se. Mit die­ser Replik star­tet zugleich die von Vigi­li­us
Was läßt die Kirche austrocknen?
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Matthias Sellmann und die jungen Priester – die mit dem Synodalen Weg nicht viel anfangen können

„Die Mehr­heit der jun­gen Prie­ster kann mit den The­men des Syn­oda­len Wegs nicht viel anfan­gen […] und frem­delt mit der moder­nen Welt.“ Das ist die Quint­essenz der Stu­die „Wer wird Prie­ster?“, die das Bochu­mer Zen­trum für ange­wand­te Pasto­ral­for­schung unter ihrem Lei­ter, dem Pasto­ral­theo­lo­gen Mat­thi­as Sell­mann, im Auf­trag der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz erstell­te. Der Auf­trag der Bischofs­kon­fe­renz