Rom setzt Grenze: Keine Laienpredigt in der Heiligen Messe

Wann endet die Unterwerfung unter die Homo-Ideologie?


Keine Laienpredigt
Keine Laienpredigt

Es kommt nicht oft vor, daß aus Rom ein kla­res Nein in Rich­tung Deutsch­land zu hören ist. Umso bemer­kens­wer­ter ist die Ent­schei­dung des Dik­aste­ri­ums für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, den deut­schen Bischö­fen die bean­trag­te Dis­pens zu ver­wei­gern, damit Lai­en in der Hei­li­gen Mes­se die Homi­lie hal­ten können.

Mit Schrei­ben vom 17. Juni stell­te das Dik­aste­ri­um unmiß­ver­ständ­lich fest, daß die Pre­digt nach dem Evan­ge­li­um kei­ne blo­ße Dis­zi­pli­nar­vor­schrift ist, die man nach Belie­ben lockern könn­te. Die Homi­lie gehört zum Wesen der Lit­ur­gie selbst und ist untrenn­bar mit dem Wei­he­amt ver­bun­den. Wer die Homi­lie von Prie­ster­tum und Dia­ko­nat ablö­sen will, greift letzt­lich in die sakra­men­ta­le Ord­nung der Kir­che ein.

Damit hat Rom eine längst über­fäl­li­ge Gren­ze gezo­gen. Die Begrün­dung ist eben­so ein­fach wie katho­lisch: Die Ver­kün­di­gung in der Eucha­ri­stie­fei­er ist mit dem durch das Wei­he­sa­kra­ment über­tra­ge­nen Lehr­amt ver­bun­den. Die Kir­che ist kein Ver­ein, in dem Funk­tio­nen belie­big ver­teilt wer­den kön­nen. Die Lit­ur­gie ist kein Expe­ri­men­tier­feld syn­oda­ler Wunschlisten.

Frei­lich stellt sich die Fra­ge, ob die­ses Nein mehr sein wird als eine Moment­auf­nah­me. Die Erfah­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re zei­gen, daß Beschlüs­se und Wei­sun­gen aus Rom im deut­schen Sprach­raum oft­mals nur dann ernst­ge­nom­men wer­den, wenn sie den eige­nen Reform­vor­stel­lun­gen ent­spre­chen. Nicht sel­ten wer­den vati­ka­ni­sche Vor­ga­ben igno­riert oder durch krea­ti­ve Umdeu­tun­gen fak­tisch ausgehebelt.

Die historisch beispiellose ideologische Unterwerfung

Wäh­rend Rom nun die sakra­men­ta­le Ord­nung der Pre­digt ver­tei­digt, bleibt eine ande­re Fra­ge wei­ter­hin unbe­ant­wor­tet: Wann wird die Unter­wer­fung gro­ßer Tei­le der Kir­che im deut­schen Sprach­raum unter die Ideo­lo­gie der Homo-Bewe­gung beendet?

Noch nie in der Geschich­te wur­den an katho­li­schen Kir­chen aus eige­ner Initia­ti­ve Fah­nen als Sym­bol einer poli­ti­schen und ideo­lo­gi­schen Bewe­gung gehißt. Weder unter dem Natio­nal­so­zia­lis­mus noch unter dem Kom­mu­nis­mus wur­den Par­tei­sym­bo­le und poli­ti­sche Ban­ner an Got­tes­häu­sern zur Schau gestellt. Heu­te jedoch wehen vie­ler­orts die Fah­nen der Homo-Bewe­gung an Kir­chen­fas­sa­den und Kirch­tür­men, oft­mals sogar in ihren neue­sten poli­ti­schen Vari­an­ten, die aus­drück­lich für iden­ti­täts­po­li­ti­sche Pro­gram­me stehen.

Man mag über die pasto­ra­le Klug­heit ver­schie­de­ner Initia­ti­ven strei­ten. Doch die Fra­ge bleibt bestehen: War­um gilt aus­ge­rech­net gegen­über den For­de­run­gen der Homo-Lob­by jene Zurück­hal­tung nicht, die man bei allen ande­ren poli­ti­schen Ideo­lo­gien für selbst­ver­ständ­lich hielt? Wes­halb wird die Kir­che dort zur Büh­ne welt­an­schau­li­cher Signa­le, wo sie doch allein Chri­stus ver­kün­den soll?

Die römi­sche Absa­ge an die Lai­en­ho­mi­lie ist daher zu begrü­ßen. Sie erin­nert dar­an, daß es in der Kir­che Gren­zen gibt, die nicht durch Mehr­hei­ten, Pro­zes­se oder syn­oda­le Beschlüs­se auf­ge­ho­ben wer­den kön­nen. Ob die­sel­be Klar­heit auch gegen­über ande­ren Fehl­ent­wick­lun­gen im deut­schen Sprach­raum an den Tag gelegt wird, bleibt abzuwarten.

Die Gläu­bi­gen hät­ten jeden­falls Anspruch auf eine Antwort.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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