Während der Pastoralbesuch von Papst Leo XIV. in Spanien bislang ohne grössere Überraschungen verläuft, richten sich die Blicke in anderen Teilen der Welt bereits auf die mögliche nächste Auslandsreise des Pontifex. Besonders in Lateinamerika verdichten sich die Hinweise, daß der Papst im November 2026 mehrere Länder der Region besuchen könnte. Im Gespräch sind dabei Argentinien, Uruguay und Peru.
Offiziell bestätigt wurde eine solche Reise bislang nicht. Dennoch mehren sich die Aussagen hochrangiger Kirchenvertreter und Politiker, die auf entsprechende Planungen schließen lassen.
Besonders deutlich äußerte sich zuletzt der Erzbischof von Montevideo, Kardinal Daniel Sturla. Nachdem er bereits vor rund zwei Wochen eher vorsichtig über einen möglichen Papstbesuch gesprochen hatte, erklärte er am 7. Juni laut Medienberichten, die Visite werde im November stattfinden. Damit verdichteten sich erstmals die Spekulationen über einen konkreten Zeitrahmen.
Noch konkreter wurde am selben Tag Perus Interimspräsident José María Balcázar. Er erklärte, die Reise von Leo XIV. werde „ab dem 10. November“ stattfinden. Zwar liegt auch hier bislang keine offizielle Bestätigung aus dem Vatikan vor, doch die Aussage gilt als weiterer Hinweis darauf, daß die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten sein könnten.
Argentinien nimmt in den Spekulationen eine besondere Rolle ein. Schon zu Beginn des Pontifikats wurde darüber diskutiert, ob Leo XIV. das Heimatland seines Vorgängers besuchen könnte. Ein solcher Besuch würde als symbolische Würdigung des verehrten früheren Papstes interpretiert werden, so die wohlwollende Lesart. Dieser selbst hatte allerdings in seinem zwölf Jahre dauernden Pontifikat kein Interesse an einem Besuch seiner Heimat gezeigt.
Auffällig ist allerdings, daß aus Buenos Aires bislang keine vergleichbar konkreten Signale gekommen sind. Weder kirchliche noch politische Spitzenvertreter haben bisher einen Termin genannt oder die Reise ausdrücklich bestätigt. Dennoch sprechen verschiedene Indizien dafür, daß Argentinien weiterhin Teil der Planungen sein könnte.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Aussagen des Journalisten Sergio Rubin, eines der Autoren der bekannten Bergoglio-Biographie „El Jesuita“ (2010), die der spätere Papst selbst in Auftrag gegegen hatte. Rubin, ein Mann also mit guten Kontakten zum bergoglianischen Rom, berichtete, daß man im Vatikan die politische Entwicklung in Peru aufmerksam beobachte. Insbesondere die noch ungeklärte Frage nach dem künftigen Staatspräsidenten könne Einfluß auf den Zeitpunkt der offiziellen Bekanntgabe der Reise haben. Die äußerst knappen Wahlergebnisse und die langsame Auszählung hätten demnach für Unsicherheit gesorgt. Nach Einschätzung Rubins steht die Reise selbst jedoch offenbar nicht grundsätzlich zur Disposition.
Ein weiteres Indiz liefern die Planungen der Präfektur des Päpstlichen Hauses. Diese stellt gewöhnlich Eintrittskarten für die Generalaudienzen am Mittwoch mehrere Monate im voraus zur Verfügung. Bis vor kurzem konnten für alle vier Mittwoche im November 2026 Karten beantragt werden. Inzwischen ist dies für die Audienz am 11. November nicht mehr möglich.
Beobachter werten dies als möglichen Hinweis auf eine Auslandsreise des Papstes in diesem Zeitraum. In Verbindung mit den Äusserungen aus Uruguay und Peru ergibt sich daraus ein wahrscheinliches Zeitfenster zwischen dem 5. und dem 17. November 2026. Ob die Reise tatsächlich Argentinien, Uruguay und Peru umfassen wird – und in welcher Reihenfolge die Länder besucht würden –, bleibt jedoch vorerst offen.
Bis zu einer offiziellen Ankündigung aus dem Vatikan bleibt die geplante Lateinamerika-Reise zwar Gegenstand von Spekulationen. Die Zahl der übereinstimmenden Hinweise ist inzwischen jedoch so gross, daß viele Beobachter davon ausgehen, daß Leo XIV. im November tatsächlich zu seiner bislang bedeutendsten Reise auf den amerikanischen Kontinent aufbrechen könnte.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: VaticanNews (Screenshot)
Hinterlasse jetzt einen Kommentar