Plant Papst Leo XIV. bereits die nächste Lateinamerika-Reise?

Peru, Uruguay und Argentinien


Papst Leo XIV. wird sich noch bis zum 12. Juni in Spanien aufhalten. Bereits für Herbst verdichten sich die Hinweis, daß er Lateinamerika besuchen könnte, darunter seinen früheren Wirkungsort Peru, aber auch Argentinien, die Heimat seines Vorgängers – die dieser mied.
Papst Leo XIV. wird sich noch bis zum 12. Juni in Spanien aufhalten. Bereits für Herbst verdichten sich die Hinweis, daß er Lateinamerika besuchen könnte, darunter seinen früheren Wirkungsort Peru, aber auch Argentinien, die Heimat seines Vorgängers – die dieser mied.

Wäh­rend der Pasto­ral­be­such von Papst Leo XIV. in Spa­ni­en bis­lang ohne grö­sse­re Über­ra­schun­gen ver­läuft, rich­ten sich die Blicke in ande­ren Tei­len der Welt bereits auf die mög­li­che näch­ste Aus­lands­rei­se des Pon­ti­fex. Beson­ders in Latein­ame­ri­ka ver­dich­ten sich die Hin­wei­se, daß der Papst im Novem­ber 2026 meh­re­re Län­der der Regi­on besu­chen könn­te. Im Gespräch sind dabei Argen­ti­ni­en, Uru­gu­ay und Peru.

Offi­zi­ell bestä­tigt wur­de eine sol­che Rei­se bis­lang nicht. Den­noch meh­ren sich die Aus­sa­gen hoch­ran­gi­ger Kir­chen­ver­tre­ter und Poli­ti­ker, die auf ent­spre­chen­de Pla­nun­gen schlie­ßen lassen.

Beson­ders deut­lich äußer­te sich zuletzt der Erz­bi­schof von Mon­te­vi­deo, Kar­di­nal Dani­el Stur­la. Nach­dem er bereits vor rund zwei Wochen eher vor­sich­tig über einen mög­li­chen Papst­be­such gespro­chen hat­te, erklär­te er am 7. Juni laut Medi­en­be­rich­ten, die Visi­te wer­de im Novem­ber statt­fin­den. Damit ver­dich­te­ten sich erst­mals die Spe­ku­la­tio­nen über einen kon­kre­ten Zeitrahmen.

Noch kon­kre­ter wur­de am sel­ben Tag Perus Inte­rims­prä­si­dent José María Bal­cá­zar. Er erklär­te, die Rei­se von Leo XIV. wer­de „ab dem 10. Novem­ber“ statt­fin­den. Zwar liegt auch hier bis­lang kei­ne offi­zi­el­le Bestä­ti­gung aus dem Vati­kan vor, doch die Aus­sa­ge gilt als wei­te­rer Hin­weis dar­auf, daß die Vor­be­rei­tun­gen bereits weit fort­ge­schrit­ten sein könnten.

Argen­ti­ni­en nimmt in den Spe­ku­la­tio­nen eine beson­de­re Rol­le ein. Schon zu Beginn des Pon­ti­fi­kats wur­de dar­über dis­ku­tiert, ob Leo XIV. das Hei­mat­land sei­nes Vor­gän­gers besu­chen könn­te. Ein sol­cher Besuch wür­de als sym­bo­li­sche Wür­di­gung des ver­ehr­ten frü­he­ren Pap­stes inter­pre­tiert wer­den, so die wohl­wol­len­de Les­art. Die­ser selbst hat­te aller­dings in sei­nem zwölf Jah­re dau­ern­den Pon­ti­fi­kat kein Inter­es­se an einem Besuch sei­ner Hei­mat gezeigt.

Auf­fäl­lig ist aller­dings, daß aus Bue­nos Aires bis­lang kei­ne ver­gleich­bar kon­kre­ten Signa­le gekom­men sind. Weder kirch­li­che noch poli­ti­sche Spit­zen­ver­tre­ter haben bis­her einen Ter­min genannt oder die Rei­se aus­drück­lich bestä­tigt. Den­noch spre­chen ver­schie­de­ne Indi­zi­en dafür, daß Argen­ti­ni­en wei­ter­hin Teil der Pla­nun­gen sein könnte.

Für zusätz­li­che Auf­merk­sam­keit sorg­ten Aus­sa­gen des Jour­na­li­sten Ser­gio Rubin, eines der Autoren der bekann­ten Berg­o­glio-Bio­gra­phie „El Jesui­ta“ (2010), die der spä­te­re Papst selbst in Auf­trag gege­gen hat­te. Rubin, ein Mann also mit guten Kon­tak­ten zum berg­o­glia­ni­schen Rom, berich­te­te, daß man im Vati­kan die poli­ti­sche Ent­wick­lung in Peru auf­merk­sam beob­ach­te. Ins­be­son­de­re die noch unge­klär­te Fra­ge nach dem künf­ti­gen Staats­prä­si­den­ten kön­ne Ein­fluß auf den Zeit­punkt der offi­zi­el­len Bekannt­ga­be der Rei­se haben. Die äußerst knap­pen Wahl­er­geb­nis­se und die lang­sa­me Aus­zäh­lung hät­ten dem­nach für Unsi­cher­heit gesorgt. Nach Ein­schät­zung Rubins steht die Rei­se selbst jedoch offen­bar nicht grund­sätz­lich zur Disposition.

Ein wei­te­res Indiz lie­fern die Pla­nun­gen der Prä­fek­tur des Päpst­li­chen Hau­ses. Die­se stellt gewöhn­lich Ein­tritts­kar­ten für die Gene­ral­au­di­en­zen am Mitt­woch meh­re­re Mona­te im vor­aus zur Ver­fü­gung. Bis vor kur­zem konn­ten für alle vier Mitt­wo­che im Novem­ber 2026 Kar­ten bean­tragt wer­den. Inzwi­schen ist dies für die Audi­enz am 11. Novem­ber nicht mehr möglich.

Beob­ach­ter wer­ten dies als mög­li­chen Hin­weis auf eine Aus­lands­rei­se des Pap­stes in die­sem Zeit­raum. In Ver­bin­dung mit den Äusse­run­gen aus Uru­gu­ay und Peru ergibt sich dar­aus ein wahr­schein­li­ches Zeit­fen­ster zwi­schen dem 5. und dem 17. Novem­ber 2026. Ob die Rei­se tat­säch­lich Argen­ti­ni­en, Uru­gu­ay und Peru umfas­sen wird – und in wel­cher Rei­hen­fol­ge die Län­der besucht wür­den –, bleibt jedoch vor­erst offen.

Bis zu einer offi­zi­el­len Ankün­di­gung aus dem Vati­kan bleibt die geplan­te Latein­ame­ri­ka-Rei­se zwar Gegen­stand von Spe­ku­la­tio­nen. Die Zahl der über­ein­stim­men­den Hin­wei­se ist inzwi­schen jedoch so gross, daß vie­le Beob­ach­ter davon aus­ge­hen, daß Leo XIV. im Novem­ber tat­säch­lich zu sei­ner bis­lang bedeu­tend­sten Rei­se auf den ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent auf­bre­chen könnte.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­News (Screen­shot)

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