Mit der Ankunft des neuen Apostolischen Nuntius in Argentinien ist offenbar das letzte formale Hindernis für die erwartete Ankündigung der ersten Südamerikareise von Papst Leo XIV. beseitigt. Der US-amerikanische Erzbischof Michael Banach traf am 22. Juli in Buenos Aires ein und übernimmt damit offiziell die diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls in Argentinien.
Nach Informationen aus vatikanischen Kreisen, die seit Wochen kursieren, wollte der Heilige Stuhl die Bekanntgabe der geplanten Apostolischen Reise erst vornehmen, nachdem der neue Nuntius sein Amt angetreten hat. Mit Msgr. Banachs Ankunft dürfte eine offizielle Mitteilung daher demnächst erfolgen.
Die Reise gilt seit längerem als weitgehend vorbereitet und soll Uruguay, Argentinien und Peru umfassen. Eine offizielle Bestätigung des Reiseprogramms steht jedoch weiterhin aus.
Empfang durch Kirche und Staat
Wie die argentinische katholische Nachrichtenagentur AICA berichtet, wurde Erzbischof Michael Banach bei seiner Ankunft am Flughafen von Vertretern der Argentinischen Bischofskonferenz sowie der Regierung empfangen. Für die Bischofskonferenz begrüßten ihn deren Vorsitzender, Erzbischof Marcelo Colombo, und Generalsekretär Bischof Raúl Pizarro. Seitens der Regierung nahm Agustín Caulo, Staatssekretär für Kultus und Zivilisation, an dem Empfang teil.
Der 63jährige Banach übernimmt die Nuntiatur in Buenos Aires als Nachfolger des polnischen Erzbischofs Mirosław Adamczyk, der zum Apostolischen Nuntius in Albanien ernannt wurde. Der aus den USA stammende Banach gehört seit Jahrzehnten dem diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls an und war zuletzt Apostolischer Nuntius in Ungarn. Zuvor vertrat er den Heiligen Stuhl unter anderem in Senegal, Guinea-Bissau sowie in mehreren weiteren westafrikanischen Staaten.
In den kommenden Tagen wird Msgr. Banach dem argentinischen Präsidenten Javier Milei seine Beglaubigungsschreiben überreichen. Darüber hinaus soll die Apostolische Nuntiatur den Termin eines feierlichen Gottesdienstes bekanntgeben, bei dem die Argentinische Bischofskonferenz den neuen Vertreter des Papstes offiziell willkommen heißen wird.
Bedeutung für die erwartete Papstreise
Die Besetzung der Nuntiatur besitzt über den diplomatischen Aspekt hinaus erhebliche praktische Bedeutung. Apostolische Nuntien koordinieren gemeinsam mit den Ortskirchen und den staatlichen Behörden die Vorbereitung päpstlicher Auslandsreisen. Gerade bei einem Besuch in Argentinien – dem Heimatland von Papst Franziskus, das nun erstmals von seinem Nachfolger besucht werden könnte – kommt der Nuntiatur eine Schlüsselrolle bei der organisatorischen und protokollarischen Vorbereitung zu.
Papst Franziskus weigerte sich in seinem dreizehn Jahre währenden Pontifikat, seine Heimat zu besuchen. Dieser unerwartete Schritt überraschte und löste wiederholt Spekulationen aus.
In den vergangenen Wochen hatten verschiedene kirchliche und journalistische Quellen übereinstimmend berichtet, daß die Reisepläne Papst Leos für Uruguay, Argentinien und Peru bereits weit fortgeschritten seien. Offiziell äußerte sich der Vatikan dazu bislang jedoch nicht. Sollte sich die Einschätzung bestätigen, daß die Ernennung und Amtsübernahme des neuen Nuntius die letzte noch ausstehende Voraussetzung für die Veröffentlichung des Reiseprogramms war, dürfte eine Ankündigung durch das vatikanische Presseamt nun unmittelbar bevorstehen.
Obwohl Zeitpunkt und genauer Ablauf der Reise noch nicht bestätigt sind, verdichten sich damit die Hinweise, daß Papst Leo XIV. seine erste Reise nach Südamerika noch in diesem Jahr antreten wird.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
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