In Ecuador zeichnet sich die Gründung eines nationalen Kollegiums der Exorzisten ab. Die Erzdiözese Cuenca informierte am heutigen 29. September über eine entsprechende Initiative von Priestern, die mit dem Exorzistendienst des Landes betraut sind. Die formale Gründung ist damit noch nicht ausdrücklich vollzogen, doch die Initiative findet nach Angaben der Erzdiözese die Unterstützung des ecuadorianischen Episkopats und nimmt konkrete Formen an.
Anlaß für den Zusammenschluß ist nach kirchlichen Angaben eine Zunahme von Fällen, in denen Gläubige geistliche Begleitung und besondere seelsorgliche Betreuung suchen. Das Kollegium soll die Zusammenarbeit der Exorzisten fördern, den Erfahrungsaustausch ermöglichen und insbesondere der kontinuierlichen Ausbildung dienen.
Damit rückt ein Bereich kirchlichen Lebens in den Blick, der in der Öffentlichkeit häufig zwischen Sensationslust und einer rein weltlichen Deutung geistlicher Phänomene untergeht. Der Exorzismus ist nicht frei verfügbar, sondern unterliegt klaren kirchenrechtlichen Voraussetzungen.
Die Erzdiözese Cuenca betont ausdrücklich, daß kein Priester einen Exorzismus eigenmächtig vornehmen darf. Erforderlich ist die ausdrückliche Beauftragung und Erlaubnis des zuständigen Ortsbischofs. Nicht jede schwere seelische oder körperliche Notlage ist ein Fall für einen Exorzismus; die entsprechende Prüfung könne nicht dem persönlichen Ermessen eines beliebigen Priesters überlassen werden, so die Erzdiözese.
Erstes landesweites Treffen im November
Als ersten konkreten Schritt kündigten die Verantwortlichen ein nationales Treffen der Exorzisten vom 9. bis 12. November 2026 an. Eingeladen sind sowohl bereits offiziell ernannte Exorzisten als auch Priester, die in den kommenden Monaten in ihren jeweiligen Jurisdiktionen mit diesem Dienst betraut werden sollen.
Das Treffen soll in Zusammenarbeit mit der Internationalen Exorzistenvereinigung (AIE) stattfinden. Die Betonung von Ausbildung und kollegialem Austausch zeigt, daß es den Initiatoren um eine geordnete und verantwortungsvolle Ausübung dieses besonderen priesterlichen Dienstes geht.
In der Erzdiözese Cuenca ist Monsignore Francisco Calle als Exorzist beauftragt. Calle ist derzeit Pfarrer von San Roque und steht dort Gläubigen zur Verfügung, die geistliche Begleitung und Unterstützung suchen.
Veröffentlicht am Fest der Erzengel
Die Erzdiözese Cuenca veröffentlichte ihre Mitteilung am heutigen 29. September, dem Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Es gibt darauf in der Mitteilung keinen direkten Hinweis. Im Zusammenhang mit der angekündigten Initiative ist die zeitliche Koinzidenz jedoch auffällig.
Der Erzengel Michael steht in der kirchlichen Tradition in besonderer Weise für den Kampf gegen das Böse und den Schutz der Kirche. Eine Mitteilung über die stärkere institutionelle Zusammenarbeit der Exorzisten gerade an diesem Tag besitzt daher zumindest eine symbolische Dimension.
Mit der Errichtung eines Exorzistenkollegiums sollen die Gläubigen, besonders solche, die sich tatsächlich in schwerer geistlicher Bedrängnis befinden, eine landesweite, gut vorbereitete kirchliche Begleitung erhalten. Ein solcher Dienst verlangt jene Nüchternheit und Ernsthaftigkeit, die seinem katholischen Verständnis entsprechen.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
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