In Ecuador nimmt die Gründung eines Exorzistenkollegiums Gestalt an

Ein Dienst von großer Nüchternheit und Ernsthaftigkeit

Msgr. Francisco de Jesús Calle, Exorzist der Erzdiözese Cuenca, ist maßgeblich an der Bildung eines Exorzistenkollegiums in Ecuador beteiligt.
Msgr. Francisco de Jesús Calle, Exorzist der Erzdiözese Cuenca, ist maßgeblich an der Bildung eines Exorzistenkollegiums in Ecuador beteiligt.

In Ecua­dor zeich­net sich die Grün­dung eines natio­na­len Kol­le­gi­ums der Exor­zi­sten ab. Die Erz­diö­ze­se Cuen­ca infor­mier­te am heu­ti­gen 29. Sep­tem­ber über eine ent­spre­chen­de Initia­ti­ve von Prie­stern, die mit dem Exor­zi­sten­dienst des Lan­des betraut sind. Die for­ma­le Grün­dung ist damit noch nicht aus­drück­lich voll­zo­gen, doch die Initia­ti­ve fin­det nach Anga­ben der Erz­diö­ze­se die Unter­stüt­zung des ecua­do­ria­ni­schen Epi­sko­pats und nimmt kon­kre­te For­men an.

Anlaß für den Zusam­men­schluß ist nach kirch­li­chen Anga­ben eine Zunah­me von Fäl­len, in denen Gläu­bi­ge geist­li­che Beglei­tung und beson­de­re seel­sorg­li­che Betreu­ung suchen. Das Kol­le­gi­um soll die Zusam­men­ar­beit der Exor­zi­sten för­dern, den Erfah­rungs­aus­tausch ermög­li­chen und ins­be­son­de­re der kon­ti­nu­ier­li­chen Aus­bil­dung dienen.

Damit rückt ein Bereich kirch­li­chen Lebens in den Blick, der in der Öffent­lich­keit häu­fig zwi­schen Sen­sa­ti­ons­lust und einer rein welt­li­chen Deu­tung geist­li­cher Phä­no­me­ne unter­geht. Der Exor­zis­mus ist nicht frei ver­füg­bar, son­dern unter­liegt kla­ren kir­chen­recht­li­chen Voraussetzungen.

Die Erz­diö­ze­se Cuen­ca betont aus­drück­lich, daß kein Prie­ster einen Exor­zis­mus eigen­mäch­tig vor­neh­men darf. Erfor­der­lich ist die aus­drück­li­che Beauf­tra­gung und Erlaub­nis des zustän­di­gen Orts­bi­schofs. Nicht jede schwe­re see­li­sche oder kör­per­li­che Not­la­ge ist ein Fall für einen Exor­zis­mus; die ent­spre­chen­de Prü­fung kön­ne nicht dem per­sön­li­chen Ermes­sen eines belie­bi­gen Prie­sters über­las­sen wer­den, so die Erzdiözese.

Erstes landesweites Treffen im November

Als ersten kon­kre­ten Schritt kün­dig­ten die Ver­ant­wort­li­chen ein natio­na­les Tref­fen der Exor­zi­sten vom 9. bis 12. Novem­ber 2026 an. Ein­ge­la­den sind sowohl bereits offi­zi­ell ernann­te Exor­zi­sten als auch Prie­ster, die in den kom­men­den Mona­ten in ihren jewei­li­gen Juris­dik­tio­nen mit die­sem Dienst betraut wer­den sollen.

Das Tref­fen soll in Zusam­men­ar­beit mit der Inter­na­tio­na­len Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung (AIE) statt­fin­den. Die Beto­nung von Aus­bil­dung und kol­le­gia­lem Aus­tausch zeigt, daß es den Initia­to­ren um eine geord­ne­te und ver­ant­wor­tungs­vol­le Aus­übung die­ses beson­de­ren prie­ster­li­chen Dien­stes geht.

In der Erz­diö­ze­se Cuen­ca ist Mon­si­gno­re Fran­cis­co Cal­le als Exor­zist beauf­tragt. Cal­le ist der­zeit Pfar­rer von San Roque und steht dort Gläu­bi­gen zur Ver­fü­gung, die geist­li­che Beglei­tung und Unter­stüt­zung suchen.

Veröffentlicht am Fest der Erzengel

Die Erz­diö­ze­se Cuen­ca ver­öf­fent­lich­te ihre Mit­tei­lung am heu­ti­gen 29. Sep­tem­ber, dem Fest der Erz­engel Micha­el, Gabri­el und Rapha­el. Es gibt dar­auf in der Mit­tei­lung kei­nen direk­ten Hin­weis. Im Zusam­men­hang mit der ange­kün­dig­ten Initia­ti­ve ist die zeit­li­che Koin­zi­denz jedoch auffällig.

Der Erz­engel Micha­el steht in der kirch­li­chen Tra­di­ti­on in beson­de­rer Wei­se für den Kampf gegen das Böse und den Schutz der Kir­che. Eine Mit­tei­lung über die stär­ke­re insti­tu­tio­nel­le Zusam­men­ar­beit der Exor­zi­sten gera­de an die­sem Tag besitzt daher zumin­dest eine sym­bo­li­sche Dimension.

Mit der Errich­tung eines Exor­zi­sten­kol­le­gi­ums sol­len die Gläu­bi­gen, beson­ders sol­che, die sich tat­säch­lich in schwe­rer geist­li­cher Bedräng­nis befin­den, eine lan­des­wei­te, gut vor­be­rei­te­te kirch­li­che Beglei­tung erhal­ten. Ein sol­cher Dienst ver­langt jene Nüch­tern­heit und Ernst­haf­tig­keit, die sei­nem katho­li­schen Ver­ständ­nis entsprechen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*