Reproduktionsmedizin macht Therapierbarkeit biographischer Erschütterungen immer schwieriger


Reproduktionsmedizin „Biographische Erschütterungen schreiben sich in die genetische Matrix ein“. Im Bild deutsche Kinder, die im Zuge der ethnischen Säuberungen die polnisch besetzten deutschen Ostgebiete verlassen mußten (1948).
„Biographische Erschütterungen schreiben sich in die genetische Matrix ein“. Im Bild deutsche Kinder, die im Zuge der ethnischen Säuberungen die polnisch besetzten deutschen Ostgebiete verlassen mußten (1948).

„Neue­re For­schun­gen zei­gen, daß bio­gra­phi­sche Erschüt­te­run­gen sich in die gene­ti­sche Matrix ein­schrei­ben, also erb­lich sind. Jedoch sind sie the­ra­pier­bar, wenn man sie denn iden­ti­fi­zie­ren kann. Das aber wird mit fort­schrei­ten­der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin immer schwie­ri­ger. Kin­der, die aus dem Erb­gut eins unbe­kann­ten Eltern­teils gezeugt wer­den, wer­den nie­mals wis­sen, wel­che Nöte, Erfah­run­gen, Pro­gram­mie­run­gen ihnen mit­ge­ge­ben sind.“

Thor­sten Hinz in der Jun­gen Frei­heit 4/​18 vom 19. Janu­ar 2018 über das Buch von Gabrie­le Baring: Die Deut­schen und ihre ver­letz­te Iden­ti­tät, Euro­pa Ver­lag, Ber­lin 2017.

Bild: Bun­des­ar­chiv Bild 183‑2003-0703–500/​Wikicommons