Una Voce zur Ankündigung von Bischofsweihen durch die Piusbruderschaft

Der Wunsch nach dem alten Meßbuch ist ein "berechtigtes Anliegen"


Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., gab am 2. Februar bekannt, daß die Bruderschaft am 1. Juli neue Bischöfe weihen wolle.
Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., gab am 2. Februar bekannt, daß die Bruderschaft am 1. Juli neue Bischöfe weihen wolle.

Stel­lung­nah­me von Una Voce Inter­na­tio­nal zu den ange­kün­dig­ten Bischofs­wei­hen durch die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.:

Stellungnahme

Una Voce Inter­na­tio­nal und die Latin Mass Socie­ty haben mit Besorg­nis die Ankün­di­gung des Gene­ral­obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX), Pater Davi­de Pagli­a­ra­ni, zur Kennt­nis genom­men, wonach die FSSPX am 1. Juli die­ses Jah­res Bischofs­wei­hen vor­neh­men wird.

Unser bren­nen­der Wunsch, den wir mit vie­len Katho­li­ken guten Wil­lens tei­len, ist die kano­ni­sche Regu­la­ri­sie­rung der FSSPX, die es ihren zahl­rei­chen guten Wer­ken ermög­li­chen wür­de, die größt­mög­li­che Frucht zu tra­gen. Die nun erfolg­te Ankün­di­gung ist ein Hin­weis dar­auf, daß die­ses Ziel in wei­te­rer Fer­ne liegt, als es über vie­le Jah­re hin­weg den Anschein hatte.

Wir tei­len das Anlie­gen der FSSPX, die alte Lit­ur­gie der Kir­che zum Heil der See­len so weit wie mög­lich zugäng­lich zu machen. Wir tei­len jedoch nicht in allen Ein­zel­hei­ten die Ana­ly­se der FSSPX hin­sicht­lich der Kri­se der Kir­che. Ins­be­son­de­re ken­nen wir vie­le Katho­li­ken, die mit allen erfor­der­li­chen Geneh­mi­gun­gen sei­tens der kirch­li­chen Hier­ar­chie an der über­lie­fer­ten Mes­se teil­neh­men kön­nen, sodaß es für sie nicht not­wen­dig ist, die­se in einem irre­gu­lä­ren kirch­li­chen Kon­text aufzusuchen.

Gleich­wohl wis­sen wir, daß es für ande­re sehr schwie­rig gewor­den ist, die über­lie­fer­te Mes­se zu besu­chen: In man­chen Gegen­den geschieht dies trotz des Wun­sches ent­spre­chend qua­li­fi­zier­ter Prie­ster, sie für die Gläu­bi­gen zu zele­brie­ren, und sogar trotz der Bereit­schaft des zustän­di­gen Diö­ze­san­bi­schofs, dies zu gestat­ten. Dadurch ent­steht ein Umfeld, in dem das Argu­ment der FSSPX von einem „Not­stand“ wach­sen­de Zustim­mung findet.

Wir appel­lie­ren an unse­re Bischö­fe und vor allem an Sei­ne Hei­lig­keit Papst Leo XIV., die­se pasto­ra­len Rea­li­tä­ten auf­merk­sam zu beden­ken, da sie gegen­wär­tig eine Kri­se zuspit­zen, deren Kon­se­quen­zen nie­mand vor­her­se­hen kann.

Was Katho­li­ken, die dem „frü­he­ren Meß­buch“ ver­bun­den sind, erbit­ten, ist weder eine schäd­li­che noch eine neu­ar­ti­ge lit­ur­gi­sche Form. Papst Johan­nes Paul II. bezeich­ne­te den Wunsch nach die­sem Meß­buch als ein „berech­tig­tes Anlie­gen“ (Eccle­sia Dei, 1988), und Papst Bene­dikt XVI. beschrieb es spä­ter als eine Quel­le von „Reich­tü­mern“ (Brief an die Bischö­fe, 2007).

Jetzt ist die Zeit zum Handeln.

Joseph Shaw
Vor­sit­zen­der von Una Voce Inter­na­tio­nal und Vor­sit­zen­der der Latin Mass Society

Moni­ka Rhein­schmitt
Stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und Schatz­mei­ste­rin von Una Voce International

Andris Amo­lins
Sekre­tär von Una Voce Inter­na­tio­nal

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: fsspx​.news (Screen­shot)