„Die Pandemie hat die große Ungleichheit in der Welt deutlich aufgezeigt“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

die Pan­de­mie hat die schwie­ri­ge Lage der Armen und die gro­ße Ungleich­heit in der Welt deut­lich auf­ge­zeigt. Es braucht daher nicht nur Lösun­gen zur Bekämp­fung des Krank­heits­er­re­gers, son­dern auch Heil­mit­tel gegen das „gro­ße Virus“ der sozia­len Unge­rech­tig­keit und Aus­gren­zung der Ärm­sten.

Nach dem Vor­bild Jesu ist die Zuwen­dung zu den Armen, Gerin­gen, Kran­ken und Aus­ge­grenz­ten ein ent­schei­den­des Kri­te­ri­um christ­li­cher Authen­ti­zi­tät (vgl. Evan­ge­lii gau­di­um 195). Die vor­ran­gi­ge Opti­on für die Armen ent­springt der Lie­be Got­tes und ist nicht die Auf­ga­be eini­ger weni­ger, son­dern Sen­dung der gan­zen Kir­che. So geht die­se Opti­on über die not­wen­di­ge kon­kre­te Unter­stüt­zung hin­aus und bedeu­tet, dass wir gemein­sam mit den Armen unter­wegs sind, dass wir uns von den Not­lei­den­den evan­ge­li­sie­ren, von ihrer Erfah­rung des Heils, ihrer Weis­heit und Krea­ti­vi­tät „anstecken“ las­sen (vgl. ebd., 198). Wir müs­sen zusam­men­ar­bei­ten, um kran­ke sozia­le Struk­tu­ren zu hei­len und zu ver­än­dern. So stellt die Rück­kehr zur Nor­ma­li­tät eine Chan­ce dar, etwas Neu­es auf­zu­bau­en, eine Wirt­schaft zu schaf­fen, die wirk­lich die Men­schen ins Zen­trum stellt und eine ech­te ganz­heit­li­che Ent­wick­lung der Armen för­dert. Aus­ge­hend von der Lie­be Got­tes wird eine hei­le­re Welt mög­lich sein.

Von Her­zen grü­ße ich die Brü­der und Schwe­stern deut­scher Spra­che. Nach dem Bei­spiel Jesu und sei­ner vor­ran­gi­gen Opti­on für die Armen müs­sen wir als Ein­zel­ne und als Gemein­schaft der Kir­che unse­ren Bei­trag lei­sten, die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie zu über­win­den und eine gerech­te­re und soli­da­ri­sche­re Welt auf­zu­bau­en. Der Hei­li­ge Geist hel­fe uns dabei mit sei­ner Gna­de und sei­ner Kraft.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)

3 Kommentare

  1. Wir müs­sen zusam­men­ar­bei­ten, um kran­ke sozia­le Struk­tu­ren zu hei­len und zu ver­än­dern — das ist offen­sicht­lich die Pro­ri­tät des Pap­stes.

    Wir müs­sen Buße lei­sten und beten, um kran­ke Struk­tu­ren der katho­li­schen Kir­che zu hei­len, indem wir den Herrn bit­ten, Sei­ne Kir­che zu rei­ni­gen.

  2. Es wird kei­ne Nach-Coro­na-Zeit geben — und daher auch kei­ne Rück­kehr zur (angeb­li­chen) Nor­ma­li­tät der Vor-Coro­na-Zeit. Wenn über­haupt, wird sich eine neue Nor­ma­li­tät eta­blie­ren, in der dann die Mensch­heit mit dem Coro­na-Virus genau­so lebt wie schon seit eh und je mit Influ­en­za-Virus.

  3. Der Papst hat voll­kom­men Recht, wenn er die gro­ße Ungleich­heit in der Welt deut­lich auf­ge­zeigt und Ände­run­gen for­dert.

    Aber um die­se Armut zu bekämp­fen muss er sofort auf­hö­ren, für eine (säku­la­re) neue Weltor­dung ein­zu­tre­ten.

    Der ein­zi­ge, des­sen Leh­re eine bes­se­re Welt ermög­licht, ist Jesus Chri­stus.

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