Spanien: Unfaßbarer Eingriff der Staatsgewalt wegen Corona

Coronawahn: Polizei unterbrach Karfreitagsliturgie in der Kathedrale von Granada – weil sich 20 Glubige in der großen Kirche aufhielten.
Coronawahn: Polizei unterbrach Karfreitagsliturgie in der Kathedrale von Granada – weil sich 20 Gläubige in der großen Kirche aufhielten.

Auch gestern kam es wie­der zu unfaß­ba­ren Ein­grif­fen der Staats­ge­walt in die Ange­le­gen­hei­ten der Kir­che. Bevor ein ekla­tan­ter Vor­fall berich­tet wird, schei­nen eini­ge grund­sätz­li­che Anmer­kun­gen geboten. 

Was der­zeit geschieht, ver­deut­licht auf beklem­men­de Wei­se, wie den Regie­ren­den der Kamm zu All­machts­al­lü­ren steigt. 

Auf der Grund­la­ge von wenig ver­trau­ens­wür­di­gen Berich­ten aus der Volks­re­pu­blik Chi­na, einer kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tur, von zwei­fel­haf­ten Zah­len und Rechen­mo­del­len der pri­va­ten Johns Hop­kins Health Cor­po­ra­ti­on in den USA, von der zuvor in Euro­pa nie­mand Notiz nahm, und deren dahin­ter­ste­hen­de Inter­es­sen und Seil­schaf­ten völ­lig unklar sind, und nicht zuletzt von einer sen­sa­ti­ons­gie­ri­gen Panik­be­richt­erstat­tung der Medi­en, die im Domi­no­ef­fekt nach­be­ten, was eine Hand­voll inter­na­tio­na­ler Pres­se­agen­tu­ren vor­gibt, wur­den Maß­nah­men ergrif­fen, die in kei­nem Ver­hält­nis stehen. 

Die Wirt­schaft gan­zer Län­der wird an die Wand gefah­ren, wäh­rend die Regie­ren­den mit bis­her unaus­sprech­li­chen Geld­sum­men, über die sie gar nicht ver­fü­gen, nur so um sich werfen.

Die Frei­heits­rech­te der Bür­ger wer­den von Regie­run­gen in einem in einer Demo­kra­tie noch nie dage­we­se­nen Aus­maß geknebelt. 

Es wer­den poli­zei­staat­li­che Maß­nah­men gegen die eige­nen Bür­ger beschlos­sen, angeb­lich zu deren Gun­sten, wie sie noch kein Ter­ro­ris­mus zur Fol­ge hatte. 

Die Fra­ge der Rich­tig­keit der Todes­op­fer­zah­len soll an die­ser Stel­le gar nicht auf­ge­wor­fen wer­den (sie­he dazu Der Fall Giu­sy und die feh­ler­haf­te Zähl­wei­se der Coro­na-Toten)

Bei jeder sai­so­na­len Influ­en­za ster­ben zehn­mal so vie­le Men­schen. Man könn­te auch dort genau­so Apps zur Hand haben, die täg­lich Zah­len von Infi­zier­ten, Gestor­be­nen und Geheil­ten lie­fern. Und es gäbe mehr Grund, staat­li­che Maß­nah­men zu ergrei­fen. Doch das geschieht nicht. Kei­ne Regie­run­gen und kei­ne Zei­tun­gen inter­es­sie­ren sich ernst­haft für Grip­pe­pa­ti­en­ten und Grip­pe­to­ten. Besten­falls inter­es­siert sich die Phar­ma­in­du­strie dafür, weil sie vom Staat geför­der­te Imp­fun­gen wünscht. Allein unter die­sem pri­mär öko­no­mi­schen Gesichts­punkt, wird die Sache thematisiert. 

Und kei­nes­wegs zuletzt: Im Zusam­men­spiel mit den Bischö­fen wer­den die Gläu­bi­gen von der hei­li­gen Lit­ur­gie aus­ge­sperrt. Nicht im Traum fie­le ein so radi­ka­ler Ein­griff einem Bischof wegen der jähr­li­chen Grip­pe­wel­le ein. 

War­um jetzt? Sind wir alle Opfer einer kol­lek­ti­ven Hyste­rie? Danach sieht es aus. Wie sich eine sol­che erzeu­gen läßt, erle­ben wir gera­de. Die Grün­de wur­den oben genannt.

Die vergessene Asiatische Grippe

1969 wüte­te die Asia­ti­sche Grip­pe auch in Euro­pa. Das Virus wur­de H3N2 genannt. Der Mensch lebt seit eh und je mit Viren. Die Asia­ti­sche Grip­pe for­der­te in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land min­de­stens 30.000 Tote. In Öster­reich an die 3.000. In die­ser Rela­ti­on bewe­gen sich die Opfer­zah­len auch in ande­ren Län­dern. Doch nie­mand spricht dar­über. Gestern wur­de nicht dar­über gespro­chen und auch heu­te spricht nie­mand dar­über. Nie­mand scheint sich über­haupt noch dar­an zu erin­nern. Dabei liegt das Ereig­nis erst knapp 50 Jah­re zurück und obwohl Par­al­le­len zum Coro­na­vi­rus auf der Hand lie­gen. Offen­sicht­lich besteht unter jenen, die Ein­fluß auf die ver­öf­fent­lich­te Mei­nung haben, kein Inter­es­se dar­an. Aus gutem Grund, es wür­de die im gemein­sa­men Kon­zert von Regie­rung und Medi­en ver­brei­te­ten Nar­ra­tiv einer nie dage­we­se­nen Kata­stro­phe, zu der die bei­spiel­lo­sen restrik­ti­ven und repres­si­ven Maß­nah­men „alter­na­tiv­los“ sei­en, in Luft auflösen.

War­um? Weil die Men­schen es nah­men, wie es kam. Ohne Auf­se­hen, ohne Geschrei, ohne Sen­sa­ti­ons­gier, ohne undurch­sich­ti­ge Süpp­chen, die im Hin­ter­grund gekocht wer­den und ohne eine sich selbst insze­nie­ren­de Show-Politik. 

Die Men­schen wur­den von ihren Regie­run­gen nicht auf einer höchst zwei­fel­haf­ten Rechts­grund­la­ge ein­ge­sperrt, schi­ka­niert oder gar wie Ver­bre­cher belangt. Kein Mensch wur­de wegen Regie­rungs­maß­nah­men gegen die Asia­ti­sche Grip­pe arbeits­los. Wur­de erst im Novem­ber 2019 gemel­det, daß die Arbeits­lo­sig­keit in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auf ein Rekord­tief gesun­ken war, wird der­zeit die Ver­öf­fent­li­chung von Arbeits­lo­sen­zah­len ver­mie­den. In Öster­reich geschieht dies noch, weil die­ser Sek­tor von den Sozi­al­de­mo­kra­ten kon­trol­liert wird, die sich der­zeit in der Oppo­si­ti­on befin­den: Öster­reich hat durch die Regie­rungs­maß­nah­men (nicht das Coro­na­vi­rus) inner­halb weni­ger Wochen eine Rekord­ar­beits­lo­sig­keit erreicht, die höch­ste seit Kriegsende.

Doch zurück zur Asia­ti­schen Grip­pe (H3N2) von 1969: Damals wur­de die Wirt­schaft nicht abge­würgt und die Unter­neh­men nicht in den Ruin getrie­ben. Man wur­de zwar noch an der Gren­ze kon­trol­liert, da es kein Schen­gen Abkom­men gab, konn­te aber pro­blem­los rei­sen. Schon gar kam kein Bischof auf die Idee, die ihm anver­trau­ten Gläu­bi­gen von der hei­li­gen Lit­ur­gie aus­zu­sper­ren. Geschwei­ge­denn gab es eine unglaub­li­che Anwei­sung an die Prie­ster, für die Zeit des Tri­du­ums von Grün­don­ners­tag bis Oster­sonn­tag, die Kir­chen­tü­ren zu ver­rie­geln, damit ja kein Gläu­bi­ger zur Lit­ur­gie in die Kir­che kann (so gesche­hen durch die Öster­rei­chi­sche Bischofs­kon­fe­renz).

Das Wort Eigen­ver­ant­wor­tung exi­stiert nicht mehr. Der „mün­di­ge Bür­ger“ erweist sich als Sei­fen­bla­se wie der „mün­di­ge Christ“. Zum Plat­zen gebracht wur­de sie von den Regie­ren­den. Ein­fach so. 

Die­se Regie­ren­den – und die Bischö­fe als will­fäh­ri­ge Hel­fer des Staa­tes – glau­ben, die Men­schen durch restrik­ti­ve und repres­si­ve Bevor­mun­dung ent­mün­di­gen zu müs­sen. Sie glau­ben auch, daß sie das nicht nur kön­nen, son­dern auch tun dürfen. 

Besorgt macht in die­sem Zusam­men­hang nicht nur, daß die wirk­li­chen Fol­gen öko­no­mi­scher und sozia­ler Art, am Bei­spiel Öster­reichs bereits ange­deu­tet, erst noch bevor­ste­hen – und es sind nicht Fol­gen des Coro­na­vi­rus, son­dern die Fol­gen von Regie­rungs­ent­schei­dun­gen. Es besorgt auch, daß die Son­der­maß­nah­men, die teils bereits getrof­fen teils ange­kün­digt wur­den, Maß­nah­men eines Poli­zei- und Über­wa­chungs­staa­tes wie es sie in West­eu­ro­pa seit den Zei­ten der Gesta­po und im Osten der kom­mu­ni­sti­schen Repres­si­ons­ap­pa­ra­te nicht mehr gege­ben hat, aller Vor­aus­sicht nach auch nach dem Abeb­ben des Coro­na­vi­rus bei­be­hal­ten wer­den. Das haben legis­la­ti­ve Schrit­te so an sich. Wer sorgt für ihre Abschaffung?

Zwischenfall in der Kathedrale von Granada

Einer von meh­re­ren unfaß­ba­ren Berich­ten kommt aus Spa­ni­en, wo die Eigen­ver­ant­wor­tung durch die Exe­ku­ti­ve mit Füßen getre­ten wurde.

Erz­bi­schof Fran­cis­co Javier Mar­tí­nez lei­te­te gestern die Zele­bra­ti­on der Kar­frei­tags­lit­ur­gie in der Kathe­dra­le von Gra­na­da, als die Poli­zei (Poli­cia Nacio­nal) in die Bischofs­kir­che ein­drang und die Zele­bra­ti­on unterbrach.

Kathe­dra­le von Granada

Der Grund? Unge­fähr zwan­zig Gläu­bi­ge hat­ten sich in der rie­si­gen Kathe­dra­le ein­ge­fun­den und nah­men ver­teilt auf das Kir­chen­schiff an der Zere­mo­nie teil. Die Zele­bra­ti­on wur­de, wie es der­zeit viel­fach üblich ist, im diö­ze­sa­nen Fern­seh­sen­der übertragen. 

Die Poli­zei erspäh­te dabei offen­bar die weni­gen Gläu­bi­gen und Schritt zur Tat. Sie unter­brach die Zele­bra­ti­on, was nicht nur einer Ver­let­zung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Kul­tus­frei­heit ent­spricht, son­dern straf­recht­lich auch einer Kultusstörung. 

Erz­bi­schof Mar­tí­nez empör­te sich nicht über die­sen unglaub­li­chen Ein­griff des Staa­tes in die Rech­te der Kir­che, wie es ihn in Spa­ni­en seit den grau­sa­men kir­chen­feind­li­chen Zei­ten der Volks­front­re­gie­rung in den 30er Jah­ren nicht mehr gab, son­dern ent­schul­dig­te sich. Wört­lich erklär­te er:

„Ent­schul­di­gung, wir haben das mit der besten Absicht getan und uns dabei auf das vor­he­ri­ge Dekret gestützt, des­sen Arti­kel 11 besag­te, daß es in den Kir­chen je nach Grö­ße bestimm­te Per­so­nen­grup­pen geben kön­ne, solan­ge die Regeln ein­ge­hal­ten werden.“

Die Poli­zei begrün­de­te ihr Ein­grei­fen gegen­über dem Erz­bi­schof mit ent­spre­chen­den Befeh­len von vor­ge­setz­ter Stel­le. Die­se sei­en kon­tak­tiert wor­den und hät­ten den Befehl erteilt, die Fort­set­zung der Zele­bra­ti­on nicht zu dulden. 

„Wir hal­ten uns an das Gesetz“ erklär­te der Erz­bi­schof den anwe­sen­den Gläu­bi­gen und folg­te den Anwei­sun­gen der Poli­zei. Er for­der­te die Gläu­bi­gen auf, die Kathe­dra­le zu ver­las­sen. Als die­se geräumt, sprich von den Gläu­bi­gen gesäu­bert war, wur­de vom Erz­bi­schof die Zele­bra­ti­on ohne Volk fort­ge­setzt. Wer zu Hau­se der Kar­frei­tags­lit­ur­gie folg­te, wur­de Zeu­ge des schwer­wie­gen­den Zwischenfalls.

Erz­bi­schof Mar­tí­nez von Granada

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: InfoVaticana/Wikicommons

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