Die Pandemie als Prüfstein für Kirche und Gottesvolk

Zeit der Buße, Zeit des Opferns, Zeit der Bewährung

Meßübetragungen in Radio, TV und Internet. Im Bild die Übertragung wegen der Coronavirus-Pandemie der morgendlichen Messe von Papst Franziskus aus Santa Marta.
Meßübertragungen in Radio, TV und Internet. Im Bild die Übertragung der morgendlichen Messe aus Santa Marta im Vatikan – wegen der Coronavirus-Pandemie.

Von einer Katholikin

Ein evan­ge­li­scher Pfar­rer pre­digt in der hei­li­gen Mes­se. Am Altar emp­fängt er die kon­se­krier­te Hostie, das aller­hei­lig­ste Altarsa­kra­ment, und er trinkt Sein Blut aus dem Kelch, den ihm der Prie­ster reicht.

Wer dürf­te sich ver­mes­sen zu mei­nen, Gott sehe die­sem sakri­le­gi­schen Trei­ben in Sei­ner Kir­che wohl­ge­fäl­lig zu! 

Zeit des Opferns, Zeit der Bewäh­rung, Zeit der Buße? Das setzt Ein­sicht vor­aus und Reue. Und die Bereit­schaft zu wirk­li­cher Umkehr.  Bei den „Klei­nen“ in der Kir­che eben­so wie bei Bischö­fen und Kardinälen.

Wenn nun aber selbst in Zei­ten der Seu­che, die zur Gei­ßel der gan­zen Mensch­heit zu wer­den droht, deut­sche Bischö­fe expli­zit an der anti-katho­li­schen Agen­da des sog. Syn­oda­len Wegs fest­hal­ten? Wenn vie­le Bischö­fe sich mit ihren Reform­plä­nen von Lehr­amt und Tra­di­ti­on und dem Weg der Wahr­heit des Herrn ent­fernt haben?

Wer dürf­te sich ver­mes­sen zu mei­nen, Gott sehe dem mora­li­schen Nie­der­gang und der Entsa­kra­li­sie­rung des von Jesus Chri­stus gestif­te­ten Prie­ster­tums und Sei­ner Kir­che wohl­ge­fäl­lig zu!

Gott ist barm­her­zig und ein lie­ben­der Vater, aber Er ist kein anti­au­to­ri­tä­rer Ideo­lo­ge, der sei­nen Kin­dern kei­ne Gren­zen setzt. Er hat genug gese­hen. Die Zer­stö­rung der Fami­li­en, die Leug­nung der Schöp­fungs­ord­nung, mil­lio­nen­fa­che Abtrei­bung und ihre gera­de jetzt for­cier­te Erleich­te­rung, die Öff­nung der Ster­be­hil­fe, eine tief­grei­fen­de Apost­asie, die unter dem Deck­man­tel der Kir­che ihre glau­bens­zer­set­zen­de Kraft entfaltet.

Nun sind wir in einer Zeit der Prü­fung und der Gegen­wär­tig­keit des Todes. Die Seu­che zwingt zum Glau­bens­be­kennt­nis der Leben­den und der Ster­ben­den. Zum Bekennt­nis an den Eucha­ri­sti­schen Herrn.  Was geschieht, wenn unse­re Hir­ten in Zei­ten der Not nur als Gesund­heits­ma­na­ger auf­tre­ten, statt den hil­fe­su­chen­den gläu­bi­gen Katho­li­ken unter Auf­la­gen wenn nicht den Emp­fang der Eucha­ri­stie, so doch wenig­stens die Eucha­ri­sti­sche Anbe­tung und klei­ne Got­tes­dien­ste zu ermög­li­chen?  Super­märk­te dür­fen wir besu­chen, unser Brot zum Essen dür­fen wir kau­fen, aber das Brot vom Him­mel, der Leib des Herrn, der unse­re See­le zum Ewi­gen Leben bewahrt, bleibt uns verwehrt. 

Es sei. Wir wer­den fasten. 

Aber daß es noch nicht ein­mal mög­lich sein soll, ein­ge­schränkt und unter bestimm­ten Regeln Got­tes­dien­ste zu fei­ern und dem hei­li­gen Meß­op­fer in Gemein­schaft bei­zu­woh­nen, ist schwer ver­ständ­lich. Statt­des­sen preist man die Mög­lich­kei­ten des digi­ta­len Zeit­al­ters und erhöht die Fre­quenz von „Meß­über­tra­gun­gen“. Man darf die gute Inten­ti­on hin­ter alle­dem nicht infra­ge stel­len und auch nicht den Segen, den das für vie­le bedeu­ten mag, doch der damit aus­ge­lö­ste Hype ver­stellt leicht den Blick auf die Tat­sa­che, daß eine hei­li­ge Mes­se und der Emp­fang der Kom­mu­ni­on kein Fuß­ball­spiel oder Kon­zert sind, das man mit­fie­bernd oder genie­ßend auch am Bild­schirm erle­ben kann. Bei der Mes­se am Bild­schirm fehlt mehr als die Atmo­sphä­re oder das Klang­er­leb­nis. Es fehlt die Real­prä­senz des Herrn.

Die alte Mes­se. Mein geöff­ne­ter Lap­top starr­te mich an. Ein wei­ßes Tuch, das Kreuz, Maria, der Rosen­kranz, eine bren­nen­de Ker­ze.  Auf der Tasta­tur mein altes Meß­buch. Ich bete­te mit. Was ich auf dem Bild­schirm sah, konn­te mich emo­tio­nal rüh­ren, ver­hin­der­te aber die geist­li­che Kom­mu­ni­on. Viel­leicht gibt es Men­schen, die die­se Kluft gei­stig über­brücken kön­nen – ich kann es nicht. Die Fern­mes­se kann mich erbau­en, sie kann durch­aus schön sein, aber das Brot des Him­mels, panem de cae­lo, kann sie mir zur Anbe­tung nicht nahe­brin­gen. Gera­de das beweg­te Bild und die schein­ba­re (sic) Wirk­lich­keit des nur medi­al Ver­mit­tel­ten machen die Tren­nung vom in der Eucha­ri­stie real prä­sen­ten Herrn umso schmerz­li­cher fühl­bar. Die Andacht wird nicht zu Anbe­tung, ich beu­ge die Knie nicht vor dem Bildschirm.

Also gehe ich wei­ter jeden Tag in die (noch) geöff­ne­te Kir­che, knie vorm Aller­hei­lig­sten und bete und lese die Meß­tex­te. In der rea­len Gegen­wart Jesu im Taber­na­kel bit­te ich um die Gna­de der geist­li­chen Kom­mu­ni­on und war­te auf Ihn, daß Er Sich in mei­ne sehn­süch­ti­ge Lie­be hin­ein­schen­ken mag. Die Gebe­te, die ich spre­che, hei­li­gen die Stun­de. Die Bil­der der hei­li­gen Mes­se in mei­nem Innern sind leben­dig, und wirk­mäch­tig ist der Herr, der sich mir verbindet. 

Als gläu­bi­ge Katho­li­ken müs­sen wir die Eucha­ri­stie lie­ben, um nicht zu ster­ben, auch wenn wir vom Emp­fang des Sakra­ments abge­schnit­ten sind. Ganz gleich ob wegen einer Seu­che oder Ver­fol­gung. Und wenn sie auch noch die Kir­chen schlie­ßen, knien wir zu Hau­se vorm Kreuz und ver­bin­den uns sehn­suchts­voll betend in der heil­ma­chen­den Lie­be zum eucha­ri­sti­schen Herrn mit ande­ren Gläu­bi­gen und hei­lig­mä­ßi­gen Prie­stern, die für unser und der Welt Heil das hei­li­ge Opfer täg­lich dar­brin­gen. Dann wird jeder Tag unse­res  Lebens und ja, auch unser Lei­den und irgend­wann auch unser Ster­ben immer durch­drun­gen sein von Sei­ner Gegenwart. 

Und wir dür­fen wagen, Ihn zu bit­ten, Er möge es nicht zulas­sen, daß wir jemals von Ihm getrennt wer­den. Und Er möge in Sei­ner gro­ßen Güte mit uns nicht nach unse­ren Sün­den han­deln, son­dern die Wer­ke der Buße anneh­men und die schreck­li­che Seu­che von der Welt abwenden.

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Die fol­gen­de Peti­ti­on zur Auf­he­bung des Ver­bots von Got­tes­dien­sten gibt uns die Mög­lich­keit, auf unse­re spi­ri­tu­el­len Bedürf­nis­se auf­merk­sam zu machen. Es wäre schön, wenn mög­lichst vie­le sich ihr anschlie­ßen wollten.

3 Kommentare

  1. Man soll­te viel­leicht dar­auf hin­wei­sen, dass die Par­tei­en, die die hei­li­ge Mes­se ver­bie­ten, die Christ­lich-demo­kra­ti­sche und die Christ­lich-sozia­le Uni­on sind. Also die Par­tei­en, auf die Katho­li­ken gemein­hin ihre gan­ze Hoff­nung setzen.

    Übri­gens ist eine der­ar­ti­ge Peti­ti­on sinn­los, denn es waren vie­le (nicht alle!) Bischö­fe, die ein­fach so, in vor­aus­eil­ein­dem Gehor­sam, los­ge­prescht sind.

    Was machen eigent­lich die Mos­lems? Die Ditib? Schlie­ssen die ihre Moscheen?

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