Synodalität auf allen Ebenen und mehr Frauen in Führungspositionen

Sitzung des C6-Kardinalsrates












Auch an der heute zu Ende gegangenen 29. Sitzungssession nahmen nur sechs Kardinäle teil.
Auch an der heute zu Ende gegangenen 29. Sitzungssession nahmen nur sechs Kardinäle teil.

(Rom) Heute endete die 29. Sitzungsperiode des einstigen C9- und nunmehrigen C6-Kardinalsrats. Papst Franziskus war wie gewohnt mit Ausnahme von heute vormittag, wegen der Generalaudienz, an allen Sitzungen anwesend.

Das vatikanische Presseamt gab Auskunft über die Arbeiten des Beratungsgremiums, das Franziskus am 13. April 2013 errichtete.

Von den ursprünglich neun Mitgliedern sind nur mehr sechs übrig. Drei Kardinäle, die Vertreter von Ozeanien, Südamerika und Afrika, wurden von Papst Franziskus im vergangenen Herbst entbunden. Einen Ersatz ernannte das Kirchenoberhaupt seither nicht, weshalb die betreffenden Erdteile seit drei Sitzungsperioden nicht mehr vertreten sind. Entsprechende Gewichtsverschiebungen fanden statt.

Zum Zeitpunkt der Errichtung des Gremiums sah Franziskus einen Vertreter je Erdteil vor, wobei er Amerika dreiteilte und je einen Vertreter für Nord-, Mittel- und Südamerika ernannte.

Weiterhin amtierende Mitglieder des Kardinalsrates sind Oscar Rodriguez Maradiaga, der Erzbischof von Tegucigalpa und Vertreter Mittelamerikas. Kardinal Maradiaga ist auch Koordinator des Gremiums. Europa wird von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vertreten. Nordamerika von Kardinal Sean Patrick O’Malley OFM Cap., Erzbischof von Boston und Vorsitzender der Päpstlichen Kinderschutzkommission. Asien vertritt Kardinal Oswald Gracia, der Erzbischof von Bombay. Dem Kardinalsrat gehören zudem mit Giuseppe Bertello und Pietro Parolin zwei Kurienkardinäle an.

Wie gewohnt kam das Gremium in den vergangenen drei Tagen zu sechs Sitzungen zusammen. Zentrales Thema war wiederum die neue Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium über die Römische Kurie. Der vom Rat genehmigte Entwurf geht nun an die nationalen Bischofskonferenzen, die Synoden der mit Rom unierten Ostkirchen, die Dachverbände der katholischen Orden und einige Päpstliche Universitäten. Sie können Anmerkungen, Kommentare und Empfehlungen dazu abgeben.

Im Zusammenhang mit der neuen Konstitution betonte Vatikansprecher Alessandro Gisotti, daß der „Prozeß der Synodalität in der Kirche auf allen Ebenen“ sowie „eine stärkere Präsenz der Frauen in Führungsrollen im Organismus des Heiligen Stuhls“ eine zentrale Rolle spielen.

Ebenso betonte er, daß der Kardinalsrat seine Arbeit mit der Veröffentlichung der neuen Konstitution nicht einstellen werde.

Gestern berichtete Kardinal O’Malley dem Gremium und dem Papst über die Arbeit der Päpstlichen Kinderschutzkommission, deren Vollversammlung vergangene Woche tagte. Der Kardinal habe Franziskus für die Einberufung des Anti-Mißbrauchsgipfels im vergangenen Februar und für die neuen Normen für den Staat der Vatikanstadt gedankt, so Gisotti. Sie zeigten den „verstärkten Einsatz des Vatikans bei der Bekämpfung von jeder Form des Mißbrauchs von Minderjährigen und verletzbaren Erwachsenen“.

Die 30. Sitzungsperiode des Kardinalsrates wird vom 25.–27. Juni stattfinden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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