Monaco: Orthodoxe zweitstärkste Gemeinschaft

Orthodoxe in Monaco
Orthodoxe Christen in Monaco

(Mona­co) Im Für­sten­tum Mona­co sind die ortho­do­xen Chri­sten nach der katho­li­schen Kir­che zur zweit­stärk­sten Reli­gi­ons­ge­mein­schaft gewor­den. Sie haben damit die Pro­te­stan­ten im Land überrundet.

Die Ver­hält­nis­se sind klar, die katho­li­sche Kir­che mit Abstand die größ­te Reli­gi­ons­ge­mein­schaft. Wegen der betuch­ten Bedeu­tung des Lan­des lie­ßen sich aber auch Pro­te­stan­ten nie­der. Noch vor kur­zem lau­te­ten sta­ti­sti­sche Anga­ben, daß es in Mona­co sechs Pro­zent Pro­te­stan­ten und „klei­ne ortho­do­xe Gemein­schaf­ten“ gibt. Das hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren geän­dert. Der Zuwachs ergibt sich durch die Zuwan­de­rung aus ortho­do­xen Län­dern Ost- und Süd­ost­eu­ro­pas. Seit 2012 gibt es in dem klei­nen Für­sten­tum, das bis 1803 zum Hei­li­gen Römi­schen Reich Deut­scher Nati­on gehör­te, eine grie­chisch-ortho­do­xe Pfar­rei. Im Novem­ber 2017 wur­de eine stän­di­ge Nie­der­las­sung der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che errich­tet. Dane­ben gibt es ortho­do­xe Gläu­bi­ge aus der Ukrai­ne, Weiß­ruß­land, Rumä­ni­en, Bul­ga­ri­en, Ser­bi­en, Mol­da­wi­en, Mon­te­ne­gro, Maze­do­ni­en und Geor­gi­en. Ten­denz steigend.

Vom 13.–16. Juni wur­de auch im Für­sten­tum des 100. Todes­ta­ges der rus­si­schen Zaren­fa­mi­lie gedacht. Die Ange­hö­ri­gen der Zaren­fa­mi­lie waren von den Kom­mu­ni­sten nach der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on ermor­det wor­den und wer­den heu­te von der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che als Mär­ty­rer und Hei­li­ge ver­ehrt. Drei Nach­fah­ren kamen aus die­sem Anlaß in den mon­dä­nen Ort am Mittelmeer.

Die­sel­be Ent­wick­lung zeigt sich auch in ande­ren Orten des latei­ni­schen Westens, beson­ders stark in Wien, wo es heu­te an den Pflicht­schu­len vier­mal soviel ortho­do­xe Schü­ler als pro­te­stan­ti­sche gibt.

Text: Mar­tha Burger
Bild: Hel­lo Mona­co (Screen­shot)

4 Kommentare

    • Für Mona­co bezie­hen sie sich auf die staat­li­che Sta­ti­stik der im Für­sten­tum gemel­de­ten Per­so­nen und kon­kret auf Anga­ben der Ver­tre­tung des Mos­kau­er Patri­ar­chats in Nizza.
      Die Zah­len für Wien bezie­hen sich auf das Schul­jahr 2017/2018 und wur­den im ver­gan­ge­nen Herbst vom Wie­ner Schul­amt zum Reli­gi­ons­un­ter­richt veröffentlicht.

  1. Ein Grund zum Jubel ist dies gewiß nicht.
    Ich lebe sel­ber in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft der sog. „egli­se rus­se“ in Genf, das wie Mon­te Car­lo ein Magnet für russ. émi­grés ist.
    Pro­se­ly­ten­ma­che­rei (wo dann in einem gerad­zu obszö­nen Tri­um­pha­lis­mus berich­tet wird wenn ein orts­an­säs­si­ger ehem. Katho­lik oder Refor­mier­ter „Christ“, also Mit­glied der ROK(A) wird), äußerst arro­gan­ter Habi­tus des Kle­rus, die sich auf­füh­ren als wären sie die ein­zi­gen Recht­gläu­bi­gen unter Häre­ti­kern und Ungläu­bi­gen (jedoch frei­lich von den übri­gen Kir­chen (kath./ref.) sehr ger­ne jede groß­zü­gi­ge Hil­fen anneh­men), sind äußerst aus­ge­prägt auch wird auf Befind­lich­kei­ten der Mehr­heits­be­völ­ke­rung über­haupt kei­ne Rück­sicht genommen.
    In gewis­ser Wei­se die­sel­be Inte­gra­ti­ons­ver­wei­ge­rung und Par­al­lel­ge­sell­schafts­bil­dung wie bei Mohammedanern.

  2. Eine inter­es­san­te, ja kurio­se Ent­wick­lung. Hängt ver­mut­lich damit zusam­men, dass vie­le rei­che Rus­sen ihr Geld ins Aus­land brin­gen. Und dann gleich dort blei­ben, wo es sich bes­ser und schö­ner leben lässt und die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung exzel­lent ist.

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