Notifikation von Kardinal Sarah für den Pfingstmontag

Maria Mutter der Kirche
Maria, Mutter der Kirche - Notifikation von Kardinal Sarah von der Gottesdienstkongregation.

(Rom) Am ver­gan­ge­nen 3. März wur­de bekannt­ge­ge­ben, daß die Memo­ria B. Mariæ Vir­gi­nis Eccle­siæ Matris in den Römi­schen Gene­ral­ka­len­der ein­ge­führt wur­de. Nun ver­öf­fent­lich­te Kar­di­nal Sarah eine klä­ren­de Noti­fi­ka­ti­on dazu.

Das Dekret zur Ein­füh­rung des ver­bind­li­chen Gedenk­ta­ges der selig­sten Jung­frau Maria, Mut­ter der Kir­che, war am 11. Febru­ar von Papst Fran­zis­kus appro­biert und vom Prä­fek­ten der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, Robert Kar­di­nal  Sarah, unter­zeich­net wor­den. Der Gedenk­tag wird künf­tig am Pfingst­mon­tag began­gen.

Zugleich mit dem Dekret waren auch die ent­spre­chen­den lit­ur­gi­schen Tex­te ver­öf­fent­licht wor­den.

Nun ließ Kar­di­nal­prä­fekt Sarah noch eine Noti­fi­ka­ti­on fol­gen, die das Datum vom 24. März trägt, aber heu­te in latei­ni­scher, ita­lie­ni­scher, eng­li­scher und spa­ni­scher Spra­che ver­öf­fent­licht wur­de.

Mit der Noti­fi­ka­ti­on ruft der Kar­di­nal in Erin­ne­rung, daß die Ein­füh­rung der Memo­ria für alle ver­bind­lich ist, und der Gedenk­tag „von allen“ bereits in die­sem Jahr am Pfingst­mon­tag zu zele­brie­ren ist, „wes­halb es ange­mes­sen erschien, fol­gen­de Hin­wei­se zu geben“.

„Die Rubrik, die im Mis­sa­le Roma­num nach den For­mu­la­ren der Pfingst­mes­se zu lesen ist: ‚An den Orten, wo gewöhn­lich die Gläu­bi­gen zahl­reich an der Mes­se am Pfingst­mon­tag und Pfingst­diens­tag teil­neh­men, wird die Mes­se vom Pfingst­sonn­tag genom­men oder man liest eine Votiv­mes­se des Hei­li­gen Gei­stes‘ (Mis­sa­le Roma­num, S. 243), gilt noch, da sie kei­ne Aus­nah­me vom Vor­rang der lit­ur­gi­schen Tage vor­sieht, der – was ihre Zele­bra­ti­on betrifft – ein­zig durch die Tabel­le der lit­ur­gi­schen Tage gere­gelt ist (vgl. Nor­mæ uni­ver­sa­les de Anno lit­ur­gi­co et de Calen­da­rio, n. 59). Ähn­lich ist der Vor­rang durch die Bestim­mun­gen über die Votiv­mes­sen geord­net: ‚Mis­sæ voti­væ per se pro­hi­ben­tur in die­bus qui­bus occur­rit memo­ria obli­ga­to­ria aut feria Adven­tus usque ad diem 16 decem­bris, feria tem­po­ris Nati­vi­ta­tis a die 2 ianu­ar­ii, et tem­po­ris pascha­lis post octa­vam Pascha­tis. Si tamen uti­li­tas pasto­ra­lis id postu­let, in cele­bra­tio­ne cum popu­lo adhi­be­ri potest Mis­sa voti­va huic uti­li­ta­ti respon­dens, de iudi­cio rec­to­ris eccle­siæ vel ipsi­us sacer­dotis cele­bran­tis‘ (Mis­sa­le Roma­num, S. 1156, vgl. Insti­tu­tio Gene­ra­lis Mis­sa­lis Roma­ni, Nr. 376).

Den­noch ist bei gleich­ran­gi­ger Bedeu­tung die ver­bind­li­che Memo­ria der selig­sten Jung­frau Maria, Mut­ter der Kir­che, vor­zu­zie­hen, deren Tex­te dem Dekret mit den ange­ge­be­nen Lesun­gen ange­fügt sind, die als Eigen­tex­te zu betrach­ten sind, da sie das Geheim­nis der spi­ri­tu­el­len Mut­ter­schaft erhel­len. In einer künf­ti­gen Aus­ga­be des Ordo lec­tion­um Mis­sae Nr. 572 bis wird die Rubrik aus­drück­lich anwei­sen, daß die Lesun­gen Eigen­tex­te sind und, obwohl es sich um ein Geden­ken han­delt, anstel­le der Tages­le­sun­gen anzu­wen­den sind (vgl. Ordo lec­tion­um Mis­sæ, Præ­notan­da, Nr. 83).

Soll­te die­ses Geden­ken mit einem ande­ren Geden­ken zusam­men­fal­len, wird den Grund­sät­zen der Gene­ral­ord­nung des lit­ur­gi­schen Jah­res und des Kalen­ders gefolgt (vgl. Tabel­le der lit­ur­gi­schen Tage, Nr. 60). Da das Geden­ken an die selig­ste Jung­frau Maria, Mut­ter der Kir­che, mit Pfing­sten ver­bun­den ist, so wie das Geden­ken an das Unbe­fleck­te Herz der selig­sten Jung­frau Maria mit der Zele­bra­ti­on des Aller­hei­lig­sten Her­zens Jesu zusam­men­hängt, kommt für den Fall eines Zusam­men­fal­lens mit einem ande­ren Geden­ken an einen Hei­li­gen oder einen Seli­gen, gemäß er lit­ur­gi­schen Tra­di­ti­on der Vor­rang­stel­lung zwi­schen den Per­so­nen, dem Geden­ken der selig­sten Jung­frau der Vor­rang zu.

Robert Kar­di­nal Sarah
Prä­fekt

Arthur Roche
Erz­bi­schof Sekre­tär

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va (Screen­shot)