Papst Franziskus: „Synodalität ist der Weg, den Gott sich von der Kirche des 3. Jahrtausend erwartet“

Papst Franziskus, links hinter dem Papst Kardinal Lorenzo Baldisseri, Synoden-Generalsekretär, vor Beginn des Festaktes am vergangenen Samstag
Papst Fran­zis­kus vor dem Fest­akt, links dahin­ter Kar­di­nal Loren­zo Baldisseri

Gedenkfeier
zum 50. Jahrestag der Errichtung der Bischofssynode

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ANSPRACHE DES HEILIGEN VATERS FRANZISKUS

Audi­enz­hal­le Pauls VI.
Sams­tag, 17. Okto­ber 2015

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Selig­kei­ten, Emi­nen­zen, Exzel­len­zen, Brü­der und Schwestern,

wäh­rend die ordent­li­che Gene­ral­ver­samm­lung in vol­lem Gan­ge ist, des 50. Jah­res­ta­ges der Insti­tu­ti­on der Bischofs­syn­ode zu geden­ken, ist für uns alle ein Grund zur Freu­de, des Lobes und dem Herrn zu dan­ken. Vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil zur der­zei­ti­gen Ver­samm­lung haben wir Schritt für Schritt inten­si­ver die Not­wen­dig­keit und die Schön­heit des „gemein­sa­men Gehens“ ausprobiert.

Zu die­sem freu­di­gen Anlaß wün­sche ich einen herz­li­chen Gruß zu ent­bie­ten an Sei­ne Emi­nenz, Kar­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, Gene­ral­se­kre­tär, mit dem Unter­se­kre­tär, Sei­ner Exzel­lenz Msgr. Fabio Fabe­ne, den Offi­zia­len, den Con­sul­to­ren und den ande­ren Mit­ar­bei­tern des Gene­ral­se­kre­ta­ri­ats der Bischofs­syn­ode, jenen Ver­bor­ge­nen, die ihre Arbeit jeden Tag bis spät in den Abend ver­rich­ten. Zusam­men mit ihnen grü­ße und dan­ke ich den Syn­oden­vä­tern und den ande­ren Teil­neh­mern der statt­fin­den­den Ver­samm­lung für ihre Anwe­sen­heit sowie allen in die­ser Hal­le Anwesenden.

In die­sem Moment wol­len wir auch an jene erin­nern, die im Lau­fe von 50 Jah­ren im Dienst der Syn­ode gear­bei­tet haben, ange­fan­gen von den Gene­ral­se­kre­tä­ren, die auf­ein­an­der­folg­ten: die Kar­di­nä­le Wła­dys­ław Rubin, Jozef Tom­ko, Jan Pie­ter Schot­te und Erz­bi­schof Niko­la Eter­ović. Ich nüt­ze die­se Gele­gen­heit, um von Her­zen mei­ne Dank­bar­keit jenen aus­zu­drücken, Leben­de und Ver­stor­be­ne, die mit groß­zü­gi­gem und kom­pe­ten­ten Ein­satz zur Durch­füh­rung der syn­oda­len Akti­vi­tät bei­getra­gen haben.

Von Anfang mei­nes Dien­stes als Bischof von Rom an beab­sich­tig­te ich, die Syn­ode auf­zu­wer­ten, die eine der kost­bar­sten Erb­schaf­ten der jüng­sten kon­zi­lia­ren Ver­samm­lung ist. Für den seli­gen Paul VI. soll­te die Bischofs­syn­ode das Abbild des öku­me­ni­schen Kon­zils wie­der­ho­len und des­sen Geist und Metho­de wider­spie­geln. Der­sel­be Papst sah vor, daß das syn­oda­le Organ „mit der Zeit noch ver­bes­sert wer­den kann“ (Motu pro­prio Apo­sto­li­ca solli­ci­tu­do, 15. Sep­tem­ber 1965). Das griff zwan­zig Jah­re spä­ter der hei­li­ge Johan­nes Paul II. auf, als er erklär­te, daß „die­ses Instru­ment viel­leicht noch ver­bes­sert wer­den kann. Viel­leicht kann sich die kol­le­gia­le pasto­ra­le Ver­ant­wor­tung in der Syn­ode noch voll­stän­di­ger aus­drücken“ (Schluß­an­spra­che, 6. Bischofs­syn­ode 1983). Schließ­lich appro­bier­te 2006 Papst Bene­dikt XVI. eini­ge Ände­run­gen der Ordo Syn­odi Epi­scopo­rum, auch mit Blick auf die in der Zwi­schen­zeit erlas­se­nen Vor­schrif­ten des Codex Iuris Cano­ni­ci und des Codex Cano­num Ecccle­siar­um Ori­tena­li­um.

Wir müs­sen die­sen Weg fort­set­zen. Die Welt, in der wir leben und die zu lie­ben und der zu die­nen wir auch in ihren Wider­sprüch­lich­kei­ten beru­fen sind, erfor­dert von der Kir­che eine Stei­ge­rung der Syn­er­gien in allen Berei­chen ihrer Sen­dung. Genau der Weg der Syn­oda­li­tät ist der Weg, den Gott sich von der Kir­che des drit­ten Jahr­tau­sends erwartet.

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Das, um das Gott uns bit­tet, ist – in gewis­ser Wei­se – schon alles im Wort „Syn­ode“ ent­hal­ten. Gemein­sam gehen – Lai­en, Hir­ten, der Bischof von Rom – ist ein leicht in Wor­ten aus­zu­drücken­des Kon­zept, aber nicht so leicht in die Pra­xis umzusetzen.

Nach­dem es beton­te, daß das Volk Got­tes aus allen Getauf­ten besteht, die geru­fen sind, „eine geist­li­che Heim­statt und ein hei­li­ges Prie­ster­tum“ zu bil­den (Lumen Gen­ti­um 10), ver­kün­det das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil: „Die Gesamt­heit der Gläu­bi­gen, da sie die Sal­bung haben, die vom Hei­li­gen kommt (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glau­ben nicht irren und tut die­se ihre beson­de­re Eigen­schaft durch den über­na­tür­li­chen Glau­bens­sinn des gan­zen Vol­kes kund, wenn sie ‚von den Bischö­fen bis zu den letz­ten gläu­bi­gen Lai­en‘ ihre uni­ver­sa­le Über­ein­stim­mung in Din­gen des Glau­bens und der Sit­ten zeigt.“ (Lumen Gen­ti­um, 12, künf­tig LG). Das ist die berühm­te Unfehl­bar­keitin creden­do“.

Im apo­sto­li­schen Schrei­ben Evan­ge­lii Gau­di­um habe ich es unter­stri­chen: „Das Volk Got­tes ist hei­lig in Ent­spre­chung zu die­ser Sal­bung, die es „in creden­do“ unfehl­bar macht“ (EG 119) und ich habe hin­zu gefügt: „Jeder Getauf­te ist, unab­hän­gig von sei­ner Funk­ti­on in der Kir­che und dem Bil­dungs­ni­veau sei­nes Glau­bens, akti­ver Trä­ger der Evan­ge­li­sie­rung, und es wäre unan­ge­mes­sen, an einen Evan­ge­li­sie­rungs­plan zu den­ken, der von qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­tern umge­setzt wür­de, wobei der Rest des gläu­bi­gen Vol­kes nur Emp­fän­ger ihres Han­delns wäre“ (EG, 120). Der sen­sus fidei ver­hin­dert, streng zwi­schen Eccle­sia docens und Eccle­sia dis­cens zu unter­schei­den, zumal auch die Her­de über eine eige­nen „Wit­te­rung“ ver­fügt, um die neu­en Wege zu unter­schei­den, die der Herr der Kir­che auf­tut. (Wört­lich sag­te Papst Fran­zis­kus „dischiude­re“, was sinn­ge­mäß meint, etwas bis­her Ver­schlos­se­nes auftun.)

Es war die­se Über­zeu­gung, die mich gelei­tet hat, als ich gewünscht habe, daß das Volk Got­tes in der Vor­be­rei­tung für die dop­pel­te Syn­oden­ver­samm­lung über die Fami­lie kon­sul­tiert wer­de, wie es nor­ma­ler­wei­se mit jedem „Linea­men­ta“ [Vor­be­rei­tungs­do­ku­men­ten] geschieht und geschah. Sicher­lich, eine Befra­gung die­ser Art könn­te in kei­ner Wei­se aus­rei­chen, um den sen­sus fidei zu hören. Aber wie hät­te man über die Fami­lie spre­chen kön­nen, ohne die Fami­li­en zu befra­gen, indem man ihre Freu­den und ihre Hoff­nun­gen anhört, ihre Lei­den und ihre Äng­ste (vgl. Gau­di­um et Spes, 1)? Durch die Ant­wor­ten auf die zwei an die Orts­kir­chen ver­schick­ten Fra­ge­bö­gen haben wir die Mög­lich­keit gehabt, zumin­dest eini­ge von ihnen anzu­hö­ren rund um Fra­gen, die sie aus der Nähe betref­fen und zu denen sie viel zu sagen haben.

Eine syn­oda­le Kir­che ist eine Kir­che des Zuhö­rens im Bewußt­sein, daß Zuhö­ren „mehr ist als blo­ßes Hören“ (unkla­re Quel­len­an­ga­be). Es ist ein wech­sel­sei­ti­ges Zuhö­ren bei dem jeder etwas zu ler­nen hat. Treu­es Volk, Bischofs­kol­le­gi­um, Bischof von Rom: der eine hört auf die ande­ren, und alle hören auf den Hei­li­gen Geist, den „Geist der Wahr­heit“ (Joh 14,17), um zu erken­nen, was Er „sei­nen Kir­chen sagt“ (Apg 2,7).

Die Bischofs­syn­ode ist der Kon­ver­genz­punkt die­ser Dyna­mik des Hörens, das auf allen Ebe­nen des Lebens der Kir­che statt­fin­det. Der syn­oda­le Weg beginnt mit dem Hören auf das Volk, das an der pro­phe­ti­schen Sen­dung Chri­sti teil­hat (LG, 13) nach einem der Kir­che des ersten Jahr­tau­sends teu­ren Grund­satz: „Quod omnes tan­git ab omni­bus trac­ta­ri debet“ [Was alle angeht, muß von allen bespro­chen wer­den]. Der Weg der Syn­ode geht wei­ter im Hören auf die Hir­ten. Über die Syn­oden­vä­ter han­deln die Bischö­fe als ech­te Wah­rer, Ver­mitt­ler und Zeu­gen des Glau­bens der gan­zen Kir­che, den sie auf­merk­sam unter­schei­den müs­sen kön­nen von den häu­fig sich ändern­den Strö­mun­gen der öffent­li­chen Mei­nung. Am Vor­abend der Syn­ode im ver­gan­ge­nen Jahr habe ich bekräf­tigt: „Vom Hei­li­gen Geist erbit­ten wir für die Syn­oden­vä­ter vor allem die Gabe des Hörens: des Hörens auf Gott, so daß wir mit Ihm den Schrei des Vol­kes hören; auf das Volk hören, bis wir den Wil­len ein­at­men, zu dem Gott uns ruft“ (Anspra­che auf dem Peters­platz, 4. Okto­ber 2014).

Schließ­lich gip­felt der syn­oda­le Weg im Hören auf den Bischof von Rom, der geru­fen ist als „Hir­te und Leh­rer aller Chri­sten“ zu spre­chen (1. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Pastor Aeter­nus; CIC 749 §1): nicht von sei­nen per­sön­li­chen Über­zeu­gun­gen aus­ge­hend, son­dern als ober­ster Zeu­ge des fides toti­us Eccle­siae, „als Garant des Gehor­sams und der Über­ein­stim­mung der Kir­che mit dem Wil­len Got­tes, dem Evan­ge­li­um Chri­sti und der Tra­di­ti­on der Kir­che“ (Anspra­che zum Abschluß der Syn­ode 2014, 18. Okto­ber 2014).

Die Tat­sa­che, daß die Syn­ode immer cum Petro et sub Petro han­delt, also nicht nur mit dem Papst, son­dern auch unter dem Papst, ist kei­ne Beschrän­kung der Frei­heit, son­dern eine Garan­tie der Ein­heit. Tat­säch­lich ist der Papst durch den Wil­len des Her­ren „das immer­wäh­ren­de und sicht­ba­re Prin­zip und das Fun­da­ment für die Ein­heit sowohl der Bischö­fe als auch der Men­ge der Gläu­bi­gen“ (LG, 23; vgl. 1. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Pastor Aeter­nus). Damit hängt das Kon­zept der „hier­ar­chi­ca com­mu­nio“ zusam­men, das vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gebraucht wur­de: die Bischö­fe sind ver­bun­den mit dem Bischof von Rom durch das Band der bischöf­li­chen Gemein­schaft (cum Petro) und sind zur glei­chen Zeit hier­ar­chisch ihm als Haupt des Kol­le­gi­ums unter­ge­ord­net (sub Petro) (LG, 22; Dekret Chri­stus Domi­nus, 4).

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Die Syn­oda­li­tät als kon­sti­tu­ti­ves Ele­ment der Kir­che bie­tet uns den ange­mes­sen­sten Inter­pre­ta­ti­ons­rah­men um den hier­ar­chi­schen Dienst zu ver­ste­hen. Wenn wir ver­ste­hen, daß, wie der hei­li­ge Johan­nes Chryso­s­to­mos sagt, „Kir­che und Syn­ode Syn­ony­me sind“ (Expli­ca­tio in Ps 149, PG 55, 493) – weil die Kir­che nichts ande­res ist als das „gemein­sa­me Gehen“ der Her­de Got­tes auf den Wegen der Geschich­te Chri­stus dem Herrn ent­ge­gen – dann ver­ste­hen wir auch, daß in ihrem Inne­ren nie­mand über die ande­ren „erho­ben“ sein kann. Im Gegen­teil, in der Kir­che ist es not­wen­dig, daß jemand „sich ernied­rigt“, um sich auf dem Weg in den Dienst an den Brü­dern (Radio Vati­kan — Deut­sche Sek­ti­on über­setzt gen­der­ge­recht „Geschwi­ster“) zu stellen.

Jesus hat die Kir­che gegrün­det und an ihre Spit­ze das apo­sto­li­sche Kol­le­gi­um gesetzt, in dem der Apo­stel Petrus der „Fels“ ist (vgl. Mt 16,18), jener der sei­ne Brü­der im Glau­ben stär­ken soll (vgl. Lk 22,32). Aber in die­ser Kir­che befin­det sich, wie in einer auf den Kopf gestell­ten Pyra­mi­de, die Spit­ze unter­halb der Basis. Des­halb hei­ßen die­je­ni­gen, die Auto­ri­tät aus­üben, „Die­ner“: weil sie gemäß dem ursprüng­li­chen Sinn des Wor­tes die Klein­sten von allen sind. Indem er dem Volk Got­tes dient, wird ein jeder Bischof, für den ihm anver­trau­ten Teil der Her­de, vica­ri­us Chri­sti (LG, 27), Stell­ver­tre­ter jenes Jesus, der sich beim letz­ten Abend­mahl nie­der­knie­te, um die Füße der Apo­stel zu waschen (Joh 13,1–15). Und in einem ähn­li­chen Hori­zont ist der Nach­fol­ger Petri nichts ande­res als der ser­vus ser­vor­um Dei (vgl. Anspra­che zum Abschluß der Syn­ode 2014, 18. Okto­ber 2014).

Ver­ges­sen wir das nie! Für die Jün­ger Jesu, gestern, heu­te und immer, ist die ein­zi­ge Auto­ri­tät die Auto­ri­tät des Dien­stes, die ein­zi­ge Macht die Macht des Kreu­zes, gemäß den Wor­ten des Mei­sters: „Ihr wißt, daß die Herr­scher ihre Völ­ker unter­drücken und die Mäch­ti­gen ihre Macht über die Men­schen miß­brau­chen. Bei euch soll es nicht so sein, son­dern wer bei euch groß sein will, der soll euer Die­ner sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Skla­ve sein“ (Mt 20,25.27). Unter euch soll es nicht so sein: in die­sem Aus­druck gelan­gen wir direkt zum Herz des Geheim­nis­ses der Kir­che – „bei euch soll es nicht so sein“ – und erhal­ten das not­wen­di­ge Licht um den hier­ar­chi­schen Dienst zu verstehen.

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In einer syn­oda­len Kir­che ist die Bischofs­syn­ode nur der sicht­bar­ste Aus­druck einer Dyna­mik der Gemein­schaft, die alle kirch­li­chen Ent­schei­dun­gen inspiriert.

Die erste Ebe­ne der Aus­übung der Syn­oda­li­tät ver­wirk­licht sich in den Teil­kir­chen. Nach­dem er die edle Insti­tu­ti­on der Diö­ze­san­syn­ode wie­der ein­ge­führt hat, in der Prie­ster und Lai­en geru­fen sind, gemein­sam mit dem Bischof für das Wohl der gesam­ten kirch­li­chen Gemein­schaft zusam­men­zu­ar­bei­ten (CIC 460–468), wid­met der Codex Iuris Cano­ni­ci jenen brei­ten Raum, die all­ge­mein „Orga­ne der Gemein­schaft“ in den Teil­kir­chen genannt wer­den: der Prie­ster­rat, das Kol­le­gi­um der Con­sul­to­ren, das Dom­ka­pi­tel und der Pasto­ral­rat (CIC 495–514). Nur in dem Maß, in dem die­se Orga­ne mit „unten“ ver­bun­den blei­ben und von den Men­schen aus­ge­hen, von den all­täg­li­chen Pro­ble­men, kann eine syn­oda­le Kir­che begin­nen, Gestalt anzu­neh­men: die­se Instru­men­te, die manch­mal müh­se­lig vor­an­kom­men, müs­sen als Gele­gen­heit des Hörens und Tei­lens auf­ge­wer­tet wer­den.

Die zwei­te Ebe­ne ist die der Kir­chen­pro­vin­zen und Kir­chen­re­gio­nen, der Par­ti­ku­lar­kon­zi­li­en und auf beson­de­re Wei­se die der Bischofs­kon­fe­ren­zen (CIC 431–459). Wir müs­sen dar­über nach­den­ken, um noch mehr durch die­se Orga­ne die Zwi­schen­in­stan­zen der Kol­le­gia­li­tät, viel­leicht durch Inte­gra­ti­on oder Aktua­li­sie­rung eini­ger Aspek­te der anti­ken Kir­chen­ord­nung, zu ver­wirk­li­chen. Der Wunsch des Kon­zils, die­se Orga­ne mögen zum Anwach­sen des Gei­stes der bischöf­li­chen Kol­le­gia­li­tät bei­tra­gen, hat sich noch nicht voll­stän­dig erfüllt. Wir sind auf hal­bem Weg, auf einem Teil des Weges. In einer syn­oda­len Kir­che, wie ich bereits gesagt habe, „ist es nicht ange­bracht, daß der Papst die ört­li­chen Bischö­fe im Urteils­ver­mö­gen zu allen Pro­ble­men ersetzt, die in ihren Gebie­ten auf­tre­ten. In die­sem Sinn spü­re ich die Not­wen­dig­keit, in einer heil­sa­men „Dezen­tra­li­sie­rung“ vor­an­zu­schrei­ten“ (EG, 16).

Die letz­te Ebe­ne ist die der Welt­kir­che. Hier wird die Bischofs­syn­ode, in Ver­tre­tung des gesam­ten katho­li­schen Epi­sko­pats, zum Aus­druck der bischöf­li­chen Kol­le­gia­li­tät inner­halb einer ganz und gar syn­oda­len Kir­che (Dekret Chri­stus Domi­nus 5, CIC 342–348). Zwei ver­schie­de­ne Begrif­fe: „bischöf­li­che Kol­le­gia­li­tät“ und „eine ganz und gar syn­oda­le Kir­che“. Das drückt eine col­le­gia­li­tas affec­ti­va aus, die unter eini­gen Umstän­den zu einer „effek­ti­ven“ wer­den kann, wel­che die Bischö­fe unter­ein­an­der und mit dem Papst in der Für­sor­ge für das Volk Got­tes ver­bin­det (Johan­nes Paul II., Pasto­res Gre­gis, 8).

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Der Ein­satz zum Auf­bau für eine syn­oda­le Kir­che – Auf­trag, zu dem wir alle geru­fen sind, jeder in der Auf­ga­be, die ihm der Herr anver­traut hat — ist mit öku­me­ni­schen Impli­ka­tio­nen schwan­ger. Aus die­sem Grund habe ich jüngst in Gesprä­chen mit einer Dele­ga­ti­on des Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel die Über­zeu­gung wie­der­holt, daß „die genaue Prü­fung wie sich im Leben der Kir­che das Prin­zip der Syn­oda­li­tät und der Dienst des­sen, der vor­steht, aus­drücken, einen bedeu­ten­den Bei­trag zum Fort­schritt in den Bezie­hun­gen zwi­schen unse­ren Kir­chen bie­ten wird“ (Rede an die Öku­me­ni­sche Dele­ga­ti­on des Patri­ar­chats von Kon­stan­ti­no­pel, 27. Juni 2015).

Ich bin über­zeugt, daß in einer syn­oda­len Kir­che auch die Aus­übung des Petri­ni­schen Pri­mats mehr Licht emp­fan­gen kann. Der Papst steht nicht ‚allein, über der Kir­che, son­dern in ihr drin­nen als Getauf­ter unter Getauf­ten und drin­nen im Bischofs­kol­le­gi­um als Bischof unter Bischö­fen, gleich­zei­tig geru­fen – als Nach­fol­ger des Apo­stels Petrus – die Kir­che von Rom zu lei­ten, die in der Lie­be allen Kir­chen vor­steht (vgl. hei­li­ger Igna­ti­us von Antio­chi­en, Epi­stu­la ad Roma­nos, Pro­emio: PG 5, 686).

Indem ich die Not­wen­dig­keit und die Dring­lich­keit bekräf­ti­ge, an „eine Neu­aus­rich­tung des Papst­tums“ (so die offi­zi­el­le deut­sche Über­set­zung von Evan­ge­lii Gau­di­um, 32. Im ita­lie­ni­schen Ori­gi­nal heißt es „con­ver­sio­ne del papa­to“, was eigent­lich „Ver­wand­lung“, „Umwand­lung“ oder gar „Bekeh­rung“ des Papst­tums meint.) zu den­ken, wie­der­hol­te ich ger­ne die Wor­te mei­nes Vor­gän­gers Papst Johan­nes Paul II.; „Als Bischof von Rom weiß ich sehr wohl […], daß die vol­le und sicht­ba­re Gemein­schaft aller Gemein­schaf­ten, in denen kraft der Treue Got­tes sein Geist wohnt, der bren­nen­de Wunsch Chri­sti ist. Ich bin über­zeugt, dies­be­züg­lich eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung zu haben, vor allem wenn ich die öku­me­ni­sche Sehn­sucht der mei­sten christ­li­chen Gemein­schaf­ten fest­stel­le und die an mich gerich­te­te Bit­te ver­neh­me, eine Form der Pri­mats­aus­übung zu fin­den, die zwar kei­nes­wegs auf das Wesent­li­che ihrer Sen­dung ver­zich­tet, sich aber einer neu­en Situa­ti­on öff­net“ (Enzy­kli­ka Ut unum sint, 95).

Unser Blick wei­tet sich auch auf die Mensch­heit. Eine syn­oda­le Kir­che ist wie ein erho­be­nes Ban­ner unter den Völ­kern (vgl. Jes 11,12) in einer Welt, die – obwohl sie zu Betei­li­gung, Soli­da­ri­tät und Trans­pa­renz in der öffent­li­chen Ver­wal­tung auf­ruft – oft das Schick­sal gan­zer Bevöl­ke­run­gen in die gie­ri­gen Hän­de klei­ner Macht­grup­pen aus­lie­fert. Als Kir­che, die gemein­sam mit den Men­schen unter­wegs ist, an den Mühen der Geschich­te teil­hat, hegen wir den Traum, daß die Wie­der­ent­deckung der unver­letz­li­chen Wür­de der Völ­ker und der Funk­ti­on der Auto­ri­tät als Dienst auch der Zivil­ge­sell­schaft hel­fen kann, sich in Gerech­tig­keit und Brü­der­lich­keit (Radio Vati­kan – Deut­sche Sek­ti­on über­setzt gen­der­ge­recht „Geschwi­ster­lich­keit“) auf­zu­rich­ten und eine schö­ne­re und dem Men­schen wür­di­ge­re Welt zu schaf­fen für die Genera­tio­nen, die nach uns kom­men wer­den (EG, 186–192; Enzy­kli­ka Lau­da­to si, 156–162).

Dan­ke.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Secretum Meum Mihi

18 Kommentare

  1. Viel­leicht ergeht es Ihnen auch so; nach die­sen Äusse­run­gen ist es kaum zu fas­sen, dass hier der Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden gere­det hat. Eine Dau­er­wer­bung für eine „neue Kir­che“ als bana­le Mit­läu­fe­rin für eine men­schen­an­ge­pass­te „bes­se­re Welt“ !?

  2. Fran­zis­kus ist sich sicher, sei­ne Absich­ten sind die Absich­ten Got­tes ! Zum 50.Jahrestag des II.
    Vati­ka­nums erkennt der Papst, dass Gott den syn­oda­len Weg des Got­tes­vol­kes ins 3.Jahrttau-
    send will. Er spricht von der Schön­heit des gemein­sa­men Gehen und all­ge­mei­nem Priestertum.
    Der Papst sieht sich als Spre­cher aller Chri­sten und eine syn­oda­le Kir­che in Hin­blick auf Solidari-
    tät, Gerech­tig­keit und Brü­der­lich­keit. Kein Wort zu der all­ge­mei­nen Ent­christ­li­chung, Entsakrali-
    sie­rung und Welt­geist. Der Ein­druck ent­steht, hier wird einer all­ge­mei­nen Ver­brü­de­rung im Hin-
    blick auf eine Welt­re­li­gi­on, der Mensch im Mit­tel­punkt, das Wort gere­det und vorbereitet !?

    • So ist es,das glaubt er und die sei­nen. Wie wird der Dau­er­rausch gemacht? Viel­leicht mit Dro­gen? Fern­steue­rung? Tüten­wei­se Fran­zis­kus­glück für eine „Klei­nig­keit“, die See­le am Ein­gang freu­dig abzugeben.

    • @fredius
      Fragt sich nur wes­sen Gottes?!
      Der Gott des syn­oda­len Weges ist der Gott, den er, für Ein­ge­weih­te nicht zu über­se­hen, mit einer ein­deu­ti­gen Hand­ge­ste bei sei­ner Rede vor dem US-Kon­gress bezeugt hat!

  3. Die­se Rede ist sehr geschickt gebaut. F. legt einer­seits den Fin­ger auf eini­ge Wun­den der Ver­gan­gen­heit, v.a. im Bereich des miss­brauch­ten hier­ar­chi­schen Prin­zips, das tat­säch­lich sei­ner­seits für Per­ver­sio­nen, Anma­ßung und Unge­rech­tig­keit gesorgt hat. Es gab in der Ver­gan­gen­heit dies­be­züg­lich ja tat­säch­lich schlimm­ste Ent­glei­sun­gen. Und nicht umsonst pran­gert die Mut­ter­got­tes von La Salet­te eben die­ses auto­ri­tä­re und macht­gei­le Geha­be der Hier­ar­chie an.
    Zu Recht wird an man­ches erin­nert, an ein rech­tes Ver­ständ­nis von Hier­ar­chie im Sin­ne des Die­nens et. etc.
    Nun erle­ben wir aber, dass F. hin­ter die­ser schein­ba­ren, wie ein Bauch­la­den vor­an­ge­tra­ge­nen „Demut“ sehr auto­kra­tisch und her­risch regiert und erken­nen einen Dis­sens zwi­schen den Wor­ten und den Taten.
    Die Leh­re vom sen­sus fidei ist dage­gen zu ver­schwom­men for­mu­liert, als dass man damit ernst­haft umge­hen könn­te. Im Prin­zip sagt er alles so unge­nau, dass jeder das ver­ste­hen kann, was er ger­ne hören will. Eeben­so sei­ne Beschrei­bung der auf­stei­gen­den Ebe­nen der Unfehl­bar­keit der Kirche.
    Das ist alles zu wischi­wa­schi-mäßig und veführt zum Chaos.

    Rein orga­ni­sa­to­risch ist mir nicht klar, wie er die vie­len Pro­vinz­syn­oden, bei denen jeder mit­re­den dür­fen soll, welt­kirch­lich noch unter einen Hut brin­gen will.
    Bei einem Appa­rat von einer Mil­li­ar­de Katho­li­ken, die noch dazu in ganz unter­schied­li­chen kul­tu­rel­len Kon­tex­ten leben, erscheint mir das eher ein Instru­ment zur Zer­stö­rung als zur Wah­rung der Ein­heit zu sein.

    Erhel­lend dage­gen sei­ne histo­ri­sche Ablei­tung. Wir haben es nun schwarz auf weiß, dass er auf den Pro­blem­aus­sa­gen sowohl des Vati­ca­num I als auch vor allem derer des Vati­ca­num II und sei­ner Päp­ste fußt. Er nutzt die über­stei­ger­te Auto­ri­tät des Pap­stes aus, die lei­der auf dem Vati­ca­num I nicht klar genug erklärt und lei­der, lei­der nicht ein für alle­mal begrenzt und durch wei­te­re Erklä­run­gen über die Kir­che ergänzt wur­de (weil man nicht das gan­ze Kir­che­sche­ma damals besprach, son­dern bloß das Kapi­tel über den Papst), und das Wischi­wa­schi über die Kol­le­gia­li­tät und das „Volk Got­tes“ aus Lumen gen­ti­um, aus dem man die toll­sten Figu­ren for­men kann, wenn es nur will.

  4. Wenn so kommt, dann Gna­de uns Gott in Deutsch­land. Denn dann sind wir weni­gen Tra­di­ti­ons­treu­en den Pro­gres­si­ven aus­ge­lie­fert. Die­se wür­den sich nur noch auf die neue Barm­her­zig­keit, die Gra­dui­tät und die Lebens­wirk­lich­keit bezie­hen. Sie wür­den Umfra­gen an ein Got­tes­volk star­ten, das seit Jahr­zehn­ten kei­ne ver­nünf­ti­gen Kate­che­sen oder Homi­li­en gehört hat und deren Gewis­sen nur noch ein welt­li­ches ist. Und das ver­kauf­ten sie dann als sen­sus fidelius.

  5. “ Vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil zur der­zei­ti­gen Ver­samm­lung haben wir Schritt für Schritt inten­si­ver die Not­wen­dig­keit und die Schön­heit des „gemein­sa­men Gehens“ ausprobiert.“
    Mir ist das dröh­nen­de Stamp­fen des Kon­zils­gei­stes ein Gräu­el denn ich fürch­te das die­ser Weg in den Abgrund führt.
    “ Die Welt, in der wir leben und die zu lie­ben und der zu die­nen wir auch in ihren Wider­sprüch­lich­kei­ten beru­fen sind, erfor­dert von der Kir­che eine Stei­ge­rung der Syn­er­gien in allen Berei­chen ihrer Sendung.“
    Wer die­se Welt liebt kennt den Vater nicht und wer sich die­se Welt sich zum Freund macht, macht sich zum Feind Gottes.
    Per Mari­am ad Christum.

  6. Dazu pas­send:
    http://www.infowars.com/vatican-insider-pope-francis-will-resign-in-2016-following-argentina-visit/

    von Leo Lyon Zagami 

    „Der Papst hat die Kir­che in ein Mon­strum ver­wan­delt, das nichts mehr mit den Leh­ren Jesu Chri­sti gemein hat

    Letz­te Woche besuch­te ich zwei mei­ner ver­trau­ens­wür­dig­sten Quel­len im Vati­kan, einer ist Mit­glied der Rit­ter des Hei­li­gen Gra­bes und des Päpst­li­chen Rit­ter­or­dens des Hl. Pap­stes Syl­ve­ster, der ande­re, ein Geist­li­cher und Mit­glied des Sekre­ta­ri­at des Vati­kan­staa­tes, des älte­sten Dikaste­ri­ums der Römi­schen Kurie, dem zen­tra­len päpst­li­chen Regie­rungs­ap­pa­rat der römisch-katho­li­schen Kirche.

    In zwei getrenn­ten Sit­zun­gen wur­de die gegen­wär­ti­ge Situa­ti­on der Kir­che dis­ku­tiert, sowie die gera­de statt­fin­den­de Bischofs­syn­ode, die am 24. Okto­ber 2015 endet.

    Die Infor­ma­tio­nen, die wäh­rend die­ser Sit­zun­gen auf­tauch­ten, waren gelin­de gesagt, schockierend.

    Zwei sepa­ra­te zuver­läs­si­ge Quel­len im Vati­kan besa­gen, dass Papst Fran­zis­kus im näch­sten Jahr zurück­tre­ten wird.

    Es wird anläss­lich sei­nes Pasto­ral­be­suchs sei­ner Hei­mat Argen­ti­ni­en und der bei­den Nach­bar­län­der Chi­le und Uru­gu­ay gesche­hen, zum Zeit­punkt, auf den der zwei­hun­dert­ste Jah­res­tag der argen­ti­ni­schen Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung im Jah­re 1816 fällt.

    Die­ses Datum wur­de mit Sorg­falt aus­ge­wählt, um Stö­run­gen zu ver­mei­den, da die argen­ti­ni­sche Regie­rung wünscht, die­ses Ereig­nis möge nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len in 2015 durchsickern. .….“

    Wenn die­se Plä­ne stim­men, kann die Hast nicht mehr ver­wun­dern, die die Zer­stö­rer allen vor­an Papst Fran­zI. an den Tag legen

    • Für die Beru­hi­gung der Lage wäre es gut stür­be er im Amt. Aber gera­de das wird er nicht wol­len. Die Abdan­kung braucht Ber­go­glio in sei­nem mani­schen Hang zu Selbst­in­sze­nie­rung und absur­den Gesten für die fina­le Dekon­struk­ti­on des Papst­tums. Ein Tod im Amt wür­de sei­ner Eitel­keit nie genü­gen, denn es muß ein ganz beson­de­rer Abtritt werden.
      Zwar wär es an sich gut wenn er sich selbst abro­giert. Bes­ser heu­te als mor­gen. Jedoch ist zu befürch­ten, daß das Papst­tum mit ihm einen Schlag ver­setzt bekom­men hat wie wohl noch nie in sei­ner Geschichte.

      • Das woll­te ich gera­de fra­gen: Wenn die­ses Gerücht stimmt (wenn!), dann ist die Fra­ge, wen er schon als Nach­fol­ger insze­niert haben wird…

        Und wir wer­den dann drei Päp­ste haben, zwei Gespen­ster, die im Vati­can heim­lich repä­s­en­tie­ren und einen auf Schat­ten-Gebets-Papst machen und einen, der die Geschäf­te führt.

        F. hat ja das Papst­amt nicht annul­liert, wie sei­ne Rede zeigt.

        Was für eine wider­li­che Situation!

        Spü­ren es außer mir noch ande­re, dass die „Luft“ immer fin­ste­rer wird, das Cha­os in der Welt immer grö­ßer und das Böse wie ein zäher Nebel um uns wabert, so, dass kei­ner mehr etwas sehen kann, es sei denn, sei­ne Augen wer­den von Gott sehend gemacht?

      • „F. hat ja das Papst­amt nicht annul­liert, wie sei­ne Rede zeigt.“
        Ich mei­ne Des­kon­struk­ti­on des Papst­tums im Sin­ne wie es die Alten ver­stan­den und es zuletzt sei­en es Pius IX. oder noch Leo XIII. ausübten.
        Im Übri­gen gebe ich ich Ihnen frei­lich recht.
        Beson­ders möch­te ich Ihren Stand­punkt zu dem Brief­lein der 13 sekun­die­ren, den sie in Ihren Kom­men­ta­ren mehr­ma­lig zu recht sehr scharf kri­ti­siert hatten.
        Man soll sich doch nichts vor­ma­chen es wird von die­sen Kar­di­nä­len kei­nen „Wider­stand“ oder eine gehö­ri­ge Ankla­ge etc geben weder jetzt bei der Ehe­dis­zi­plin noch spä­ter wenn Ber­go­glio in sei­nem des­po­ti­schen Abso­lu­tis­mus die Kir­chen­ver­fas­sung novel­liert. Sie wer­den alles abnicken in der kon­zils­kirch­li­chen Volks­kam­mer „Aula Pao­lo VI“. Ja. viel­mehr wer­den sie uns erklä­ren, daß ohne­hin alles in Ord­nung ist gera­de eben weil „Papst Fran­zis­kus“ so und so ent­schie­den habe. „Es wur­de nichts geän­dert“ etc Das Set­zen auf die­se Kar­di­nä­le ist eben­so naiv wie die noch immer absurd-infan­ti­len Hoff­nun­gen ver­bun­den mit „Papst Bene­dikt“, der alles noch rich­ten werde.

    • In einer Visi­on des hl. Don Bos­cos über die End­zeit heißt es klar und deut­lich, dass der Tod des einen und die Wie­der­wahl des neu­en Pap­stes fast zeit­gleich statt­fin­den: „Dem alten Greis aus Lati­um wer­den die alten Gewän­der wie­der ange­zo­gen und erschreckt stellt er fest, wie weni­ge ihm von sei­ner Her­de geblie­ben sind.“ (Nach­zu­le­sen unter: Die Visi­on des hl. Don Bos­co über die Papstflucht).
      Lie­be Leu­te wir ste­hen kurz vor ganz gro­ßen Umwäl­zun­gen in der Mensch­heits­ge­schich­te. Son­nen­fin­ster­nis und Blut­mon­de, die zugleich mit hohen jüdi­schen Fest­ta­gen zusam­men­ge­fal­len sind, wei­sen auf bevor­ste­hen­de Ereig­nis­se hin. (Dazu lohnt sich auf You­Tube „Blut­mon­de“ anzu­schau­en). Auch das 3. Geheim­nis von Fati­ma wird uns nicht erspart bleiben.

  7. Der IS hat geschwo­ren, Rom zu erobern und die Fah­ne der IS auf dem Peters­dom zu his­sen. Mal sehen, ob dann die Her­ren im Kle­ri­ker­ge­wand und ihre Kum­pel in den Regie­run­gen, die­se Ver­rä­ter an den Völ­kern Euro­pas, dann noch von einer „schö­ne­ren und wür­di­ge­ren Welt“ daher­schwa­feln! Den Tier­schutz in die­ser schö­ne­ren Welt haben Ber­go­glio und sei­ne Trup­pe aller­dings ver­ges­sen .Bleibt noch das Recht, aus­zu­wan­dern, aber in die­sem schwül­sti­gen Neu­sprech-Voka­bu­lar die­ses Pap­stes sucht man ver­ge­bens danach. Wie soll­te es auch anders sein. In einer sol­chen NW-Order-Dik­ta­tur wäre dies ja unmöglich.

  8. Wer­te @ Kommentatoren!

    Seit dem II. Vati­ka­num ist die „Syn­oda­li­sie­rung“ der katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land in vol­lem Gan­ge, und jetzt erst bricht hier ent­setz­te End­zeit­stim­mung aus, als wenn das alles neu wäre!

    Oben heißt es einleitend:
    „Vor den ver­sam­mel­ten Syn­oda­len und Audi­to­ren hielt Papst Fran­zis­kus eine Fest­re­de, die er zum Plä­doy­er für die Syn­oda­li­tät als Ver­wirk­li­chung der Kol­le­gia­li­tät mach­te. Denn die Kol­le­gia­li­tät, wie sie das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil gewünscht habe, sei noch „nicht voll­stän­dig ver­wirk­licht“. Die Kir­che sei erst „auf hal­bem Weg“. Des­halb for­der­te der Papst dazu auf, eine „syn­oda­le Kir­che“ zu bau­en als Kir­che des drit­ten Jahrtausends“.

    Papst Fran­zis­kus, von dem die obi­gen Zitat­fet­zen aus den unmit­tel­ba­ren Anfän­gen sei­nes Pon­ti­fi­kats stam­men, einer der „Beses­se­nen“ vom „Geist des Kon­zils“, ist wohl durch „recht­zei­ti­ge“ Ein­flü­ste­run­gen aus pro­gres­si­sti­schen Krei­sen der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land, zu deren Ton­trä­gern seit über 40 Jah­ren Kar­di­nal Kas­per gehört, auf den „Syn­oda­len Weg“ gebracht wor­den, wenn er sagt: „Genau der Weg der Syn­oda­li­tät ist der Weg, den Gott sich von der Kir­che des drit­ten Jahr­tau­sends erwartet.“ 

    Wohin die­ser Weg führt, ist seit lan­gem in der Diö­ze­se Lim­burg erkenn­bar. Bischof Franz-Peter Tepartz-van Elst ist im Jahr 2008 von Papst Bene­dikt XVI. zum Bischof von Lim­burg bestimmt wor­den, um die dor­ti­gen kir­chen­rechts­wid­ri­gen Syn­odal­struk­tu­ren abzu­bau­en. Er wur­de nicht zufäl­li­ger­wei­se unmit­tel­bar nach dem Syn­oden­lob in der (oben ver­link­ten) Fest­pre­digt zu Peter und Paul 2013 von Papst Fran­zis­kus im fer­nen Lim­burg in einen gehäs­si­gen Kir­chen­kampf gegen sei­ne Per­son hin­ein­ge­zo­gen, der ihm durch Papst Fran­zis­kus letzt­end­lich das Bischofs­amt geko­stet hat.
    Im Papier des Hof­hei­mer Prie­ster­krei­ses „Dia­log im Bis­tum Lim­burg. Ein Bei­trag von Prie­stern der Diö­ze­se mit The­men und Gestal­tungs­vor­schlä­gen zum kirch­li­chen Mit­ein­an­der“ vom 12. März 2012 Jahr 1972 wird Kar­di­nal Kas­per zur Begrün­dung des „Syn­oda­len Weges“ zitiert: „Der Geist ist nach dem Zeug­nis der Schrift allen Getauf­ten gege­ben. Er ist nicht exklu­siv einem bestimm­ten Stand in der Kir­che vor­be­hal­ten. Alle sind Geist­li­che! Die Voll­macht und die Sen­dung zur Bezeu­gung der „Sache Jesu“ in der Geschich­te kom­men grund­sätz­lich der Kir­che ins­ge­samt und allen ihren Glie­dern zu.“ (Ein­füh­rung in den Glau­ben, S. 124). Zuvor schon waren in der König­stei­ner Erklä­rung und in der Würz­bur­ger Syn­ode durch die deut­schen Bischö­fe syn­oda­le Pfa­de beschrit­ten wor­den. War­um gera­de in Limburg?

  9. Forts.:

    Wil­helm Kempf (1906 — 1982) war von 1949 bis 1981 Bischof von Lim­burg. Von 1962 bis 1965 war er Teil­neh­mer und Unter­se­kre­tär des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Unter die­sen Ein­druck hat­te er ab 1969, ver­stärkt durch die Würz­bur­ger Syn­ode (1971 – 1975), in sei­nem Bis­tum gegen die Bestim­mun­gen des römi­schen Kir­chen­rechts syn­oda­le Struk­tu­ren ein­ge­rich­tet, die schon 1973 vom apo­sto­li­schen Nun­ti­us Bafi­le als unhalt­bar ange­se­hen wurden.
    Sein Nach­fol­ger Bischof Kam­p­haus hat­te sie wohl­wol­lend gedul­det, obgleich er sehen muss­te, dass deren nor­ma­ti­ve Kraft jeden neu­en Bischof, der sich am römi­schen Lehr­amt ori­en­tiert, die Aus­übung sei­nes Hir­ten­am­tes fak­tisch unmög­lich machen wür­de, vor allem dann, wenn die­ser ein Dom­ka­pi­tel über­neh­men muss­te, das voll hin­ter der „Syn­odal­struk­tur“ stand.
    Von die­ser Struk­tur ver­mit­telt die „syn­oda­le“ Sei­te der Home­page des Bis­tums einen Ein­druck, die Dom­ka­pi­tu­lar Dr. Geis, der Lei­ter des Diö­ze­san­syn­odal­am­tes vor­stellt: „Herz­lich will­kom­men auf unse­rer Sei­te. In den syn­oda­len Gre­mi­en sind Bischof, Prie­ster, Dia­ko­ne und Lai­en gemein­sam auf dem Weg (syn-odos), den Heils­auf­trag Chri­sti in der Kir­che ent­spre­chend den Anfor­de­run­gen unse­rer Zeit zu erfül­len. Die­se Arbeit in den Pfarr­ge­mein­de­rä­ten und Pasto­ral­aus­schüs­sen, Bezirks­syn­odal­rä­ten, Bezirks- und Stadt­ver­samm­lun­gen, der Diö­ze­san­ver­samm­lung und dem Diö­ze­san­syn­odal­rat möch­ten wir von Sei­ten des Diö­ze­san­syn­odal­am­tes unter­stüt­zen. Ich lade Sie herz­lich ein, von unse­ren Informations‑, Bera­tungs- und Beglei­tungs­an­ge­bo­ten Gebrauch zu machen, indem Sie sich an uns wenden“.
    Die­se syn­odal struk­tu­rier­te Lim­bur­ger „Kir­che“ hat nach Zeu­gen­aus­sa­gen, u.a. des hoch­ver­ehr­ten @ Sua­rez, der im Bis­tum Lim­burg wohnt, zu einer mehr­strän­gi­gen und damit inef­fek­ti­ven Ver­wal­tungs­kir­che geführt. Aus dem pil­gern­den und beten­den Got­tes­volk des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils ist dem­nach ein Kon­glo­me­rat von sit­zen­den und pala­vern­den Grup­pen und Grüpp­chen aus weni­gen Pro­zent der Diö­ze­san­ka­tho­li­ken gewor­den, die ohne Ver­an­wor­tung zu tra­gen, danach trach­te­ten mit­zu­ent­schei­den, indem sie den Bischof ver­an­lass­ten oder gar zwin­gen woll­ten, sich ihren Mehr­hei­ten anzu­schlie­ßen. Wol­len wir sol­che Zustän­de auch in der Weltkirche?

  10. Forts.:

    Bischof Tebartz-van Elst hat in einem Inter­view im „Spie­gel“ dif­fe­ren­ziert, wie er Dia­log ver­stan­den wis­sen woll­te: „Es gibt The­men, bei denen eine gute inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung unver­zicht­bar und des­halb rich­tig ist; aber es darf in der Kir­che nicht bei Gegen­sät­zen ste­hen blei­ben. Als Bischof gebe ich des­halb vie­le The­men ganz bewusst in die Bera­tung der Gre­mi­en. Man­ches muss von einem Bischof aber letzt­lich ent­schie­den wer­den, weil er dafür die letz­te Ver­ant­wor­tung trägt. Das Neue Testa­ment und unser Kir­chen­recht spre­chen hier gleich­lau­tend vom ‚Dienst der Lei­tung’, der dem Bischof als Nach­fol­ger der Apo­stel über­tra­gen ist. Dem kann und will ich mich nicht ent­zie­hen.“ Daher der Vor­wurf, sein Füh­rungs­stil sei inakzeptabel.
    Auf einer Ver­an­stal­tung im Novem­ber 2009 im Haus am Dom in Frank­furt zum vier­zig­jäh­ri­gen Bestehen der Syn­odal­ord­nung des Bis­tums Lim­burg kün­dig­te Bischof Tebarts-van Elst den Schluss mit den Würz­bur­ger Syn­oden und der über­hol­ten ‚Debat­ten­kul­tur‘ an, weil sie kei­ne Zukunft hät­ten und wider­sprach damit dem Frank­fur­ter Jesui­ten-Pro­fes­sor Medard Kehl, der in der glei­chen Ver­an­stal­tung behaup­tet hat­te, dass die Kir­che in Deutsch­land sogar in jeder Diö­ze­se alle 20 bis 25 Jah­re der­ar­ti­ge Syn­oden brau­che. Wer wis­sen will, wohin der syn­oda­le Weg in einer Diö­ze­se führt, möge sich in der Diö­ze­se Lim­burg umse­hen, wo man sich etwa im Hof­hei­mer Prie­ster­kreis auf die Theo­lo­gie von Kar­di­nal Kas­per beruft.

    Die­se Leu­te wol­len über den syn­oda­len Pro­zess zu einer von Rom weit­ge­hend unab­hän­gi­gen Orts­kir­che als „Kir­che der Zukunft“ kom­men, die mit den domi­nie­ren­den pro­te­stan­ti­schen Struk­tu­ren kom­pa­ti­bel wird. Im Haus am Dom in Lim­burg sind die Prot­ago­ni­sten der bei­den Lager aus Anlass des vier­zig­jäh­ri­gen Bestehens der Syn­odal­ord­nung des Bis­tums gegen­über­ge­stan­den: Hier Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, dort der Frank­fur­ter Jesui­ten-Pro­fes­sor Medard Kehl, unsicht­bar hin­ter ihm der Frank­fur­ter Dant­scher SJ aus dem Hof­hei­mer Kreis, dahin­ter der gan­ze Jesui­ten­or­den unter dem Pro­vin­zi­al Kiech­le SJ und das Sekre­ta­ri­at der DBK unter dem Gene­ral­se­kre­tär Lan­gen­dör­fer SJ und dahin­ter schei­nen der dama­li­ge Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz EB Zollitsch und sein Vor­gän­ger in die­ser Funk­ti­on Kar­di­nal Leh­mann auf. Das Papier des Krei­ses „Dia­log im Bis­tum Lim­burg. Ein Bei­trag von Prie­stern der Diö­ze­se mit The­men und Gestal­tungs­vor­schlä­gen zum kirch­li­chen Mit­ein­an­der“ vom 12. März 2012 lässt erken­nen, dass die Herr­schaf­ten aus­schließ­lich ihren Blick auf sich selbst rich­ten und an sich als Prie­ster wahr­neh­men. Erz­bi­schof Mül­ler zitiert dage­gen Joseph Ratz­in­ger, der deut­lich macht, dass ein sol­cher Prie­ster in die ver­kehr­te Rich­tung schaut: „Indem wir sei­nen auf uns und auf unser Prie­ster­tum gerich­te­ten Blick mit unse­rem auf Ihn gerich­te­ten Blick erwi­dern, wobei wir unse­re Augen fest auf jene des gekreu­zig­ten und auf­er­stan­de­nen Hohen­prie­sters rich­ten, kön­nen wir jede Art von Hin­der­nis und Schwie­rig­keit überwinden“.

  11. Forts. : III

    Die 21 Unter­zeich­ner des Hof­hei­mer Tex­tes haben mit ihrer Unter­schrift das Kon­zil­de­krets VI über die Hir­ten­auf­ga­be der Bischö­fe in der Kir­che (Chri­stus Domi­nus) miss­ach­tet, wo es unter Punkt 8. a) heißt: “Als Nach­fol­ger der Apo­stel steht den Bischö­fen in den ihnen anver­trau­ten Diö­ze­sen von selbst jede ordent­li­che, eigen­stän­di­ge und unmit­tel­ba­re Gewalt zu, die zur Aus­übung ihres Hir­ten­am­tes erfor­der­lich ist. Die Gewalt, die der Papst kraft sei­nes Amtes hat, sich selbst oder einer ande­ren Obrig­keit Fäl­le vor­zu­be­hal­ten, bleibt dabei immer und in allem unangetastet.“
    Die­se Fest­le­gun­gen sehen kei­ne Auf­split­te­rung der Gewalt des bischöf­li­chen Hir­ten­am­tes auf Prie­ster und Lai­en vor, was der im Hof­heim-Text zitier­te, aus dem Zusam­men­hang des Kon­zils­de­krets XIV über Dienst und Leben der Prie­ster (Pres­by­terorum ordi­nis 9) geris­se­ne Satz „Alle Prie­ster haben zusam­men mit den Bischö­fen an ein und dem­sel­ben Prie­ster­tum und Amt Chri­sti teil, so dass die­se Ein­heit der Wei­he und Sen­dung ihre hier­ar­chi­sche Gemein­schaft mit dem Stand der Bischö­fe erfor­dert.“ (Dienst und Leben der Prie­ster II.7) sug­ge­rie­ren möch­te. Dar­aus hat sich der Hof­hei­mer Kreis ein ega­li­tä­res Bild des Geist­li­chen zu Eigen gemacht, das nach Joseph Ratz­in­ger dem der Refor­ma­ti­on nahe­kommt, „.durch die der Prie­ster zu einem blo­ßen Reprä­sen­tan­ten der Gemein­schaft redu­ziert wur­de, indem der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen dem Prie­ster­tum des geweih­ten Amts­trä­gers und dem gemein­sa­men Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen eli­mi­niert wurde“. 

    Den schis­ma­ti­schen Kern der Lim­bur­ger Syn­a­dal­vor­stel­lun­gen ver­deut­licht die fol­gen­de Hof­hei­mer Text­stel­le : „Als könig­li­che Men­schen, Pro­phe­ten und Prie­ster haben alle Getauf­ten Anteil an der drei­fa­chen Auf­ga­be, die das Bischofs­amt ver­kör­pert (Lei­tung, Leh­re und Hei­li­gung). Alle sind Geist­li­che – die­ses Bewusst­sein hat uns im Bis­tum Lim­burg bis­her mit Über­zeu­gung den syn­oda­len Weg gehen las­sen. Er ver­langt bei den wich­ti­gen pasto­ra­len Ent­schei­dun­gen den ech­ten Dia­log und nicht bloß die gehor­sa­me Zustim­mung nach getrof­fe­ner Ent­schei­dung. Was alle betrifft, soll auch von allen bespro­chen und ent­schie­den werden“.
    Das Hof­hei­mer Papier ist ein viel­sa­gen­des Doku­ment zum Ver­ständ­nis der Lim­bur­ger Kri­se und es wird klar: Im Lim­burg der Kemp­f/­Kam­p­haus-Hin­ter­las­sen­schaft muss jeder Bischof schei­tern, der sich nicht der syn­oda­len Dik­ta­tur der Prie­ster und Lai­en unter­wirft und nicht die Lim­bur­ger Auf­fas­sung teilt, jeder getauf­te Laie sei damit auch ein Geist­li­cher mit ent­spre­chen­den Kir­chen­rech­ten wie ein Geweihter.
    Wer­te @ Mit­fo­ri­sten! Die obi­ge Rede von Papst Fran­zis­kus ist dem „Geist des Kon­zils“ erwach­sen, der ein deutsch-pro­te­stan­ti­scher Geist ist. Wer das Lim­bur­ger Syn­odal­ex­pe­ri­ment mit dem Fall Bischof Tebartz-van Elst ver­folgt hat, braucht sich nicht zu ent­set­zen. Der Plan, einen ima­gi­nä­ren Reform­stau durch Ände­rung der Leh­re abzu­bau­en, hat spä­te­stens 2010 mit dem Sturz Bischof Mixas und den Dia­log­be­schlüs­sen von Ful­da begon­nen. Erin­nern Sie sich?

  12. Schluss:

    In einem Inter­view der FAZ mit dem Frank­fur­ter Stadt­de­kan Johan­nes zu Eltz hat die Frank­fur­ter Pröb­stin Gabrie­le Scher­le gesagt, sie möch­te eine Kir­chen­ge­mein­schaft, in der sich Kir­chen unter­schied­li­cher Tra­di­tio­nen gegen­sei­tig aner­ken­nen. Ein­fach sei das nicht. Sie hät­ten aus theo­lo­gi­schen Grün­den nun ein­mal ein ande­res Kir­chen­ver­ständ­nis als die Katho­li­ken, eine ande­re Vor­stel­lung davon, wie der Mensch vor Gott steht, eine ande­re Indi­vi­du­al­ethik. Johan­nes zu Eltz hat ihr geant­wor­tet: „Und wenn wir von dort aus nach unse­ren Ursprün­gen fra­gen, dann wer­den wir uns wie­der tref­fen, aber eben nicht in ver­söhn­ten Kir­chen, die insti­tu­tio­nell von­ein­an­der unab­hän­gig sind, son­dern in einer gemein­sa­men Kir­che mit leben­di­gen Ver­schie­den­hei­ten. Mein Lang­zeit­pro­jekt ist die theo­lo­gisch begrün­de­te Dele­gi­ti­mie­rung evan­ge­li­scher Kirch­lich­keit durch die Inte­gra­ti­on refor­ma­to­ri­scher Ele­men­te in die katho­li­sche Kir­che. Zum Bei­spiel ist das „Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen“ so katho­lisch wie es evan­ge­lisch ist. Die zen­tra­le Gestalt der Kir­che ist der Laie, der zum Gebrauch sei­ner Gaben gekom­men ist, nicht der geweih­te Prie­ster, der ihm dabei behilf­lich sein soll. Zu mei­nen, bei uns wür­den die Hier­ar­chen auf dem Schild durchs Dorf getra­gen, ist ein Miss­ver­ständ­nis, das über­wun­den wer­den muss. Daher kommt ja mein Vor­schlag, dass die katho­li­sche Kir­che den Rah­men zur Ver­fü­gung stellt, damit Sie in Ruhe pro­te­stan­tisch sein kön­nen“. Wer nach dem FAZ-Inter­view von Johan­nes zu Eltz und der „Syn­oden­re­de“ von Papst Fran­zis­kus noch glaubt, in der Diö­ze­se Lim­burg ist es um die Bau­ko­sten auf dem Dom­berg und Flug­tickets nach Indi­en gegan­gen, dem ist nicht zu hel­fen. Die Kir­chen­kri­se in Lim­burg, die als Per­so­nal­kri­se getarnt war, trägt in Wirk­lich­keit seit 1969 einen neo­re­for­ma­to­ri­schen Spalt­kern in sich, der nun auf die Welt­kir­che über­zu­grei­fen droht – zur Freu­de des Fran­zis­kus­flü­ste­rers Kar­di­nal Kas­per, der Hof­hei­mer Kir­chen­gue­ril­le­ros, der jesui­ti­schen Netz­wer­ker, sowie der Lim­bur­ger Pro­te­stan­ten, Lai­zi­sten und Atheisten.
    Das Syn­od­en­er­geb­nis zeigt es: Es herrscht inner­halb der katho­li­schen Kir­che ein Kir­chen­kampf , der kei­nen Kom­pro­miss zulässt – zwi­schen dem bis­he­ri­gen römisch-katho­li­schen Lehr­amt, das an der apo­sto­li­schen Her­kunft des Neu­en Testa­ments und damit an der über­lie­fer­ten Hier­ar­chie und Sakra­men­ta­li­tät der Kir­che fest­hält und denen, die den Glau­ben an die Gna­den­mitt­le­rin Kir­che und die damit ver­bun­de­ne Hoff­nung auf Heils­si­cher­heit auf­ge­ge­ben haben und ihr indi­vi­dua­li­sti­sches Heil in einer basis­de­mo­kra­tisch orga­ni­sier­ten, „syn­oda­len“ Kir­che suchen.
    Papst Fran­zis­kus sag­te heu­te in der Abschluss­pre­digt: „Die Syn­oden­er­fah­rung hat uns bes­ser ver­ste­hen las­sen, dass die wah­ren Ver­tei­di­ger der kirch­li­chen Leh­re nicht jene sind, die den Buch­sta­ben, son­dern jene, die den Geist hoch­hal­ten; nicht Ideen, son­dern Men­schen; nicht Vor­schrif­ten, son­dern Got­tes kosten­lo­se Lie­be und Ver­ge­bung.“ Kar­di­nal Kas­per hat­te schon frü­her gesagt: Pasto­ral steht über der Lehre!

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