Papst Franziskus empfiehlt Charismatikern Suenens und Helder Camara als Vorbilder?

Laut Papst Franziskus die Vorbilder für charismatische Katholiken: Leo Suenens und Helder Camara
Laut Papst Fran­zis­kus die Vor­bil­der für cha­ris­ma­ti­sche Katho­li­ken: Leo Sue­n­ens und Hel­der Camara

(Rom) Papst Fran­zis­kus nahm am Sonn­tag, den 1. Juni am 37. Jah­res­tref­fen der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung in Ita­li­en teil, die dort als Gemein­schaft Rin­no­va­men­to nel­lo Spi­ri­to San­to (RnS, Erneue­rung im Hei­li­gen Geist) orga­ni­siert ist. Es war das erste Mal, daß ein Papst an einem sol­chen Tref­fen teil­nahm. Im Olym­pia­sta­di­on von Rom waren unter den mehr als 50.000 Teil­neh­mern auch die welt­wei­te Lei­tung der cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung. Die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung ist in allen Län­dern der Erde ver­tre­ten. Laut eige­nen Anga­ben, gehö­ren 100 Mil­lio­nen Katho­li­ken die­ser Rich­tung an. Den Cha­ris­ma­ti­kern emp­fahl Papst Fran­zis­kus zwei Vor­bil­der: Leo Kar­di­nal Sue­n­ens und Hel­der Cama­ra. In wel­ches Lager will der Papst die cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung treiben?

Die Rede des Pap­stes im Sta­dio Olim­pi­co ver­dient nach den offi­zi­el­len und ino­fi­zi­el­len Tref­fen mit evan­ge­li­ka­len Dele­ga­tio­nen im Juni und sei­nem „Pri­vat­be­such“ beim evan­ge­li­ka­len Pastor Gio­van­ni Tra­et­ti­no am 28. Juli in Caser­ta neue Auf­merk­sam­keit. Jor­ge Mario Ber­go­glio war bereits als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires in der Argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz für die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung zuständig.

Sal­va­to­re Mar­ti­nez, seit 1997 Vor­sit­zen­der des RnS sag­te zur Begrü­ßung: „Wir sind gebo­ren unter Paul VI., wir sind her­an­ge­wach­sen und her­an­ge­reift unter Johan­nes Paul II. und mit ihnen beginnt nun die­se außer­ge­wöhn­li­che mis­sio­na­ri­sche Sai­son.“ Bene­dikt XVI. war offen­bar für die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung kein Anstoß, jeden­falls kein erwähnenswerter.

Eini­ge Aus­zü­ge aus der Papst-Ansprache:

„In den Mechel­ner Doku­men­ten habt ihr eine Leit­li­nie, einen siche­ren Weg, um nicht in die Irre zu gehen. Das erste Doku­ment ist eine Theo­lo­gi­sche und Pasto­ra­le Ori­en­tie­rung. Das zwei­te – ‚Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung und öku­me­ni­sche Bewe­gung‘ – ist aus der Feder von Kar­di­nal Sue­n­ens, dem gro­ßen Prot­ago­ni­sten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Das drit­te ist: ‚Erneue­rung im Geist und Dienst am Men­schen‘, von Kar­di­nal Sue­n­ens und Bischof Hel­der Camara.“

„Ich erwar­te von euch, dass ihr mit allen in der Kir­che die Gna­de der ‚Geist­tau­fe‘, der Tau­fe mit dem Hei­li­gen Geist teilt – ein Aus­druck, der sich in der Apo­stel­ge­schich­te fin­det (vgl. 1,5; 11,16).“

„Ihr sollt Zeug­nis geben von einer geist­li­chen Öku­me­ne mit all jenen Brü­dern und Schwe­stern ande­rer Kir­chen und kirch­li­cher Gemein­schaf­ten, die an Jesus als den Herrn und Erlö­ser glauben.“

„Erin­nert euch: ‚Die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung ist von Natur aus öku­me­nisch … Die katho­li­sche Erneue­rungs­be­we­gung freut sich über das, was der Hei­li­ge Geist in den ande­ren Kir­chen wirkt‘ (1 Mecheln 5,3).“

„Das freut mich sehr. Ich möch­te ihnen auch dan­ken, weil sie bereits das gro­ße Jubi­lä­um von 2017 organisieren.“

„Und ich erwar­te euch alle, ihr Cha­ris­ma­ti­ker der Welt, um gemein­sam mit dem Papst euer gro­ßes Jubi­lä­um am Pfingst­fest 2017 auf dem Peters­platz zu fei­ern! Danke!“

Zwei Modernisten als Vorbilder? — Suenens: „Sei Apostel wie Camara und Mohammed“

Papst Franziskus mit RnS-Vorsitzendem Martinez (links). Der Papst grüßt die Anwesenden wie ein Politiker, segnet sie allerdings nicht, wie es seine Vorgänger taten.
Papst Fran­zis­kus mit RnS-Vor­sit­zen­dem Mar­ti­nez (links). Der Papst grüßt die Anwe­sen­den wie ein Poli­ti­ker, seg­net sie aller­dings nicht, wie es sei­ne Vor­gän­ger taten.

Papst Fran­zis­kus erwähn­te das 1974 auf Anre­gung von Erz­bi­schof Leon-Joseph Kar­di­nal Sue­n­ens von Mecheln-Brüs­sel zustan­de­ge­kom­me­ne „Mechel­ner Doku­ment“. Er nann­te als Bezugs­per­so­nen für die cha­ris­ma­ti­schen Katho­li­ken mit dem Bel­gi­er Kar­di­nal Sue­n­ens (1904–1996) und dem links­ge­rich­te­ten bra­si­lia­ni­schen Befrei­ungs­theo­lo­gen Erz­bi­schof Hel­der Cama­ra von Olin­do und Reci­fe (1909–1999) zwei umstrit­te­ne Kir­chen­ver­tre­ter der jüng­sten Kir­chen­ge­schich­te. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re bezeich­ne­te sie 1986 in einem Offe­nen Brief als „ver­wirr­te Katholiken“.

Bei­de gehö­ren zu jenem neo­mo­der­ni­sti­schen Teil, der mehr einem omi­nö­sen „Geist des Kon­zils“ ver­pflich­tet war, als dem Kon­zil selbst. Dabei war Sue­n­ens einer der füh­ren­den Mode­ra­to­ren des Kon­zils und hin­ter den Kulis­sen einer der Haupt­stra­te­gen der mei­nungs­ma­chen­den pro­gres­si­ven Rhei­ni­schen Alli­anz. Sue­n­ens wie­der­um sag­te über sei­nen „gro­ßen Freund“ Cama­ra, die­ser habe beim Kon­zil „hin­ter den Kulis­sen eine zen­tra­le Rol­le gespielt, obwohl er wäh­rend der Kon­zils­ses­sio­nen nie das Wort ergriff“ (Sue­n­ens: Erin­ne­rung & Hoff­nung, 2000).

Kar­di­nal Sue­n­ens als Ver­fech­ter eines „theo­lo­gi­schen Plu­ra­lis­mus“ bezeich­ne­te das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil als „Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on in der Kir­che“. Im Som­mer 1982 sag­te Kar­di­nal Sue­n­ens bei einer Bischofs­wei­he zum neu­en Bischof: „Sei ein Apo­stel wie Gan­dhi, Hel­der Cama­ra und Mohammed!“

Helder Camaras Agitationspotential: vom Faschisten bis Marxisten

Hel­der Cama­ra war in den 1930er Jah­ren, obwohl bereits Prie­ster, einer der füh­ren­den Köp­fe des bra­si­lia­ni­schen Faschis­mus, der es gegen den Wil­len sei­nes Bischofs bis ins Amt des Gene­ral­se­kre­tärs der Açà£o Inte­gra­li­sta Bra­si­lei­ra (AIB), der faschi­sti­schen Par­tei Bra­si­li­ens brach­te. Ein Uni­kum, das es sonst welt­weit nir­gends gab. Ein Kapi­tel, das er selbst spä­ter und die mei­sten sei­ner Bio­gra­phen still­schwei­gend unter­schlu­gen oder mini­mier­ten. 1937 wur­de dem bra­si­lia­ni­schen Faschis­mus durch ein Ver­bot das Ende berei­tet, ein Putsch­ver­such 1938 schei­ter­te. Doch Cama­ra war auf­grund sei­ner cha­ris­ma­ti­schen Fähig­kei­ten imstan­de sich schnell neu zu erfin­den, auch inner­halb der Kir­che. Sei­ne faschi­sti­sche Ver­gan­gen­heit erklärt viel­leicht sei­nen schnel­len Schwenk zum Mar­xis­mus. Sein Agi­ta­ti­ons­po­ten­ti­al hat­te er hin­rei­chend unter Beweis gestellt und die Extre­me berüh­ren sich zuweilen.

Der bra­si­lia­ni­sche Katho­lik Pli­nio Cor­rea de Oli­vei­ra schrieb zu Cama­ra: Der bra­si­lia­ni­sche Epi­sko­pat hat­te sich „bis 1948 als ent­schie­de­ner Geg­ner des Mar­xis­mus erwie­sen. Doch dann war es im Epi­sko­pat zu einem Links­schwenk gekom­men, der sich 1952 mit der Bil­dung einer omi­nö­sen „Natio­na­len Bra­si­lia­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz“ und der Wahl Hel­der Cama­ras zu ihrem ersten Gene­ral­se­kre­tär noch ver­stär­ken soll­te. Die Früch­te die­ser Kehrt­wen­dung lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten: Prie­ster bei Demon­stra­tio­nen, Ordens­schwe­stern im Mini­rock und füh­ren­de Links­ka­tho­li­ken, die sich für die kom­mu­ni­stisch-jan­gu­isti­sche Agi­ta­ti­on aus­spra­chen.“ Wegen sei­ner Links­la­stig­keit wur­de Cama­ra im Westen hin­ge­gen schnell zum unkri­tisch umju­bel­ten Säu­len­hei­li­gen. Sei­ne faschi­sti­sche Ver­gan­gen­heit, meist ohne­hin nicht bekannt, hat­te er durch sei­nen Mar­xis­mus reingewaschen.

Cama­ra schaff­te es 1948, geist­li­cher Assi­stent der Katho­li­schen Akti­on zu wer­den und grün­de­te zu einer Zeit, als es noch kei­ne Bischofs­kon­fe­ren­zen gab, eine „Natio­na­le Bra­si­lia­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz“ (CNBB) und wur­de zu deren Gene­ral­se­kre­tär. Obwohl die­se CNBB letzt­lich nur aus sei­ner Per­son bestand und vom dama­li­gen Nun­ti­us und von acht von mehr als 150 Bischö­fen unter­stützt wur­de, ver­stand es Cama­ra in den Medi­en geschickt den Ein­druck zu ver­mit­teln, als wür­den Stel­lung­nah­men, Vor­schlä­ge, Pro­gramm­pro­jek­te der CNBB die Mei­nung der bra­si­lia­ni­schen Bischö­fe wie­der­ge­ben. Paul VI. löste 1964 die CNBB auf, mach­te dafür aber Cama­ra zum Erz­bi­schof von Olin­da und Recife.

Camaras subversive Konzilsbeeinflussung

Cama­ra, als begna­de­ter Agi­ta­tor, ver­stand es sich im Hin­ter­grund zu hal­ten, wäh­rend Ver­tre­ter der Rhei­ni­schen Alli­anz in der Öffent­lich­keit auf­tra­ten. Bereits zwei Tage nach Beginn der ersten Kon­zils­ses­si­on stell­te Cama­ra den von Johan­nes XXIII. vor­be­rei­te­ten Tex­ten einen „Geist des Kon­zils“ ent­ge­gen. Nach dem Kon­zil soll­te er das glei­che auch gegen die Kon­zils­do­ku­men­te tun.

Im Hin­ter­grund war es sei­ne For­mu­lie­rungs­ga­be, die über den Infor­ma­ti­ons­dienst Inter­na­tio­nal Docu­men­ta­ti­on on the Catho­lic Church (IDOC) maß­geb­lich beein­fluß­te, wie die Medi­en das Kon­zil wahr­nah­men. Und über die Medi­en wie­der­um nicht unwe­sent­lich das Kon­zil beein­fluß­te. Cama­ra schuf eine Art sub­ver­si­ve Ein­rich­tung zur Beein­flus­sung des Kon­zils. Er koor­di­nier­te aus der Deckung pri­vi­le­gier­te Medi­en­kon­tak­te, orga­ni­sier­te Stim­men für Abstim­mun­gen bei den Kon­zils­ses­sio­nen und ent­wickel­te dafür eige­ne Codie­run­gen, da man nie wis­se, wer am Tele­fon alles mit­hö­re. Kar­di­nal Sue­n­ens etwa wur­de immer mit dem Code­na­men „Pater Miguel“ genannt.

Camaras Opus Angeli — Modernistische Denkschmiede

Dazu bil­de­te Cama­ra bis heu­te ziem­lich im Dun­keln lie­gen­de Insti­tu­tio­nen, wie das omi­nö­se Opus Ange­li, als Denk­schmie­de des Moder­nis­mus, des­sen Sekre­tä­rin Eli­sa­beth Hol­lants gleich­zei­tig auch per­sön­li­che Sekre­tä­rin Cama­ras war. Um das Opus krei­sten Gestal­ten wie Hans Küng, der ita­lie­ni­sche Prie­ster und Poli­ti­ker Giu­sep­pe Dos­set­ti, der deut­sche Moral­theo­lo­ge Ber­nard Häring, der öster­rei­chi­sche Theo­lo­ge Ivan Illich. Alles Gestal­ten des soge­nann­ten „demo­kra­ti­schen Katho­li­zis­mus“. Die mei­sten in der Werk­statt des Opus Ange­li ent­wickel­ten Ideen (zur Kol­le­gia­li­tät, Bischofs­kon­fe­ren­zen, Kuri­en­re­form, Wahl des Pap­stes durch die Bischofs­syn­ode, Bezie­hun­gen zu den ande­ren Reli­gio­nen, Öku­me­ne, Frau­en­dia­ko­nat, dann auch Frau­en­prie­ster­tum, Abschaf­fung des Prie­ster­z­ö­li­bats) waren so radi­kal, daß sie auf dem Kon­zil nicht durch­setz­bar waren.

Sofort „mit Vorbereitung des Dritten Vatikanums beginnen“

Auch die Ernen­nung Cama­ras zum Kar­di­nal, die 1965 bereits von sei­nen Freun­den als „not­wen­dig, ja unver­zicht­bar“ bezeich­net wur­de, soll­te nie Wirk­lich­keit wer­den. Dies, obwohl ein „alter öster­rei­chi­scher Erz­bi­schof“ ihm gesagt habe: „Mir wur­de geof­fen­bart, daß Du ein­mal Kar­di­nal sein wirst“.

Die größ­te Nie­der­la­ge, laut eige­nem Bekun­den, sah Cama­ra in der Wei­ge­rung Papst Pauls VI., das Kon­zil zum The­ma Ver­hü­tungs­mit­tel Stel­lung neh­men zu las­sen. Eine Wei­ge­rung, die bereits die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae vor­weg­nahm. Kaum war das Kon­zil von Paul VI. abge­schlos­sen wor­den, for­der­te Cama­ra in einem gehei­men Rund­schrei­ben sei­ne Freun­de und Mit­strei­ter auf, sofort mit „der Vor­be­rei­tung des Drit­ten Vati­ka­nums zu begin­nen“. Da ihm sei­ne Anhän­ger ein „pro­phe­ti­sches Cha­ris­ma“ zuschrie­ben, traf er sich bereits am 13. Okto­ber 1965 mit hohen Ver­tre­tern des Jesui­ten­or­dens, um über das Drit­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil zu spre­chen. Dabei sag­te er zu ihnen: „Wenn ihr mich Pro­phet nennt, müßt ihr es akzep­tie­ren, Leh­rer zu sein: Sagt mir also bit­te, gibt es irgend­ein wirk­lich ent­schei­den­des Argu­ment, das Frau­en den Zugang zum Prie­ster­tum ver­bie­tet, oder han­delt es sich nur um ein männ­li­ches Vor­ur­teil, das vom Drit­ten Vati­ka­num zer­schla­gen wer­den kann?“

Camaras Wahn vom „künstlichen Leben“ und sein Kampf gegen Humanae vitae

Bei glei­cher Gele­gen­heit pro­gno­sti­zier­te der „Pro­phet“, daß der Mensch inner­halb von zehn Jah­ren den Welt­raum durch­drin­gen wer­de mit allen Über­ra­schun­gen: „Da ich nicht an einen eifer­süch­ti­gen Gott glau­be, der Angst vor dem eige­nen Schat­ten hat und die Macht fürch­tet, die er sei­nem Mit-Schöp­fer gewährt hat, glau­be ich, daß der Mensch künst­li­ches Leben schaf­fen wird, daß ihm die Auf­er­weckung der Toten gelin­gen wird und er den alten Traum von Vor­onoff ver­wirk­li­chen wird“. ((Ser­ge Vor­onoff (1866–1951), ein rus­si­scher Arzt, der fran­zö­si­scher Staats­bür­ger wur­de, und der behaup­te­te, mira­ku­lö­se Erfol­ge bei der Ver­jün­gung von männ­li­chen Pati­en­ten erreicht zu haben durch Ver­ab­rei­chung von Geni­tal­ex­trak­ten von Affen.))

Die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae kri­ti­sier­te Cama­ra als „Feh­ler“ und „auf ihre Art als neue Ver­ur­tei­lung Gali­leis“, ja sogar als „Mord des Kon­zils“, als „prak­ti­sche Leug­nung der Kol­le­gia­li­tät“, als „fak­ti­sche Annul­lie­rung der Öku­me­ne“. Cama­ra ver­faß­te ein Spott­ge­dicht gegen die katho­li­sche Leh­re über die Frau­en als „Opfer“ der­sel­ben, weil sie „gezwun­gen“ sei­en, Kin­der zur Welt zu brin­gen. Der Spott beginnt mit den Versen:

„Kin­der, Kin­der, Kinder…
Wenn es die Freu­de ist, die du willst
(aber was bleibt dir Arme ande­res übrig?)
du mußt zeugen,
du mußt zeugen!“

Das „dich­te­ri­sche“ Schaf­fen Cama­ras endet mit einer Anru­fung der Got­tes­mut­ter, Gott Vater zu bit­ten, „nicht an der Geburt von Mon­stern mitzuwirken“.
Die Spott­rei­me des „pro­fi­lier­te­sten bra­si­lia­ni­schen Kir­chen­ver­tre­ters des 20. Jahr­hun­derts“ zei­gen, welch tie­fer und radi­ka­ler Wider­spruch sich kir­chen­in­tern gegen Huma­nae vitae formierte.

Papst Franziskus während einer charismatischen Geist-Anrufung
Papst Fran­zis­kus wäh­rend einer cha­ris­ma­ti­schen Geist-Anrufung

Camaras Interpretation von Fatima

Im Gegen­satz zu den mei­sten sei­ner pro­gres­si­ven euro­päi­schen Mit­strei­ter im Bischofs­amt glaub­te Cama­ra an die Bot­schaf­ten von Fati­ma (1917). Aller­dings inter­pre­tier­te er sie in sei­nem Sinn. Die von der Got­tes­mut­ter erwähn­te Bekeh­rung Ruß­lands ver­stand er nicht als Ende der Sowjet­uni­on, son­dern nur als Ende der athe­isti­schen, aber nicht der kom­mu­ni­sti­schen Sowjet­uni­on. Cama­ra schrieb: „Die kom­mu­ni­sti­schen Mas­sen wer­den jubeln am Tag, an dem sie erken­nen wer­den, daß sie Gott und das ewi­ge Leben nicht leug­nen müs­sen, um die Men­schen lie­ben und die Gerech­tig­kei­ten im irdi­schen Leben ver­tei­di­gen zu kön­nen.“ Die Zita­te von Cama­ra sind dem Auf­satz „Come i pro­gres­si­sti non vin­se­ro al Con­ci­lio“ (Wie die Pro­gres­si­ven das Kon­zil nicht gewan­nen) des Rechts­so­zio­lo­gen Mas­si­mo Intro­vi­g­ne entnommen.

Papst Franziskus und Gioacchino da Fiore

Tat­sa­che ist, daß Leo Sue­n­ens und Hel­der Cama­ra jene bei­den Teil­neh­mer am Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil waren, die am häu­fig­sten von „cha­ris­ma­tisch“, „Pfingst­be­we­gung“ und „Neu­em Pfing­sten“ spra­chen. Eine Rich­tung, der eine unge­klär­te Nähe zur Häre­sie eines Joa­chim da Fio­re anhaf­tet (sie­he eige­nen Bericht Das neue Zeit­al­ter des Gei­stes? – Pater Can­tala­mes­sa, Papst Fran­zis­kus und Joa­chim da Fio­re. Sue­n­ens und Cama­ra wur­den den cha­ris­ma­ti­schen Katho­li­ken von Papst Fran­zis­kus als ein­zi­ge nament­li­che genann­te Vor­bil­der hingestellt.

Das „Jubi­lä­um“ im Jahr 2017, für des­sen Vor­be­rei­tung der Papst bereits dank­te, bezieht sich auf 50 Jah­re katho­li­scher Cha­ris­ma­tis­mus. 1967 ereig­ne­te sich bei einem Tref­fen an der Uni­ver­si­tät Duques­ne in Penn­syl­va­nia jene Initi­al­zün­dung, die unter pro­te­stan­ti­scher Anlei­tung zur Grün­dung der Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung in der Katho­li­schen Kir­che führte.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wiki­com­mons (Mon­ta­ge)

65 Kommentare

  1. Dazu kann man nur noch mit Dan­te sagen: „Ihr, die ihr hier ( in die­sem Fall in das Ber­go­glio-Pon­ti­fi­kat), ein­tre­tet, laßt alle Hoff­nung fahren“.
    Das muß nun-auch nach dem Wider­ruf der Sus­pen­die­rung von Pater d´Escoto Brock­mann, einem unver­än­dert dem Kom­mu­nis­mus hul­di­gen­den Befrei­ungs­theo­lo­gen und San­di­ni­sten ( gestern sang er im nica­ra­gua­ni­schen Fern­se­hen das Lob­lied Fidel Castros, als von Gott gesand­tem Apo­stel) und den im Arti­kel beschrie­be­nen Vor­komm­nis­sen in Rom dem letz­ten und größ­ten Opti­mi­sten klar sein.
    Die Kata­stro­phe ist da! Gna­de uns Gott!

  2. Kar­di­nal Sue­n­ens und Dom Hel­der Cama­ra sind ganz wun­der­ba­re Vor­bil­der, Cha­peau Papst Franziskus!

    • Die­se Art von Theo­lo­gie führt doch vom Glau­ben weg. Wie kann man nur die­sen Leh­ren, die welt­weit geschei­tert sind, noch nach­ren­nen ? Für mich unverständlich.

  3. „ver­wirr­te Katholiken“
    als Vor­bil­der für (ver­wirr­te?) Katho­li­ken anzupreisen
    und dies aus dem Mun­de des Inha­ber des Petrusamtes -
    wie kann die­se Ver­wir­rung noch getoppt werden? 

    Es ist zu hof­fen, dass sich H. Cama­ra noch vor sei­nem gewalt­sa­men Able­ben bekehrt hat.

  4. Zwar bedeu­tet „Cha­ris­ma“ ursprüng­lich „Gna­den­ge­schenk“ (durch Gott), aber der moder­ne Cha­ris­ma­tis­mus ist ein Phä­no­men, das das 20. Jh gebo­ren hat.

    Er ist die Grund­la­ge der kol­lek­ti­ven Bewe­gun­gen, gleich ob sie nun faschi­stisch, links, kon­ser­va­tiv-tra­di­tio­nell oder „bunt“ daher­kom­men. All die­se Bewe­gun­gen bedür­fen der Inte­gra­ti­ons­fi­gur, des „Füh­rers“ oder eines cha­ris­ma­ti­schen „Hei­li­gen“, und alle lösen die per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung in die­se cha­ris­ma­ti­sche, an die Füh­rungs­ge­stalt dele­gier­te Ver­ant­wor­tung ab.

    So seufz­te die frü­he Kir­che unter dem spät­an­ti­ken Cha­ris­ma­tis­mus (mit cha­ris­ma­ti­schen Mon­ar­chen an der Spit­ze des römi­schen Rei­ches) und so endet sie wohl mit nur ganz weni­gen ech­ten Gläu­bi­gen, bevor der Herr wiederkommt.

    Die cha­ris­ma­ti­sche Struk­tur hat die per­sön­li­che Kreu­zesan­nah­me des ein­zel­nen abge­löst. Man will hier einen Platz, an den man sein Haupt legen kann! man will eine „Kir­che“, in der alles nach den eige­nen Vor­stel­lun­gen und dem eige­nen Hori­zont „stimmt“, „rich­tig“ ist, wo „die Welt noch oder wie­der in Ord­nung ist“. Und das sind bei­lei­be nicht nur Pro­ges­si­sten, die so ticken — die Tra­dis sind ganz genau­so strukturiert!
    Man sehe sich die­sen Pius-Jugend­pro­pa­gan­da­fil an, beach­te auch die kit­schig-ein­lul­len­de Kauf­haus­mu­sik dazu, dann wird klar, was ich mei­ne: http://pius.info/video/jugendarbeit-kjb/8668-brueggemann-kreuzweg-piusbrueder-piusbruderschaft-berlinale

    Ja, in Hebr. 13. 13 hat aber der hei­li­ge Pau­lus das Pro­gramm der Chri­sten formuliert: 

    „Lasst uns also zu ihm vor das Lager hin­aus­zie­hen und sei­ne Schmach auf uns nehmen.
    Denn wir haben hier kei­ne Stadt, die bestehen bleibt, son­dern wir suchen die künftige.“

    Und genau dies steht der cha­ris­ma­ti­schen Gesin­nung ent­ge­gen, die das Kreuz Chri­sti ver­schweigt oder ästhe­ti­siert (in der „kor­rek­ten“ Lit­ur­gie) und an die Stel­le Kol­lek­ti­verfah­rung im Glau­ben setzt.

    Die­se Gesin­nung ist das eini­gen­de Band ver­schie­de­ner Chri­sten, auch unter Katho­li­ken, und es muss nur noch einer kom­men und die Har­mo­ni­sie­rung des schein­bar Aus­ein­an­der­stre­ben­den schaffen.

    • Der Cha­ris­ma­tis­mus ist ganz ein­deu­tig ein moder­nes Phä­no­men, das auf bestimm­te unbe­stimm­te reli­giö­se Bedürf­nis­la­gen (Emo­tio­na­li­tät, per­sön­li­che Erfah­rung) reagiert, und auch ich sehe die Bewe­gung zwie­späl­tig, weil mei­ner beschei­de­nen Ansicht nach der Hl. Geist die bewuss­te Zuwen­dung zu Gott för­dern will — wo die­se Bewusst­heit nicht vor­han­den ist oder die Anwe­sen­heit des Hl. Gei­stes bewusst nicht aus­ge­hal­ten wer­den kann, kommt es eben zu Ohn­mach­ten, schlaf- oder tran­ce­ähn­li­chen Zustän­den, die spi­ri­tu­ell nicht unge­fähr­lich sind. Um eine gno­sti­sche Ter­mi­no­lo­gie zu ver­wen­den: es han­delt sich um Psychi­ker. Mei­ne mysti­schen Gewährs­män­ner bzw. ‑frau­en war­nen auch davor, cha­ris­ma­ti­sche Gaben zu ernst zu neh­men und mysti­sche Ver­zückun­gen gera­de­wegs zu suchen. In ihren Augen han­delt es sich um vor­über­ge­hen­de Phä­no­me­ne, die ver­schwin­den und auf kei­nen Fall Ziel des mysti­schen Weges sind, nein, man irrt, wenn man glaubt, sol­che Zustän­de könn­ten einem die Bewusst­wer­dung erspa­ren, und das wäre auch mein Kritikpunkt.

      Den­noch sehe ich dar­in kein End­zeit­phä­no­men. Es ist eine Mode, eine Art reli­giö­ser Regres­si­on, die wie­der ver­schwin­det. Die Zeit wie­der­holt sich, wenn auch auf ande­rer Ebe­ne. Die Neu­zeit wur­de ja ein­ge­lei­tet durch Bewe­gun­gen, die anti­ke For­men wie­der­be­le­ben woll­ten (das gilt sowohl die Refor­ma­to­ren als auch die Renais­sance-Huma­ni­sten). Und es ist doch auf­fal­lend, dass man sich heu­te mit ähn­li­chen Phä­no­men aus­ein­an­der­setzt wie zur Zeit der ersten Chri­sten: einer heid­ni­schen, hedo­ni­sti­schen Umwelt; Cha­ris­men inner­halb der Gemein­de; gno­stisch-eso­te­ri­sche Strö­mun­gen; dem Ver­hält­nis von Glau­be und (grie­chi­scher) Ver­nunft (wie vie­le Theo­lo­gen, die das pla­to­nisch-ari­sto­te­li­sche Erbe aus der katho­li­schen Theo­lo­gie als qua­si unrein aus­son­dern wol­len), das Ver­hält­nis zum Juden­tum, die Mis­si­on … Fast alles ist auf dem Prüfstand.

      • … der Hei­li­ge Geist wur­de von Jesus ver­hei­ßen als „Trö­ster“, als der Gefähr­te, der die Jün­ger durch das Kom­men­de hin­durch beglei­ten wird, der in Hit­ze Küh­lung, in Käl­te Wär­me spen­det, im Hun­ger sät­tigt, der Trä­nen abwischt und in der Freu­de stärkt, der wie eine war­me, ganz durch­sich­ti­ge und trocke­ne Flam­me unse­re See­le läu­tert und durch­dringt, der Gefühls­du­se­lei von ech­ter Lie­be schei­det, denn die­se ech­te Lie­be ist scharf wie ein zwei­schnei­di­ges Schwert…denn ER ist der Geist der Wahrheit! 

        Man kann das alles lesen, vor allem in der Schrift und den alten Pfingst- und Heiliggeist-Hymnen.
        Am wich­tig­sten ist aber fol­gen­der Satz aus der Lita­nei an den Hl. Geist:

        „Dass Du uns mit Dei­ner hei­li­gen und wirk­sa­men Gna­de in allem zuvor­kom­men, beglei­ten und nie von uns wei­chen wol­lest — wir bit­ten Dich, erhö­re uns!“

        Mit irgend­wel­chen Ver­zückun­gen hat das wohl weni­ger zu tun, obwohl es sie gibt. Aber leicht hat man sie sich ein­ge­bil­det, und ich habe gera­de bei Edith Stein gele­sen, wie sehr Johan­nes vom Kreuz, der selbst wohl eini­ge Kreu­zes­vi­sio­nen hat­te, doch davon abriet, sol­che Erfa­run­gen zu suchen. Wer sie hat, wird sie wohl eher nicht an die gro­ße Glocke hän­gen, son­dern dem Beicht­va­ter zur Über­prü­fung erzählen.

        Ich den­ke, es bleibt ste­hen, trotz eini­ger mysti­scher Gna­den bei ein­zel­nen Men­schen, dass der Hei­li­ge Geist der per­sön­li­che Trö­ster und Erkennt­nis­stif­ter des ein­zel­nen Gläu­bi­gen ist. So hat sich an Pfing­sten kei­ne kol­lek­ti­ve Geist­aus­gie­ßung voll­zo­gen, son­dern j e d e r erhielt offen­bar sei­ne eige­ne „Flam­me“, und das wur­de auch so wahr­ge­nom­men und tradiert.

        Es ist ein gro­ßes Pro­blem, dass ohne aktu­el­le Lehr­au­to­ri­tät (und das ist unser objek­ti­ver Zustand unter den häre­ti­schen Päp­sten) noch viel mehr als je zuvor auch die­se angeb­li­chen Gei­stes­ga­ben eska­lie­ren müssen.

        Das hat­ten wir in der Tat noch nie — zwar ist das cha­ris­ma­ti­sche Getue allei­ne kein End­zeit­zei­chen, aber ein­ge­bet­tet in die vie­len ande­ren Zei­chen aus mei­ner Sicht schon.

      • Der Ver­gleich Spät­an­ti­ke und Jetztzeit:

        In der spät­rö­mi­schen Deka­denz gab es Brot und Spie­le, die mit dem Göt­ter­kult ver­bun­den gewe­sen sind, wor­an die Chri­sten aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den Anstoß nah­men. Das obli­ga­te Göt­ter­op­fer war vom Inhalt los­ge­löst, da es egal gewe­sen ist, ob man dem Glau­ben schenk­te oder nicht, Haupt­sa­che man hielt sich an den Grup­pen­zwang. Heut­zu­ta­ge leben wir eben­falls in einer Käse­glocke der brä­sig machen­den Unter­hal­tung für den „Pöbel“. Die omni­prä­sen­te okkul­te Sym­bo­lik, die das mit sich bringt, wird nur von weni­gen moniert. Und die­se okkul­te Sym­bo­lik hat Otto Nor­mal­ver­brau­cher in sei­nem Leben zu ver­in­ner­li­chen, auch wenn er nur extrem wenig bis gar kei­ne Ahnung hat, was mit ihm dort geschieht. Wenn man sich dem aller­dings ver­wei­gert, wird man vom „Main­stream“ als nicht voll­wer­ti­ges Mit­glied der Gesell­schaft betrach­tet, ähn­lich wie dies im Römi­schen Reich der Spät­an­ti­ke vor Kai­ser Kon­stan­tin gewe­sen ist.

      • Chlod­wig,

        in den übli­chen Dar­stel­lun­gen der Spät­an­ti­ke pflegt man die­se mit Kon­stan­tin begin­nen zu las­sen. Die neue­re Spät­an­ti­ke-for­schung sieht die­se Zeit übri­gens auch nicht als deka­dent anzusehen…

    • Zeit­schnur,

      als gute Katho­li­ken wol­len wir die Bibel rich­tig — also nach den Loc­cu­mer Richt­li­ni­en — zitie­ren. Bit­te Hebr 13,13 (kein Punkt nach der Abkür­zung und Kom­ma zwi­schen Kapi­tel und Vers). All­ge­mein­ver­ständ­lich­keit und sau­be­re Zitier­wei­se sind kost­ba­re Güter. Der Hl. Tho­mas von Aquin ist da ein gutes Vorbild!

      • Welch ein theo­lo­gi­sches Niveau und v.a. welch eine Glaubensseichte!

        Nun ist der „gute Katho­lik“ also inzwi­schen dar­an erkenn­bar, dass er sich nicht vertippt?

        …aber mit offe­nen Häre­ti­kern haben Sie als „guter Katho­lik“ kei­ner­lei Pro­ble­me — wie Sie oben kundgeben? 

        Nun denn, hof­fen Sie drauf, dass eine feh­ler­freie Tippt­ech­nik Ihnen einen voll­kom­me­nen Ablass gewäh­ren wird…

      • Zeit­schnur,

        war­um so aggres­siv. Ich habe Sie nur auf die kor­rek­te Zitier­wei­se der Bibel hin­ge­wie­sen, weil zum guten Argu­ment auch die gute und kor­rek­te Zitier­wei­se gehört.
        Sie haben — es sei denn, Sie sind in der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on — kein Recht, über ande­re zu urtei­len, sie sei­en häre­tisch. Sie dür­fen selbst­ver­ständ­lich vor­brin­gen, wo Sie Pro­ble­me sehen, aber das Urteil spre­chen, das dür­fen Sie nicht. Das ist Amts­an­ma­ßung. Ich fin­de Em. Sue­n­ens und Dom Hel­der Cama­ra für sehr bewun­de­rungs­wer­te Men­schen — aber ich maße mir auch nicht an, sie als Hei­li­ge aus­zu­ge­ben. Das darf nur der Papst.
        Was macht Sie eigent­lich in Ihrem Urteil so sicher?

      • Gott hat mir einen Ver­stand gege­ben und die Kir­che hat uns seit Jahr­hun­der­ten Defi­ni­tio­nen und Ver­wer­fun­gen nicht nur ein­ge­schärft, son­dern auch zur ret­tung des see­len­heils im Fal­le aus­fal­len­der Auto­ri­tät zur Ver­fü­gung gestellt. 

        Ich habe nicht nur das Recht, son­dern sogar die Pflicht, die­sen Defi­ni­tio­nen zu gehor­chen. Als „guter Katholik“…

        Solan­ge „wir“ nach den Loc­cu­mer Richt­li­ni­en kor­rekt zitie­ren „wol­len“ (was soll eigent­lich Ihr Kran­ken­schwe­stern­jar­gon?), kann A auch nonA sein und die Welt ist im Lot.

      • @Alberto Knox,
        Sie haben mich rich­tig zum Lachen gebracht:
        Sie frie­meln mit Pünkt­chen bei den Abkür­zun­gen her­um wäh­rend im Ori­ent und in Afri­ka Chri­sten en mas­se mas­sa­kriert werden.
        Nicht zufäl­li­ger­wei­se ist Ihr Namen­s­pa­te „Alber­to Knox“ ein Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor aus „Sophies Welt“- und sein Gegen­über, der „Major“ bei den UN-Trup­pen im Libanon.
        Gera­de bei den Postings aus der ersten Front­li­nie sind Sie immer abwe­send bzw. schwei­gen Sie. Für­wahr kei­ne ruhm­rei­che Leistung.
        Was ihr Aus­sa­gen zu der Spät­an­ti­ke betrifft:
        Die mei­ste Histo­ri­ker las­sen die­se mit Dio­cle­ti­an (284) und der Tetrar­chie anfangen;
        und @Chlodwig hat natür­lich mit sei­nem Ter­mi­nus „Deka­denz“ recht, als gera­de die schnel­le Fol­ge der Sol­da­ten­kai­sern und die zuneh­men­de unter­schied­li­che Schick­sä­le der Pro­vin­zen auf einen zuneh­men­den mora­li­schen und admi­ni­stra­ti­ven Miß­stand hin­wei­sen (Alex­an­der Demandt).

  5. Das geht es ja rich­tig rund im Jahr 2017. 500 Jah­re Refor­ma­ti­on, 50 Jah­re cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung und 100 Jah­re Fati­ma. Wenn der Him­mel nicht ein­greift weiß kei­ner mehr wo er hingehört.
    „Das „dich­te­ri­sche“ Schaf­fen Cama­ras endet mit einer Anru­fung der Got­tes­mut­ter, Gott Vater zu bit­ten, „nicht an der Geburt von Mon­stern mitzuwirken“.“
    Was das sein soll erschließt sich mir im Moment noch nicht. Wenn ich mal Lan­ge­wei­le habe den­ke ich dar­über nach.
    Per Mari­am ad Christum.

    • „1967 ereig­ne­te sich bei einem Tref­fen an der Uni­ver­si­tät Duques­ne in Penn­syl­va­nia jene Initi­al­zün­dung, die unter pro­te­stan­ti­scher Anlei­tung zur Grün­dung der Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung in der Katho­li­schen Kir­che führte.“
      Das hat­te ich zuerst noch gar nicht gele­sen. Eine Initi­al­zün­dung unter pro­te­stan­ti­scher Anlei­tung? Na wenn das kein Spaß wird im Jah­re 2017 dann gibt es auch kein Humor mehr.
      Per Mari­am ad Christum.

      • „Wir sind gebo­ren unter Paul VI., wir sind her­an­ge­wach­sen und her­an­ge­reift unter Johan­nes Paul II. und mit ihnen beginnt nun die­se außer­ge­wöhn­li­che mis­sio­na­ri­sche Sai­son.“ Bene­dikt XVI. war offen­bar für die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung kein Anstoß, jeden­falls kein erwähnenswerter.“
        Und ich bin am Fati­ma­tag zur Kom­mu­ni­on gegan­gen und das auch noch vor dem Kon­zil. Habe ich was verpasst?
        Per Mari­am ad Christum.

  6. Ich habe mich schon mehr­mals zur sog. cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung hier und anders­wo geäu­ßert es sind dies zwei Beob­ach­tun­gen die zur Ber­ur­tei­lung der CE bei­trä­gen könn­ten. Ich möch­te anmer­ken dass ich durch mei­ne Erfah­run­gen mit der CE und mei­nem tra­di­tio­nel­len Hin­ter­grund der CE mehr als kri­tisch gegenüberstehe:

    1. Die frü­he Kir­che hat HEIDNISCHE Ele­men­te getauft und in den Glau­ben inte­griert. Und ich rede hier nicht nur von ehe­ma­li­gen Tem­peln die zu Kir­chen wur­den. Das geht bei den Beklei­dun­gen für den Kle­rus los und endet bei der Theo­lo­gie des logos. Nun haben wir hier ein Phä­no­men näm­lich den Cha­ris­ma­tis­mus der ein­deu­tig außer­halb der Kir­che enstan un nicht etwa bei Hei­den son­dern bei Pro­te­stan­ten wel­che den Groß­teil des Glau­bens an den Herrn Jesus mit uns tei­len. Für die Inte­gra­ti­on der Cha­ris­ma­tik in die Kir­che war es jedoch nötig die Ele­men­te der Eucha­ri­stie und der Mari­en­ver­eh­rung hin­zu­zu­fü­gen und das Amtsprie­ster­tum als ein­zi­ge Auto­ri­tät der Unter­wei­sung der Gläu­bi­gen fest­zu­set­zen-wenn­gleich es auch vie­le Lai­en Pre­di­ger gibt.

    Sicher­lich gibt es aus tra­di­tio­nel­ler Sicht viel vor allem zur Lit­ur­gie der CE zu sagen. Aber nun gibt es eine gro­ße Bewe­gung und man muss rich­tig damit umge­hen. Ich sehe dort auch eine gro­ße Wun­der­sucht und einen hohen Druck alles mit­zu­ma­chen (das habe ich ein­mal selbst mit­er­lebt-Blicke sagen mehr als tau­send Wor­te!). Außer­dem ste­hen die agie­ren­den Per­so­nen-Hei­ler/­Pre­di­ger-sehr im Mittelpunkt.
    Was ich jedoch gut fin­de ist die Offen­heit und das akti­ve Leben und Wei­ter­ge­ben des Glau­bens vor allem auch an jene für die die Kir­che ein Club von alten Leu­ten ist die wenig attrak­tiv sind.

    Ich den­ke das Kon­zil hat eine grö­ße­re Viel­falt gebracht-gera­de in der West­kir­che was Lit­ur­gie und Aus­drucks­for­men angeht. Ich per­sön­lich fin­de es nicht gut aber aus „pasto­ra­ler“ Sicht ist es nötig da mehr Men­schen mit dem Heil in Berüh­rung kom­men und eine Hei­mat fin­den können.

    PS: Natür­lich sind die­se bei­den „Paten“ der CE ein „no-GO“! Soweit ich das aber ein­schät­ze sind alle bei der CE gera­de auch was Moral angeht sehr kir­chen­treu. Ich den­ke Sue­nes woll­te die­se Bewe­gung instru­men­ta­li­sie­ren weil sie eben anders war als die Kir­che vor dem Kon­zil. Aber da hier wohl wirk­lich der hei­li­ge Geist wirkt und nicht der Zeit­geist den er ver­ehr­te sind sie genau­so katho­lisch wie man sein muss um ein guter Katho­lik zu sein. Da hat er sich wohl geschnitten.
    Ich habe mir die­ses gan­ze Event auf ita­lie­nisch ange­schaut und das Aus­las­sen von Bene­dikt war wie ein Stich ins Herz- 8 Jah­re ein­fach unter den Tisch gekehrt. In der öffent­li­chen Wahr­neh­mung und auch aus Sicht der Ratz­in­ger-Fein­de, wel­che jetzt das Sagen in Rom haben, schlie­ßen wir mit die­sem Pon­ti­fi­kat im Jah­re 2005 an-nach dem Tod vom hl. Johan­nes Paul II.

    • Wie­so Stich ? Bene­dikt hielt von die­sem Hokus­po­kus und dem Getue offen­bar nichts. Dazu sage ich nur, dass er Recht hat. Die­se Erschei­nung hat mit Kir­che nichts zu tun.

  7. Hof­fen wir, dass sich die Cha­ris­ma­ti­ker nicht sol­che fal­schen Mes­sia­se als Vor­bild nehmen.

    • viel­leicht läuft es ja auch ins­ge­samt auf die Weg­be­rei­tung EINES fal­schen Mes­si­as hinaus,denn nichts geschieht ohne Grund,auch auf der „Gegen­sei­te“ nicht!

  8. Die Fra­ge ist falsch gestellt der Hl. Vater erin­nert die Cha­ris­ma­ti­ker bnur an ihre Geschich­te den die kath Erneue­rungs­be­we­gung kommt aus pro­gres­si­ven Krei­sen >Erst durch den Med­jug­or­je schwin­del hat das in Kon­ser­va­ti­ven Krei­sen platz gegriffen
    dr. Jones zeigt das in sei­nen Büchern sehr schön
    https://www.youtube.com/watch?v=NFb46ZlkCrE

  9. Der Gegen­satz zu den Prot­ago­ni­sten des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und Herrn Ber­go­lio bzw. Fran­zis­kus schlechthin:
    „Wei­he an den Hei­li­gen Geist
    (Hl Pius X.)
    Hei­li­ger Geist, Du Geist Got­tes, Geist des Lich­tes und der Lie­be, ich wei­he Dir mei­nen Ver­stand, mein Herz und mei­nen Wil­len, mein gan­zes Sein für Zeit und Ewig­keit. — Mein Ver­stand soll stets wil­lig auf Dei­ne himm­li­schen Ein­spre­chun­gen hören und auf die Leh­ren der hei­li­gen katho­li­schen Kir­che, deren unfehl­ba­rer Len­ker Du bist. Mein Herz sei stets ent­flammt von Lie­be zu Gott und zum Näch­sten. Mein Wil­le sei stets dem Wil­len Got­tes gleich­för­mig. Mein gan­zes Leben sei ein getreu­es Abbild des Lebens und der Tugen­den unse­res Herrn und Hei­lands Jesus Chri­stus. Ihm, sowie dem Vater und Dir, dem Hei­li­gen Gei­ste, sei Ehre und Ruhm in Ewig­keit. Amen.“

    Hl. Pius X., bit­te für uns!

  10. Das cha­ris­ma­ti­sche Trei­ben in Rom hat mitt­ler­wei­le sei­ne Histo­rie und beginnt, wie kann es anders sein, mit dem bald „hei­li­gen Paul VI.“ Hier eine Kost­pro­be aus dem Buch: DIE UNTERMINIERUNG DER KIRCHE. Paul VI. fand sich all­mäh­lich in selt­sa­mer Gesell­schaft wie­der. Da kamen in den Vati­kan Rod­man Wil­liams von der Melo­dy­land School of Theo­lo­gy in Anaheim/Kalifornien, der Süd­afri­ka­ner Dr. David du Ples­sis, D., bekannt unter dem Namen „Mr. Pfing­sten“, Ober­haupt des Welt-Pfingst-Kon­zils, der angli­ka­ni­sche Pfingst­ler-Füh­rer Micha­el Har­per und der deut­sche Arthur Bitt­lin­ger. Er begrüß­te sie in Pri­vat­au­di­enz und ver­si­cher­te ihnen, sie hät­ten sich „mit geist­li­chen Hilfs­quel­len befaßt, deren die gan­ze Mensch­heits­fa­mi­lie drin­gend bedarf. Laßt uns gemein­sam vor­an­schrei­ten und mit Gelehr­sam­keit und Sorg­falt hören, was der Geist uns heu­te sagt, bereit, mit Freu­de und Zuver­sicht in die Zukunft zu gehen“.
    Dann, am Pfingst­sonn­tag, ström­ten Tau­sen­de von Katho­li­ken, die ihre Zuflucht zum Pfingst­ler­tum genom­men hat­ten, in den Peters­dom. Mehr­heit­lich aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, aber auch aus Irland, Kana­da, Indi­en, Mexi­ko und einem Dut­zend wei­te­rer Län­der kom­mend, erleb­ten sie einen Mor­gen, der so bizarr und noch ein gut Teil wil­der ablief als Papst Johan­nes Pauls Extra­va­gan­zen zehn Jah­re spä­ter in Assi­si. Die Cha­ris­ma­ti­ker, meist mitt­le­ren Alters, stan­den da, das Gesicht den gro­ßen gewun­de­nen Ber­ni­schen Säu­len des Haupt­al­tars zuge­wandt, wink­ten mit einer Hand und hiel­ten mit der ande­ren ein japa­ni­sches Tran­si­stor­ra­dio in die höhe, wäh­rend Tau­sen­de ande­rer über­all auf dem Mar­mor­bo­den in Grup­pen zusam­men­ge­drängt mit umschlun­ge­nen Armen saßen. Plötz­lich ließ sich über Mikro­fon eine lau­te männ­li­che Stim­me ver­neh­men. Selbst im Michi­gan- Akzent war ihre Bot­schaft gewal­tig: „Wißt, daß ich, euer Gott, Petrus und Pau­lus nach Rom brach­te, damit sie mei­ne Herr­lich­keit bezeug­ten. Nun habe ich, euer Gott, mich ent­schlos­sen, euch nach Rom zu brin­gen. Hört, mein Volk! Ich spre­che zu euch von der Mor­gen­däm­me­rung eines neu­en Zeit­al­ters. Mei­ne Kir­che wird anders sein. Mein Volk wird anders sein. Berei­tet euch vor! Öff­net eure Augen!“
    Sie­ben­hun­dert katho­li­sche Prie­ster, meist Ame­ri­ka­ner und frisch zu die­sem Kult bekehrt, kon­ze­le­brier­ten am Papst­al­tar mit dem strah­len­den Kar­di­nal Sue­n­ens von Mecheln-Brüs­sel. Die Prie­ster beweg­ten sich zur Kom­mu­ni­ons­pen­dung durchs Mit­tel­schiff und teil­ten die hei­li­gen Hosti­en hän­de­wei­se aus, damit sie von Hand zu Hand wei­ter­ge­reicht wür­den, wobei vie­le davon auf den Boden fie­len. Dann kam von einem klei­nen Sei­ten­al­tar her die Stim­me des Pap­stes. Nach einer zehn­mi­nü­ti­gen Lobes­hym­ne auf die Cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung warf er sei­ne Arme hoch und rief dabei laut: „Jesus ist der Herr! Hallelujah!“

    • furchtbar,aber offen­bar wahr.PaulVI war mir schon zu Beginn wider­wär­tig-vor dem Kon­kla­ve liess er sich mit der Bot­schaft „jetzt kommt dann der Dia­ko­nat der Frau..„von den Fern­seh­frit­zen filmen.Bei sei­ner ersten Bene­dik­ti­on-wie ich ihn hör­te glaub­te ich die gewal­ti­ge Stim­me eines höl­li­schen Dämon zu hören.Dennoch habe ich stets zu ihm gehal­ten als Papst der kath.Kirche und ihn manch­mal cont­re coeur verteidigt.Von den eige­nen Pro­gres­si­sten wur­de er her­un­ter­ge­macht und verhöhnt.Pillenpauli genannt etc.Ich glau­be letzt­end­lich wur­de es sehr ein­sam um ihn-gna­den­voll-ratio­ne aeter­ni­ta­tis-sicher hat das zu ech­ten Reue und Umkehr geführt,(was ich ihm aus gan­zer See­le wünsche)-konnte er doch sonn­tags am heu­ti­gen Fest Chri­sti Ver­klä­rung heimgehen.Aber es fiel mir ein gewal­ti­ger Wacken vom Her­zen-der lei­der jetzt wie­der da ist.

      • will da gar nicht zu hoch ein­stei­gen mit Dämon und so. Bin Bau­jahr 1972 und hab ihn folg­lich nicht wirk­lich live erlebt. Aber was man so liest (z.B. das Kon­zils­buch von Rober­to di Mattei), da muß ich eher an den Zau­ber­lehr­ling den­ken, der alle mög­li­chen Besen (z.B. Sue­n­ens oder auch Alfrink, Rah­ner, Küng und zu vie­le ande­re) aus der Ecke holt, die ihm dann auf dem Kopf rum­tan­zen und nicht mehr ein­ge­bremst wer­den können…

      • Lie­be Frau Züger,

        als Latein-Plei­tier habe ich Schwie­rig­kei­ten mit ent­spre­chen­den Ein­fü­gun­gen und Zita­ten. Bit­te haben Sie Erbar­men mit mir. Ich möch­te alles ver­ste­hen kön­nen, was Sie schreiben.

        Das gilt für ande­re eben­so, wenn sie auf eng­li­sche Sei­ten ver­wei­sen. Da wäre es auch bes­ser, den Inhalt kurz darzustellen.

  11. War­um fällt mir bloss bez. nach­fol­gen­dem Zitat von Kar­di­nal Sue­n­ens die Bezeich­nung „Abbruch-Bewe­gung“ ein ?!
    -
    „Das zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil been­det das Zeit­al­ter der Gegen­re­for­ma­ti­on. Natür­lich hat die Kli­ma­ver­än­de­rung nicht die wirk­li­chen Lehr­un­ter­schie­de bei­sei­te geräumt, und man­che mögen sagen ‚die Glet­scher mögen schmel­zen, doch die Alpen blei­ben bestehen‘. Die­se pes­si­mi­sti­sche Sicht kön­nen wir nicht tei­len. Schon heu­te gibt es Men­schen, die in die Sel­ten der Ber­ge hin­ein­gra­ben, ihre Wider­stands­kraft her­aus­for­dern und Tun­nel vorantreiben“
    -

    Und war­um fällt mir zu fol­gen­dem Zitat des Kar­di­nals bloss die beab­sich­tig­te „huma­ne Welt­re­li­gi­on“ ein?!
    -
    „Nichts wird das Papst­tum von jed­we­den Ver­dacht des Abso­lu­tis­mus frei­spre­chen als der täg­li­che geüb­te Vor­rang des Die­nens, der mehr Wir­kung haben wird als alle Lehrstreitigkeiten.…ohne zeit­li­che Macht zu besit­zen, hat die Kir­che des II. Vati­ca­num nur das eine Ziel; der Welt zu hel­fen, indem sie die Men­schen von Unwis­sen­heit, Miss­trau­en und bru­der­mör­de­ri­schen Hass befreit, und ihr behilf­lich zu sein gemein­sam mit allen Mäch­ten des Frie­dens den Huma­nis­mus von mor­gen zu bauen“
    -

    • Lie­ber defendor,

      die­se zwei Zita­te sind erschreckend.

      Das erste bestä­tigt mein Urteil, daß unter dem Geist des Kon­zils die Fort­set­zung von 1517 betrie­ben wird.

      Das zwei­te macht in erschrecken­der Wei­se die Ver­trot­te­lung des Den­kens sichtbar.

      Zu gern wür­de ich man­che Tex­te, die Sie hier ein­stel­len, für mich greif­bar hal­ten, aber dazu feh­len mir die Kenntnisse.

      Bit­te wei­ter so.

  12. Unter den ver­schie­de­nen Kom­men­ta­ren fin­den sich treff­li­che Ana­ly­sen, ich brau­che die nicht zu wie­der­ho­len, son­dern kann für die­ses Phä­no­men auf ande­re Aspek­te hinweisen:
    Schon vor dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil gab es ein enor­mes Defi­zit an Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung in der katho­li­schen Kir­che. Natür­lich wird die drit­te gött­li­che Per­son in den Ver­eh­rungs­for­meln immer mit genannt, doch „dog­ma­ti­sche Kor­rekt­heit“ bewirkt nicht auto­ma­tisch eine per­so­na­le Beziehung. 

    Die FSSPX, die man wahr­schein­lich als die „vor­kon­zi­li­ar­ste Ver­ei­ni­gung“ der katho­li­schen Kir­che bezeich­nen kann, kennt kaum die Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung außer den vor­ge­schrie­be­nen dog­ma­tisch-lit­ur­gi­schen For­meln. Aus­ge­nom­men ist nur die Zeit der Fir­mung, da wer­den die Firm­lin­ge rich­tig vor­be­rei­tet. In wei­ten Krei­sen der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che war es nicht anders. „Der Hei­li­ge Geist, der unbe­kann­te Gott“, sag­te man schon vor dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Wo eine star­ke Lücke ist, ein enorm gro­ßes Defi­zit herrscht, das nicht bewusst aus­ge­füllt wird, haben unge­ord­ne­te Kräf­te, Gefühls­schwel­ge­rei­en, die bis zur Häre­sie füh­ren, ein leich­tes Spiel. Der Glau­be an den Hei­li­gen Geist, an sein Wir­ken, führt dann weg aus der eigent­li­chen Leh­re, wird „auto­nom“, führt weg von Jesus Chri­stus, von der hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit. Natür­lich gibt es unter den „Pfingst­lern“ gemä­ßig­te Gläu­bi­ge, aber die Ten­denz ist nicht zu bestreiten. 

    Erschwe­rend kommt hin­zu: Mit der Mes­se Paul VI. haben die Katho­li­ken ihr geist­li­ches Zen­trum ver­lo­ren, ihre Iden­ti­tät. Natür­lich gab es schon vor dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil eine lan­ge Vor­lauf­zeit. Auch das Mess­op­fer als das „Zen­tral­ge­bet“ der Katho­li­ken, kann eine Fehl­ent­wick­lung nicht auf­hal­ten, wenn die Gläu­bi­gen nicht ange­hal­ten wer­den, ihr geist­li­ches Leben dar­an aus­zu­rich­ten. Wenn der Kle­rus dazu nicht mehr fähig ist. In der katho­li­schen Kir­che ist das Zen­tral­sym­bol das Kru­zi­fix. Wird es bei­sei­te gescho­ben, ver­lie­ren die Katho­li­ken ihre geist­li­che Iden­ti­tät, der Kle­rus genau­so wie die Laien.
    Wir wis­sen es: Men­schen mit einer schwach ent­wickel­ten Iden­ti­tät sind anfäl­lig für Mas­sen­be­we­gun­gen, in denen Begei­ste­rung, Emo­tio­nen vor­herr­schend sind auf Kosten der Ver­nunft, auf Kosten der inne­ren Mit­te, auf Kosten der ver­bind­li­chen Glaubenslehre.

    Das „Pfingst­ler­tum“ einer­seits und die „Sehe­rin­nen­sucht“ , die in stark tra­di­tio­na­li­sti­schen Ver­ei­ni­gun­gen weit ver­brei­tet ist, haben trotz der inhalt­lich nicht ver­ein­ba­ren Unter­schie­de eine gemein­sa­me Wur­zel: das Ver­küm­mern von zen­tra­len Glau­bens­wahr­hei­ten, die fast bedeu­tungs­los sind für das geist­li­che Leben, das Gebet. 

    Hel­der Cama­ra und Sue­n­ens hat­ten ein rela­tiv leich­tes Spiel: Sie sind in eine gro­ße Lücke gesto­ßen. Sie haben sie aus­ge­nutzt, nicht zu verantworten.

    Die fast feh­len­de Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung und die defi­zi­tä­re Ver­eh­rung des Erlö­sers Jesus Chri­stus hän­gen zusam­men. Der Hei­li­ge Geist hat kei­ne neue Leh­re zu ver­kün­den, sein Wir­ken ist hin­ge­ord­net auf Jesus Chri­stus, auf die hei­lig­ste Dreifaltigkeit.

    • Die hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit ist aus dem geist­li­chen Leben von vie­len katho­li­schen Prie­stern und Lai­en fast „aus­ge­schie­den.“ Sowohl Prie­ster, die dem vor­kon­zi­lia­ren Glau­ben anhan­gen als auch Prie­ster, deren Glau­be durch den Syn­kre­tis­mus des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils geprägt ist, befin­den sich hier in hol­der Eintracht.
      Prie­ster aller Cou­leur pre­di­gen fast grund­sätz­lich nicht mehr über die hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit. Wenn es gut läuft, dann nur noch am Drei­fal­tig­keits­sonn­tag. Aber auch das ist nicht gewährleistet.
      Die Kri­se der Kir­che ist eine Kri­se der Priester.
      Pius X. konn­te nicht genug war­nen vor dem feh­len­den Glau­bens­wis­sen. Das dann durch Sen­ti­men­ta­li­tät ersetzt wird. Er blieb weit­ge­hend ein­sam, auf ihn wur­de kaum gehört.
      Die mei­sten Katho­li­ken in unse­ren Brei­ten­gra­den haben die­sen ver­dünn­ten Glau­ben, der ihnen gepre­digt wird, längst aufgegeben.

      Ande­re suchen Ersatz bei den Pfingst­lern. Wenn die katho­li­schen Prie­ster in ihren Unter­wei­sun­gen, in ihren Pre­dig­ten nicht zu zen­tra­len Glau­bens­wahr­hei­ten zurück­keh­ren, gehört den Evan­ge­li­ka­len die Zukunft. Herr Ber­go­glio führt die­sen Trend an. Er lädt fast unauf­hör­lich ein. Er ist ein Evan­ge­li­ka­ler im Gewand des Papstes.

    • Das ist wie in der moder­nen Schul­päd­ago­gik: Die Schü­ler dort abho­len, wo sie ste­hen, mit immer neu­en Anspra­che­for­men. Lei­der war die­ser Soz­Päd-Ansatz in den 60ern der aller­letz­te Schrei und das abso­lu­te Heil­mit­tel und somit wohl auch die domi­nan­te Den­ke auf dem Konzil.

      Was man mir (Jahr­gang 1972) aller­dings noch erklä­ren müß­te: Das Kon­zil und sei­ne Fol­gen (z.B. Lit­ur­gie­re­form) konn­te anschei­nend zumin­dest in Euro­pa offe­ne Türen ein­ren­nen, mir ist nichts von Pro­te­sten der Gläu­bi­gen bekannt und die Anhän­ger von Lef­eb­v­re waren wohl eine deut­li­che Min­der­heit. Was ist denn schon vor dem Kon­zil schief­ge­lau­fen, dass man dann die Kir­che durch das Kon­zil und noch mehr sei­nen omi­nö­sen Geist so abwracken konnte???

      • Die Katho­li­ken vor dem Kon­zil waren so fel­sen­fest davon über­zeugt, dass der Pfar­rer, der Bischof und der Papst immer und über­all recht haben, dass sie treu und brav alles mit­ge­macht haben, weil der Pfar­rer es so gesagt hat.
        Es gibt da eine Geschich­te dazu:
        Für­bit­ten „Wir bit­ten dich Herr, dass Per­sil auch in Zukunft noch wei­ser wäscht!“
        Gemein­de „Wir bit­ten dich erhö­re uns!“

      • Lie­ber @Kostadinov — Die Mas­se ist nicht nur phy­si­ka­lisch trä­ge und lässt sich nur ungern auf eine Posi­ti­on ein, die einer per­sön­li­chen Ent­schei­dung kon­se­quent folgt, aber als rück­stän­dig und gegen die gro­sse all­ge­mei­ne Moder­ni­tät steht. Das waren damals die Zei­ten der see­len­lo­sen Beton­kir­chen und Beton­köp­fe-Bau­ten: je gott­lo­ser und fre­cher jemand war, desto eher wur­de des­sen Pro­jekt geför­dert und rea­li­siert. Es waren Tage des hoch­ge­ju­bel­ten „Fort­schritts“ und des agres­si­ven, Idea­le ver­trei­ben­den Wohl­stands. Der Kle­rus konn­te sich dem lei­der kaum ent­zie­hen. So wur­den Prie­ster, die vol­ler Begei­ste­rung zur Kir­che und ihrer erha­be­nen Sen­dung stan­den in unglaub­li­cher Nai­vi­tät zu Funk­tio­nä­ren, die beden­ken­los die Altä­re zum Volk hindrehten.

      • Lie­ber Kostadinov,
        das ist eine sehr inter­es­san­te fra­ge, die Sie stel­len. Ein paar (lai­en­haf­te) Gedan­ken dazu: Geschich­te wird immer von den Sie­gern geschrie­ben. Natür­lich gab es dann das „Volk Got­tes“, das sehn­süch­tig „dem Kon­zil“ ent­ge­gen­fie­ber­te, dann befreit „die fri­sche Bri­se“ schnup­per­te, die durch die „geöff­ne­ten Fen­ster“ her­ein­ström­te und den muf­fi­gen, stau­big-abge­stan­de­nen, jahr­hun­der­te­al­ten Mief kräf­tig durch­weh­te. Das Volk, das sich dann begei­stert auf „neue Wege“ wag­te und lachend die War­nun­gen der „Unglücks­pro­phe­ten“ ver­warf und in „Zelt­kir­chen“ als „Volk Got­tes auf dem Weg“ Zwi­schen­sta­ti­on mach­te. Wer woll­te dann nicht dazu­ge­hö­ren, zu die­ser neu­en Zeit? Wer woll­te da abseits ste­hen, wo doch Gemein­schaft ange­sagt war?
        Es gab gewiss zahl­rei­che Geist­li­che und Lai­en, die nicht mehr ver­stan­den, was da vor sich ging, die ihre Kir­che nicht mehr wie­der­erkann­ten (Pro­fes­so­ren, die „eme­ri­tiert“ wur­den, Ordens­schwe­stern, die ihr Habit lieb­ten und es able­gen muss­ten, das sprich­wört­li­che „alte Müt­ter­chen“…) — wie haben sie (schwei­gend) gelit­ten. Aber über sie wur­de nicht geschrie­ben, sie wur­den nicht gehört. Ihre Geschich­te müss­te noch geschrie­ben werden.
        Was ist vor dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil schief­ge­lau­fen? Hier muss man wohl ver­schie­de­ne Din­ge unter­schei­den: Die gute Ver­net­zung und Vor­be­rei­tung best. Grup­pen inner­halb der Kir­che, die äuße­ren poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen und bei den Gläu­bi­gen gab es wohl eine zu gro­ße Auto­ri­täts­gläu­big­keit (wenn es „kind­li­ches Ver­trau­en“ in die Auto­ri­tä­ten ist, soweit ver­ständ­lich), viel­leicht war der Glau­be zu schwach … aber der letz­te Punkt ist rei­ne Spekulation.
        Ihre Fra­ge lie­fert den Stoff für vie­le histo­ri­sche Untersuchungen…

    • „Maria erscheint einem Mit­ar­bei­ter des Pap­stes und bezeugt die gött­li­che Aura, die ihn umgibt…“
      Das näch­ste mal wird noch bes­ser. Dann wird der Mit­ar­bei­ter berich­ten das Maria erklärt hat das Ber­go­glio sel­ber Gott ist. Iro­nie aus.
      Per Mari­am ad Christum.

    • Mon­si­go­re Kar­cher ist ein ech­ter Kra­cher. Wie kommt er dazu, so einen boden­lo­sen Blöd­sinn zu erzäh­len. Hat ihn jemand dazu ange­stif­tet? Lei­der kann ich den Ori­gi­nal­ar­ti­kel in die­sem Papo­la­trieblatt nicht ein­se­hen. Wenn ich mir aber die vie­len grin­sen­den Gesich­ter auf der Log­gia neu betrach­te, so kann ich jetzt erst mein eige­nes geschock­tes Erstar­ren evo­zie­ren, als ich die­se argen­ti­ni­sche Bur­les­ke am 13.3.13 am Bild­schirm mit­er­lebt habe. Ein nicht enden wol­len­der Albtraum!
      Blas­phe­mie färbt wohl zwangs­läu­fig auf die Umge­bung ab.

      • Lei­der ! Kann denn die­ser argen­ti­ni­sche Hor­rortan­go nicht end­lich mal auf­hö­ren? Wir tan­gie­ren die Gren­ze zur Zer­stö­rung des Glau­bens bei vie­len Menschen.

    • Na also- es geht schon los. Genau, wie wir es schon immer befürch­tet hat­ten. Jetzt noch ein paar Wun­der und Ber­go­glio wird Teil der Hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit. Wenn es nicht so trau­rig wäre, dann müss­te man drü­ber lachen. Aber bei Ber­go­glio und bei den Mög­lich­kei­ten, die er hat, ist mir das Lachen schon lan­ge vergangen.

  13. Wie die Klei­der wech­sel­ten, wur­de über reli­giö­se Gefüh­le ein­fach hin­weg­ge­tram­pelt. Ein ein­fa­cher Pfar­rer, ein an der Situa­ti­on fast zer­bre­chen­der guter Mensch sag­te zu Beginn der ver­ord­ne­ten Luther­mes­se (fast Punkt für Punkt von Bugni­ni, was von Andre­as Boden­stein von Karl­stadt im Auf­trag Luthers damals ela­bo­riert wur­de) sag­te: „Aber Chri­stus wird uns den­noch nie ver­las­sen bis zu Sei­ner Wie­der­kunft!“ Ein Prie­ster, der bat, die triden­tin­sche Mes­se zu fei­ern, wur­de bei einer bischöf­li­chen Visi­ta­ti­on abge­fer­tigt: „Da müs­sen sie halt einen Antrag stel­len bei der Bischofs­kon­fe­renz“-. Die Bischofs­kon­fe­renz hat aber in der Juris­dik­ti­on nicht über ein­zel­ne Gläu­bi­ge zu gebe­ne­dei­en — da ist der Bischof in sei­ner Diö­ze­se zustän­dig — das wuss­te der besag­te Weih­bi­schof nicht. Es waren für Prie­ster, die ein­fach in der Kir­che blei­ben woll­ten, furcht­ba­re, schreck­li­che Jah­re. Heu­te kaum zu den­ken, dass das damals schon so schlimm war. Da hat damals nie­mand einen rich­tig breit­ge­la­ger­ten Auf­stand gewagt. Die Kir­che ist die Kir­che, der Papst der Papst. Eben­so wenig wie vor Ber­go­lio es einer gewagt hät­te, vom Teu­fel und sei­nen Knech­ten zu spre­chen. Paradoxerweise.

  14. @zeitlos
    Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen:
    Ich bin in den 40- er und 50- er Jah­ren katho­lisch sozia­li­siert worden.
    Wenn ich an der katho­li­schen Leh­re etwas als Man­gel emp­fun­den habe , war es die man­geln­de Leh­re von Hl Geist.

    • Sie emp­fin­den einen „Man­gel in der katho­li­schen Lehre“?
      O, das klingt aber bedenklich!
      Es ist aller­dings ein rein sub­jek­ti­ves Urteil — es kommt nicht drauf an, was wir als Man­gel „emp­fin­den“, son­dern dar­auf, was objek­tiv Leh­re IST.
      Wir sind doch gehal­ten, das zu glau­ben, was uns das Lehr­amt als zu glau­ben vor­ge­legt hat…nein?

      Im übri­gen wur­de in echt katho­li­schen Krei­sen immer eine gewis­se Hei­lig­geist­fröm­mig­keit gepflegt.
      Auch zeugt der unbe­irrt aus­ge­foch­te­ne Streit um das Filio­que, wie sehr die RKK den Hei­li­gen Geist ver­ehrt hat!
      Leo XIII. hat das 20. Jh dem Hl. Geist geweiht (hier die ent­spre­chen­de Enzy­kli­ka: http://de.wikipedia.org/wiki/Divinum_illud_munus).
      Pius XII. hat in der Enzy­kli­ka über die Herz-Jesu-Ver­eh­rung den hei­li­gen Geist beson­ders her­vor­ge­ho­ben als Ursprung der gött­li­chen Lie­be: http://www.vatican.va/holy_father/pius_xii/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_15051956_haurietis-aquas_ge.html
      Pius XI. dich­te­te: „Hei­li­ger Geist, der Sieg ist Dein“ (1937)

      Aber ich den­ke, das eigent­lich und wahr­haft katho­li­sche Geheim­nis ist die Inkar­na­ti­on Jesu ins Fleisch, denn es ist unse­re Erlö­sung nur dar­an gekop­pelt, dar­an und nur daran:

      „Quo­ni­am enim per homi­nem mors, et per homi­nem resur­rec­tio mor­tuo­rum: sicut enim in Adam omnes mori­untur, ita et in Chri­sto omnes vivi­fi­ca­bun­tur. (1. Kor. 15, 21 f) – Weil näm­lich durch den Men­schen der Tod, auch durch den Men­schen die Auf­er­ste­hung der Toten: wie näm­lich in Adam alle ster­ben, so wer­den in Chri­stus alle leben­dig gemacht werden.“

      Es ist Chri­stus, der Sohn im Zen­trum des Glau­bens, wie der hl. Ambro­si­us im Te Deum dichtete:

      „Tu Rex glo­riae, Christe.
      Tu Patris sem­pi­ter­nus es Filius.
      Tu ad liberan­dum sus­cep­turus homi­nem, non hor­ru­isti Vir­gi­nis uterum.
      Tu devic­to mor­tis acu­leo, ape­ruisti creden­ti­bus regna caelorum.“

      (Du König der Herr­lich­keit, Christus.
      Du bist des Vaters alle­wi­ger Sohn.
      Du hast der Jung­frau Schoß nicht ver­schmäht, bist Mensch gewor­den, den Men­schen zu befreien.
      Du hast bezwun­gen des Todes Sta­chel und denen, die glau­ben, die Rei­che der Him­mel aufgetan.)

      • Dan­ke, Zeitschnur,

        Sie haben mei­ne demü­ti­ge Bit­te erhört.

        Ich bin über­rascht, wie viel man trotz Gna­den­fün­fer, aber mit einem soli­den Glau­bens­wis­sen sich aus einem Text noch erschlie­ßen kann.
        Die Fehl­stel­len: sus­cep­turus, hor­ru­isti, acue­lo, aperuisti.

  15. Wenn das so wei­ter­geht, wer­den wir bald die Aller­hei­li­gen­li­ta­nei ändern müs­sen. Unmit­tel­bar nach Maria folgt dann der hei­li­ge Ber­go­glio und dann die süd­ame­ri­ka­ni­schen Revo­luz­zer. Auch Mar­tin Luther und Johan­nes Kal­vin wür­den sich bei der Lita­nei ala Ber­go­glio gut ein­fü­gen. Ob der gute Mann eigent­lich weiß, was er da von sich gibt? Oder nuschelt er die­sen Schwach­sinn des­halb, weil ihm jeg­li­ches Ver­ständ­nis für eine gedie­ge­ne Theo­lo­gie fehlt? Reden um des Redens wil­len- egal, wel­cher Irr­sein dabei her­aus­kommt. Man­no­me­ter- was haben die da bloß gewählt ?

  16. Hier wird jetzt wirk­lich kei­ne Kat­ze, son­dern eine ech­te Jaguarun­de aus dem Sack gelassen.
    Sue­n­ens gehört zu den fin­ster­sten Leu­ten in der gan­zen Kir­chen­ge­schich­te; mei­ne ein­zi­ge Kri­tik an die­sem sehr guten Arti­kel v. Giu­sep­pe Nar­di ist dann auch daß Sue­n­ens hier nur recht ober­fläch­lich gestreift wird.
    Sue­n­ens ist das typi­sche Pro­dukt einer schon unter Mer­cier irr­lich­tern­den bel­gi­schen Kir­che, wo der Posi­ti­vis­mus, Rela­ti­vis­mus und Per­so­na­lis­mus mit frei­mau­re­ri­schen Phi­lo­so­phien ver­mischt und an der damals größ­ten katho­li­schen Uni­ver­si­tät der Welt (Leu­ven) zu einem fin­stern Ein­topf amal­ga­miert wurden.
    Recht dubi­os wäh­rend der deut­schen Besat­zung, nach Kriegs­en­de äusserst fei­ge und still­schwei­gend, wäh­rend die zuneh­mend von Kom­mu­ni­sten und frei­mau­re­ri­schen Libe­ra­len durch­setz­te Repres­si­on immer mehr anti­ka­tho­li­sche und anti­flä­mi­sche Ten­den­zen ent­wickel­te (Pater Jalics SI wird hier­bei sicher an Alt­be­kann­tem erin­nert wer­den), recht farb­los, theo­lo­gisch kein Schwer­ge­wicht (das wird eben von sei­nen besten Ver­tei­di­gern zuge­stan­den), ein aus­ge­präg­ter Strip­pen­zie­her und tech­ni­scher Orga­ni­sa­tor mit vie­len Tricks, brach­te er es nicht nur schnell zum Mode­ra­tor des 2. Vat. Kon­zils son­dern trieb es auch in eine desastreu­se Richtung.
    Er boo­te­te gekönnt die fran­zö­si­schen Ordens­geist­li­chen (zual­ler­erst P. de Lub­ac SI) aus, ver­han­del­te mit den Deutsch­spra­chi­gen, trieb ein schein­hei­li­ges Spiel mit Papst Pau­lus VI; sich super­mo­dern kirch­lich und inter­na­tio­nal gebär­dend, han­del­te er hoch­nä­sig und dik­ta­to­ri­al in sei­nem Land, löste mit sei­nem „Man­de­ment“ eine wah­re Volks­re­vo­lu­ti­on aus (die Regie­rung stürz­te, die kath. Uni Löwen wur­de hals­über­kopf gespal­ten, die Föde­ra­li­sie­rung extrem beschleunigt).
    Er sel­ber wur­de gejagt von sei­nen flä­mi­schen Gläu­bi­gen und ließ sei­ne Diö­ze­se total verrotten.
    1968 ver­setz­te er P. Paul VI einen Dolch­stoß in den Rücken anläß­lich Huma­nae vitae, wovon die­ser schwerst des­il­lu­sio­niert war.
    Für vie­le unbe­kannt: unter Sue­n­ens nahm die pädo­phi­li­sie­ren­de Ten­denz i.d. bel­gi­schen Kir­che ihren Anfang (z.B. J.B. als Chef­kat­e­chet, spä­ter mit dem pädo­phi­li­sie­ren­dem Reli­gi­ons­buch „Roeach“ ver­bun­den; oder den Lit­ur­gie­pro­fes­sor GD, spä­ter als gro­ßer Nichts­wis­ser übrer­all bekannt); die Prie­ster­ru­fun­gen gin­gen unter Sue­n­ens und Dan­neels (v. 1955 bis 2010) um 99,4 % zurück (ein­sa­mer Weltrekord)(v. 55 jähr­lich bis 1x alle 3 Jahren).
    Stei­ner­nes Zeug­nis ist das frü­he­re St. Josefs­se­mi­nar in St. Kate­li­j­ne-Waver, an der Gren­ze von Meche­len und Bon­hei­den, ein rie­si­ges Gebäu­de, 1965 geschlos­sen, dann leer­ste­hend und in 1974 in aller Stil­le (und dies obwohl es im Zen­trum der meist katho­li­schen Gebiets v. Bel­gi­en lag) bil­ligst ver­kauft- jetzt mutiert i.d. Alten-und Behin­der­ten­heim Bor­ger­stein (auf wel­cher Home­page bis vor kur­zem noch die pal­lia­ti­ve Ver­sor­gung und sehr freund­lich bei Bedarf die Eutha­na­sie an Ort und Stel­le bespro­chen wur­de- nach Bloß­stel­lung durch die Kath.Aktion Flan­dern und die Ver­haf­tung des Dia­kens I.P. in Wevel­gem (Be-West­flan­dern) ff.

    • Adri­en Antoi­ne: Sehr inter­es­sant, vor allem aber erschütternd !

      Indes schrei­ben Sie, dass die Kir­che in Bel­gi­en schon zu Zei­ten Kar­di­nal Mer­ciers irr­lich­ter­te; die­ser aber ver­starb bereits 1926 ! http://catholic-hierarchy.org/bishop/bmercierd.html

      Kön­nen Sie dies noch etwas aus­füh­ren? Eben­falls den Auf­stieg Kar­di­nal Sue­n­ens‘, der ja erst 1962, kurz vor Kon­zils­be­ginn zum Kar­di­nal ernannt wurde.

      • Geehr­ter @Carlo,
        Ich bit­te die spä­te Ant­wort auf Ihr Posting zu entschuldigen.
        Kard. Mer­cier, sehr fran­ko­phil und phi­lo­so­phisch inter­es­siert, der in prä­gen­den Jugend­jah­ren sowohl den Bismarck’schen Kul­tur­kampf als die Com­mu­ne in Paris, die fran­zö­si­sche III. Repu­blik und die Kirchenoppression(Gesetz Com­bes usw.) erleb­te, hat an der Kath. Uni Löwen den Ein­fluß der moder­nen Phi­lo­so­phie for­ciert (Grün­dung des ISP(Institut supérieur de phi­lo­so­phie) und eine Neu­scho­la­stik favo­ri­siert, die im Gegen­satz zu der schon lan­ge bestehen­den deut­schen neu­scho­la­sti­sche Schu­le eher rück­griff auf Kant, Hegel und die moder­ne­ren fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phen; es ist schon sehr lan­ge bekannt daß der sog. Neu­tho­mis­mus mit den eigent­li­chen Gedan­ken des Hl. Tho­mas v. Aquin nichts zu tun hat.
        Beson­ders gra­vie­rend war sei­ne Patro­na­ge des Jesui­ten­pa­ters Joseph Maréchal, der expe­ri­men­tel­le Psy­cho­lo­gie lern­te in Deutsch­land, dann spä­ter Jahr­zehn­te die­ses Fach a.d. Jesui­ten­hoch­schu­le bei Löwen und am ISP lehr­te- wobei er beson­ders inter­es­siert war in der Ver­bin­dung Spi­ri­tua­li­tät und Mystik mit der Individualpsychologie.
        Aus die­sem Kreis stam­men u.A. Karl Rah­ner und Schillebeeckx.
        In den Jah­ren 1921–1925 führ­te er Gesprä­che mit den Angli­ka­nen zur öku­me­ni­scher Ver­ei­ni­gung („Mechel­ner Gesprä­che“), arg­wöh­nisch beäugt von den vati­ka­ni­schen Behör­den, wobei sein angli­ka­ni­scher Gegen­über Earl Hali­fax war, eine der meist ver­rück­ten und wech­sel­haf­ten Per­so­nen der eng­li­schen Geschichte.
        Sehr fran­ko­phil und über­zeugt v. d. Supe­rio­ri­tät der fran­zö­si­schen Spra­che möch­te er anfäng­lich die Fla­men (3/4 sei­nes Erz­bis­tums) nicht, wur­de wäh­rend und nach dem Ersten Welt­krieg fana­tisch anti­flä­misch- inklu­siv Ver­maul­korbung von tau­sen­den flä­mi­schen Prie­stern (meist: Vikaren)
        Bis jetzt hält sich hart­näckig das Gerücht daß Mer­cier Loge­mit­glied gewe­sen sei.
        Anek­do­te am Ran­de: ca. 1976 erschien ein Ver­such Mer­ciers schwer ange­schla­ge­ne Bild bei den Fla­men zu repa­rie­ren, von der Hand v. Rob. Bou­dens, Kir­chen­ge­schicht­ler a.d. Uni Löwen, west­flä­mi­schem Oblat und gro­ßem Freund v. God­fried Dan­neels. Zu die­sem Orden (und eben­falls aus West­flan­dern stam­mend) gehört eben­falls Eric Deja­e­ger, Rezi­di­vist und wegen mas­si­ven pädo­phi­len Greu­el­ta­ten in Nord­ka­na­da bei Eski­mo­kin­dern (Baker Lake/Igloolik) im Augen­blick vor Gericht. !995 ver­schwand Deja­e­ger spur­los in Cana­da (steck­brief­lich gesucht v. d. RCMP /„Mounties“) und tauch­te unter in die schö­ne Vil­la der Obla­ten in Blan­den (bei Löwen).
        Und hier haben alle nichts gewußt, nichts gehört, nichts gese­hen- und am Wich­tig­sten: total geschwiegen.
        Dies irae

  17. @Carlo (Teil 2)

    Kard. Mer­cier wur­de nach­ge­folgt v.d. Fla­men Van Roey, Theo­lo­gie­pro­fes­sor in Löwen (er war theol. Spe­zia­list bei den Mechel­ner Gesprä­che), pri­mär inter­es­siert an der katho­li­schen Domi­nanz in Bel­gie (beson­ders poli­tisch und socio­öko­no­misch), sehr bau­ern­schlau und mit beson­de­ren Nach­druck auf Volks­mis­si­on, Pasto­ral und nicht zuletzt reli­giö­se Folklore.
    Er fing den bau der Hl.Herz-Basilika in Koekel­berg (Brüs­sel) an, ließ auch das St. Jozefs­se­mi­nar in St.-Kath. Waver bauen.
    In dem besetz­ten Bel­gi­en ängst­lich und peni­bel nichts­sa­gend (es wür­de auf gro­ßer Schal in Flan­dern und Wal­lo­ni­en für den „Kreuz­zug gegen den Kom­mu­nis­mus“ rekru­tiert), war er nach dem Krieg bei der sehr schnell anti­flä­misch und anti­ka­tho­lisch sich ent­wickeln­den Repres­si­on eben­falls äusserst schweig­sam (und sag­te hier­zu erst 1955 eini­ge Worte).
    Bei sei­nem Tod in 1958 war die theo­lo­gi­sche Ver­ir­rung in Bel­gi­en, beson­ders an der Uni Löwen, schon etwa 50 Jah­re lang viru­lent und auch bekannt (eini­ge sehr gute Arti­kel dazu auf http://www.kavlaanderen.blogspot.be) (Neben Maréchal auch Kanon. Joseph Lemaître, Schöp­fer der Big­bang­theo­rie, stark befreun­det mit Ein­stein, und die Gar­de der bel­gi­schen Theo­lo­gen („la squa­dra bel­ga“) die bei dem 2. Vatik. Kon­zil einen gewal­ti­gen (und lei­der desa­strö­sen) Impakt haben werden.
    Sue­n­ens selbst hat sich erst als jun­ger Sekre­tät, spä­ter als Kanz­ler der Uni Löwen, hoch­ge­ar­bei­tet und von allen Pro­ble­men fern­ge­hal­ten. Im Aus­land moder­ni­stisch-pro­gres­siv war er im Inland dik­ta­to­ri­al und hoch­nä­sig- fak­tisch brach­te er ganz nie­der­län­disch­spra­chig Bel­gi­en gegen sich auf, wobei die Kir­che dort (wahr­schein­lich von ihm gewollt und des­halb bewußt her­bei­ge­führt) enor­men blei­ben­den Scha­den erlitt.
    Als Hob­by und Kom­pen­sa­ti­on beschäf­tig­te er sich dann mit den Cha­ris­ma­ti­schen Bewe­gun­gen, denen ich gera­de in Flan­dern nie­mals begeg­net bin.
    Der Ein­fluß von Sue­n­ens auf das 2. Vati­ka­num war enorm, sowohl durch sein eige­nes Mani­pu­lie­ren als durch sein Ein­fluß und Gehör bei Kard. Montini/P. Paul VI; hier wird mas­siv geschwie­gen, teils noch immer vertuscht.
    Aber eine Sache ist sicher: es hängt in die­ser Geschich­te sehr viel Schwe­fel in der Luft.

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