[Update 20.10.] Deutsche Bischöfe weiter aktiv im Pornogeschäft

(Augs­burg) Beim Geschäft mit Por­no­gra­phie gibt sich der Buch­händ­ler Welt­bild, der ein Unter­neh­men der deut­schen Bischö­fe ist, wei­ter auf­ge­schlos­sen: Rund 2.500 Arti­kel, mehr­heit­lich Bücher, lie­fert eine ein­schlä­ge Stich­wort­su­che im Online-Kata­log.

Dar­un­ter sind auch Titel des Ver­lags Blue Pan­ther Books mit sei­ner Por­no-Pro­sa der Rei­hen „Anwalts­hu­re“, „Vögel­bar“ und „Schlam­pen­in­ter­nat“. „Die­se Arti­kel wer­den jedoch nicht aktiv im Shop bewor­ben, son­dern nur pas­siv vor­ge­hal­ten“, erklär­te eine Welt­bild-Spre­che­rin auf Anfra­ge von buch­re­port.

Den deut­schen Bischö­fen gefal­len kir­chen­kri­ti­sche und rechts­ex­tre­me Titel nicht, die­se wer­den aus dem Kata­log aus­ge­fil­tert. Die­se Maß­nah­me, so wird gern erklärt, gesche­he aus Rück­sicht auf die katho­li­sche Kir­che. Das stimmt nur zum Teil. Rich­ti­ger ist wohl eher, daß Buch­händ­ler mit der Ver­brei­tung von papst- und kir­chen­kri­ti­schen Schrif­ten kaum, mit Por­no­gra­phie viel Umsatz machen. Mit ca. 2.500 Arti­keln ist Welt­bild einer der größ­ten Por­no­händ­ler im Netz, der noch dazu ohne Alters­prü­fung por­no­gra­phi­sche Arti­kel aus­lie­fert. E‑Books gibt es als Sofort-down­load .

Die Ver­lags­grup­pe Welt­bild gehört mit einem Umsatz von ca. 1,657 Mrd. Euro Umsatz (Stand 30.06.2011) zu den größ­ten in der Buch­bran­che und ist dort wegen der Markt­macht auf Grund der Koope­ra­ti­on mit Hugen­du­bel umstrit­ten. Besit­zer sind die Bis­tü­mer Augs­burg, Aachen, Bam­berg, Eich­stätt, Ful­da, Frei­burg, Köln, Mün­chen und Frei­sing, Mainz, Mün­ster, Pas­sau, Regens­burg, Trier, Würz­burg und die Sol­da­ten­seel­sor­ge Ber­lin. Die größ­ten Antei­le hal­ten die Diö­ze­sen Mainz und Augs­burg sowie die Erz­diö­ze­se Mün­chen und Frei­sing.

Zur Grup­pe gehö­ren u.a. Droemer Knaur (Patt­loch), Jokers, bol.de, bücher.de und die Wohlthat´sche Buch­hand­lung.

[Update 20. Okto­ber 2010: Im Anschluß an die heu­ti­ge Sit­zung des Auf­sichts­rats der Welt­bild-Grup­pe erklä­ren der Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­rats, Dr. Klaus Donaubau­er, und das Auf­sichts­rats­mit­glied, Pater Dr. Hans Lan­gen­dör­fer SJ, Sekre­tär der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz:

„Die Ver­lags­grup­pe Welt­bild ist das größ­te Buch­han­dels­un­ter­neh­men Deutsch­lands und steht des­halb in einer beson­de­ren gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung. Ihr Sor­ti­ment erfährt eine stän­di­ge Prü­fung hin­sicht­lich der Wert­bin­dun­gen der kirch­li­chen Gesell­schaf­ter. In die­sem Sinn befaßt sich der Auf­sichts­rat auch regel­mä­ßig mit dem Ange­bot der elek­tro­ni­schen Ver­triebs­we­ge. Die Geschäfts­füh­rung wur­de ange­hal­ten, ihrer Ver­ant­wor­tung in die­sem Bereich kon­se­quent zu ent­spre­chen.“

Bleibt die Hoff­nung, daß es nicht bei dem Wort­hül­sen bleibt]

Text: Linus Schnei­der
Bild: Bild­schirm­fo­to Web­shop Weltbild.de