Stellungnahme von Una Voce International zu den angekündigten Bischofsweihen durch die Priesterbruderschaft St. Pius X.:
Stellungnahme
Una Voce International und die Latin Mass Society haben mit Besorgnis die Ankündigung des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), Pater Davide Pagliarani, zur Kenntnis genommen, wonach die FSSPX am 1. Juli dieses Jahres Bischofsweihen vornehmen wird.
Unser brennender Wunsch, den wir mit vielen Katholiken guten Willens teilen, ist die kanonische Regularisierung der FSSPX, die es ihren zahlreichen guten Werken ermöglichen würde, die größtmögliche Frucht zu tragen. Die nun erfolgte Ankündigung ist ein Hinweis darauf, daß dieses Ziel in weiterer Ferne liegt, als es über viele Jahre hinweg den Anschein hatte.
Wir teilen das Anliegen der FSSPX, die alte Liturgie der Kirche zum Heil der Seelen so weit wie möglich zugänglich zu machen. Wir teilen jedoch nicht in allen Einzelheiten die Analyse der FSSPX hinsichtlich der Krise der Kirche. Insbesondere kennen wir viele Katholiken, die mit allen erforderlichen Genehmigungen seitens der kirchlichen Hierarchie an der überlieferten Messe teilnehmen können, sodaß es für sie nicht notwendig ist, diese in einem irregulären kirchlichen Kontext aufzusuchen.
Gleichwohl wissen wir, daß es für andere sehr schwierig geworden ist, die überlieferte Messe zu besuchen: In manchen Gegenden geschieht dies trotz des Wunsches entsprechend qualifizierter Priester, sie für die Gläubigen zu zelebrieren, und sogar trotz der Bereitschaft des zuständigen Diözesanbischofs, dies zu gestatten. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem das Argument der FSSPX von einem „Notstand“ wachsende Zustimmung findet.
Wir appellieren an unsere Bischöfe und vor allem an Seine Heiligkeit Papst Leo XIV., diese pastoralen Realitäten aufmerksam zu bedenken, da sie gegenwärtig eine Krise zuspitzen, deren Konsequenzen niemand vorhersehen kann.
Was Katholiken, die dem „früheren Meßbuch“ verbunden sind, erbitten, ist weder eine schädliche noch eine neuartige liturgische Form. Papst Johannes Paul II. bezeichnete den Wunsch nach diesem Meßbuch als ein „berechtigtes Anliegen“ (Ecclesia Dei, 1988), und Papst Benedikt XVI. beschrieb es später als eine Quelle von „Reichtümern“ (Brief an die Bischöfe, 2007).
Jetzt ist die Zeit zum Handeln.
Joseph Shaw
Vorsitzender von Una Voce International und Vorsitzender der Latin Mass Society
Monika Rheinschmitt
Stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeisterin von Una Voce International
Andris Amolins
Sekretär von Una Voce International
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: fsspx.news (Screenshot)
Das stimmt natürlich alles, und doch ist es so: Die Weihen von FSSPX sind gültig und es steht jedermann frei, dort die Hl. Messe zu besuchen. Ich halte das sogar für absolut sinnvoller, als eine Messe im Novo Ordus zu besuchen, die üblicherweise in irgendeiner Weise entgleist. Natürlich ist es wichtig, dass Bischofsweihen in Einheit mit dem Papst stattfinden, aber wenn es der Papst ist, der diese Einheit mit der Messe und der Kirche aller Zeiten verweigert (und danach sieht es aus), ist es wirklich notwendig entsprechend zu handeln. Hier schließe ich mich ganz dem brillanten Statement von Bischof Strickland an.
Es ist die Sache des Papstes, diese (Not-)Lage zu bereinigen.
Selbstverständlich hat jeder die Freiheit, vorsätzlich ins Verderben zu gehen. Entweder zu Gott hin, oder gegen ihn. Das muß bloß immer eindeutig auch erklärt werden. Daran scheitert doch die ganze „Verkündigung“.
Die Kirchen werden leer geredet, seit 60 Jahren!
Haben die Una Voce und die Latin Mass Society sowie das ganze ‚Ecclesia-Dei-Spectrum‘ immer noch nicht verstanden, daß es der FSSPX nicht nur um die Alte Messe geht, sondern die gesamte Lehre von 2000 Jahren, eine katholische Gesellschaft, etc.? Traurig. Aber gleichzeitig auch verständlich, denn ihnen geht es ’nur‘ um die Alte Messe.
Ja, wenn‘s nur um die traditionelle Messe ginge…