Kirche im (kopflosen) Aufbruch?

Nun kommt die auf andere Religionen ausgeweitete Synodalität

Neue vatikanische Leitlinien für den "synodalen Prozeß" sehen die Einbindung auch anderer Religionen vor
Neue vatikanische Leitlinien für den "synodalen Prozeß" sehen die Einbindung auch anderer Religionen vor

Mit einem iro­ni­schen Anflug kri­ti­siert Aldo Maria Val­li die am 27. Juli vom Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Welt­syn­ode ver­öf­fent­lich­ten Leit­li­ni­en „Recoll­ec­ting. Accom­pany­ing the pre­pa­ra­ti­on of the local Church’s eva­lua­ti­on Assem­bly“. Die nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ein­ge­rich­te­te Bischofs­syn­ode, die regel­mä­ßig alle drei Jah­re tag­te, aber auch außer­or­dent­lich ein­be­ru­fen wer­den konn­te, wur­de von Papst Fran­zis­kus schritt­wei­se seit 2018 umge­baut, indem unter ande­rem der Kreis der Syn­oda­len auf Lai­en und auch Frau­en erwei­tert und die Zustän­dig­keit erhöht wur­de. Seit 2021 wird im Zusam­men­hang mit der Syn­oda­li­täts­syn­ode nicht mehr von Bischofs­syn­ode gespro­chen, son­dern nur mehr von Syn­ode. Fran­zis­kus beton­te, einen „syn­oda­len Pro­zeß“ in der Welt­kir­che ansto­ßen zu wollen.

Kirche im (kopflosen) Aufbruch?

Von Aldo Maria Valli*

Ver­tre­ter ande­rer Reli­gio­nen ein­be­zie­hen, die stän­di­gen syn­oda­len Struk­tu­ren ver­tie­fen und umfas­sen­de­re Lei­tungs­auf­ga­ben für Lai­en prü­fen – dies ist der Inhalt der neu­en Leit­li­ni­en, die der Vati­kan im Hin­blick auf die näch­ste Pha­se des Syn­oda­len Pro­zes­ses zur Syn­oda­li­tät ver­öf­fent­licht hat.

Das neue, neun­zehn Sei­ten umfas­sen­de Doku­ment gibt Bischö­fen und diö­ze­sa­nen Syn­odal­grup­pen detail­lier­te Anwei­sun­gen für die Vor­be­rei­tung loka­ler „Bewer­tungs­ver­samm­lun­gen“ in der ersten Hälf­te des Jah­res 2027. Es beschreibt die­se Ver­samm­lun­gen als einen Schritt inner­halb einer „fort­lau­fen­den Umge­stal­tung des Lebens und der Lei­tung der Diö­ze­sen“ – als „einen Moment der Bewer­tung inner­halb eines Pro­zes­ses, der schritt­wei­se die Iden­ti­tät jeder Orts­kir­che, ihre Bezie­hun­gen und ihren Lebens­stil durch Ent­schei­dun­gen, Dyna­mi­ken, Prak­ti­ken und syn­oda­le Struk­tu­ren prägt“.

Mit­ten in der übli­chen Wort­flut lee­rer Begrif­fe tritt die Emp­feh­lung her­vor, „Nicht­ka­tho­li­ken in die syn­oda­len Struk­tu­ren ein­zu­be­zie­hen“. Im Abschnitt über die Zusam­men­set­zung der diö­ze­sa­nen Syn­odal­grup­pen heißt es in dem Doku­ment, die Bischö­fe könn­ten „Ver­tre­ter ande­rer Kir­chen und christ­li­cher Gemein­schaf­ten oder ande­rer Reli­gio­nen als Beob­ach­ter“ einladen.

Das­sel­be gilt für die Leit­li­ni­en zur Rege­lung der diö­ze­sa­nen Bewer­tungs­ver­samm­lun­gen. Dort heißt es, die Diö­ze­sen soll­ten „die Teil­nah­me von Ver­tre­tern ande­rer Kir­chen und christ­li­cher Gemein­schaf­ten oder ande­rer Reli­gio­nen vorsehen“.

Das Doku­ment emp­fiehlt fer­ner „den Zugang der gläu­bi­gen Lai­en zu Ver­ant­wor­tungs­be­rei­chen, die nicht das Wei­he­sa­kra­ment vor­aus­set­zen, sowie zu wei­te­ren kirch­li­chen Auf­ga­ben“, um Fra­gen im Zusam­men­hang mit syn­oda­ler Ent­schei­dungs­fin­dung, Trans­pa­renz, Ver­ant­wort­lich­keit und kirch­li­chen Struk­tu­ren anzugehen.

An ande­rer Stel­le greift das Doku­ment auf die typi­schen Schlag­wor­te zurück und erklärt, die Ver­samm­lun­gen sei­en dar­auf aus­ge­rich­tet, „einen Stil des Zuhö­rens, der Mit­ver­ant­wor­tung und der Unter­schei­dung“ zu fördern.

Viel Erfolg.

Einleitung/​Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: syn​od​.va (Screen­shot)

6 Kommentare

  1. Es ist atem­be­rau­bend mit wel­chem Tem­po jüngst ver­stor­be­ne Päp­ste hei­lig gespro­chen wer­den. Über­ra­gen­de hei­li­ge Gestal­ten, bis auf Pius X., waren die alle nicht. Wir haben es hier ganz ein­fach mit einer Infla­ti­on zu tun.

  2. Wenn sie wirk­lich nur zuhö­ren wür­den, wäre alles nicht ein­mal halb so schlimm.
    Für mei­nen Teil blei­be ich aller­dings bei der bewähr­ten Ori­en­tie­rung am Wort Got­tes, der Tra­di­ti­on und dem her­ge­brach­ten Lehramt.

  3. Wir befin­den uns in einem gött­li­chen 3d-Pro­gramm, das uns unter dem Begriff Apo­ka­lyp­se von den Apo­steln bekannt gemacht wor­den ist. Die­ses Pro­gramm ist größ­ten­teils Illu­si­on. Die Illu­si­on hat die ein­zi­ge Daseins­be­rech­ti­gung, das Drum­her­um auf dem Weg ins Him­mel­reich zu geben. Die Syn­oda­le Kir­che ist ein sehr essen­zi­el­ler Teil. Sie spielt uns das Gegen­teil von dem vor, wohin der Herr uns brin­gen will. Ein 3d-Nega­tiv von den Aspek­ten, die für die Rei­ni­gung und die Berech­ti­gung für das Him­mel­reich auf­ge­baut wer­den. Wir könn­ten uns kei­ne per­fek­te­re Hil­fe bei der Erar­bei­tung der Berech­ti­gung vor­stel­len. Mit der Wie­der­kunft des Herrn enden alle Illu­sio­nen. Wir, die wir dem Herrn gefal­len wol­len, blei­ben in Ewig­keit. Wir, die wir die Illu­si­on in die­sem welt­ge­schicht­li­chen Moment überwinden.

    • Johan­nes 9,39: „Um zu rich­ten, bin ich in die­se Welt gekom­men: damit die Blin­den sehend und die Sehen­den blind werden.“ 

      Hier und im fol­gen­den Kapi­tel 10 über den Tür­hü­ter beschreibt Jesus das, was zur Illu­si­on wird. Es sind die „fal­schen“ Hüter der Scha­fe. Die sind es, die sehend waren und dann blind wer­den. Damit wer­den sie zur Illu­si­on. Ihre Eigen­stän­dig­keit geht an die Mäch­te und Gewal­ten ver­lo­ren. Die­sel­ben fal­schen Hir­ten waren noch vor weni­gen Jah­ren hel­le Köp­fe. Noch wäh­rend des 2. Vati­ka­nums konn­ten sie die gesam­te Kir­che an der Nase her­um­füh­ren. Jetzt aber ver­ge­hen sie vor unse­ren Augen zu einer Illusion.

    • Johan­nes 10,11: „ Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Scha­fe. Der bezahl­te Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Scha­fe nicht gehö­ren, sieht den Wolf kom­men, lässt die Scha­fe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zer­streut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahl­ter Knecht ist und ihm an den Scha­fen nichts liegt.“

      Der bezahl­te Knecht war Berg­o­glio. Der Wolf brach­te die Pandemie.

  4. Ja mei, es ist dem „Geist des Kon­zils“ gelun­gen, einem erheb­li­chen Teil des Kle­rus den Ver­stand sowohl für theo­lo­gi­sche, als auch für welt­li­che Fra­gen zu rui­nie­ren. Seit dem Kon­zil wer­den die Kir­chen leer geredet.
    Kei­ner nimmt die drei gro­ßen Wis­sen­schaft­ler ernst, Geor­ges Lemaitre, Albert Ein­stein und Ste­phen Haw­king, von denen zwar kei­ner wört­lich gesagt hat, daß Gott die Welt geschaf­fen hat, aber ihre Arbei­ten bele­gen genau das.
    Wenn Gott die Welt geschaf­fen hat, dann kann er auch in einer Jung­frau über­na­tür­lich ein Kind zeu­gen, das dann auch über­na­tür­lich aus sei­ner Mut­ter her­vor geht. War­um haben mensch­li­che Weib­chen ein Hymen? ER woll­te es so.

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