Der heilige Augustinus: Bewunderung, Reue, Bekehrung

Gelassen im Glauben und mit Vertrauen weiterwirken


Augustinus von Hippo, Theologe, Bischof und Kirchenvater
Augustinus von Hippo, Theologe, Bischof und Kirchenvater

Zum heu­ti­gen Gedenk­tag des hei­li­gen Bischofs und Kirchenvaters.

Von Pli­nio Cor­rêa de Oliveira*

Die Wer­ke des hei­li­gen Augu­sti­nus (354–430) zu lesen gehört zu den größ­ten Genüs­sen, die einem Men­schen ver­gönnt sind. Das Buch der „Bekennt­nis­se“ ist wun­der­bar und in vie­ler Hin­sicht höchst erbau­lich. Augu­sti­nus schil­dert dar­in die mora­li­schen Abgrün­de von Stolz und Sinn­lich­keit, in die er gefal­len war, und erzählt, wie er aus sei­nen zahl­rei­chen Sün­den her­aus­fand. Sodann berich­tet er von sei­nen ersten Begeg­nun­gen mit dem hei­li­gen Ambro­si­us (340–397) und davon, wie durch die Gegen­wart des hei­li­gen Bischofs von Mai­land das Licht der katho­li­schen Reli­gi­on in sei­ne See­le ein­zu­drin­gen begann.

Er bringt sei­ne Begei­ste­rung für den Bischof von Mai­land und für sei­ne Besu­che bei ihm zum Aus­druck. Augu­sti­nus konn­te nicht oft mit Ambro­si­us spre­chen, denn der Bischof hat­te für gewöhn­lich viel zu tun – neben sei­nem Hir­ten­dienst las und stu­dier­te er –, doch blieb Augu­sti­nus gern ein­fach da, um Ambro­si­us bei der Arbeit zuzu­se­hen. Und der Bischof wuß­te, daß sein Bei­spiel für Augu­sti­nus ein bes­se­res Apo­sto­lat war als jede Rede.

Man kann sich die Sze­ne vor­stel­len: Ambro­si­us, der gro­ße Kir­chen­leh­rer, schreibt an einem mäch­ti­gen Foli­an­ten. Sein Ant­litz ist das eines ehr­wür­di­gen, gelas­se­nen Grei­ses, erleuch­tet von der Gna­de Got­tes, wei­se, nach­denk­lich, erha­ben in sei­nen Urtei­len. Bis­wei­len hält er inne zu einem raschen inne­ren Gebet, kehrt dann zu sei­nen Gedan­ken zurück, um sie zu einem end­gül­ti­gen Schluß zu füh­ren. Ihn beob­ach­tet Augu­sti­nus, des­sen Gesicht noch die Unru­he der Kri­se wider­spie­gelt, die er gera­de durch­lebt. Doch die Gna­de Got­tes dringt in die See­le von Augu­sti­nus ein und ver­wan­delt sei­ne Per­sön­lich­keit – durch sei­ne Bewun­de­rung für Ambrosius.

So erzählt er wei­ter von sei­ner inne­ren Kri­se, vom Frie­den, den er erfuhr, als er eine Kir­che betrat und die hei­li­ge Musik, die Psal­men, die Schön­heit der Lit­ur­gie hör­te. Dann kom­men die macht­vol­len Regun­gen der Reue und jene geheim­nis­vol­le Stim­me, die er ver­nimmt und die ihm gebie­tet: „Tol­le et lege“ – „Nimm und lies“. Er nimmt die Hei­li­ge Schrift zur Hand, und sie schlägt sich an einer Stel­le auf, die auf sein ver­gan­ge­nes Leben genau zutrifft: Römer 13, 13–14: „Nicht in Gela­gen und Trin­ke­rei­en, nicht in Unrein­heit und Aus­schwei­fun­gen, nicht in Streit und Eifer­sucht. Viel­mehr zieht den Herrn Jesus Chri­stus an und sorgt nicht so für das Fleisch, daß Begier­den geweckt wer­den.

So emp­fängt er eine ent­schei­den­de Gna­de, die sei­ne Bekeh­rung vollendet.

Er beschreibt fer­ner das berühm­te Gespräch von Ostia mit sei­ner Mut­ter, der hei­li­gen Moni­ka (331–387). Sie war eine sehr hei­li­ge Frau, er aber war ein sehr schlech­ter Sohn gewe­sen. Als sie in Kar­tha­go waren und sich auf eine Rei­se nach Rom vor­be­rei­te­ten, war die hei­li­ge Moni­ka in die Kir­che gegan­gen und hat­te die Nacht im Gebet ver­bracht. Augu­sti­nus nutz­te dies aus, um sie zu ver­las­sen und sich ohne sie nach Rom ein­zu­schif­fen – er ließ sie allein zurück.

Doch sie folg­te ihm, immer unter Trä­nen und im Gebet für sei­ne Bekeh­rung. Ein­mal ging sie zum Bischof von Mai­land, zum hei­li­gen Ambro­si­us, um ihn zu fra­gen, ob der Sohn sich je bekeh­ren wer­de. Der Bischof ant­wor­te­te mit den berühm­ten Wor­ten: „Frau, der Sohn so vie­ler Trä­nen kann nicht ver­lo­ren­ge­hen.“ Er woll­te damit sagen, daß sie durch ihre tie­fen und inten­si­ven Lei­den die Wie­der­ge­burt des Augu­sti­nus erle­ben werde.

Man kann sich ihre Freu­de vor­stel­len, als der Sohn sich bekehr­te. Augu­sti­nus und sei­ne Mut­ter ver­brach­ten meh­re­re Mona­te zusam­men, wäh­rend er sich auf die Tau­fe vor­be­rei­te­te. Dann rüste­ten sie sich zur Rück­kehr nach Afri­ka. Vor der Ein­schif­fung kehr­ten sie in einem Gast­haus in Ostia ein, der Hafen­stadt am Mit­tel­meer in der Nähe Roms. Am Fen­ster ste­hend und auf das Meer blickend, began­nen sie, über die Din­ge Got­tes zu sprechen.

Wer heu­te von die­sem Gespräch zwi­schen der hei­li­gen Mut­ter und dem Sohn liest, ist über­zeugt, daß sie in Wirk­lich­keit ein über­na­tür­li­ches Phä­no­men, eine Eksta­se, erleb­ten. Das ver­lieh Augu­sti­nus die Kraft für die Kämp­fe, die er bald zu bestehen haben wür­de. Für Moni­ka war es ein Vor­ge­schmack des Para­die­ses, denn sie starb dort in Ostia, bevor das Schiff aus­lief. Augu­sti­nus schil­dert ihre Bei­set­zung in rüh­ren­der Wei­se. Dann bricht er nach Afri­ka auf, wo er 395 Bischof von Hip­po wird.

In Hip­po schreibt er ein wei­te­res sei­ner gro­ßen Bücher, „Vom Got­tes­staat“. The­ma die­ses außer­ge­wöhn­li­chen Wer­kes ist der unauf­hör­li­che, unver­söhn­li­che Kampf, der sich in der Geschich­te zwi­schen zwei „Städ­ten“ abspielt – „Stadt“ kommt hier vom latei­ni­schen „civi­tas“ und bezeich­net mehr als eine ein­zel­ne Stadt: viel­mehr ein Gemein­we­sen, einen Staat, eine Zivi­li­sa­ti­on. Die­se bei­den Städ­te sind die Stadt Got­tes und die Stadt des Teu­fels. Er begreift die gan­ze Geschich­te als einen Kampf zwi­schen der katho­li­schen Kir­che und den Mäch­ten der Fin­ster­nis. Der Kampf ent­springt zwei ver­schie­de­nen Lie­ben: In der Stadt Got­tes herrscht die Lie­be zu Gott und die Selbst­ver­ges­sen­heit; in der Stadt des Teu­fels die Selbst­lie­be und das Ver­ges­sen Gottes.

Für sich selbst zu leben heißt, sich als das win­zi­ge Zen­trum des Uni­ver­sums zu betrach­ten und alles auf die eige­nen Genüs­se und Inter­es­sen hin aus­zu­rich­ten. Die­ser Ego­zen­tris­mus ist der Aus­gangs­punkt für alles Böse. Gott zu lie­ben hin­ge­gen bedeu­tet, sich ganz auf die tran­szen­den­ten Wirk­lich­kei­ten aus­zu­rich­ten, von denen uns die Offen­ba­rung spricht. Es heißt, einen meta­phy­si­schen, reli­giö­sen Geist zu haben, der auf das Höch­ste gerich­tet ist. Das ist: für Gott leben. Mit die­sen bei­den Prin­zi­pi­en faßt der hei­li­ge Augu­sti­nus die gesam­te Geschich­te zusammen.

Jahr­hun­der­te spä­ter wird eine ähn­li­che Geschichts­phi­lo­so­phie vom hei­li­gen Lud­wig Maria Gri­g­nion von Mont­fort (1673–1716) gelehrt. Er wird erklä­ren, daß alles, was von Gott kommt, gut ist. Da die Feind­schaft zwi­schen der Got­tes­mut­ter und der Schlan­ge und zwi­schen dem Geschlecht Mari­ens und dem der Schlan­ge von Gott gewollt ist, kann die­se Feind­schaft als sol­che nur gut sein. Im Grun­de ist es die­sel­be The­se des hei­li­gen Augu­sti­nus, vor­ge­tra­gen in einem kämp­fe­ri­sche­ren Stil, der einer ande­ren Epo­che eigen ist.

Wegen sei­ner sehr leben­di­gen Dar­stel­lung von Gut und Böse wird Augu­sti­nus samt dem „Got­tes­staat“ von man­chem heu­ti­gen Pro­gres­si­ven ange­grif­fen, der behaup­tet, sie böten eine „manich­äi­sche“ Welt­sicht. Nach die­sem törich­ten Vor­wurf wäre jeder, der behaup­tet, es gebe Gut und Böse, ein Manich­ä­er. Man müß­te folg­lich das Lehr­amt der Kir­che und alle Hei­li­gen für manich­ä­isch hal­ten – was absurd ist.

Der Manich­äis­mus ist eine dua­li­sti­sche, aus der Gno­sis her­vor­ge­gan­ge­ne Leh­re, die im drit­ten Jahr­hun­dert der christ­li­chen Ära auf­kam. Sie lehr­te, es gebe zwei Göt­ter, ursprüng­lich und der Macht nach ein­an­der gleich, einen guten und einen bösen, die in stän­di­gem Kampf mit­ein­an­der stün­den. Die katho­li­sche Leh­re ist völ­lig anders. Sie lehrt, daß es nur einen Gott gibt, ewig und all­mäch­tig, und daß ein blo­ßes Geschöpf von ihm, der Teu­fel, sich gegen ihn empört hat und ihn in der Geschich­te bekämpft.

Der Manich­äis­mus ist eine Häre­sie, weil er den Kampf in eine ande­re Seins­ord­nung ver­legt. Für die Manich­ä­er ist der Kampf onto­lo­gisch; für die Katho­li­ken bewegt er sich auf der mora­li­schen Ebe­ne. Zudem wird der Kampf für die Manich­ä­er nie­mals enden; für die Katho­li­ken endet er mit dem Jüng­sten Gericht, wenn Gott über einen Geg­ner tri­um­phie­ren wird, der ihm nicht gleich, son­dern unend­lich unter­le­gen ist. Selbst­ver­ständ­lich ken­nen die Pro­gres­si­ven die­se Unter­schie­de; doch es ist ihnen nütz­lich zu behaup­ten, jeder, der ihre ire­ni­sche und „öku­me­ni­sche“ Sicht der Geschich­te nicht tei­le, sei ein Manich­ä­er. Das ist ein unsin­ni­ger Vor­wurf und ein Aus­druck von Unredlichkeit.

Ein sehr schö­ner Punkt drängt sich auf, wenn man über den hei­li­gen Augu­sti­nus medi­tiert. Er schrieb sei­ne gro­ßen Bücher, als das West­rö­mi­sche Reich im Nie­der­gang begrif­fen war und alles dar­auf hin­deu­te­te, daß die katho­li­sche Reli­gi­on wahr­schein­lich durch die fremd­völ­ki­schen Inva­sio­nen hin­weg­ge­fegt wür­de. Tat­säch­lich wur­den Hip­po und Kar­tha­go so ver­wü­stet, daß von die­sen Städ­ten kaum etwas ste­hen blieb, und die katho­li­sche Reli­gi­on erlang­te in die­sen Gegen­den ihren frü­he­ren Glanz nie wie­der. Und doch schrieb Augu­sti­nus, wäh­rend die Zukunft unge­wiß war, in hei­te­rer Gelas­sen­heit wei­ter. Er starb, wäh­rend die Van­da­len in sei­ne Stadt eindrangen.

Die Welt, wie der Hei­li­ge sie kann­te, brach zusam­men – und das Mit­tel­al­ter trat an ihre Stel­le. Da waren es die Wer­ke des hei­li­gen Augu­sti­nus, die die mit­tel­al­ter­li­che Vor­stel­lung vom Staat, vom Impe­ri­um, von der Chri­sten­heit inspi­rier­ten. Karl der Gro­ße (742–814) pfleg­te sich wäh­rend des Mit­tags­mahls den „Got­tes­staat“ vor­le­sen zu las­sen, und das Reich, das er grün­de­te, ließ sich von den Ideen des Augu­sti­nus lei­ten. In gewis­sem Sinn ist das Mit­tel­al­ter eine Lilie, die auf dem Grab des hei­li­gen Augu­sti­nus erblüh­te. Jahr­hun­der­te nach sei­nem Tod wur­de sein Ver­trau­en belohnt.

Dar­in liegt eine Leh­re für uns. Heu­te gibt es neue Van­da­len, die dar­auf aus sind, sowohl die kul­tu­rel­len Wer­te als auch die mate­ri­el­len Bau­wer­ke der christ­li­chen Zivi­li­sa­ti­on zu zer­stö­ren. Wie Augu­sti­nus müs­sen wir gelas­sen, im Glau­ben und mit Ver­trau­en wei­ter­wir­ken, in dem Wis­sen, daß unse­re Arbeit Früch­te tra­gen und dann erblü­hen wird zu einem Reich Mari­ens – wenn Gott es will.

*Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra (1908–1995) war ein gro­ßer katho­li­scher Den­ker und Gegen­re­vo­lu­tio­när des 20. Jahr­hun­derts, er lehr­te zunächst Kul­tur­ge­schich­te an der Rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Sao Pau­lo und wur­de dann Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Zeit­ge­schich­te an der Phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät Sao Ben­to und an der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Sao Pau­lo. Sein Leben wid­me­te der bra­si­lia­ni­sche Phi­lo­soph, Histo­ri­ker und Poli­ti­ker der Ver­tei­di­gung der katho­li­schen Kir­che und der katho­li­schen Sozi­al­leh­re. Kon­kret bedeu­te­te das für ihn, den Kampf gegen die anti­christ­li­chen Ideo­lo­gien Mar­xis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus auf­zu­neh­men. Wäh­rend letz­te­re mit dem Jahr 1945 ver­schwand, blieb der Mar­xis­mus in sei­ner Hei­mat Bra­si­li­en und welt­weit eine Bedro­hung, der er sich ent­ge­gen­stell­te. Sein Haupt­werk ist „Revo­lu­ti­on und Gegen­re­vo­lu­ti­on“. Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra grün­de­te die Gesell­schaft für Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP), die heu­te in ver­schie­de­nen Län­dern aktiv ist, dar­un­ter in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und in Öster­reich.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana

1 Kommentar

  1. Vor­ab. Der Reli­gi­ons­grün­der heißt Mani, im Geni­tiv „Manis“. Der genann­te Rab­bi­ner heißt aber Manis mit Vornahmen. 

    Die wah­re Leh­re Manis (Gene­tiv) besagt, das Schöp­fungs­ziel sei es gewe­sen, den Men­schen als Guten in eine Welt zu brin­gen, in der das Böse vor­liegt. Die Auf­ga­be des Men­schen ist es dann, das Böse durch Lie­be zum Guten zu ver­wan­deln. Das ent­spricht dem neu­en jüdi­schen Stand­punkt, wie die Reb­bes der Cha­bad-Lubavitch Bewe­gung es dar­stel­len woll­ten. Laut Manis Fried­man war es schon vor sei­ner Zeit von den Reb­bes beschlos­sen wor­den, in das Juden­tum eine neue Sicht­wei­se Got­tes ein­zu­brin­gen. Dann, wenn die Zeit reif ist, soll­te es ver­kün­det wer­den. Des­halb wird im Juden­tum heu­te ein lie­ben­der Gott (Hash­em) ver­kün­det, der auch ver­letz­lich ist, weil ihn als Schöp­fer das Fehl­ver­hal­ten sei­ner Geschöp­fe schmerzt. Es sei Auf­ga­be der Juden durch die Mitz­wot (plu­ral, Gebo­te) nicht nur zufrie­den­zu­stel­len, son­dern das Wohl­emp­fin­den Hash­ems zu unter­stüt­zen. Eine Mitz­wa (sin­gu­lar) ist dem­nach eine mensch­li­che Tat, die kei­nen Sinn hat, außer Gott zu gefal­len. Alle Mitz­wot zusam­men sind eine Ein­la­dung für das kom­men­de himm­li­sche Reich auf Erden. Nun gibt es die Sicht­wei­se, Gott bestraft in der End­zeit die Bösen. Es ist die tra­di­tio­nel­le Sicht­wei­se im Juden­tum und auch im Chri­sten­tum. Laut Manis Fried­man ist es falsch, über­haupt das Wort Bestra­fung in Bezug auf Gott zu inter­pre­tie­ren. Gott wür­de nicht bestra­fen, son­dern sei­ne Weis­heit und sei­ne gege­be­nen Geset­ze erzeu­gen die Rea­li­tät. Ein allein aus Lie­be ent­schei­den­der Schöp­fer. Damit bestä­tigt die Cha­bad Lubavitch Aus­rich­tung die Grund­aus­sa­ge Manis. 

    Die­ser Stand­punkt taucht dann bei Augu­sti­nus auf. Die Coexi­stenz der Stadt Got­tes (des Guten) mit dem Bösen ist gott­ge­wollt und so eine Schöp­fungs­tat an sich, in der der Mensch stell­ver­tre­tend für Gott den Teu­fel ver­wan­delt. Die Stadt Got­tes ist dabei zu jedem Zeit­punkt nicht räum­lich von der Welt des Bösen zu tren­nen. Wir sol­len die Ungläu­bi­gen nicht aus­schlie­ßen aus unse­rem Dasein. 

    Mat­thä­us 13,31: „Mit dem Him­mel­reich ist es wie mit einem Senf­korn, das ein Mann auf sei­nen Acker säte. Es ist das klein­ste von allen Samen­kör­nern; sobald es aber hoch­ge­wach­sen ist, ist es grö­ßer als die ande­ren Gewäch­se und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Him­mels kom­men und in sei­nen Zwei­gen nisten.“ 

    Das genann­te Him­mel­reich ist die Stadt Got­tes. Über­all, wo gläu­bi­ge Chri­sten an der Gesell­schaft mit­ge­stal­ten, sind sie wie ein Baum, in des­sen Zwei­gen die Ungläu­bi­gen gedei­hen kön­nen. Umge­kehrt ist eine Gesell­schaft ohne Ein­fluß des Glau­bens tot. Es mag viel­leicht mate­ri­ell zufrie­den­stel­lend sein, aber ohne den Baum des Glau­bens ist nur ein dahin­ve­ge­tie­ren mög­lich. Nun hat Gott es so ein­ge­rich­tet, daß nie­mand das Licht des Glau­bens aus­lö­schen kann. Auch im Euro­pa der Gegen­wart, regiert von bösen Kräf­ten, ist ein lebens­wer­tes Leben mög­lich, weil sich der Ein­fluß der ech­ten Chri­sten durch­setzt. Wir machen den Unter­schied aus, wo immer wir sind.

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