Das Buch des österreichischen Priesters Don Michael Gurtner „Allein den Betern“ wird in Folgen veröffentlicht. Die bereits veröffentlichten Folgen finden sie hier:
Von Don Michael Gurtner*
1.3 Der Ansatz zur Überwindung – Erneuerung der kirchlichen Personalpolitik
Als dritter und letzter Punkt ist noch die Personalpolitik zu benennen, welche eine verhältnismäßig kleine Gruppe betrifft, nämlich jene der kirchlichen Amtsträger in Leitungspositionen.
Über die richtige Besetzung der entsprechenden Posten wird vieles direkt und indirekt gesteuert. Mehr als formale Kriterien wie akademische Titel oder ein vorangegangener cursus honorum sollte die tatsächliche und reale Eignung der betreffenden Personen im Vordergrund stehen.
Es kann nicht angehen, daß manche Personen für akademische oder sonstige höhere Ämter von vornherein gleichsam „ausgesiebt“ werden, indem man ihnen beispielsweise gezielt verwehrt, zu promovieren, etwa weil sie eine profilierte Theologie vertreten. Wer hingegen eine farblose, unklare oder weichgewaschene Sicht der Dinge hat, wird akademisch gefördert und zum Promovieren geschickt, womit ihm weitere Ämter offenstehen. Ein Mißstand, den es abzustellen gilt.
So gut es ist, zu promovieren: Es sollte keine formale Voraussetzung für höhere Ämter sein. Viele Priester ohne Doktortitel wären bessere und glaubenstreuere Bischöfe als so mancher promovierte Bischof, der den Glauben innerlich längst verlassen hat.
Eine Personalpolitik, welche sich anfällig für Druck von außen macht, weil sie diesem Druck nachgibt, fördert die Methode der Druckausübung, die sich immer weiter ausdehnen wird, weil man merkt, daß sie Erfolg hat. Das wird rasch in einer relativen Leitungsunfähigkeit enden bzw. ist teilweise bereits de facto der Fall.
Viele Bischöfe sind nicht mehr Herr ihres Hauses. Sie wurden durch gezielte Taktiken von außen zu kleinen Koordinatoren und Moderatoren degradiert. Gerade die führenden und entscheidenden Positionen auf lokaler wie auch auf weltkirchlicher Ebene – allen voran die der Kardinäle – müssen mit den „besten Köpfen“ besetzt werden, nicht mit den „gerngesehensten“ und „akzeptiertesten“.
Es geht nicht darum, Schlagzeilen zu vermeiden und alles krampfhaft ruhig zu halten, weil man Angst vor den Medien und deren Berichterstattung hat und sich deshalb von den Medien lenkbar gemacht hat. Vielmehr geht es um die Wahrheit des Glaubens zum Heil der Seelen, welches das oberste Gesetz im Handeln der Hirten sein muß.
Und dies geht nun einmal nur mit Klarheit in der Wahrheit!
*Mag. Don Michael Gurtner ist ein aus Österreich stammender Diözesanpriester, der in der Zeit des öffentlichen Meßverbots in der Corona-Zeit diesem widerstanden und sich dadurch große Verdienste um das Seelenheil erworben hat. Er ist Autor mehrerer theologischer Bücher. Auf Katholisches.info veröffentlichte er 2023/24 die Reihe „Zur Lage der Kirche“, die auch in Buchform erschienen ist.
Das Buch zur Reihe: Don Michael Gurtner: Allein den Betern, Selbstverlag, 2. Aufl. 2023, 370 Seiten.
Bild: Giuseppe Nardi (SS. Trinità dei Pellegrini, Rom/bearbeitet)
Hinterlasse jetzt einen Kommentar