Von Hildesheim nach Münster – Welchen Kurs Heiner Wilmer mitbringt

Münster als eigentlicher Prüfstein


Bischof Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, bisher Bischof von Hildesheim, wurde zum Bischof von Münster ernannt. Münster wird zeigen, ob Hildesheim ein Einzelfall war – oder ein Menetekel
Bischof Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, bisher Bischof von Hildesheim, wurde zum Bischof von Münster ernannt. Münster wird zeigen, ob Hildesheim ein Einzelfall war – oder ein Menetekel

Von Hei­ner Lünig*

Kaum war Hei­ner Wil­mer zum Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz gewählt, wur­de er bereits nach Mün­ster beru­fen. Am 24. Febru­ar 2026 stimm­ten die deut­schen Bischö­fe für ihn als neu­en Kon­fe­renz­vor­sit­zen­den, knapp einen Monat spä­ter, am 26. März 2026, ernann­te Papst Leo XIV. ihn zum Bischof von Mün­ster. Die Amts­ein­füh­rung ist für den 21. Juni 2026 vor­ge­se­hen. Die­se Abfol­ge wirkt atem­los; sie ist mehr als eine Per­so­nal­chro­nik, sie ist ein Pro­gramm, das eine Fra­ge auf­wirft: Wel­ches kirch­li­che Pro­fil bringt Hei­ner Wil­mer aus Hil­des­heim nach Mün­ster mit?

Die Ant­wort dar­auf ist nicht in Pres­se­mit­tei­lun­gen zu fin­den, son­dern im Bis­tum, das er hinterlässt.

Wil­mers erste Wochen als DBK-Vor­sit­zen­der lie­fern einen ersten Hin­weis. Am 30. März 2026 wur­de Wil­mer von Papst Leo XIV. in Audi­enz emp­fan­gen; am fol­gen­den Tag leg­te er bei Gesprä­chen mit der Römi­schen Kurie die Sat­zung für eine künf­ti­ge Syn­odal­kon­fe­renz zur Reco­gni­tio, also zur römi­schen Aner­ken­nung, vor. Es war sein erster gro­ßer Schritt als Vor­sit­zen­der – und er führ­te direkt zu dem Pro­jekt, das die deut­schen Bischö­fe seit Jah­ren beschäf­tigt und das tra­di­tio­nell gesinn­te Katho­li­ken seit Jah­ren mit wach­sen­der Sor­ge beob­ach­ten. Par­al­lel dazu hielt die Dis­kus­si­on um die Lai­en­pre­digt in Eucha­ri­stie­fei­ern an, ein wei­te­rer Punkt auf der syn­oda­len Agen­da. Auch die jüng­sten öffent­li­chen Auf­trit­te Wil­mers las­sen kei­ne Abkehr von die­sem Kurs erkennen.

Man muss Wil­mer nicht böse Absich­ten unter­stel­len, um die­se Ent­wick­lung ernst zu neh­men. Die Stoß­rich­tung die­ser Ent­wick­lung ist offen­sicht­lich: Syn­oda­le Struk­tu­ren, die auf Bun­des­ebe­ne noch nicht abge­schlos­sen sind, wer­den vor­an­ge­trie­ben, wäh­rend der­sel­be Bischof gleich­zei­tig das mit­glie­der­stärk­ste deut­sche Bis­tum über­nimmt. Wer geist­lich for­mu­liert, kann trotz­dem struk­tu­rell gestal­ten. Mathi­as von Gers­dorff hat in sei­nem Buch „Führt der Syn­oda­le Weg ins Schis­ma?“ die Dia­gno­se klar­ge­stellt: Der Syn­oda­le Weg ist der Ver­such, die 68er-Revo­lu­ti­on in die Kir­che ein­zu­füh­ren. Kirch­li­che Auto­ri­tät stammt aus gött­li­cher Stif­tung und sakra­men­ta­ler Voll­macht, nicht aus demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on – und wer syn­oda­len Gre­mi­en mit ech­ter Ent­schei­dungs­be­fug­nis das Wort redet, ver­wech­selt Par­la­men­ta­ris­mus mit Ekklesiologie.

Um zu ver­ste­hen, wel­che Theo­lo­gie hin­ter Wil­mers Pasto­ral steht, lohnt ein Blick auf einen Vor­trag, der am 6. Febru­ar 2026 von sei­nem Gene­ral­vi­ka­ri­ats­rat Dr. Chri­sti­an Hen­necke in Han­no­ver gehal­ten wur­de. Hen­necke, der als Lei­ter des „Bereichs Sen­dung“ weit mehr als ein blo­ßer Ver­wal­tungs­be­am­ter im jet­zi­gen Bis­tum Hei­ner Wil­mers ist, spielt in des­sen pasto­ra­ler Neu­aus­rich­tung eine Schlüs­sel­rol­le. Der Titel des theo­lo­gisch auf­schluss­rei­chen Vor­trags: „Die Wei­te des katho­li­schen Glau­bens“ – klingt erst­mal einladend.

Anfangs sagt Hen­necke dar­in, dass nicht pri­mär die äuße­re Form oder die Gebe­te den Unter­schied zwi­schen den Kon­fes­sio­nen aus­ma­chen, son­dern die Bekennt­nis­se. Und wei­ter: „Inso­fern ist ‚katho­lisch‘ nicht zuerst römisch-katho­lisch, grie­chisch-katho­lisch oder so eine Kon­fes­si­on, son­dern es ist etwas davor.“ Was das kon­kret bedeu­tet, zeigt ein wei­te­rer Satz aus dem­sel­ben Vor­trag: Wahr­heit sei „kei­ne Sache, die ich habe, und kei­ne Sache, die ein ande­rer hat, son­dern Chri­stus, eben jene Mitte.“

Das klingt fromm. Es ist aber zugleich eine theo­lo­gi­sche Ver­schie­bung: Wenn Wahr­heit nicht gehabt, son­dern nur annä­he­rungs­wei­se in einem Pro­zess des gemein­sa­men Hörens erreicht wer­den kann, dann ver­liert das Lehr­amt sei­ne nor­ma­ti­ve Funk­ti­on. Dann ist kirch­li­che Leh­re immer vor­läu­fig, immer offen für Revi­si­on durch wei­te­re Syn­odal­run­den. Was als pasto­ra­le Demut daher­kommt, unter­höhlt die Ver­bind­lich­keit des über­lie­fer­ten Glau­bens. Der Begriff „Wei­te“ tut dabei sein Übri­ges: Er klingt ein­schlie­ßend, meint aber fak­tisch Entgrenzung.

Was sich im Vor­trag theo­re­tisch zeigt, schlägt sich in der lit­ur­gi­schen Pra­xis nie­der. Am 22. Febru­ar 2026 fand in der Hil­des­hei­mer Semi­nar­kir­che eine Zulas­sungs­fei­er für erwach­se­ne Tauf­be­wer­ber statt. Belegt sind: 51 Bewer­ber, nament­li­che Auf­ru­fung, Emp­feh­lungs­schrei­ben, Seg­nung bezie­hungs­wei­se Hand­auf­le­gung und anschlie­ßen­der Emp­fang. Augen­zeu­gen nah­men wahr, dass die Fei­er einen aus­ge­präg­ten Ver­an­stal­tungs­cha­rak­ter hat­te, mit moder­ner Musik und einer lit­ur­gi­schen Dich­te, die ihrer Mei­nung nach dem sakra­len Ernst des Anlas­ses nicht gerecht wurde.

Die­ses Bild wird deut­li­cher durch einen Bericht vom 19. Janu­ar 2026. Unter der Über­schrift „50 Kin­der am Abend­mahls-Tisch“ berich­te­te die Katho­li­sche Kir­che Nord­harz über eine Erst­kom­mu­ni­on­fei­er im Dorf­ge­mein­schafts­haus Sch­la­den. 50 Kin­der saßen mit Pfar­rer Tho­mas Mog­ge um eine fest­li­che Tafel – nicht, um mit­ein­an­der Mit­tag zu essen, son­dern um ihre Erst­kom­mu­ni­on zu fei­ern, wie es im Text aus­drück­lich heißt. Eltern und Geschwi­ster saßen dahin­ter. Auf dem Tisch lagen Kuschel­tie­re, Fotos, Rosen­krän­ze und per­sön­li­che Erin­ne­rungs­ge­gen­stän­de. Und der Bericht gibt die theo­lo­gi­sche Deu­tung gleich mit: „Wie Jesus sei­ne Apo­stel um einen Tisch ver­sam­mel­te, so saßen die Kin­der um den gro­ßen Tisch.“

Das ist kein Zufall der For­mu­lie­rung. Das ist Pro­gramm. Der Altar wird zur Tafel, das Opfer zum Gemein­schafts­er­leb­nis, das Myste­ri­um zur päd­ago­gi­schen Ver­an­schau­li­chung. Wohl­ge­merkt: Der Bericht behaup­tet nicht, die Real­prä­senz sei geleug­net wor­den. Das wäre eine ande­re Fra­ge. Was er belegt, ist eine deut­li­che Ver­schie­bung der Wahr­neh­mung: Der Opfer­cha­rak­ter der Hei­li­gen Mes­se tritt zugun­sten eines Mahl- und Gemein­schafts­bil­des zurück. Wer die Kin­der in der Gemein­schafts­hal­le an der gro­ßen Tafel mit Kuschel­tie­ren sit­zen sieht, fragt unwill­kür­lich: Was von der Wirk­lich­keit des eucha­ri­sti­schen Opfers bleibt in die­ser Insze­nie­rung noch wahrnehmbar?

Neben der lit­ur­gi­schen Fra­ge steht eine anthro­po­lo­gi­sche: So wur­de unter Bischof Hei­ner Wil­mer mit Flo­ra Becker eine öffent­lich als Trans­frau auf­tre­ten­de Pasto­ral­re­fe­ren­tin im Bis­tum Hil­des­heim in eine offi­zi­el­le kirch­li­che Funk­ti­on über­nom­men. Laut Kirch­li­chem Anzei­ger des Bis­tums bestand sie am 30. Juni 2022 die zwei­te Dienst­prü­fung zur Pasto­ral­re­fe­ren­tin. Ab dem 1. Sep­tem­ber 2022 über­nahm sie eine zunächst befri­ste­te Pro­jekt­stel­le Unter­el­be mit Dienst­sitz Bux­te­hu­de. Auf der offi­zi­el­len Sei­te des Deka­nats Unter­el­be wird sie als „Pasto­ral­re­fe­ren­tin Deka­nat Unter­el­be“ geführt, die Stel­le trägt den Titel „Beglei­tung von Men­schen in ihren Lebenssituationen“.

Es geht hier nicht um die per­so­na­le Wür­de die­ses Men­schen. Die ist nicht Gegen­stand die­ser Kri­tik. Es geht um das kirch­li­che Signal. Wel­che Anthro­po­lo­gie wird mit­ge­tra­gen, wenn eine Kir­che, die in ihrer offi­zi­el­len Leh­re die Unver­än­der­lich­keit des Geschlechts als Schöp­fungs­wirk­lich­keit bekennt, öffent­lich und in amt­li­cher Funk­ti­on sicht­ba­re Gegen­zeug­nis­se nor­ma­li­siert? Pasto­ra­le Spra­che kann Gewöh­nung erzeu­gen, wenn sie auf­hört, objek­ti­ve anthro­po­lo­gi­sche Brü­che klar zu benen­nen. Was als barm­her­zi­ge Öff­nung gilt, kann bei nähe­rer Betrach­tung eine schritt­wei­se Anpas­sung der kirch­li­chen Pra­xis an eine Anthro­po­lo­gie sein, die mit der kirch­li­chen Leh­re nicht ver­ein­bar ist.

Beson­ders bemer­kens­wert ist, was sich bei zwei zen­tra­len lit­ur­gi­schen Fei­ern des Bis­tums bild­lich bele­gen lässt. Bei der Wei­he von Weih­bi­schof Dr. Mar­tin Marah­rens am 28. Febru­ar 2026 ist auf einem vor­lie­gen­den Beweis­fo­to wäh­rend des Ein­zugs zur Lit­ur­gie eine KjG-Fah­ne mit deut­lich que­er­be­zo­ge­ner und trans­far­bi­ger Gestal­tung sicht­bar. Auch wenn das Bild nicht die per­sön­li­che Bil­li­gung jedes Betei­lig­ten doku­men­tiert, belegt es den­noch, dass die Gen­der­ideo­lo­gie zu die­ser Bischofs­wei­he unter Hei­ner Wil­mer prä­sent war.

Gegen­stim­men könn­ten behaup­ten, dass ein Bischof nicht jede Fah­ne im Dom kon­trol­lie­ren kön­ne. Doch die Lit­ur­gie ist kein öffent­li­cher Markt­platz, son­dern ein hoch­gra­dig geord­ne­ter Raum, für des­sen Sym­bo­lik der Orts­bi­schof die letz­te Ver­ant­wor­tung trägt. Dies blie­be ein Ein­zel­fall, wenn nicht bereits weni­ge Wochen spä­ter, am 1. April 2026, im Hil­des­hei­mer Dom die Chri­sam­mes­se statt­ge­fun­den hät­te – eine gro­ße Jugend­mes­se mit rund 2.000 Teil­neh­mern und einem Vor­pro­gramm auf dem Dom­hof. Wie ein Insta­gram-Video die­ser Fei­er zeigt, war jene Fah­ne erneut mit ihrer klar erkenn­ba­ren Trans­gen­der-Farb­ge­bung im Dom des hei­li­gen Gode­hart zu erken­nen. Es han­delt sich also nicht um einen Ein­zel­fall – das Muster wie­der­holt sich. Die pro­mi­nen­te Prä­senz die­ser Fah­ne ist kein Zufall, son­dern eine Form der bered­ten Dul­dung. Was im hei­li­gen Raum unwi­der­spro­chen bleibt, wird im Bewusst­sein der Gläu­bi­gen zur offi­zi­ell akzep­tier­ten Norm.

Wenn dies nicht schon genug wäre, berich­ten Augen­zeu­gen ergän­zend von klei­nen Mäd­chen als Kom­mu­ni­ons­pen­de­rin­nen, Schlag­zeug­mu­sik, Regen­bo­gen-Zel­ten auf dem Dom­hof und einem gläu­bi­gen Katho­li­ken, der, weil er Rosen­kranz betend auf dem Dom­hof stand, vom Bis­tums-eige­nen „Awa­re­ness-Team“ ver­wie­sen wor­den sein soll.

Libe­ra­le Stim­men inter­pre­tie­ren die Trans­gen­der-Fah­ne gern als harm­lo­ses Zei­chen der „Will­kom­mens­kul­tur“. Doch macht der Ver­band, des­sen Fah­ne mehr­fach in Lit­ur­gien des Bis­tums ein­ge­setzt wur­de, kei­nen Hehl um sei­ne poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen. Auf ihrer Inter­net­si­te zeigt die KjG, dass sie 2023 einen Beschluss gefasst hat, der über jugend­ver­band­li­che All­tags­ar­beit weit hin­aus­geht. „Wir sind ein anti­fa­schi­sti­scher Ver­band“, heißt es dar­in. Der Beschluss erklärt die Wahl oder Unter­stüt­zung der AfD mit den Grund­über­zeu­gun­gen der KjG für unver­ein­bar. Und er wirft den Struk­tu­ren der katho­li­schen Kir­che aus­drück­lich vor, „zahl­rei­che dis­kri­mi­nie­ren­de Bestand­tei­le“ auf­zu­wei­sen, „ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Frau­en- und Que­er­feind­lich­keit“, und for­dert Distan­zie­rung sowie mög­li­chen Aus­schluss ent­spre­chen­der inner­kirch­li­cher Akteure.

Man muss beto­nen: Nicht alle tra­di­tio­nell gesinn­ten Katho­li­ken sind AfD-nah, und es wäre eine Ver­grö­be­rung, dies zu behaup­ten. Aber wenn es um die Posi­ti­on der Hei­li­gen Kir­che im Bezug auf die Trans­gen­der-Leh­re geht, wider­spricht die KjG ihr expli­zit. Ihre Fah­ne ist kein neu­tra­les Jugend­zei­chen. Sie ist ein Signal der Ver­en­gung und Abkehr vom Glau­ben. Als ideo­lo­gi­sches Grenz­sym­bol heißt sie jene will­kom­men, die eine radi­ka­le Trans­for­ma­ti­on der Kir­che for­dern, und grenzt gleich­zei­tig all jene Gläu­bi­gen aus, für die das Depo­si­tum Fidei kei­ne Ver­hand­lungs­sa­che ist.

Mathi­as von Gers­dorff hat in sei­nem Buch über den Syn­oda­len Weg einen Satz notiert, der sich auf Wil­mer fast direkt anwen­den lässt: Bischof Wil­mer sei eigent­lich ein Befür­wor­ter des Syn­oda­len Weges, doch selbst er habe ein­se­hen müs­sen, dass die­ser „gemein­sa­me Weg“ nicht eint, son­dern spal­tet. Das ist ein auf­schluss­rei­ches Urteil. Es beschreibt einen Mann, der zum syn­oda­len Reform­pro­jekt steht, ohne des­sen Spreng­kraft zu wol­len – und der den­noch zur trei­ben­den Kraft dahin­ter wird.

Was beim Syn­oda­len Weg theo­re­tisch for­mu­liert wird – Rela­ti­vie­rung kirch­li­cher Auto­ri­tät, Öff­nung gegen­über Gen­der-Theo­lo­gie, Demo­kra­ti­sie­rung von Lehr­fra­gen, Auf­wei­chung der Sexu­al­mo­ral –, das erscheint im Bis­tum Hil­des­heim an meh­re­ren Stel­len prak­tisch sicht­bar: in der Theo­lo­gie eines Gene­ral­vi­kars, der Wahr­heit pro­zess­haft ver­steht; in einer Erst­kom­mu­ni­on­fei­er, die den Altar durch die Tafel ersetzt; in einer kirch­li­chen Per­so­nal­ent­schei­dung, die eine neue Anthro­po­lo­gie insti­tu­tio­nell mit­trägt; in einer Sym­bo­lik, die bei zen­tra­len lit­ur­gi­schen Fei­ern wie­der­holt und unwi­der­spro­chen im lit­ur­gi­schen Raum erscheint.

Das ist kein Zufall ein­zel­ner Ereig­nis­se. Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra hat dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass man nie das Ein­zel­er­eig­nis iso­liert betrach­ten soll, son­dern die tie­fe­ren Ten­den­zen, Ideen und sicht­ba­ren Fak­ten eines kirch­li­chen Pro­zes­ses. Die Fra­ge, die sich hier stellt, ist nicht, ob Hei­ner Wil­mer fromm ist. Fromm reden und syn­odal gestal­ten schlie­ßen sich nicht aus. Die Fra­ge ist, wohin eine Kir­che geführt wird, wenn bei­des Hand in Hand geht.

Mün­ster ist der­zeit das mit­glie­der­stärk­ste Bis­tum Deutsch­lands. Was in Hil­des­heim klei­ner Maß­stab war, könn­te in Mün­ster Flä­chen­wir­kung ent­fal­ten. Die Amts­ein­füh­rung ist für den 21. Juni 2026 vor­ge­se­hen. Dann beginnt der eigent­li­che Prüfstein.

Hil­des­heim erscheint rück­blickend nicht bloß als Her­kunfts­ort, son­dern als mög­li­che Vor­war­nung. Mün­ster wird zei­gen, ob Hil­des­heim ein Ein­zel­fall war – oder ein Menetekel.

*Hei­ner Lünig, publi­zi­stisch tätig, u. a. Mit­wir­kung an dem Buch „Anti­fa mar­schiert: Lin­ke Gewalt gegen Lebensrechtler“.

Bild: Wikicommons/​Kadellar/​SojoR

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