Die Casablanca-Expertengruppe begrüßt die einstimmige und überparteiliche Abstimmung der Familienkommission des chilenischen Abgeordnetenhauses, mit der ein Gesetz zum Verbot und Bestrafung der Leihmutterschaft verabschiedet wurde. Die Abstimmung vereinte Abgeordnete von links und rechts und markiert einen entscheidenden Schritt, um Frauen und Kinder vor den gravierenden Risiken dieser Praxis zu schützen.
Die Entscheidung spiegelt ein wachsendes Bewußtsein für die fundamentalen Rechte von Frauen und Kindern wider, die durch die Leihmutterschaft verletzt werden. International wurde dieser Schritt von Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, positiv gewürdigt. Sie betonte, daß ein konsequentes Vorgehen gegen die kommerzielle Ausbeutung von Frauen in der Reproduktionsmedizin nur durch ein vollständiges Verbot der Leihmutterschaft erreicht werden kann.
Die Casablanca-Expertengruppe lobt die Arbeit der Fachleute in Chile, die sich für den Schutz von Frauen und Kindern einsetzen, sowie das Engagement von Abgeordnetem Juan Irarrázaval Rossel, Vorsitzender der Familienkommission, dessen Initiative eine breite politische Einigung ermöglichte.
Angesichts des 100jährigen Jubiläums der Sklavereiabkommen im Jahr 2026 ruft die Casablanca-Expertengruppe Chile dazu auf, sich den Ländern anzuschließen, die auf internationaler Ebene für die universelle Abschaffung der Leihmutterschaft eintreten, darunter Italien, das den Empfehlungen des 2025 von Reem Alsalem veröffentlichten UN-Berichts folgt.
Die Casablanca-Expertengruppe ein internationales Netzwerk von Fachleuten, das sich für die weltweite Abschaffung der Leihmutterschaft einsetzt. Dazu gehören Juristen, Mediziner, Psychologen sowie Experten aus anderen Disziplinen wie Soziologie, Philosophie und Menschenrechtsforschung, die sich seit Jahren mit den ethischen, sozialen und rechtlichen Folgen der Leihmutterschaft beschäftigen.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
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