„Weil sie sein wollten wie Gott“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Die Generalaudienz von Papst Franziskus in Corona-Zeiten.

Lie­be Brü­der und Schwestern, 

im Buch Gene­sis lesen wir von der Ursün­de Adams, in der unse­re Stamm­eltern die unend­li­che Frei­ge­big­keit des Schöp­fers in Fra­ge gestellt haben, weil sie so sein woll­ten wie Gott. 

Immer wei­ter brei­te­te sich seit­dem das Übel über die gan­ze Mensch­heit aus. Wie aus der Sint­flut und dem Turm­bau zu Babel deut­lich wird, wur­de das Bedürf­nis nach einem Neu­an­fang immer dring­li­cher, das in Chri­stus sei­ne vol­le Erfül­lung fin­den soll­te. Die Hei­li­ge Schrift berich­tet uns neben der in ihre Sün­de ver­strick­ten Mensch­heit auch von einer ande­ren ver­bor­ge­nen Wirk­lich­keit: von gerech­ten, auf den Herrn hof­fen­den Men­schen wie Abel, der ein Gott wohl­ge­fäl­li­ges Erst­lings­op­fer dar­bringt, oder von Noach, der durch sei­nen from­men Lebens­wan­del die Ver­nich­tung der Mensch­heit abwen­det. Das Gebet der Gerech­ten bil­det einen Schutz­wall gegen das wach­sen­de Böse in der Welt, denn es rich­tet den Blick auf den Herrn aus, der Wüsten des Has­ses in blü­hen­de Gär­ten ver­wan­deln kann. Die Herr­schaft des Herrn durch­zieht über die unschein­ba­re, aber wirk­mäch­ti­ge Ket­te die­ser oft­mals aus­ge­grenz­ten, unbe­merk­ten Gerech­ten die Geschich­te der Mensch­heit und wen­det ihre Geschicke, um in Chri­stus die Erlö­sung zu vollbringen.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an die Gläu­bi­gen deut­scher Spra­che. Fol­gen wir dem Bei­spiel der seli­gen Jung­frau Maria: Sie hat mit ihrem instän­di­gen Gebet zusam­men mit den Apo­steln den Hei­li­gen Geist für die Kir­che erfleht, der die Men­schen in der Lie­be Chri­sti erneu­ert. Der Geist der Lie­be erfül­le unse­re Her­zen, auf dass sie bestän­dig im Gebet dem Herrn zuge­wandt seien.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)