Priester fordern mit einer Zeitungsanzeige von Erzbischof Scicluna gegen einen homophilen Priester einzuschreiten

Homo-Häresie in der Kirche












Sorgt Erzbischof Scicluna auswärts, aber nicht zu Hause für Ordnung?

(Valletta) Das Gesprächsklima kann nicht gut sein, wenn glaubenstreue Priester ihre Bitten und Wünsche ihrem Bischof mittels Zeitungsanzeige mitteilen müssen.

In der Tageszeitung The Times of Malta veröffentlichte heute eine Initiative katholischer Priester eine ganzseitige Anzeige. Sie enthält einen offenen Brief, mit dem sie Erzbischof Charles Scicluna von Malta auffordern, Maßnahmen gegen einen Diözesanpriester zu ergreifen, der jüngst im maltesischen Fernsehen die Homo-Agenda verteidigte, obwohl sie der kirchlichen Lehre widerspricht.

Erzbischof Scicluna gehört zum engeren Umfeld von Papst Franziskus. Bekannt wurde er als Promotor Iustitiae der Glaubenskongregation der gegen Marcial Maciel, den Gründer der Legionäre Christi, die Anklage wegen dessen skandalösen Lebenswandels vertrat. Benedikt XVI. ernannte ihn wenige Monate vor seinem Amtsverzicht zum Weihbischof von Malta.

Erzbischof Charles Scicluna von Malta

Zu Papst Franziskus fand Scicluna schnell ein noch engeres Verhältnis. Der derzeitige Papst ernannte ihn 2015 zum Erzbischof von Malta. Als solcher gehörte Scicluna zu den ersten Bischöfen, die das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia im Sinne der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener und anderer Personen in irregulären Situationen zur Kommunion umsetzten.

Sein Suffraganbischof drohte damals Priestern, die der „neuen Linie“ nicht folgen, mit Suspendierung. Das erklärt wahrscheinlich auch den ungewöhnlichen Schritt an die Öffentlichkeit, den die Priestervereinigung setzte.

Kevin Schembri

2018 wurde Sicluna von Franziskus beauftragt, den Fall Barros in Chile zu untersuchen, der dem Ansehen des Papstes geschadet hatte. Barros und etliche andere chilenische Bischöfe wurden seither emeritiert, allerdings erst, nachdem Franziskus dreieinhalb Jahre untätig geblieben war und die Sache sich in den Medien gegen ihn zu wenden begann.

Im November 2018 ernannte ihn Franziskus, zusätzlich zu seinem Amt als Erzbischof von Malta, auch zum beigeordneten Sekretär der Glaubenskongregation.

Pro Malta Christiana wirft Scicluna, wenn auch in sehr respektvoller Form, heute vor, zwar auswärts, aber nicht in seinem eigenen Erzbistum für Ordnung zu sorgen. Pro Malta Christiana ist eine Vereinigung rechtgläubiger katholischer Priester. Sie reagieren mit dem offenen Brief auf die homophilen Äußerungen eines Diözesanpriesters im maltesischen Fernsehen. Dabei handelt es sich um Kevin Schembri, Professor für Kirchenrecht an der Universität Malta, der Erzbischof Scicluna sehr nahesteht. In der Sendung Xarabank attestierte er der Homosexualität, daß sie „gut“ sei, weil, so der Kanonist, auch sie Teil des „Planes Gottes“ sei. Gott habe, so Schembri in einer simplizistischen Sichtweise, Menschen „mit unterschiedlicher sexueller Orientierung“ geschaffen, das gelte auch für die Homosexualität. „Schwulsein kann nicht schlecht sein, weil Er es geschaffen hat. Gott hat es geschaffen, und Er hat es in Seinem Plan geschaffen. Gott hat alles geschaffen. Wenn Gott es geschaffen hat, wie kann dann die Kirche gegen Gott vorgehen? Die Kirche existiert, um Gott zu dienen und nicht, um ihm zu sagen, daß er etwas schlecht gemacht hat, und daß ich das für ihn ändern will.“

Offener Brief von Pro Malta Christiana

Pro Malta Christiana wendet sich mit der Zeitungsanzeige in sehr respektvoller Sprache an Erzbischof Scicluna, erinnert ihn aber daran, daß es erste Aufgabe eines Oberhirten ist, „das Glaubensgut öffentlich zu verteidigen, zu fördern und zu beschützen“. Die Aussagen von Kevin Schembri seien ein Angriff gegen dieses Glaubensgut.

Als unmittelbar nach der Sendung eine Gruppe katholischer Laien zum Sühnerosenkranz aufrief, „hatte Erzbischof Scicluna nichts Besseres zu tun, als sich davon zu distanzieren“, so InfoVaticana.

Die Veröffentlichung der Zeitungsanzeige dürfte es dem Erzbischof allerdings schwer machen, weiterhin zu den Aussagen Schembris zu schweigen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Youtube/The Times of Malta (Screenshots)

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