In der Osternacht finden in Westminster mehr als 500 Taufen statt

Bitte um Aufnahme in die Kirche trotz Mißbrauchsskandal und Verwirrung

Mehr als 500 Taufbewerber werden in der Osternacht in Westminister in die Kirche aufgenommen.
Mehr als 500 Taufbewerber werden in der Osternacht in Westminister in die Kirche aufgenommen.

(Lon­don) Die Kir­che, die unter Miß­brauchs­skan­dal und Ver­wir­rung in der Glau­bens­leh­re lei­det, weist auch ande­re Sei­ten auf. In der Oster­nacht wer­den in der Kathe­dra­le von West­min­ster 500 Katechu­me­nen getauft und in die Kir­che Jesu Chri­sti auf­ge­nom­men.

Die Nach­richt sagt eini­ges aus. Ein­mal, daß es wei­ter­hin Men­schen in der west­li­chen Welt gibt, in der die Ent­christ­li­chung in einem beun­ru­hi­gen­den Tem­po vor­an­schrei­tet, die dar­um bit­ten, in die Gemein­schaft der Kir­che auf­ge­nom­men zu wer­den. Und sie tun es sogar dann, wenn die Ver­wir­rung in der Glau­bens­dok­trin, in der Seel­sor­ge und nicht zuletzt auch in der Lit­ur­gie zunimmt und Skan­da­le wie jene des haupt­säch­lich homo­se­xu­el­len Miß­brauchs Min­der­jäh­ri­ger die Titel­sei­ten der Medi­en fül­len. Das zurück­lie­gen­de Jahr kann als annus hor­ri­bi­lis bezeich­net wer­den, und den­noch nimmt auch die Zahl der Neo­phyten zu, die sich seit eini­gen Mona­ten auf die Tau­fe vor­be­rei­ten.

Ein Teil der Tauf­be­wer­ber sind Kon­ver­ti­ten, ande­re waren bis­her reli­gi­ons­los.

Bei einem vor­be­rei­ten­den Wochen­en­de sag­te Bischof Alan Hopes von East Anglia, der selbst Kon­ver­tit ist und zuvor angli­ka­ni­scher Pastor war:

„Es ist eure Fei­er der Hoff­nung und des Ver­trau­ens in Jesus Chri­stus, an den ihr euch wen­det für eure Ret­tung.“

Obwohl kei­ne Auf­schlüs­se­lung vor­liegt, ist anzu­neh­men, daß der Groß­teil der Kon­ver­ti­ten aus der Kir­che von Eng­land kommt. Die Angli­ka­ner erle­ben noch dra­ma­ti­sche­re Auf­lö­sungs­er­schei­nun­gen durch Rück­gang der Kirch­gän­ger und der Beru­fun­gen als die katho­li­sche Kir­che.

Soll­te der Nie­der­gang sich im bis­he­ri­gen Aus­maß fort­set­zen, wird, so wur­de errech­net, der letz­te Angli­ka­ner noch vor Ende des Jahr­hun­derts gestor­ben sein. Die Angli­ka­ni­sche Kir­che lebt vor allem noch durch ihre Ver­schrän­kung mit der bri­ti­schen Mon­ar­chie. Die präch­ti­gen Zere­mo­nien, die in Can­ter­bu­ry zu bestimm­ten Anläs­sen von Staat und Königs­fa­mi­lie statt­fin­den, täu­schen aller­dings über die Wirk­lich­keit hin­weg. Die Köni­gin ist nicht nur Staats­ober­haupt, son­dern auch Ober­haupt der Kir­che, aller­dings einer Kir­che ohne Glie­der.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

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