Die Auslieferung des „bürgerlichen“ Lagers an den Kommunismus

Othmar Karas und die Spinelli-Gruppe

Otmar Karas und die „Spinelli-Gruppe“ benannt nach dem Kommunisten und marxistischen Theoretiker Altiero Spinelli, dessen Ziel ein sozialistischen Superstaat Europa war.
Otmar Karas und die „Spinelli-Gruppe“ benannt nach dem Kommunisten und marxistischen Theoretiker Altiero Spinelli, dessen Ziel ein sozialistischen Superstaat Europa war.

Von Wolf­ram Schrems*

Seit Jahr­zehn­ten beob­ach­ten wir, daß christ­de­mo­kra­ti­sche und „bür­ger­li­che“ Par­tei­en sich mit mar­xi­sti­schen Par­tei­en aller Spiel­ar­ten ver­bün­den oder selbst so „links“ gewor­den sind, daß sie eigent­lich nicht mehr als Christ­de­mo­kra­ten u. dgl. erkenn­bar sind. Allen vor­an gilt das für die CDU und ihre Vor­sit­zen­de.

Aber es gilt auch für die ÖVP. Die­se wird in Öster­reich und im Aus­land auf­grund der ein­schlä­gi­gen Rhe­to­rik ihres Par­tei­vor­sit­zen­den, Bun­des­kanz­ler Seba­sti­an Kurz, von man­chen als „rechts“ und „patrio­tisch“ ein­ge­schätzt. Die­se Ein­schät­zung ist aber irrig. Es wird ein ganz ande­res Stück gespielt: Die Nomi­nie­rung von Lang­zeit­ab­ge­ord­ne­ten Oth­mar Karas als Spit­zen­kan­di­dat für die Wahl zum Euro­päi­schen Par­la­ment zeigt die Gleich­för­mig­keit „bür­ger­li­cher“ Par­tei­en und Regie­run­gen unter dem „lin­ken“ und inter­na­tio­na­li­sti­schen Kon­for­mi­täts­druck.

Die­ser ist in sei­ner Trag­wei­te aber nicht immer auf den ersten Blick erkenn­bar:

Mediales Schweigen über die Spinelli-Gruppe

Otmar Karas, MdEP-ÖVP (EVP)
Otmar Karas, MdEP-ÖVP (EVP)

Wer sich mit dem Wir­ken von Oth­mar Karas aus­ein­an­der­setzt, wird eine auf­schluß­rei­che und über­ra­schen­de Ent­deckung machen: Karas ist Mit­glied der „Spi­nel­li-Grup­pe“, die nach dem ita­lie­ni­schen Kom­mu­ni­sten Altie­ro Spi­nel­li benannt ist.

In der Medi­en­be­richt­erstat­tung ist die­se erstaun­li­che Mit­glied­schaft offen­bar kein The­ma. Auch für den poli­ti­schen Mit­be­wer­ber nicht. Dabei ist es kla­rer­wei­se von ent­schei­den­der Bedeu­tung für die Poli­tik eines Abge­ord­ne­ten, von wel­chen Grup­pen er Mit­glied ist.

Weder Spi­nel­li noch die nach ihm benann­te Par­la­men­ta­ri­er­grup­pe ist, wenn man sich etwas umhört, der brei­ten Öffent­lich­keit bekannt.

Daher hier eine kur­ze Auf­klä­rung:

Altiero Spinelli – Kommunist und Wegbereiter der Europäischen Union

Altie­ro Spi­nel­li (1907 – 1986), gebür­ti­ger Römer, trat 1924 der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Ita­li­ens bei. 1927 wur­de er für zehn Jah­re ein­ge­sperrt, danach leb­te er sechs Jah­re im Haus­ar­rest. Wäh­rend des Krie­ges wur­de er auf der Insel Ven­to­te­ne inter­niert. 1941 ver­faß­te er mit dem Sozia­li­sten Erne­sto Ros­si das Mani­fest von Ven­to­te­ne, in dem detail­lier­te Ziel­vor­stel­lun­gen für einen euro­päi­schen Super­staat for­mu­liert wur­den. Die­ses Mani­fest speist sich nach Ansicht eines Beob­ach­ters aus dem Kom­mu­ni­sti­schen Mani­fest und der Lenin­schen Pro­gramm­schrift Was tun?.

Spinelli als junger Berufsrevolutionär
Spi­nel­li als jun­ger Berufs­re­vo­lu­tio­när

Zu den dort arti­ku­lier­ten Ziel­vor­stel­lun­gen gehö­ren Auf­he­bung der Gren­zen in Euro­pa, die Ein­schrän­kung des Pri­vat­ei­gen­tums und die Schaf­fung einer ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung für Euro­pa zur Errich­tung eines „Föde­ral­staa­tes“. Eine euro­päi­sche Armee soll die natio­na­len Arme­en ablö­sen.

Spi­nel­li sprach über­dies von einer „euro­päi­schen Revo­lu­ti­on“, die „sozia­li­stisch“ sein müs­se. (1)

Als Geg­ner des Sta­li­nis­mus und als „Trotz­kist“ wur­de er 1937 aus der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei aus­ge­schlos­sen. Kom­mu­nist blieb er natür­lich, da bekannt­lich auch Trotz­ki­sten Kom­mu­ni­sten sind. (2)

1979 kan­di­dier­te er bei den ersten direk­ten Wah­len für das Euro­pa­par­la­ment als „Unab­hän­gi­ger“ auf der Liste der ita­lie­ni­schen Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei, die unter Enri­co Ber­lin­guer den soge­nann­ten „Euro­kom­mu­nis­mus“ kre­ierte.

Der Kom­mu­nist Spi­nel­li auf Ven­to­te­ne

Spi­nel­li war von 1970 bis 1976 Kom­mis­sar und von 1976 bis zu sei­nem Tod Mit­glied des Euro­päi­schen Par­la­ments.

Spi­nel­li ver­folg­te die Stra­te­gie, daß direk­te Wah­len zu einer euro­päi­schen Ver­samm­lung und die Ein­rich­tung euro­päi­scher, qua­si-staat­li­cher Insti­tu­tio­nen durch­ge­führt wer­den sol­len, damit es zu Kon­flik­ten mit den natio­nal­staat­li­chen Legis­la­tu­ren kom­men wür­de, wor­auf die euro­päi­schen Gerich­te zugun­sten der euro­päi­schen Staats­wer­dung ent­schei­den wür­den.

Die bis­he­ri­gen EU-Ver­trä­ge (Man hat seit einem Vier­tel­jahr­hun­dert den Ein­druck, daß ein Ver­trag den näch­sten jagt. Offen­sicht­lich ist hier eine „per­ma­nen­te Revo­lu­ti­on“ im Gan­ge.) sind nach Ansicht von Beob­ach­tern noch nicht das, was Spi­nel­li ange­strebt hat­te. Aller­dings wird fest­ge­hal­ten, daß sei­ne Akti­vi­tä­ten tat­säch­lich zur Umbil­dung der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten in einen ent­ste­hen­den Super­staat ent­schei­dend bei­getra­gen haben. Um die­se Akti­vi­tä­ten zu ehren, wur­de das größ­te Gebäu­de des Par­la­ments­kom­ple­xes in Brüs­sel nach Spi­nel­li benannt.

Ein ande­res Gebäu­de wur­de übri­gens nach der fana­ti­schen fran­zö­si­schen Abtrei­bungs­po­li­ti­ke­rin Simo­ne Veil benannt. Damit wird die Schwer­punkt­set­zung der Euro­kra­ten über­aus deut­lich.

Von wem Spi­nel­li sei­ner­seits geführt wur­de, muß (zumin­dest vor­läu­fig) offen­blei­ben. Selbst­ver­ständ­lich könn­te ein Ein­zel­gän­ger ohne ein star­kes Netz­werk im Hin­ter­grund nicht die­sen Ein­fluß aus­üben. (3)

Spinelli-Gruppe

Am 15. Sep­tem­ber 2010 wur­de die soge­nann­te Spi­nel­li-Grup­pe gegrün­det, um die „Föde­ra­li­sie­rung“ der Euro­päi­schen Uni­on vor­an­zu­trei­ben.

Das ist natür­lich ein irre­füh­ren­der Aus­druck, da man nicht von „Föde­ra­li­sie­rung“ spre­chen kann, wenn die­je­ni­gen Ein­hei­ten, die sich föde­ral zusam­men­schlie­ßen, auf­ge­löst und ver­nich­tet wer­den sol­len.

Wich­ti­ge Unter­stüt­zer die­ser Grup­pe sind Jac­ques Delors (Sozia­list), Josch­ka Fischer (Grü­ner, ehe­ma­li­ger Stra­ßen­schlä­ger, führ­te lebens­ge­fähr­li­che Attacken auf Poli­zi­sten durch), Dani­el Cohn-Ben­dit (Grü­ner, eben­falls mit Stra­ßen­kampf­erfah­rung, einst Pro­pa­gan­dist der Pädo­phi­lie) und Elmar Brok (CDU, Stu­di­en­ab­bre­cher, EU-Lang­zeit­par­la­men­ta­ri­er seit 1980).

Nach dem Kommunisten Altiero Spinelli benanntes Hauptgebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel
Das nach dem Kom­mu­ni­sten Altie­ro Spi­nel­li benann­te Haupt­ge­bäu­de des Euro­päi­schen Par­la­ments in Brüs­sel

Der Libe­ra­le Guy Ver­hof­stadt ist Mit­glied des board. Er ist uns als einer der schärf­sten Fein­de der im Jahr 2000 ange­lob­ten öster­rei­chi­schen ÖVP-FPÖ-Regie­rung, als er bel­gi­scher Regie­rungs­chef war, in Erin­ne­rung.

Mit­glie­der der Spi­nel­li-Grup­pe der Abge­ord­ne­ten zum Euro­päi­schen Par­la­ment sind u. a. die por­tu­gie­si­sche Sozia­li­stin Edi­te Est­re­la, die 2013 einen „Report“ zum The­ma „repro­duk­ti­ve Rech­te“ vor­leg­te, in dem die Abtrei­bung als Men­schen­recht hin­ge­stellt und ver­pflich­ten­de Sexu­al­erzie­hung inner­halb und außer­halb der Schu­le gefor­dert wird.

Mit­glied ist auch die Polin Danu­ta Hüb­ner, die eben­falls den Mord an den unge­bo­re­nen Kin­dern pro­pa­gan­di­stisch för­dert und die dies­be­züg­li­che pol­ni­sche Bewe­gung „Schwar­zer Mon­tag“ unter­stütz­te. (4) Aus Öster­reich sind Eva Lich­ten­ber­ger (Grü­ne), Ulri­ke Lun­acek (Grü­ne), Han­nes Swo­bo­da (SPÖ) und eben Oth­mar Karas mit dabei.

EUdSSR?

Heut­zu­ta­ge erle­ben wir eine gespen­sti­sche Wie­der­auf­er­ste­hung des Kom­mu­nis­mus. Offen­bar war die Wen­de vor drei­ßig Jah­ren halb­her­zig oder unwirk­sam. Mög­li­cher­wei­se war die Wen­de eine Stra­te­gie­än­de­rung von Kräf­ten, die Ein­fluß auf den Sowjet­block neh­men konn­ten. Der myste­riö­se Herr Gor­bat­schow genoß plötz­lich viel Anse­hen im Westen. Sein Nach­fol­ger gab Ruß­land zur Plün­de­rung durch den Westen frei. Die Hin­ter­grün­de sind von außen natür­lich schwer durch­schau­bar.

Gleich­zei­tig blieb der Kom­mu­nis­mus immer eine opi­nio com­mu­nis im poli­ti­schen, publi­zi­sti­schen und aka­de­mi­schen Leben des Westens. Anti­kom­mu­nis­mus gilt bis heu­te als unfein oder gar als rechts­ex­trem.

Die Christdemokratin Merkel (D), der Linksdemokrat Renzi (I) und der Sozialist Hollande (F) pilgern zum Grab des Kommunisten Altiero Spinelli.
Die Christ­de­mo­kra­tin Mer­kel (D), der Links­de­mo­krat Ren­zi (I) und der Sozia­list Hol­lan­de (F) pil­gern zum Grab des Kom­mu­ni­sten Altie­ro Spi­nel­li.

Die mehr oder weni­ger offe­ne Sym­pa­thie für den Kom­mu­nis­mus im Westen betrifft auch die Euro­päi­sche Uni­on selbst: Es wur­de schon bemerkt, daß der Aus­druck „Kom­mis­sar“ direkt dem Voka­bu­lar Lenins ent­lehnt ist, der als erstes sei­ne Mini­ster so benann­te. Es wur­de auch schon bemerkt, daß Über­re­gu­lie­rung, Büro­kra­tie­hy­per­tro­phie, Gesin­nungs­le­gis­la­tur, Ent­eig­nung („Euro-Ret­tung“ und Schul­den­über­nah­me) und geziel­te Rechts­un­si­cher­heit struk­tu­rell und inhalt­lich dem histo­ri­schen Kom­mu­nis­mus stark ähneln. Der Gen­der­wahn wur­de als Gen­der-Main­strea­ming durch den Ver­trag von Amster­dam in die Ein­ge­wei­de der EU ein­ge­führt und ist ein kul­turm­ar­xi­sti­sches und revo­lu­tio­nä­res Mit­tel der Ega­li­sie­rung der Geschlech­ter und damit der Gesell­schaft. Ein Trotz­kist, der die „per­ma­nen­te Revo­lu­ti­on“ durch­zu­füh­ren hat, muß das gut fin­den.

Auch die Obses­si­on mit der Ermor­dung der unge­bo­re­nen Kin­der im Mut­ter­leib fin­det sich eben­falls als Cha­rak­te­ri­sti­kum schon im frü­hen Kom­mu­nis­mus und in der Gesetz­ge­bung der jun­gen Sowjet­uni­on.

Mer­kel, Hol­lan­de und Ren­zi im Som­mer 2016 ehr­fürch­tig vor dem kreuz­lo­sen Grab des trotz­ki­sti­schen „Vaters“ der EU

Zwei welt­an­schau­lich so ver­schie­de­ne Poli­ti­ker aus dem ehe­ma­li­gen Ost­block wie der frü­he­re tsche­chi­sche Staats­prä­si­dent Václav Klaus, Libe­ra­ler und Vor­kämp­fer für den frei­en Markt, und der pol­ni­sche Euro­pa­par­la­men­ta­ri­er, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und Katho­lik Ryszard Legut­ko orten kom­mu­ni­sti­sche Ten­den­zen in Auf­bau und Poli­tik der Euro­päi­schen Uni­on. Bestä­tigt wer­den bei­de durch den rus­si­schen Dis­si­den­ten und Opfer der Sowjet­psych­ia­trie Wla­di­mir Bukow­ski, der in der EU einen neu­en Sowjet­staat ent­ste­hen sieht.

Ein ÖVP-Politiker als Handlanger linksradikaler Kräfte

Um auf ÖVP-Spit­zen­kan­di­da­ten Oth­mar Karas zurück­zu­kom­men: Er arbei­tet mit Leu­ten zusam­men, die eine links­ra­di­ka­le, kom­mu­ni­sti­sche und ter­ro­ri­sti­sche Ver­gan­gen­heit haben und ihren Grund­über­zeu­gun­gen treu geblie­ben sind. Karas steht für eine Ideo­lo­gie, die von dem Trotz­ki­sten Altie­ro Spi­nel­li und sei­nen Gesin­nungs­freun­den mitt­ler­wei­le zum Haupt­strom der Euro­päi­schen Uni­on gemacht wor­den sind. Die­ser Haupt­strom mani­fe­stiert sich in der Poli­tik, in der Pro­pa­gan­da und in Form phy­si­scher Bedro­hung durch die „Anti­fa“, wie hier schon ein­mal dar­ge­legt.

Die Stel­lung­nah­men von Oth­mar Karas im Euro­pa­par­la­ment und bei Inter­views sind zwar weit­ge­hend inhalts­leer. Sie bestehen aus­schließ­lich aus Phra­sen und Wort­hül­sen. Sie sind in einem unduld­sa­men, apo­dik­ti­schen und pre­di­ger­haf­ten Ton gehal­ten. Dabei ver­ra­ten sie kei­ne Intel­li­genz und schon gar kei­ne Weis­heit. Sie sind eine Belei­di­gung für den Ver­stand der Wäh­ler.

Das Wir­ken von Oth­mar Karas im Krei­se sei­ner Spi­nel­li­schen Ver­bün­de­ten läuft aber auf die Auf­lö­sung Öster­reichs in einem Super­staat hin­aus, ein Ziel, das er mit Mar­xi­sten teilt: Noch 2012 for­der­te er die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Euro­pa. Im Euro­pa­par­la­ment schwa­dro­nier­te er 2018 von der „Schaf­fung einer euro­päi­schen Sou­ve­rä­ni­tät“ (bei 1:37). Aus­drück­lich ist er gegen die Ein­stim­mig­keit in der EU-Außen­po­li­tik (bei 10:18).

Und über­dies hat sich Karas für die Annah­me des UNO-Migra­ti­ons­pak­tes aus­ge­spro­chen und die Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung der Regie­rung kri­ti­siert.

Das Pan­eu­ro­pa-Kon­zept von Richard Cou­den­ho­ve-Kal­er­gi ver­tei­digt er übri­gens auch, wobei es unklar ist, ob er des­sen Wer­ke über­haupt gele­sen hat.

Das alles spielt den­je­ni­gen, die eine mar­xi­sti­sche Geschichts­phi­lo­so­phie ver­tre­ten, in die Hän­de. Und natür­lich den Teil­har­di­sten, die der­zeit in der Kir­che das Sagen haben.

À pro­pos Kir­che:

Kirchliche Propaganda für die EU

Die einst­mals lesens­wer­te Monats­zei­tung mit­ein­an­der des öster­rei­chi­schen Cani­si­us­wer­kesZen­trum für geist­li­che Beru­fe ist eines von vie­len kirch­li­chen Peri­odi­ka, die Sym­pto­me einer rapi­den Deka­denz dar­stel­len. Für unse­ren Zusam­men­hang inter­es­sant ist, daß im Jahr 2017 Oth­mar Karas dort einen Arti­kel unter dem Titel Leben in der „Dop­pel­müh­le“ ver­faß­te. Nicht daß die­ser Bei­trag inhalt­lich inter­es­sant wäre, denn das ist er natür­lich nicht, aber es ist doch bemer­kens­wert, wie mas­siv sich die kirch­li­chen Struk­tu­ren der poli­ti­schen Pro­pa­gan­da unter­ord­nen. „Für Euro­pa“ zu sein ist im kirch­li­chen Haupt­strom der­zeit bei wei­tem wich­ti­ger als an die Inhal­te der Offen­ba­rung zu glau­ben.

Die betref­fen­de Monats­zei­tung will angeb­lich geist­li­che Beru­fun­gen för­dern. Was ein Bei­trag des Oth­mar Karas damit zu tun haben soll, erschließt sich nicht. Klar ist aller­dings, daß die Leser im Sin­ne der EU-Ideo­lo­gie indok­tri­niert wer­den sol­len.

Fazit

„Bür­ger­li­che“ und christ­de­mo­kra­ti­sche Par­tei­en sind pro­gram­ma­tisch von offen kom­mu­ni­sti­schen kaum noch zu unter­schei­den. Auf Euro­pa­ebe­ne gar nicht. Oth­mar Karas arbei­tet nicht für die legi­ti­men Inter­es­sen sei­nes öster­rei­chi­schen Vater­lan­des und des­sen Bür­ger son­dern im Kon­text einer von der Medi­en­be­richt­erstat­tung („Lücken­pres­se“) nicht the­ma­ti­sier­ten mar­xis­mus­af­fi­nen Grup­pe für die Errich­tung eines euro­päi­schen Super­staa­tes.

Das ist alles eine Schan­de.

Wir wer­den dar­über hin­aus in der mas­si­ven Renais­sance des Kom­mu­nis­mus eines der trost­lo­sen Resul­ta­te der Ver­wer­fung der Bot­schaft von Fati­ma erken­nen kön­nen.

Die­ser Arti­kel geht auf einen zunächst am 11. Febru­ar auf der Sei­te von Dr. Andre­as Unter­ber­ger ver­öf­fent­lich­ten Text zurück, der für ein katho­li­sches Inter­net­me­di­um gründ­lich über­ar­bei­tet wur­de.

*Wolf­ram Schrems, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro-Lifer

Fuß­no­ten: Von der Redak­ti­on ergänzt.
Bil­der: Wikicommons/MiL

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(1) „Ich wur­de Kom­mu­nist, so wie man Prie­ster wird…, ent­schlos­sen, das zu wer­den, was der Grün­der die­ses Ordens den ‚Berufs­re­vo­lu­tio­när‘ nann­te“, Altie­ro Spi­nel­li im Novem­ber 1957 in der fran­zö­si­schen Zeit­schrift Preu­ves.

(2) Von 1976 bis 1983 war Spi­nel­li für zwei Legis­la­tur­pe­ri­oden in den Rei­hen der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Ita­li­ens Abge­ord­ne­ter zum Ita­lie­ni­schen Par­la­ment.

(3) Laut Anga­ben der Frei­mau­rero­bö­di­enz Demo­kra­ti­scher Groß­ori­ent von Ita­li­en war Altie­ro Spi­nel­li „ein pro­gres­si­ver Bru­der Frei­mau­rer und Geg­ner des Anti­eu­ro­päis­mus“. Spi­nel­li war 1943 der Grün­der des Movi­men­to Federa­li­sta Euro­peo (MFE), der Schwe­ster­or­ga­ni­sa­ti­on der Euro­pa-Uni­on Deutsch­land. Das Ziel Spi­nel­lis war die Ver­bin­dung der euro­päi­schen Eini­gungs­idee mit der mar­xi­sti­scher Theo­rie zu einem „sozia­li­sti­schen“, euro­päi­schen Zen­tral­staat. Nach­dem er bereits im März 1945 in Paris eine erste Tagung für ein geein­tes Euro­pa initi­ier­te, die sei­ne Frau orga­ni­sier­te, war Spi­nel­li 1946 trei­ben­de Kraft der Grün­dung des Dach­ver­ban­des Uni­on Euro­päi­scher Föde­ra­li­sten.
Sei­ne Frau war Ursu­la Hirsch­mann, Mit­glied der Sozia­li­sti­schen Arbei­ter-Jugend wie ihr Bru­der, der Volks­wirt, revo­lu­tio­nä­re Mar­xist und Zio­nist Albert O. Hirschman(n). Bei­de hat­ten das Deut­sche Reich bereits 1933, als Adolf Hit­ler Reichs­kanz­ler wur­de, Rich­tung Paris ver­las­sen. Ursu­la Hirsch­mann schmug­gel­te das Mani­fest von Ven­to­te­ne von der Insel und grün­de­te 1943 mit Spi­nel­li den MFE. 1975 grün­de­te sie zudem in Brüs­sel die Orga­ni­sa­ti­on Femmes pour l’Euro­pe (Frau­en für Euro­pa).
Ihr Bru­der, Albert O. Hirsch­mann, kämpf­te in den 1930er Jah­ren im spa­ni­schen Bür­ger­krieg für die Volks­front, schloß sich dann einer Ein­heit von Aus­län­dern in der fran­zö­si­schen Armee an und ging 1941 in die USA; als Ange­hö­ri­ger des mili­tä­ri­schen Nach­rich­ten­dien­stes OSS der US-Army kehr­te er nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach Euro­pa zurück, wo er an maß­geb­li­cher Stel­le am Mar­shall­plan mit­wirk­te und den Vor­läu­fer der OSZE instal­lier­te.
Die gemein­sa­me Toch­ter von Altie­ro Spi­nel­li und Ursu­la Hirsch­mann, Bar­ba­ra Spi­nel­li, gehör­te mit Euge­nio Scal­fa­ri zur Grün­der­grup­pe der lin­ken, ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Repub­bli­ca. So wie ihr Vater für die Kom­mu­ni­sti­sche Par­tei Ita­li­ens Abge­ord­ne­ter zum Euro­päi­schen Par­la­ment war, so saß Bar­ba­ra Spi­nel­li 2014/2015 für die Liste der radi­ka­len Lin­ken Das ande­re Euro­pa mit Tsi­pras im Euro­päi­schen Par­la­ment. Sie war die Lebens­ge­fähr­tin des Ban­kers und Volks­wirts Tom­ma­so Padoa-Schio­p­pa (1940 – 2010), der bis 2005 Mit­glied im sechs­köp­fi­gen Direk­to­ri­um der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) war, dann unter dem spä­te­ren Prä­si­den­ten der EU-Kom­mis­si­on, Roma­no Pro­di, ita­lie­ni­scher Finanz- und Wirt­schafts­mi­ni­ster wur­de. Im Sep­tem­ber 2010 gehör­te Padoa-Schio­p­pa zu den Grün­dern der Spi­nel­li-Grup­pe.

(4) Altie­ro Spi­nel­li war 1977, zusam­men mit sechs wei­te­ren Abge­ord­ne­ten der kom­mu­ni­sti­schen, sozia­li­sti­schen, sozi­al­de­mo­kra­ti­schen, links­ra­di­ka­len, links­li­be­ra­len und libe­ra­len Par­tei, in der Abge­ord­ne­ten­kam­mer des ita­lie­ni­schen Par­la­ments Ein­brin­ger des Gesetz­ent­wur­fes für die Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung.

6 Kommentare

  1. Bezüg­lich Gen­der-Wahn: Gen­der Main­strea­ming strebt nicht — wie häu­fig behaup­tet — die ulti­ma­ti­ve Gleich­be­rech­ti­gung an, son­dern die Gleich­stel­lung, also letzt­lich nicht die Chan­cen­gleich­heit, viel­mehr die (nivel­lier­te) Ergeb­nis­gleich­heit an.
    Die ein­sei­tig theo­re­ti­sie­ren­de Gen­der Main­strea­ming-Ideo­lo­gie begeht zusätz­lich den fun­da­men­ta­len Irr­tum, die als ent­schei­den­de mensch­li­che Gege­ben­heit vor­lie­gen­den und prä­gen­den neu­ro­phy­sio­lo­gi­schen Unter­schie­de in den Gehir­nen von Frau und Mann völ­lig aus­zu­klam­mern bzw. zu negie­ren.
    [Ein­zel­hei­ten bezüg­lich unüber­brück­ba­rer Unter­schie­de in den Gehir­nen von Frau und Mann sind in dem Buch: „Ver­ge­wal­ti­gung der mensch­li­chen Iden­ti­tät. Über die Irr­tü­mer der Gen­der-Ideo­lo­gie, 6. Auf­la­ge, Ver­lag Logos Edi­ti­ons, Ans­bach, 2014: ISBN 978–3‑9814303–9‑4]

  2. Ich weiß nicht mehr, in wel­chem Vor­trag ich es gehört habe… Ent­we­der sag­te es Mar­cel Lef­eb­v­re oder Gro­g­ori­us Hes­se:

    Sinn­ge­mäß: Die Mau­er fiel 1990, nicht weil der Kom­mu­nis­mus ver­sagt hät­te, son­dern schlicht­weg, weil sie nicht mehr gebraucht wur­de. Und zwar (und jetzt kommt die Unge­heu­er­lich­keit): nicht aus Sicht des Westens oder des Chri­sten­tums. Nicht, weil etwa der Kom­mu­nis­mus über­wun­den gewe­sen ist oder weil er ver­sagt hät­te (das hat man nur die Men­schen glau­ben gemacht); son­dern sie konn­te und muss­te nach dem Wil­len der Finanz­eli­te fal­len, weil der Westen sel­ber unchrist­lich und zuneh­mend ‚kom­mu­ni­stisch‘ gewor­den war. Das gemein­sa­me Ziel war jetzt ein neu­er Super­kom­mu­nis­mus.

    Die Pri­va­ti­sie­rung der staat­li­chen Betrie­be war nur ein Zwi­schen­schritt auf dem Weg der tota­len Ent­mün­di­gung der Mensch­heit (durch Satan).

    Die frei­mau­re­ri­schen Finazeli­ten hat­ten erkannt, dass der Mensch durch den real exi­stie­ren­den und offen auf­tre­ten­den Kom­mu­nis­mus inner­halb eines abge­schlos­se­nen Macht­blockes nicht voll­ends das Pen­ten­zi­al der Unter­jo­chung der mensch­li­chen Frei­heit wür­de errei­chen kön­nen. Dar­um muss­te die Mau­er (zum Schein der Befrei­ung) als Zwi­schen­schritt fal­len.

    Ziel war jetzt ein Super­kom­mu­nis­mus unter ame­ri­ka­ni­scher Füh­rung; d.h. unter der Füh­rung der Mono­po­le und Kar­tel­le der Finanz­eli­ten. Das ame­ri­ka­ni­sche Geld hat­te über das Geld der Sowjets gesiegt. Und das Böse im Osten ver­band sich mit dem Bösen im Westen (der Deep Sta­te mit dem Geist Satans, der den Kom­mu­nim­sus her­vor­ge­bracht hat­te.) Was jetzt geschah, war nur eine ‚Ver­brü­de­rung‘, eine Art Bewusst­wer­dung, wes Gei­stes Kind glo­ba­les Schuld­geld­sy­stem und Kom­mu­nis­mus bei­de sind: Erfin­dun­gen des Teu­fels). Die Ver­brü­de­rung auf poli­ti­scher Ebe­ne war nur eine Fol­ge die­ses gei­sti­gen Erwa­chens.

    Die neue Form des Kom­mu­ni­mus, wie wir sie heu­te erle­ben, ist eine noch aggres­si­ve­re und men­schen­ver­ach­ten­de­re als der Sowjet­kom­mu­nis­mus es war. Denn die neue Form des Kom­mu­nis­mus tritt im Gewand der Befrei­ung des Men­schen auf, ver­tritt aber nicht ein­mal mehr die Idee(ologie)der Befrei­ung der Arbei­ter­klas­se vom Bür­ger­tum, es sei denn für eine Befrei­ung von der christ­li­chen Reli­gi­on mit der Fol­ge der Zer­stö­rung der Fami­lie. Die kom­mu­ni­sti­schen Mani­fe­ste wer­den nicht mehr offen pole­misch und kämp­fe­risch for­mu­liert, son­dern in der Spra­che der glo­ba­len Befrei­ung zu einer Einen-Welt, die aber in Wahr­heit die tota­le Ver­skla­vung des Men­schen sein wird.

    Der neue Kom­mu­nis­mus (zwi­schen­durch tritt er als Euro­päis­mus auf) nutzt Demo­kra­tie und Kapi­ta­lis­mus als Schein­ge­bil­de, hin­ter denen sich jedoch der sata­nisch-frei­mau­re­ri­sche Deep Sta­te der USA len­kend befin­det.

    Die­ser wie­der­um wird von den Logen der Frei­mau­rer diri­giert.

    Und die­se von Satan, dem Herrn die­ser Welt.

    Das ist der ‚High­way to Hell‘, auf dem wir uns momen­tan gesell­schafts­po­li­tisch befin­den.

    Glüch­li­cher­wei­se wächst der Wider­stand und immer mehr Men­schen erken­nen die per­fi­den Zusam­men­hän­ge. Lei­der aber immer noch viel zu weni­ge.

  3. Dem Inhalt die­ses Arti­kels ist vor­be­halt­los zuzu­stim­men.

    Zur EU ist Fol­gen­des zu sagen. Auch in der Sowjet­uni­on gab es Kom­mis­sa­re, es gab einen Rat(Sowjet heißt über­setzt „Rat“, vgl Rats­uni­on), es gab wie es sich auch gera­de EU-weit ankün­digt, kei­ne Pres­se­frei­heit, kei­ne Reli­gi­ons­frei­heit, „Geg­ner“ wur­den ein­ge­sperrt, gefol­tert, in Arbeits­la­ger ver­frach­tet und ermor­det.
    Es ist nicht mehr viel um zur Neu­auf­la­ge der Sowjet­uni­on. Dass die EU ein bedeu­ten­des Pro­jekt ist, soviel ist klar ersicht­lich. Dass gro­ße poli­ti­sche, natio­nen­über­grei­fen­de Pro­jek­te immer auf Ideo­lo­gien basier­ten ist histo­risch gese­hen auch klar.
    Und was von Ideo­lo­gien, egal wel­cher, zu hal­ten ist, erzählt uns Katho­li­ken der Kate­chis­mus. Ideo­lo­gien sind abzu­leh­nen, weil sie Got­tes Offen­ba­rung wider­spre­chen. Von ihnen geht kein Heil aus, denn wenn sich das Geschöpf über sei­nen Schöp­fer erhebt und der Welt selbst Ord­nung geben will, die von Got­tes Schöp­fungs­ord­nung abweicht, führt die­ser Weg zwangs­wei­se in die Irre.

    Und es soll­te die gan­ze katho­li­sche Kir­che arg beschä­men, dass an die Stel­le von gläu­bi­gem Gott­ver­trau­en die Angst vor einem angeb­lich men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del getre­ten ist.
    Wer sagt denn, dass nicht alles was geschieht so von Gott gewollt ist? Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Also ist Gott hier der Prak­ti­ker und der Mensch nur der Theo­re­ti­ker. Egal wie hoch­tech­no­lo­gi­siert und moder­ni­siert die Welt gewor­den ist. All das macht die Men­schen eitel, ego­istisch und gott­ver­ges­sen.

    Alle soll­ten sich wie­der auf die Grund­la­gen des katho­li­schen Glau­bens rück­be­sin­nen, dar­in sind bereits alle Ant­wor­ten auf alle lebens­re­le­van­ten Fra­gen ent­hal­ten.

    • Ich erin­ne­re im Zshg von gro­ßen poli­ti­schen Pro­jek­ten an das deut­sche Reich, das zwar halb Euro­pa umspann­te, aber eben auf dem men­schen­ve­rich­ten­den Natio­nal­so­zia­lis­mus basier­te.
      Die Sowjet­uni­on war eben­falls ein gro­ßes poli­ti­sches Pro­jekt auf­grund der vie­len Län­der, die davon betrof­fen waren. Doch der Kom­mu­nis­mus hat­te mehr Opfer als der 2. Welt­krieg allei­ne.
      So ist auch die Euro­päi­sche Uni­on auf lan­ge Sicht nichts ande­res als ein Kom­mu­nis­mus, wenn auch mit der Dia­lek­tik eines Huma­nis­mus, der nichts als eine Lüge aus dem Mun­de Satans ist.

    • Von Gott gewollt oder ehr zuge­las­sen?
      Weil wir nicht nach dem Wil­len Got­tes leben, berei­ten wir uns unser Schick­sal selbst.

  4. @Konrad Kug­ler:
    Von Gott zuge­las­sen natür­lich, denn Gott will ja die Sün­de nicht. Und das „Wir“ erstreckt sich dabei auf die gan­ze Mensch­heit. Wäre die Sün­de auf der Welt nicht so ver­brei­tet, gäbe es nicht soviel Ansteckung zwi­schen Men­schen, was die Sün­de betrifft. Denn es gäbe eigent­lich genug Men­schen, die wenig sün­di­gen wür­den, wenn ande­re es durch ihr Ver­hal­ten ermög­li­chen wür­den. „Der Mensch ist dem Men­schen ein Wolf“ ist seit Kain und Abel eine bestän­di­ge Wahr­heit in der Geschich­te der Mensch­heit.

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