Kein positiver Franziskus-Effekt bei italienischen Steuerzahlern

Steuererklärung
Steuererklärung

(Rom) Kir­chen­kri­ti­sche Medi­en und Per­so­nen „lie­ben“ Papst Fran­zis­kus. Er sei der „Voll­ender“ des „Früh­ling“, der durch das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil aus­ge­löst wor­den sei. In Wirk­lich­keit habe sich die­ser „Früh­ling“ in einen „grim­mi­gen Win­ter“ ver­wan­delt. Das zei­ge sich auch anhand der jüngst in Ita­li­en ver­öf­fent­lich­ten Zah­len. Die Geld­zu­wen­dun­gen für die katho­li­sche Kir­che auf­grund der Steu­er­erklä­run­gen sind zurück­ge­gan­gen.

Im Gegen­satz zur Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und zu Öster­reich gibt es in Ita­li­en kei­ne Kir­chen­steu­er. Seit Mit­te der 80er Jah­re kann jeder Steu­er­pflich­ti­ge jedoch bei der Steu­er­erklä­rung ent­schei­den, ob er eine Zuwen­dung in einem vom Staat fest­ge­setz­ten pro­zen­tu­el­len Anteil zur Ein­kom­mens­steu­er einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft zukom­men läßt.

Erfolgt kei­ne Zuwen­dung an eine vom Staat aner­kann­te Reli­gi­ons­ge­mein­schaft, fließt die Sum­me für kul­tu­rel­le Zwecke an den Staat. Der Steu­er­zah­ler kann jähr­lich neu und unab­hän­gig von sei­ner Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit die Zuwen­dung bestim­men. 81,23 Pro­zent der ita­lie­ni­schen Steu­er­zah­ler lie­ßen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ihre Zuwen­dung der Katho­li­schen Kir­che zukom­men.

Folgt man dem für 2017 aus den drei vor­her­ge­hen­den Steu­er­jah­ren errech­ne­ten Vor­schuß, gibt es in Ita­li­en „kei­nen Fran­zis­kus-Effekt“ für die katho­li­sche Kir­che, so der spa­ni­sche Kolum­nist Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigo­ña. Die Zuwen­dun­gen sin­ken dem­nach erst­mals unter eine Mil­li­ar­de Euro. Im Ver­gleich dazu erhält die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz durch die Kir­chen­steu­er bei nur halb soviel Katho­li­ken mehr als die fünf­fa­che Sum­me.

Text: Andre­as Becker
Bild: vatican.va (Screen­shot)