Die Weihnachtsschelte des Papstes an die Römische Kurie — „Papst schlägt zurück“

Papst Franziskus erklärte in seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie seine Reformpläne und holte zur Kurienschelte Dritter Teil aus.
Papst Franziskus erklärte in seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie seine Reformpläne und holte zur Kurienschelte Dritter Teil aus.

(Rom) Papst Fran­zis­kus hat sich mit sei­ner heu­ti­gen Weih­nachts­bot­schaft an die Kuri­en­mit­ar­bei­ter in die Opfer­rol­le geflüch­tet. Anstatt auf die Dubia (Zwei­fel) der vier Kar­di­nä­le Brand­mül­ler, Bur­ke, Caf­farra und Meis­ner zum umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia zu ant­wor­ten, beklag­te er „bös­wil­li­ge Wider­stän­de“. Eine sol­che Hal­tung nennt man in Ita­li­en „vit­ti­mis­mo“ (Opfer­hal­tung).  Dazu pas­sen Medi­en­schlag­zei­len wie jene des ORF: „Papst schlägt zurück“. Zurück?

Die Kurie ist der Buh­mann der katho­li­schen Kir­che. Das ist zumin­dest der Mythos, den pro­gres­siv Kir­chen­krei­se noch aus vor­kon­zi­lia­rer Zeit in die nach­kon­zi­lia­re Zeit hin­über­ge­nom­men haben. Papst Fran­zis­kus liest all­jähr­lich den Kuri­en­mit­ar­bei­tern mit der Weih­nachts­bot­schaft die Levi­ten. Um genau zu sein, zieht er sie an den Ohren, wäscht ihnen den Kopf, oder wie immer man die ver­ba­len „Freund­lich­kei­ten“ bezeich­nen möch­te.

Wört­lich sag­te er unter Ver­weis auf den Theo­lo­gen Roma­no Guar­di­ni: „Und so ist die Logik des Weih­nachts­fe­stes die Umkeh­rung der Logik der Welt, der Logik der Macht, der Logik des Kom­man­die­rens, der Logik der Pha­ri­sä­er.“

„Mir ist an die­ser Stel­le die anti­ke Weis­heit ein­ge­fal­len … das De-for­mier­te re-for­mie­ren, das Re-for­mier­te kon-for­mie­ren, das Kon-for­mier­te bestä­ti­gen und das Bestä­tig­te trans-for­mie­ren.“

Die Kuri­en­re­form sei „kon­form“ mit der Fro­hen Bot­schaft, die mutig und freu­dig „vor allem den Armen“ ver­kün­det wer­den müs­se. „Kon­form“ sol­le sie aber auch gegen­über den „Zei­chen der Zeit“ sein, „um bes­ser den Bedürf­nis­sen der Frau­en und Män­ner begeg­nen zu kön­nen, denen zu die­nen wir gesandt sind.“

Zugleich beton­te Papst Fran­zis­kus, fast neben­bei, daß er als „Nach­fol­ger Petri“, eine „höch­ste, vol­le, unmit­tel­ba­re und uni­ver­sa­le ordent­li­che Auto­ri­tät“ habe. Es ist eini­ge Zeit her, daß Päp­ste so häu­fig die­se Macht­fül­le beton­ten. Daß gera­de Fran­zis­kus die­se Auto­ri­tät mit sol­cher Deut­lich­keit in Anspruch nimmt, gehört zu den Beson­der­hei­ten die­ses Pon­ti­fi­kats.

„Wir müs­sen klar bekräf­ti­gen, dass die Reform nicht um ihrer selbst wil­len geschieht, son­dern ein Pro­zess des Wach­sens und vor allem der Bekeh­rung ist.“ Der „Bekeh­rung“? Kön­nen sich Insti­tu­tio­nen „bekeh­ren“? Sind es nicht viel­mehr nur Men­schen, die das kön­nen. Die Kuri­en­re­form ist eine orga­ni­sa­to­ri­sche Reform von Insti­tu­tio­nen. Oder mein­te Papst Fran­zis­kus etwas ganz ande­res?

„Die Reform hat kei­nen ästhe­ti­schen Sinn, als ob sie die Kurie schö­ner machen wol­le. Man kann sie nicht als eine Art ‚Lif­ting‘ sehen, als ‚Make-up‘ oder als Schmin­ke, um den alten Kör­per der Kurie zu ver­schö­nern. Sie ist auch kei­ne Schön­heits­ope­ra­ti­on, um Fal­ten zu ent­fer­nen. Lie­be Brü­der, nicht die Fal­ten der Kir­che müs­sen wir fürch­ten, son­dern den Schmutz.“ Des­halb, so der Papst, kön­ne die Kuri­en­re­form nur dann gelin­gen, wenn sie mit erneu­er­ten, nicht mit neu­en Men­schen gesche­he. Also doch eine „Bekeh­rung“ der Kuri­en­mit­ar­bei­ter? Sind die­se denn bekeh­rungs­be­dürf­tig? Was genau meint Papst Fran­zis­kus mit „Bekeh­rung“?

„Die Reform der Kurie erschöpft sich über­haupt nicht dar­in, Men­schen aus­zu­wech­seln – auch wenn die­ses gesche­hen ist und gesche­hen wird – son­dern nur in der Bekeh­rung der Men­schen.“

Einer, der „aus­ge­wech­selt“ wur­de, bedurf­te weder der „Bekeh­rung“ noch der „pro­fes­sio­nel­len Wei­ter­bil­dung“. Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke ist ein Treu­er Die­ner Chri­sti und ein bril­lan­ter Kir­chen­recht­ler. Als sol­cher dien­te er an der Römi­schen Kurie als Prä­si­dent des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur. Papst Fran­zis­kus wech­sel­te ihn den­noch aus, als Kar­di­nal Bur­ke sich nicht zum Kurs der „neu­en“ Barm­her­zig­keit „bekeh­ren“ woll­te. Mein­te der Papst viel­leicht sol­che Zusam­men­hän­ge in sei­ner Weih­nachts­bot­schaft?

Bei sei­ner Weih­nachts­an­spra­che 2014 hielt Fran­zis­kus den Kuri­en­mit­glie­dern 15 Krank­hei­ten vor. Nun setz­te er im drit­ten Jahr hin­ter­ein­an­der das Kuri­en-Bashing fort.

„Es war not­wen­dig, von Krank­hei­ten und Hei­lung zu spre­chen, weil jeder Ope­ra­ti­on, damit sie erfolg­reich sein kann, eine Dia­gno­se vor­an­geht, eine akku­ra­te Ana­ly­se, und sie muss von prä­zi­sen Vor­schrif­ten beglei­tet und gefolgt wer­den“, so die päpst­li­che Begrün­dung.

Ste­ve Jal­sevac, der Chef­re­dak­teur von Life­Si­te, gewann bei sei­nem Rom-Besuch Ende Novem­ber einen beklem­men­den Ein­druck vom Ergeb­nis die­ses päpst­li­chen Umgangs mit sei­nen Kuri­en­mit­ar­bei­tern. Unter die­sen herr­schen „Angst und Beklem­mung“. Die Mit­ar­bei­ter sei­en nicht moti­viert, son­dern ver­äng­stigt. Sie fühl­ten sich über­wacht und von stän­di­ger Ent­las­sung bedroht. Die all­ge­mei­ne Ein­schät­zung sei, so Jal­sevac, daß ein „Krieg in der Kir­che“ im Gan­ge sei. Ein Krieg der Pro­gres­si­ven gegen die Recht­gläu­bi­gen.

Daß es Wider­stän­de gegen die Reform gibt, sei etwas Gutes, ein Zei­chen der Leben­dig­keit, fuhr der Papst fort. Wider­stand müs­se ange­hört und ermu­tigt wer­den, sich aus­zu­drücken. So gebe es offe­nen Wider­stand, der oft gutem Wil­len und dem Wunsch nach Dia­log ent­sprin­ge. Fran­zis­kus sprach aber auch von ver­deck­tem Wider­stand an der Kurie; der rüh­re von ver­äng­stig­ten oder ver­stei­ner­ten Her­zen her und näh­re sich von einem Gat­to­par­dis­mo“, der alles ändern wol­le, damit alles bleibt, wie es ist. Die von Fran­zis­kus ange­spro­che­ne „Ängst­lich­keit“ meint aller­dings eine ganz ande­re, als jene, die Jal­sevac benann­te.

Die Dubia (Zwei­fel) der vier Kar­di­nä­le zu Kern­fra­gen des Glau­bens, nicht zu zweit­ran­gi­gen orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen, wei­gert sich Fran­zis­kus anzu­hö­ren. Er hät­te die vier Kar­di­nä­le seit Mona­ten zu sich rufen kön­nen, um zu zei­gen, daß er ihre Beden­ken und Sor­gen ernst nimmt. Doch nichts der­glei­chen ist gesche­hen. Statt­des­sen spricht er von „ver­deck­tem Wider­stand“, ja sogar „bös­wil­li­gem Wider­stand“. Der Papst nann­te kei­ne Namen, doch die Jour­na­li­sten ver­stan­den sofort, wer mit der Kri­tik gemeint war: die Papst-Kri­ti­ker.

Es han­delt sich dabei nicht um ein Miß­ver­ständ­nis. Der Papst selbst lie­fer­te die Stich­wör­ter, die das Bild erge­ben: „Die­ser Typus Wider­stand ver­steckt sich hin­ter Wor­ten der Recht­fer­ti­gung und in vie­len Fäl­len der Ankla­ge, er flieht in die Tra­di­ti­on, in den Schein, die For­ma­li­tät, das Alt­be­kann­te, oder will alles auf die per­sön­li­che Ebe­ne brin­gen, ohne zwi­schen Akt, Akteur und Akti­on zu unter­schei­den.“

Radio Vati­kan lob­te die­se Wor­te des Pap­stes als „gewohn­te Offen­heit“. Im Zusam­men­hang mit dem vom Papst ver­folg­ten Kurs zur Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zu den Sakra­men­ten ist von „Offen­heit“ jedoch kei­ne Spur. Viel­mehr treibt der Papst seit 2013 sei­ne Agen­da in die­ser Sache „ver­deckt“ vor­an. Die­ses unter­ir­di­sche Vor­ge­hen, das das Licht der Son­ne zu scheu­en scheint, war wesent­li­cher Grund, wes­halb die vier Kar­di­nä­le mit ihren Dubia ihn end­lich zur Klar­heit zwin­gen woll­ten.

Der Papst ver­wei­gert jedoch Rede und Ant­wort. Sei­ne Zeit ver­wen­det er statt­des­sen dar­auf, die Fra­ge­stel­ler und deren besorg­te Unter­stüt­zer anzu­grei­fen. Es gin­ge also ein­fa­cher und wür­de der Ruhe und dem Frie­den in der Kir­che mehr nüt­zen, wenn er die an ihn gerich­te­ten Fra­gen auch beant­wor­ten wür­de. Solan­ge das nicht geschieht, setzt er sich Zwei­feln aus, die schnell in Ver­däch­ti­gun­gen umkip­pen kön­nen. Dar­un­ter lei­det das all­ge­mei­ne Kli­ma — und die Glaub­wür­dig­keit der Kir­che in der Welt. Er wird einen Grund haben, war­um er auf so unge­wöhn­li­che Art und Wei­se han­delt. Er soll­te die­sen Grund aber der Kir­che mit­tei­len.

Als sech­stes Kri­te­ri­um sei­ner Kuri­en­re­form nann­te Fran­zis­kus das „aggior­na­men­to“ (Aktua­li­sie­rung), jenes Wort von Papst Johan­nes XXIII., das zum Zau­ber­wort des „Kon­zils­gei­stes“ wur­de.

Bedeut­sa­mer ist sei­ne neu­er­li­che Beto­nung der „Syn­oda­li­tät“. Die ortho­do­xen Kir­chen und auch die pro­te­stan­ti­schen Deno­mi­na­tio­nen, wenn auch auf ande­rer Ebe­ne, haben eine Syn­odal­ver­fas­sung, nicht aber die katho­li­sche Kir­che. Sie hat syn­oda­len Ele­men­te, die aber nur ein Aspekt unter ande­ren sind.

Als letz­tes Kri­te­ri­um nann­te der Papst die Gra­dua­li­tät. Damit griff er den Begriff der „geist­li­chen Unter­schei­dung“ auf, „der einen Pro­zess bedeu­tet, ein ‚Abta­sten‘ der Zeit­punk­te und Schrit­te, ein Über­prü­fen, eine Kor­rek­tur, ein Aus­pro­bie­ren, ein Ein­rich­ten ad expe­ri­men­tum. In die­sen Fäl­len ist das kei­ne Unent­schie­den­heit, son­dern eine not­wen­di­ge Fle­xi­bi­li­tät, um zu einer wirk­li­chen Reform zu kom­men.“

Laut Ste­ve Jalsevac’s Stim­mungs­be­richt aus Rom fehlt es Papst Fran­zis­kus an einem wirk­li­chen Draht zu den Kuri­en­mit­ar­bei­tern. Er scheint etwas im pro­gres­si­ven Mythos von der „bösen Kurie“ gefan­gen und sie als Teil einer Art von feind­se­li­gem Appa­rat zu sehen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Radio Vati­can (Screen­shot)

21 Kommentare

  1. Ich hof­fe, die Kir­che wird gestärkt und gerei­nigt aus die­ser Kri­se her­vor­ge­hen. Die Kir­che ist kei­ne „abso­lu­te Mon­ar­chie“, sie ist eine „kon­sti­tu­tio­nel­le Mon­ar­chie“. Der Papst ist in sei­nen Ent­schei­dun­gen, in sei­nen Leh­ren nicht frei, er ist gebun­den an die Wahr­heit der Leh­re Chri­sti. Die­se Erkennt­nis wird sich durch­set­zen. In wel­cher Wei­se stellt sich das „Team Ber­go­glio“ zu die­ser Wahr­heit? Das ist noch nicht zu sagen.

  2. Wir wer­den wohl ab jetzt nicht mehr „Urbi et orbi“ am Fern­se­hen mit­ver­fol­gen.

    Auch und gera­de der Papst hat aus Lie­be zu Chri­stus an Got­tes Wort fest­zu­hal­ten. Nur in die­sem Fal­le kann er nach des Herrn eige­ner Zusi­che­rung (Joh14,23 !) gewiss sein, dass ihn Gott­va­ter und der Herr selbst in sei­nem Her­zen besu­chen und dass somit der Hei­li­ge Geist als die Lie­be in Per­son zwi­schen Gott­va­ter und Gott­sohn auf ihm ruht und ihn erleuch­tet!

    Wenn die­ser Papst meint, auf Klar­text und Ein­deu­tig­keit in lehr­amt­li­chen Glau­bens­aus­sa­gen ver­zich­ten zu kön­nen und so zuzu­las­sen, dass des Herrn Leh­re unter­lau­fen wird, ist er mir auch im Übri­gen suspekt und ich hal­te mich dann direkt an die authen­ti­sche Leh­re des Herrn, wie sie uns das Neue Testa­ment und die bis­he­ri­ge kirch­li­che Tra­di­ti­on über­lie­fern.

    „Man muss Gott [und Sei­nem Wort] mehr gehor­chen als den Men­schen.“

    So heißt es bereits in der Apo­stel­ge­schich­te.

    • Na, wir haben doch die Weih­nachts­an­spra­che des Pap­stes gehört und auch den Segen Urbi et Orbi emp­fan­gen.
      Bei­des war ok.

      • @ Kas­san­dro
        Hal­ten Sie es für ok., wenn im Zusam­men­hang mit dem Segen Urbi et Orbi die Tat­sa­che des Kriegs­schau­plat­zes im Mut­ter­leib mit jähr­lich 45 Mil­lio­nen Getö­te­ten von Papst Fran­zis­kus mit der euphe­mi­sti­schen Wort­fi­gur „Ego­is­men der Eltern“ umgan­gen wird — obwohl er der erklär­ten Absicht ist, dass Abtrei­bung ein „abscheu­li­ches Ver­bre­chen“ dar­stellt?

  3. Die­se weit­ge­hend unver­ständ­li­chen Wort­kas­ka­den sind gespen­stisch. Man wird hier von einer patho­lo­gi­schen Gei­stes­ver­fas­sung spre­chen müs­sen.

    Man hat auch den Ein­druck, daß Papst Fran­zis­kus sei­ne eige­nen Schat­ten­sei­ten nach außen pro­ji­ziert und dort anpran­gert.

    Irgend­wie erin­nert das alles an Mar­tin Luther. Offen­bar liegt eine Gei­stes­ver­wandt­schaft vor. Das wür­de auch den päpst­li­chen Enthu­si­as­mus für Luther erklä­ren.
    Luther sag­te (mit den Wor­ten Juve­nals): Sic volo, sic iubeo, sit pro ratio­ne volun­tas, also etwa „So will ich es haben, so befeh­le ich es. Als Begrün­dung rei­che mein Wil­le.“ Papst Fran­zis­kus geht auch so vor. Daher stellt sich die Fra­ge, ob er damit sein Papst­amt nicht bald ver­wirkt haben wird.

    Ganz offen­sicht­lich ist die­ses Kata­stro­phen­pon­ti­fi­kat die bis­her kras­se­ste Fol­ge des Unge­hor­sams der kirch­li­chen Hier­ar­chie gegen­über Fati­ma. Kann man sich vor­stel­len, daß das end­los so wei­ter­ge­hen wird? Z. B. auch im 100. Fati­ma­jahr?

    Die schwer­wie­gend­ste Fra­ge ist aber:
    War­um schweigt Bene­dikt?

    • Die Fra­ge, die Sie am Ende des Kom­men­tars stel­len, stel­le ich mir auch. Ich den­ke, dass Bene­dikt hier in einem schreck­li­chen Dilem­ma steckt: Natür­lich wird er die Vor­gän­ge im Vati­kan vol­ler Sor­ge betrach­ten. Natür­lich wird er sich gro­ße Vor­wür­fe machen. Er hat wohl nicht die Kraft, nach sei­nem Rück­tritt einen wei­te­ren „unge­wöhn­li­chen“ Schritt zu gehen. Gera­de er wird die Eska­la­ti­on des Kon­flikts nicht vor­an­trei­ben. Wenn er hier Stel­lung bezö­ge, dann gäbe es kei­ne Mög­lich­keit für irgend­ei­nen Kar­di­nal, sich neu­tral zu ver­hal­ten, jeder Kar­di­nal müss­te Stel­lung bezie­hen. Eine Spal­tung der Kir­che wäre nicht aus­ge­schlos­sen. Die will Bene­dikt nicht auch noch zu ver­ant­wor­ten haben.

      Mir stellt sich aller­dings die Fra­ge, war­um er bei Tref­fen mit Ber­go­glio den Anschein erweckt, er und Ber­go­glio sei­en in bestem Ein­ver­neh­men.

  4. Bene­dikt schweigt, weil er um jeden Preis eine Spal­tung der Kir­che ver­hin­dern will. Er will nicht zum Gegen­papst wer­den. Die­ser hei­lig­mä­ßi­ge Mann tut mir unend­lich leid. Wir müs­sen viel für ihn beten…

  5. die herr­li­che weih­nacht­li­che Botschaft:„erschienen ist uns die Men­schen­freund­lich­keit und Güte unse­res Herrn Jesus Chri­stus“ möge uns alle in die­sen fin­stern Zei­ten erfüllen.Von sei­nem Vica­ri­us jeden­falls fällt nicht viel von die­ser Barm­her­zig­keit für sei­ne Mit­ar­bei­ter ab.Für jene, die sich in den Dienst der Kir­che ein Leben lang stellen.Sicher sind da auch kar­rie­re­süch­ti­ge ambi­ti­onö­se Men­schen dabei-aber Hand aufs Herz-wer wür­de sich sowas unter sol­chen Umstän­den unter die­sem Papst wünschen.Das braucht einen lan­gen Atem, viel Glau­ben und ein uner­schüt­ter­li­ches sich Fest­ma­chen an Jesus um ihm zu dienen,dabeizubleiben um Ihm zu die­nen für Ihn dazu sein.Ich dan­ke Gott, dass ich nie einen sol­chen geäch­te­ten Job in besag­ter Kurie machen musste.In den Augen der Welt( an deren Zei­chen stets erin­nert wird) aber gilt:jede Pro­sti­tu­ier­te, jeder Gal­gen­vo­gel wird weih­nacht­li­cher mit den sei­nen spre­chen bei einer sol­chen Gelegenheit.Ist es viel­leicht nicht eine gewis­se Entou­ra­ge die ihm die­se Din­ge einbläst?Ich fin­de das schlim­mer als die schreck­li­chen Exzes­se eines Alex­an­der VI oder Inno­zen­zens VIII um nur eini­ge Bei­spie­le zu nennen.Meine Gebe­te für den Hl Vater wer­de ich inte­si­vie­ren :Gott seg­ne und erfül­le ihn mit Dei­ner Barmherzigkeit!für mich aber: und hal­te ihn und sei­ne Wor­te fern von mir.

    • @H.Zueger.Alexander VI. ist gewiss kei­ne Leuch­te des Papst­tums gewe­sen. Vie­les ist, was man ihm ange­sagt hat­te, nega­ti­ve Pro­pa­gan­da sei­ner zahl­rei­chen Fein­de gewe­sen. Gemes­sen an der Wirk­sam­keit eines Fran­zis­kus aber, rech­ne ich Alex­an­der VI. zu den hono­ri­gen Päp­sten.

  6. Vic­tor @ Bene­dikt. Ich gehe davon aus, dass Sie, Vic­tor, unter vie­len Ana­ly­sen mit der Fra­ge, war­um schweigt Bene­dikt, den Kern getrof­fen haben. Auch alte und treue Freun­de aus den Zei­ten des Kon­zils, stel­len die Fra­ge, war­um schweigt er und war­um hat er die päpst­li­chen Insi­gni­en nicht abge­legt und trägt wei­ter päpst­li­che Gewän­der?

  7. Bei die­sen Kom­men­ta­ren haben sich wie­der alle Reak­tio­nä­re, die das
    Rad zurück­dre­hen wol­len, ver­sam­melt. Ihr Anlie­gen ist — unter dem
    schein­hei­li­gen Begriff der „rei­nen Leh­re“, dem Papst das Leben
    schwer zu machen. Jetzt ver­sam­meln sich alle Reak­tioä­re und hau’n auf den Papst
    drauf.

    • Fragt sich nur, wer hier wem das Leben schwer macht!

      Mt 11, 7bf:
      „Was habt ihr denn sehen wol­len, als ihr in die Wüste hin­aus­ge­gan­gen seid? Ein Schilf­rohr, das im Wind schwankt?
      Oder was habt ihr sehen wol­len als ihr hin­aus­ge­gan­gen seid? Einen Mann in fei­ner Klei­dung?.…“

    • Könn­ten Sie bit­te erläu­tern, was für Sie einen „Reak­tio­när“ aus­macht? Dann ist es leich­ter, Ihnen zu ant­wor­ten.

    • @Mathilde Viet­ze
      Glau­ben Sie, dass unse­re hier bekun­de­ten Mei­nun­gen die­sen Papst auch nur im ent­fern­te­sten berühr­ten, wenn er sie denn kenn­te?
      Im übri­gen las­se ich mich ger­ne von Ihnen als Reak­tio­när beschimp­fen. Das trifft mich nicht, wenn Sie kei­ne Argu­men­te haben.

    • Reak­tio­när ist ein Ehren­ti­tel, das haben die Revo­luz­zer in ihrem Wahn nur noch nicht gemerkt. Ein Reak­tio­när reagiert ent­schie­den auf den ideo­lo­gi­schen Blöd­sinn der Revo­luz­zer. Des­we­gen has­sen sie ihn und machen ihn fer­tig. Erschie­ßen macht sich heut­zu­ta­ge nicht beson­ders gut, aber der Wil­le ist irgend­wie da.
      Wer mit Brett vorm Hirn, links und rechts Scheu­klap­pen ange­na­gelt, bis auf Seh­schlitz nach rechts, die Welt sieht, ist zwar arm dran, sieht sich aber auf der Sei­te der Guten.

  8. Ich den­ke, mir wäre es anstel­le Bene­dikts egal, ich wür­de trotz­dem mei­ne Mei­nung sagen. Ich hät­te mich an sei­ner Stel­le auch nicht fest­ge­legt, dem Papst „gehor­sam“ zu sein, was auch immer genau dar­un­ter ver­stan­den wird.
    So nah an der Häre­sie war noch kein Papst, schät­ze ich. Und ich bezweif­le, dass sich der Scha­den, den Papst Ber­go­glio anrich­ten wird, wie­der revi­die­ren lässt. Es wird bald die Zeit kom­men für die Gott­ge­weih­ten, wo sie sich für oder gegen Gott ent­schei­den wer­den müs­sen. Der Grad­mes­ser sind und blei­ben dabei die in Stein gemei­ßel­ten 10 Gebo­te.

  9. „…daß er als „Nach­fol­ger Petri“, eine „höch­ste, vol­le, unmit­tel­ba­re und uni­ver­sa­le ordent­li­che Auto­ri­tät“ habe.“ Hier­zu fällt mir nur ein was ich ein­mal auf einem Semi­nar zur Mit­ar­bei­ter­füh­rung hör­te: „Wer auf sei­ne Auto­ri­tät pocht, der hat bereits ver­lo­ren.“

  10. Wenn man die Aus­sa­gen von Fran­zis­kus liest, hat man hin­ter­her mehr Fra­gen als Ant­wor­ten. Ich ver­mis­se die intel­lek­tu­el­le Prä­zi­si­on, latei­ni­sche Wort­hül­sen erset­zen kei­ne fun­dier­ten Posi­tio­nen. Statt kla­ren Glau­bens­grund­sät­zen, objek­ti­ver Wahr­heit, steht das suchen­de Sub­jekt in all sei­ner Rela­ti­vi­tät im Zen­trum sei­ner Theo­lo­gie, daher auch die Luther-Begei­ste­rung. Fran­zis­kus hat damit i.E. die 2.000 jäh­ri­ge katho­li­sche Kir­chen­ge­schich­te auf­ge­ge­ben. Ich wer­de mir kei­ne sei­ner „Weis­hei­ten“ mehr ohne Gegen­kom­men­tie­rung antun, das schafft nur Ver­wir­rung.

    • Ich bin Jahr­gang 43.
      Genau die­sen Ein­druck hat­te ich seit dem Kon­zil immer wie­der bei den Kra­wat­ten­pfar­rern und denen im Räu­ber­zi­vil. Sie ver­wei­gern den Gehor­sam nicht nur in der leich­te­sten Dis­zi­plin.

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