Das achte Video des Papstes — Der Sport und eine Kultur der Begegnung

Achtes Video des Papstes August 2016 Sport Kultur der Begegnung
Achtes Video des Papstes August 2016 Sport Kultur der Begegnung

(Rom) Gestern wur­de das ach­te „Video des Pap­stes“ ver­öf­fent­licht. Es ist dem The­ma Sport und einer „Kul­tur der Begeg­nung“ gewid­met. Die Form, die monat­li­chen Gebets­mei­nun­gen des Pap­stes für die sozia­len Netz­wer­ke auch als Video zu ver­öf­fent­lich­ten, hat­te ihren Auf­takt am ver­gan­ge­nen 6. Janu­ar. Damals wur­de das erst „Video des Pap­stes“ ver­öf­fent­licht, das von glau­bens­treu­en Katho­li­ken als „unsäg­lich“ kri­ti­siert wur­de.

Das erste Video mit Papst Fran­zis­kus woll­te für den „Dia­log“ wer­ben. Die miß­glück­te Bot­schaft lau­te­te jedoch: Egal ob Gut oder Böse, ent­schei­dend sei, daß man mit­ein­an­der rede. Dazu wur­den Chri­sten, Juden, Mos­lems und Bud­dhi­sten auf eine Stu­fe gestellt und die Reli­gio­nen als gleich­wer­tig dar­ge­stellt. Das Jesus­kind wur­de neben Menorah, isla­mi­scher Gebets­ket­te und einer Bud­dha­sta­tue gezeigt. Die Kon­se­quenz war, daß dem Papst syn­kre­ti­sti­sche Ten­den­zen vor­ge­wor­fen wur­den. Der Theo­lo­ge Klaus Obenau­er schrieb, der Papst müs­se sich ent­schei­den: ent­we­der Nathan der Wei­se oder Jesus Chri­stus.

Im Video wirk­te der katho­li­sche Prie­ster Guil­ler­mo Mar­có mit. Der Argen­ti­ni­er war frü­her Pres­se­spre­cher von Jor­ge Mario Ber­go­glio in des­sen Zeit als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires. „Abstru­se The­sen“ von Mar­cò nähr­ten zusätz­lich Zwei­fel über die eigent­li­che Bot­schaft der Vide­os des Pap­stes. Zwei­fel, die durch die jüng­sten Ereig­nis­se nichts an Bri­sanz ver­lo­ren haben.

Mar­cò wur­de 2006 von Kar­di­nal Ber­go­glio „geop­fert“. Der dama­li­ge Spre­cher des heu­ti­gen Pap­stes kri­ti­sier­te öffent­lich die histo­ri­sche Regens­bur­ger Rede von Papst Bene­dikt XVI. zu Islam und Rela­ti­vis­mus. Mar­cò sag­te wört­lich: „Er hat in 20 Sekun­den zer­stört, was in 20 Jah­ren mit dem Islam auf­ge­baut wor­den war.“ Es bestand kein Zwei­fel, daß der loya­le Spre­cher die Mei­nung Ber­go­gli­os wie­der­ge­ge­ben hat­te. Die­ser ent­schloß sich jedoch auf Druck des Vati­kans zu einem Rück­zie­her. Um sich selbst aus der Schuß­li­nie zu neh­men, ent­ließ Ber­go­glio sei­nen Spre­cher.

Der dama­li­ge Pri­mas von Argen­ti­ni­en wahr­te sei­ne Chan­cen als „Papa­bi­le“, und Macrò fiel weich. Für ihn ste­hen seit dem Kon­kla­ve die Türen des Vati­kans offen. Das erste Video des Pap­stes zeigt, wie nahe der geschaß­te Spre­cher Ber­go­glio geblie­ben ist.

„Er hat in 20 Sekun­den zer­stört, was in 20 Jah­ren mit dem Islam auf­ge­baut wor­den war“, lau­te­te der eben­so unsach­li­che Vor­wurf gegen Papst Bene­dikt XVI. Die Bedeu­tung die­ses Sat­zes erhellt sich viel­leicht, wenn man ihn mit der aktu­el­len, offi­zi­el­len Hal­tung west­li­cher Regie­run­gen und des Pap­stes gegen­über dem Islam ver­gleicht. Dazu gehört auch die umstrit­te­ne Reak­ti­on von Papst Fran­zis­kus auf die jüng­sten isla­mi­sti­schen Gewalt­ta­ten in Euro­pa und den Ritu­al­mord an Abbé Jac­ques Hamel, einem katho­li­schen Prie­ster in der Nor­man­die, dem wäh­rend der Hei­li­gen Mes­se von „Sol­da­ten des Kali­fen“ am Altar die Keh­le durch­ge­schnit­ten wur­de.

Seit dem ersten Video wur­den inzwi­schen ins­ge­samt acht Vide­os ver­öf­fent­licht. Kri­ti­ker bezeich­nen die Vide­os als „ober­fläch­lich“ und „are­li­gi­ös“. Die Video­bot­schaf­ten sei­en mehr main­streamtaug­li­che „öko­so­zia­le Ver­hal­tens­an­lei­tun­gen“ als Gebets­mei­nun­gen.

Ver­brei­tet wer­den die Vide­os vom Gebets­apo­sto­lat, einer seit mehr als 120 Jah­ren dem Jesui­ten­or­dens anver­trau­ten Gebets­in­itia­ti­ve. Pro­du­ziert wer­den sie von der Medi­en- und Wer­be­agen­tur La Machi von Bar­ce­lo­na unter Auf­sicht des vati­ka­ni­schen Fern­seh­cen­ters CTV.

 

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: The Pope Video (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Das neue­ste Video wirkt auf mich nichts­sa­gend und tri­vi­al. Es nicht gese­hen zu haben ist kein Ver­lust.
    Dass Sport all­ge­mein als völ­ker­ver­bin­dend ange­se­hen wird ist nicht neu.
    Inter­es­sant ist eher, was hin­ter den Kulis­sen geschieht.

  2. Lei­der ist auch das ach­te Pro­dukt kei­nen Deut bes­ser als die frü­he­ren. Jede belie­bi­ge Gut­men­schen­or­ga­ni­sa­ti­on könn­te so ein Wer­be­film­chen ver­brei­ten. Von der Spit­ze einer reli­giö­sen Orga­ni­sa­ti­on erwar­tet man Rich­tungs­wei­sen­des und seriö­ses.

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