Die Inquisition wußte es besser als Galileo

Wie aus einem komplizierten wissenschaftlichen Streit die große Märtyrerlegende des modernen Antiklerikalismus wurde

Galileo Galilei mit Kardinal Belarmin. Seine Strafe verbrachte Galileo im Hausarrest in einer Villa bei Florenz
Galileo Galilei mit Kardinal Belarmin. Seine Strafe verbrachte Galileo im Hausarrest in einer Villa bei Florenz

„Eppur si muo­ve!“ „Und sie bewegt sich doch!“ – also die Erde, die sich um die Son­ne bzw. um ihre eige­ne Ach­se bewegt. Und damit ist die Geschich­te für gewöhn­lich erzählt. Hier der muti­ge Gali­leo Gali­lei, der Mann der Wis­sen­schaft, der ange­sichts der kirch­li­chen Inqui­si­ti­on unbeug­sam an der Wahr­heit fest­hält. Dort die fin­ste­re Kir­che, die sich gegen die moder­ne Wis­sen­schaft stemmt und einen genia­len For­scher zum Wider­ruf zwingt. Es ist eine wun­der­ba­re Geschich­te. Nur ist sie histo­risch erheb­lich kom­pli­zier­ter und damit letzt­lich ganz anders.

Und gera­de des­halb lohnt es sich, den Fall Gali­leo Gali­lei noch ein­mal anzu­se­hen – nicht mit den Augen des 19., 20. oder 21. Jahr­hun­derts, son­dern mit den Augen des Jah­res 1616 bezie­hungs­wei­se 1633. Denn dann erscheint plötz­lich etwas, das in der gro­ßen anti­kirch­li­chen Gali­leo-Erzäh­lung bei­na­he voll­stän­dig ver­schwun­den ist (ein Schelm, wer Böses dabei denkt):

Gali­leo besaß eine Theo­rie. Aber er besaß nicht den Beweis, den man damals von ihm verlangte. 

Die entscheidende Frage

Die ent­schein­den­de Fra­ge an Gali­leo war kein Vor­wurf, weil er sei­ne Theo­rie ver­trat. Die ent­schei­den­de Fra­ge war: Wo ist der Beweis für die­se Theo­rie? Und die­se Fra­ge ist nicht abwe­gig, son­dern selbst­ver­ständ­li­cher wis­sen­schaft­li­cher Stan­dard gegen­über jeder Theo­rie der empi­ri­schen Wissenschaft.

Gali­leo war einer der bedeu­tend­sten Natur­for­scher sei­ner Zeit. Sei­ne astro­no­mi­schen Beob­ach­tun­gen mit dem Fern­rohr ver­än­der­ten das Bild vom Kos­mos. Das koper­ni­ka­ni­sche System war wis­sen­schaft­lich höchst frucht­bar und soll­te sich schließ­lich als die rich­ti­ge Beschrei­bung unse­res Son­nen­sy­stems erweisen.

Aber genau hier liegt die Fal­le der rück­blicken­den Betrachtung.

Wir wis­sen heu­te, was Gali­leo damals noch nicht wis­sen konn­te. Heu­te erscheint uns die Bewe­gung der Erde selbst­ver­ständ­lich. Im 17. Jahr­hun­dert aber war die Fra­ge nach der tat­säch­li­chen Bewe­gung der Erde eine wis­sen­schaft­li­che Streitfrage.

Der hoch­ge­bil­de­te Kar­di­nal Robert Bell­ar­min ver­lang­te des­halb etwas, das eigent­lich voll­kom­men unspek­ta­ku­lär klingt. Er ver­lang­te von Gali­leo Gali­lei, sei­ne Behaup­tung zu beweisen.

Die For­de­rung an den gro­ßen Natur­wis­sen­schaft­ler war nicht: „Du darfst nie­mals dar­über nach­den­ken“ oder: „Es ist vor­ge­schrie­ben, daß die Erde still­steht“ und schon gar nicht: „Die Wis­sen­schaft ist ver­bo­ten“. Das sind Räu­ber­pi­sto­len spä­te­rer Ver­zer­run­gen der Ereig­nis­se. Die For­de­rung lau­te­te schlicht und ein­fach: Bewei­se es.

Kurz­um: Wenn du behaup­test, die Erde bewe­ge sich tat­säch­lich, dann mußt du die­se Behaup­tung auch wis­sen­schaft­lich bewei­sen kön­nen. Doch genau die­sen Beweis konn­te Gali­leo nicht liefern.

Der Punkt, den die Legende verschweigt

Gali­leo ver­such­te, sei­ne Posi­ti­on mit Argu­men­ten zu ver­tei­di­gen. Unter ande­rem führ­te er die Gezei­ten an. Doch sei­ne Erklä­rung der Gezei­ten war falsch. Die Gezei­ten sind nicht – wie Gali­leo mein­te – der ent­schei­den­de Beweis für die Bewe­gung der Erde um die Sonne.

Sei­ne Über­zeu­gung war also der wis­sen­schaft­li­chen Ent­wick­lung vor­aus. Aber Über­zeu­gung ist noch kein Beweis. Und hier zeigt sich die eigent­li­che Iro­nie des Fal­les: Gali­leo hat­te recht – aber er konn­te zu sei­ner Zeit noch nicht bewei­sen, was er behauptete.

Der direk­te expe­ri­men­tel­le Nach­weis der Erd­ro­ta­ti­on wur­de erst viel spä­ter mög­lich. 1851 führ­te Léon Fou­cault in Paris sein berühm­tes Pen­del vor. Das Expe­ri­ment mach­te die Rota­ti­on der Erde unmit­tel­bar anschau­lich und lie­fer­te einen direk­ten phy­si­ka­li­schen Nach­weis ihrer täg­li­chen Drehung.

Das ist mehr als eine histo­ri­sche Fuß­no­te. Es zeigt, wie vor­sich­tig man mit dem Begriff „Beweis“ umge­hen muß.

Die Kir­che ver­lang­te von Gali­leo, was jede wis­sen­schaft­li­che Insti­tu­ti­on von ihm ver­lan­gen wür­de, etwas, was Gali­leo aber schlicht noch nicht hatte.

Bellarmin war kein Feind der Wissenschaft

Und nun kommt jener Teil der Geschich­te, der im kol­lek­ti­ven Gedächt­nis bei­na­he voll­stän­dig aus­ge­löscht wor­den ist.

Kar­di­nal Rober­to Bell­ar­min mit der römi­schen Inquisti­on war kei­nes­wegs der nai­ve Ver­tre­ter einer pri­mi­ti­ven Welt­an­schau­ung, als er er von vie­len kir­chen­feind­li­chen, aber wenig gebil­de­ten Eife­re­ren dar­ge­stellt wird. Er war einer der bedeu­tend­sten Theo­lo­gen sei­ner Zeit und mit den wis­sen­schaft­li­chen Fra­gen des Zeit­al­ters sehr gut vertraut.

Sei­ne Hal­tung war wesent­lich dif­fe­ren­zier­ter, als es die spä­te­re Kari­ka­tur ver­mu­ten läßt. Das helio­zen­tri­sche Modell konn­te als mathe­ma­ti­sche Hypo­the­se dis­ku­tiert wer­den. Das war kein Pro­blem. Der Vor­wurf der wis­sen­schafts­feind­li­chen Kir­che fällt damit schon wie ein Kar­ten­haus zusammen.

Was Kar­di­nal Bell­ar­min nicht akzep­tie­ren woll­te, war, eine wis­sen­schaft­lich noch nicht end­gül­tig bewie­se­ne Theo­rie als erwie­se­ne phy­si­sche Wirk­lich­keit aus­zu­ge­ben. Genau das aber tat Galileo.

Das ist kei­ne Feind­schaft gegen­über der Wis­sen­schaft, son­dern das genaue Gegen­teil. Es ist eine For­de­rung nach wis­sen­schaft­li­cher Red­lich­keit. Denn was wäre Wis­sen­schaft, wenn jede zumin­dest plau­si­ble Theo­rie sofort zur unum­stöß­li­chen Wahr­heit erklärt wer­den dürfte?

Dann kam der „Dialog“

Das Pro­blem ent­stand, weil Gali­leo es recht­ha­be­risch dabei nicht bewen­den ließ. Er soll­te zwar recht­ha­ben, aber eben erst über 200 Jah­re spä­ter. 1632 erschien sein Dia­lo­go sopra i due mas­si­mi siste­mi del mon­do („Dia­log über die zwei haupt­säch­li­chen Welt­sy­ste­me, das pto­le­mäi­sche und das koper­ni­ka­ni­sche“). Das Werk durf­te sogar erschei­nen. Die kirch­li­che Geneh­mi­gung für die Druck­le­gung wur­de erteilt. Auch hier ist also kei­ne fin­ste­re, wis­sen­schafts­feind­li­che Kir­che zu erkennen.

Und den­noch eska­lier­te die Ange­le­gen­heit. War­um war dem so?

Weil Gali­leo nicht ein­fach eine mathe­ma­ti­sche Hypo­the­se dis­ku­tier­te. Er ver­trat zuneh­mend die phy­si­sche Wahr­heit des koper­ni­ka­ni­schen Systems – obwohl der von sei­nen Geg­nern gefor­der­te ent­schei­den­de Beweis fehl­te. Hin­zu kamen per­sön­li­che und poli­ti­sche Spannungen.

Die Figur des Sim­pli­cio, die im Dia­log die tra­di­tio­nel­le Posi­ti­on ver­trat, wur­de von Zeit­ge­nos­sen als Spott über die geg­ne­ri­sche Auf­fas­sung und sogar als Angriff auf Papst Urban VIII. ver­stan­den. Damit war der Streit end­gül­tig aus dem rein wis­sen­schaft­li­chen Bereich her­aus­ge­tre­ten. 1633 wur­de Gali­leo vor das Hei­li­ge Offi­zi­um geladen.

Pro­vo­ziert hat­te dies aber nicht eine repres­si­ve Kir­che oder ihr ange­lich so fin­ster­ter Arm, die römi­sche Inqui­si­ti­on, son­dern Galileo.

Man könn­te es wis­sen­schaft­li­che Kühn­heit nen­nen. Man könn­te es aber auch beim Namen nen­nen: Hybris. Denn Gali­leo wuss­te, daß ihm der ent­schei­den­de Beweis fehl­te – und trat den­noch mit einer Gewiß­heit auf, als besä­ße er ihn. Nicht sei­ne Über­zeu­gung war das Pro­blem, son­dern sei­ne Wei­ge­rung, zwi­schen dem, was er für wahr hielt, und dem, was er bereits bewei­sen konn­te, die not­wen­di­ge Gren­ze zu ziehen.

Gali­leo irr­te nicht not­wen­dig in sei­ner The­se – er über­schätz­te aber sei­ne Bewei­se. Dar­in lag sei­ne Hybris.

Der Prozeß war real – der Mythos ist es ebenfalls

Nun ging es hart auf hart: Ent­we­der Gali­leo lie­fer­te den Beweis – oder er muß­te wider­ru­fen. Da er nicht wider­rief, wur­de er ver­ur­teilt und ver­lor sei­ne Freiheit.

Aller­dings ver­brach­te er, anders las oft behaup­tet, kei­nen Tag im Gefäng­nis. Wäh­rend des Ver­fah­rens vor der Inqui­si­ti­on leb­te er in einem römi­schen Palast und anschlie­ßend in einer Vil­la am Ran­de von Flo­renz. Ihm wur­de ein luxu­riö­ser Haus­ar­rest zuge­wie­sen. Damit sol­len der gra­vie­ren­de Frei­heits­ent­zug nicht her­un­ter­ge­spielt wer­den, aber fal­sche Behaup­tun­gen aus­ge­räumt werden.

Das Ver­fah­ren war ein schwer­wie­gen­der Ein­griff, nicht in die wis­sen­schaft­li­che For­schung, son­dern in sei­ne per­sön­li­che Autonomie.

Aber aus die­sem rea­len Vor­gang wur­de spä­ter etwas viel Grö­ße­res gemacht. Die Kir­chen­geg­ner des 18. und 19. Jahr­hun­derts ent­deck­ten im Fall Gali­leo eine gera­de­zu idea­le Grün­dungs­ge­schich­te für ihr eige­nes Welt­bild: Hier der freie Geist. Dort die Kir­che. Hier die Wis­sen­schaft. Dort der Glau­be. Hier die Wahr­heit. Dort die Macht.

Das war die per­fek­te Dra­ma­tur­gie. Und sie funk­tio­nier­te. Bis heute.

Doch wah­rer wird sie dadurch nicht.

Der unsichtbare Triumph des „Eppur si muove“

Nichts ver­kör­pert die­se nach­träg­li­che Umdeu­tung bes­ser als die berühm­ten Worte:

„Eppur si muove.“

„Und sie bewegt sich doch.“

Was für eine Sze­ne! Der alte Wis­sen­schaft­ler kniet vor dem Inqui­si­ti­ons­tri­bu­nal nie­der, wider­ruft gezwun­ge­ner­ma­ßen sei­ne Über­zeu­gung – und erhebt sich anschlie­ßend mit jenem berühm­ten Satz gegen sei­ne Richter.

Der ein­zel­ne Mensch gegen die Insti­tu­ti­on. Die Wahr­heit gegen die Macht. Die Wis­sen­schaft gegen die Religion.

Die Sache hat jedoch einen klei­nen Haken: Es gibt es dafür kei­nen zeit­ge­nös­si­schen Beleg, daß Gali­leo einen sol­chen Satz je sag­te oder auch nur, daß sich das Sze­na­rio auch nur annä­hernd so abspielte.

Was ein Dreh­buch­au­tor in einen Hol­ly­wood­film schreibt, wird dadurch nicht zur rea­len Geschich­te. Es setzt nur ein oft fal­sches Bild in den Köp­fen der Men­schen fest – wie auch im kon­kre­ten Fall.

Die Gali­leo in den Mund geleg­te Aus­sa­ge taucht erst über hun­dert Jah­re nach Gali­le­os Tod in der Über­lie­fe­rung auf; ins­be­son­de­re Giu­sep­pe Baret­ti popu­la­ri­sier­te sie 1757. Und genau das ist bezeichnend.

Die berühm­te­ste Sze­ne des Gali­leo-Pro­zes­ses ist wahr­schein­lich gar nicht gesche­hen und der berühm­te­ste Satz wur­de nie gesprochen.

Aber sie wur­den viel spä­ter erzählt, weil sie ins Kon­zept kir­chen­feind­li­cher Krei­se paß­te. Dann wur­de sie wie­der­holt. Dann wur­de sie gedruckt. Dann wur­de sie dra­ma­ti­siert. Dann wur­de sie zum Sym­bol. Und schließ­lich wur­de aus dem Sym­bol ver­meint­li­che Geschichte.

So funktioniert ein historischer Mythos

Das eigent­lich Inter­es­san­te am Fall Gali­leo ist des­halb nicht nur das, was 1633 geschah. Das scheint die mei­sten Leu­te inter­es­san­ter­wei­se gar nicht zu inter­es­sie­ren, jeden­falls nicht die Anhän­ger des Mythos. War­um nicht? Weil sie schon glau­ben, alles zu wis­sen. Ein Para­dox: Was wirk­lich geschah, inter­es­siert nicht, weil im Kopf die Sache bereits abge­spei­chert ist, aller­dings falsch.

Ein kom­pli­zier­ter Kon­flikt zwi­schen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen, feh­len­den Bewei­sen, theo­lo­gi­scher Bibel­aus­le­gung, kirch­li­cher Auto­ri­tät, per­sön­li­chen Span­nun­gen und den poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen des 17. Jahr­hun­derts wur­de nach­träg­lich auf eine ein­zi­ge For­mel reduziert:

„Die Kir­che bekämpf­te die Wissenschaft.“

Das ist die gro­ße Ver­ein­fa­chung. Die unred­li­che Ver­ein­fa­chung, denn es ging nicht so sehr um Gali­leo, son­dern dar­um, sei­nen Fall für den aktu­el­len Kampf gegen die Kir­che miß­brau­chen zu kön­nen. Aus „Die Kir­che bekämpf­te die Wis­sen­schaft“ wur­de: „Die Kir­che bekämpft die Wis­sen­schaft“. Sie sei also ein Feind der Wis­sen­schaft, ein fin­ste­rer Gesel­le, der dar­um bekämpft wer­den müs­se, um der Wis­sen­schaft Frei­heit zu ver­schaf­fen. Wir spre­chen vom spä­ten 18. und 19. Jah­rund­ert. Aber auch im 20. Jahr­hun­dert fan­den sich noch aus­rei­chen Apo­lo­ge­ten die­ses kon­stru­ier­ten Mythos.

Und so wur­de die fal­sche Dar­stel­lung des Fal­les Gali­lei über Gene­ra­tio­nen hin­weg in das kul­tu­rel­le Gedächt­nis eingeimpft.

Der Gali­leo-Fall wur­de damit zu einem Grün­dungs­my­thos der moder­nen Vor­stel­lung, Wis­sen­schaft und katho­li­scher Glau­be stün­den not­wen­dig in einem feind­li­chen Ver­hält­nis. Wis­sen­schafts­hi­sto­ri­sche Arbei­ten haben inzwi­schen aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, daß die Gali­leo-Legen­de zu einem der kon­sti­tu­ti­ven Mythen der Moder­ne gewor­den ist und daß Miß­ver­ständ­nis­se über den tat­säch­li­chen Ver­lauf des Kon­flikts bis heu­te fortwirken.

Das Ent­schei­den­de ist dabei nicht, daß Kir­chen­geg­ner den Fall kri­tisch inter­pre­tier­ten. Das dür­fen sie selbst­ver­ständ­lich. Das Pro­blem beginnt dort, wo eine gewag­te, fal­sche und teils sogar unred­li­che Inter­pre­ta­ti­on zur ver­meint­li­chen Tat­sa­che wird.

Der Märtyrer der Wissenschaft ist eine spätere Erfindung

Gali­leo wur­de so ohne sein unmit­tel­ba­res Zutun zum per­fek­ten Hel­den. Und die katho­li­sche Kir­che erhielt die Rol­le, die man ihr seit­dem immer wie­der zuschreibt: die des ewi­gen Gegen­spie­lers des wis­sen­schaft­li­chen Fortschritts.

Doch die tat­säch­li­che Geschich­te ist wider­spen­sti­ger. Koper­ni­kus war Katho­lik. Wis­sen­schaft wur­de in katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten betrie­ben. Die Kir­che dis­ku­tier­te die neu­en astro­no­mi­schen Modelle.

Und auch Gali­leo war Katho­lik, und er durf­te pro­blem­los publizieren.

Der Kon­flikt ent­zün­de­te sich nicht schlicht an der Fra­ge, ob Wis­sen­schaft erlaubt ist. Er ent­zün­de­te sich dar­an, ob eine noch nicht bewie­se­ne wis­sen­schaft­li­che Theo­rie als phy­si­sche Wahr­heit behaup­tet wer­den durf­te und wie sie sich zur dama­li­gen Schrift­aus­le­gung verhielt. 

Heu­te wis­sen wir, daß eine wis­sen­schaft­li­che Theo­rie wahr sein kann, noch bevor sie sicher bewie­sen wer­den kann. Dar­aus läßt sich aller­dings kei­ne Faust­re­gel ablei­ten. Die gebo­te­ne Zurück­hal­tung ist von einer red­li­chen Wis­sen­schaft gefor­dert. Da spiel­te bei Gali­leo Gali­lei offen­sicht­lich eine Por­ti­on Eitel­keit mit.

Der eigent­li­che Skan­dal ist der Mythos, der nach­träg­lich dar­aus gemacht wurde.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Katho​li​sches​.info

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