Die Zahl der Abtreibungen ist in einer russischen Region um 92 Prozent gesunken, wie Michel Janva von Le Salon Beige berichtete.
Der Gouverneur des Oblast Wologda, Georgi Filimonow, gab bekannt, daß die Zahl der Abtreibungen in seiner Region um 92 Prozent zurückgegangen ist.
Am 7. Februar 2025 erklärte er, die Tötung ungeborener Kinder in seiner Region verbieten zu wollen. Von diesem Vorhaben nahm er dann zwar Abstand, initiierte jedoch ein umfassendes Lebensrechts-Programm sowie „Beratungen“ in Zusammenarbet mit Kliniken, der orthodoxen Kirche und regionalen Organisationen. Werbung und Förderung von Abtreibungen sind verboten.
Georgi Filomonow, der aus dem sibirischen Tomsk stammt, aber in Wologda aufwuchs, wurde 2023 zum Gouverneuer der Oblast ernannt. zuvor war er stellvertretender Gouverneur der Oblast Moskau. In Wologda angekommen, begann er mit der Ausarbeitung eines Gesamtprogramms zur Förderung der Region, das unter anderem das Ende der Abtreibung und die Einschränkung des Alkoholkonsums vorsieht.
Filimonow, ein ausgebildeter Kampfsportler mit internationaler Wettkampferfahrung, absolvierte in Moskau ein Studium der Internationalen Beziehungen. Seine Dissertation beschäftigt sich mit der Außenpolitik der USA. Anschließend absolvierte er die russische Diplomatenakademie. Seit 2009 lehrte er an der Russischen Universität für Völkerfreundschaft in Moskau, seit 2014 als ordentlicher Professor für Theorie und Geschichte der Internationalen Beziehungen. 2017 wurde er in die Abteilung Innenpoltik der Präsidialkanzlei des russischen Präsidenten berufen. 2021 wurde er stellvertretender Regierungschef der Oblast Moskau.
Die Oblast Wologda, nördlich von Moskau gelegen, ist mit 144.000 qkm Fläche größer als Griechenland oder England und doppelt so groß wie Bayern. Die Gegend zählt aber nur 1,1 Millionen Menschen.

Im Mai 2025 treilte Filimonow mit, daß private medizinische Einrichtungen in der Oblast Wologda keine Abtreibungen mehr durchführen. Die Tötung ungeborener Kinder ging bereits im ersten erfaßten Quartal 2025 stark zurück. Waren 2024 noch 420 Abtreibungen durchgeführt worden, waren es im selben Zeitraum 2025 nur mehr 32. Für diese habe es medizinische Gründe gegeben, so der Gouverneur.
Filimonow, der der patriotisch-orthodoxen Richtung innerhalb Rußlands zugerechnet wird, erklärte zu seinem Programm für das Leben:
„Die Familie ist das Fundament von allem. Wir schaffen die Voraussetzungen für eine gesunde, aktive und glückliche Zukunft der Region Wologda, damit sich Familien sicher fühlen, stabil sind und mit Zuversicht in die Zukunft blicken können.“
Am 28. Januar 2026 erklärte der Gouverneur auf der Konferenz „Zurück in die Zukunft“ in Moskau:
„Die Entwicklung einer Region ist unmöglich, ohne sich auf jahrtausendealte Traditionen zu stützen und zugleich reale sowie wirksame Mechanismen einzusetzen. Deshalb haben wir das regionale Programm ‚Die Familie – Bollwerk des russischen Nordens‘ ins Leben gerufen und ein integriertes Unterstützungssystem eingeführt. Dank eines Maßnahmenbündels ist es uns im vergangenen Jahr erstmals seit elf Jahren gelungen, die Entvölkerung der Region Wologda zu stoppen und die Zahl der Erstgeburten zu steigern. Wir engagieren uns in der Abtreibungsprävention und stellen dabei eindeutig konkrete Ergebnisse fest.“
In neun weiteren russischen Oblasten haben Privatkliniken aufgehört, Abtreibungen vorzunehmen.
Am 10. Januar forderte die russische Regierung das Gesundheitsministerium auf, Maßnahmen zur Verschärfung der Kontrolle medizinischer Einrichtungen, die Abtreibungen durchführen, umzusetzen sowie Arbeitsansätze zu verstärken, die darauf abzielen, Familien zu unterstützen, sie auf die Geburt eines Kindes vorzubereiten und Abtreibungen zu verhindern.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons
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