„Die Einheit zu erlangen, ist vorrangig eine Gnade

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwestern, 

in die­sen Tagen bege­hen wir die Gebets­wo­che für die Ein­heit der Chri­sten. Daher wid­me ich die heu­ti­ge Kate­che­se die­sem The­ma. Jesus selbst bat am Vor­abend vor sei­ner Pas­si­on sei­nen Vater um die Ein­heit all derer, die zu ihm gehö­ren: „Alle sol­len eins sein“ (Joh 17,21).

Es ist auf­fal­lend, dass der Herr die­sen sei­nen letz­ten Wil­len vor sei­nem Kreu­zes­tod nicht als Gebot an sei­ne Jün­ger for­mu­liert oder ihnen eine Rede dazu gehal­ten hat, son­dern in einem Gebet zum Aus­druck gebracht hat. Um die Ein­heit zu erlan­gen, genü­gen nicht unse­re Bemü­hun­gen, son­dern sie ist vor­ran­gig eine Gna­de, um die wir beten müs­sen. Jeder Mensch ist dem inne­ren Kon­flikt aus­ge­setzt, das Gute zu wol­len, aber zum Bösen zu nei­gen. Hier­in liegt die Wur­zel der vie­len Spal­tun­gen unter den Men­schen, in der Gesell­schaft und auch unter den Glau­ben­den. Die Tren­nun­gen wer­den nicht dadurch gelöst, dass man sich gegen­ein­an­der stellt, son­dern das wah­re Heil­mit­tel fin­det sich in der Bit­te um Ver­ge­bung und Ein­heit an Gott. Gera­de als Chri­sten sind wir somit auf­ge­ru­fen, am Gebet des Herrn teil­zu­neh­men und um die Ein­heit zu bit­ten, damit die Welt glaubt.

Herz­lich grü­ße ich die Gläu­bi­gen deut­scher Spra­che. Bit­ten wir den Hei­li­gen Geist, dass er uns sei­ne Kraft im Ein­satz für die Ein­heit mit Chri­stus und den Geschwi­stern gebe, um glaub­wür­di­ge Zeu­gen sei­ner Lie­be in die­ser Welt zu sein. Der Herr seg­ne euch und eure Familien.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)

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