Veni Creator Spiritus – der Beistand, den die Kirche für die Papstwahl braucht

Am Scheideweg


Die Vorbereitungen für das Konklave wurden gestern abgeschlossen
Die Vorbereitungen für das Konklave wurden gestern abgeschlossen

Nach zwölf Gene­ral­kon­gre­ga­tio­nen, von denen die drei letz­ten mit allen anwe­sen­den Papst­wäh­lern statt­fan­den, wird heu­te um 10 Uhr im Peters­dom die Mis­sa pro eli­gen­do Pon­ti­fi­ce zele­briert. Zele­brant wird Kar­di­nal­de­kan Gio­van­ni Bat­ti­sta Re sein. 

Anschlie­ßend erfolgt in fei­er­li­cher Pro­zes­si­on der 133 Kar­di­nal­wäh­ler unter dem Gesang des Hym­nus Veni Crea­tor Spi­ri­tus, mit dem der Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes für die Wahl ange­ru­fen wird, der Ein­zug in die Six­ti­ni­sche Kapel­le. Noch heu­te wird der erste Wahl­gang stattfinden.

Bereits am 5. Mai wur­den die Kle­ri­ker und Lai­en ver­ei­digt, die auf­grund ihrer Auf­ga­ben in das Kon­kla­ve ein­ge­bun­den sind. Sie unter­lie­gen gemäß der gel­ten­den Wahl­kon­sti­tu­ti­on wie die Papst­wäh­ler selbst der stren­gen Schweigepflicht.

Bei der zwölf­ten und letz­ten Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on, die gestern vor­mit­tag statt­fand, wur­den in Anwe­sen­heit von 173 Kar­di­nä­len der Fischer­ring (Anu­lus Pis­ca­to­ris) und das Sie­gel (Bulla) von Papst Fran­zis­kus zer­bro­chen, um sym­bo­lisch das end­gül­ti­ge Ende sei­ner Auto­ri­tät anzu­zei­gen und jeden Miß­brauch zu verhindern.

Gestern wur­de auch das Libret­to del­la Cele­bra­zio­ne Lit­ur­gi­ca der Mis­sa pro eli­gen­do Pon­ti­fi­ce ver­öf­fent­licht, das „Heft zur Lit­ur­gi­schen Fei­er“ mit dem Ordo Mis­sae, den Ora­tio­nen und Gesän­gen. Es ist auf Eng­lisch und Ita­lie­nisch gehal­ten. Die Zele­bra­ti­on erfolgt auf Latein, die erste Lesung wird auf Eng­lisch, die zwei­te auf Spa­nisch vor­ge­tra­gen wer­den, das Evan­ge­li­um auf Latein. Die Für­bit­ten sind in ver­schie­de­nen Spra­chen gehal­ten, dar­un­ter auch Chinesisch.

Die vati­ka­ni­schen Medi­en ver­öf­fent­lich­ten ein kur­zes Video, um die Räum­lich­kei­ten des Kon­kla­ves und die dort getrof­fe­nen Vor­be­rei­tun­gen zu zeigen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­News (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Wir kön­nen Got­tes Geist erbit­ten, ihn aber nicht ein­for­dern oder unter­stel­len. Oder glaubt jemand ernst­haft, Fran­zis­kus sei vom Hei­li­gen Geist erwählt wor­den? Und so oder so ähn­lich wird es auch jetzt sein: Der Feind der Kir­che wird alles dar­an set­zen, einen ihm wohl­ge­fäl­li­gen Kan­di­da­ten an die Spit­ze der Kir­che zu brin­gen und wir müs­sen anneh­men, was die Zulas­sung Got­tes uns eben gewährt. So und nicht anders sieht es aus. Was man dar­aus ler­nen kann, ist sehr klar: Der Papst ist nicht die Kir­che, son­dern Jesus Chri­stus, und die Kir­che besteht unab­hän­gig davon, wer auf dem Stuhl des Petrus sitzt. Als Katho­li­ken sind wir dem ver­pflich­tet, was die Kir­che immer gelehrt hat; wir hul­di­gen aber kei­nem Wahl­mon­ar­chen mit Abso­luts­heits­an­spruch, und danach sah es in de letz­ten Jahr­zehn­ten lei­der viel zu oft aus. Dies zu erken­nen, ist ein Pro­zess der „Reform“ und zwar ein not­wen­di­ger. Und den ver­dan­ken wir mit­tel­bar Fran­zis­kus. Wenig­stens das.

Kommentare sind deaktiviert.