Römische Note zum Exkommunikationsdekret

"...befinden sich im Schisma"


Römische Note zum Exkommunikationsdekret gegen die Piusbruderschaft
Römische Note zum Exkommunikationsdekret gegen die Piusbruderschaft

DIKASTERIUM FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

Prot. Nr. 99/​2009

ERLÄUTERUNGSNOTE

Seit den Zei­ten des hei­li­gen Paul VI. bis zu den letz­ten Gesprä­chen, die kürz­lich in die­sem Dik­aste­ri­um statt­ge­fun­den haben, haben sich die viel­fäl­ti­gen Ver­su­che, die Anhän­ger der von Msgr. Mar­cel Lefeb­v­re initi­ier­ten Bewe­gung zur vol­len Gemein­schaft mit der katho­li­schen Kir­che zurück­zu­füh­ren, als ver­geb­lich erwie­sen. Die­se Situa­ti­on hat sich durch die jüng­sten Bischofs­wei­hen ohne päpst­li­ches Man­dat, gegen den Wil­len des Hei­li­gen Vaters und in offe­ner Ver­let­zung des Kir­chen­rechts, wei­ter ver­schärft. Daher hält die­ses Dik­aste­ri­um in treu­er Aus­übung der ihm anver­trau­ten Auf­ga­ben fest, dass die­ser Akt den Tat­be­stand des Schis­mas dar­stellt, mit den kano­ni­schen Kon­se­quen­zen für die betei­lig­ten Kle­ri­ker und Lai­en. Denn wie bereits 1988 erklärt wur­de, „stellt die­ser Unge­hor­sam – der eine prak­ti­sche Ableh­nung des römi­schen Pri­mats mit sich bringt – einen schis­ma­ti­schen Akt dar“ (vgl. Johan­nes Paul II., Ap. Schrei­ben Eccle­sia Dei, 3).

In die­sem Zusam­men­hang gilt ab sofort:

  1. Die zur Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. gehö­ren­den Kle­ri­ker befin­den sich im Schis­ma und sind daher als Schis­ma­ti­ker zu betrach­ten (vgl. Eccle­sia De, 5 c; Päpst­li­cher Rat für die Geset­zes­tex­te, Erläu­tern­de Note zur Exkom­mu­ni­ka­ti­on wegen Schis­ma, die die Anhän­ger der Bewe­gung von Bischof Mar­cel Lefeb­v­re trifft, 24.08.1996, 5–6), womit sie der im Recht vor­ge­se­he­nen Exkom­mu­ni­ka­ti­on unter­lie­gen (can. 1364 § 1 CIC).
  2. Was die Lai­en­gläu­bi­gen betrifft, so sind die­je­ni­gen als Schis­ma­ti­ker und exkom­mu­ni­ziert zu betrach­ten, die sich unter den in der Erläu­tern­den Note des Päpst­li­chen Rates für die Geset­zes­tex­te von 1996 fest­ge­leg­ten Bedin­gun­gen for­mell der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. anschlie­ßen (vgl. ebd., 7), die wei­ter­hin in Kraft ist und die die­ses Dik­aste­ri­um sich zu eigen macht.
  3. Schließ­lich wird das hei­li­ge Volk Got­tes dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kle­ri­ker der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. die Sakra­men­te uner­laubt spen­den und dass das von ihnen gespen­de­te Sakra­ment der Buße sowie die von ihnen assi­stier­te Ehe­schlie­ßung ungül­tig sind.

Die Kir­che wird als für­sorg­li­che Mut­ter alle, die zur vol­len Gemein­schaft zurück­keh­ren möch­ten, mit auf­rich­ti­gem Wohl­wol­len und leben­di­ger Sor­ge auf­neh­men. Die Apo­sto­li­schen Nun­ti­en wer­den Ver­fah­ren fest­le­gen, die von den Ordi­na­ria­ten in den ver­schie­de­nen Fäl­len ange­wen­det wer­den können.

Schließ­lich wer­den alle Gläu­bi­gen ermahnt, in der Gemein­schaft mit dem Römi­schen Papst, mit den Bischö­fen in Gemein­schaft mit ihm und mit der gan­zen Kir­che fest zu blei­ben (vgl. Lumen Gen­ti­um, 22; can. 751 CIC) und sich der Teil­nah­me an den Fei­ern und Akti­vi­tä­ten der genann­ten Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. zu enthalten.

Aus dem Palast des Dik­aste­ri­ums, 2. Juli 2026

Víc­tor M. Kard. Fernán­dez
Prä­fekt

Mons. Arman­do Matteo
Sekre­tär für die Dok­tri­nel­le Sektion

John J. Ken­ne­dy
Titu­lar­erz­bi­schof von Osse­ro
Sekre­tär für die Dis­zi­pli­nar­se­k­ti­on

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati​can​.va (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Der Vati­kan hat sich mit die­sem Dekret lei­der bla­miert und sei­ne Ein­sei­tig­keit offen­bart. Leo XVI. ist schwach und theo­lo­gisch nicht gut belich­tet. Denn jeder ver­nünf­ti­ge Mensch erkennt, daß hier Unrecht gesche­hen ist. Der Bogen wur­de von den Mäch­ti­gen in Rom über­spannt, und sie haben ver­lo­ren. Ins Auge sprin­gen­der als die­ses unrech­te Dekret: sie haben hier näm­lich gezeigt, daß sie zumin­dest Tei­le des 2. Vat. Kon­zils ableh­nen, nicht beach­ten und wie die Pius­bru­der­schaft von einem „Bruch“ ausgehen.
    Die Mäch­ti­gen in Rom haben ver­lo­ren gegen Papst Bene­dikt XVI., der gut und ver­nünf­tig gegen­über der Pius­bru­der­schaft gehan­delt hat­te und ent­ge­gen den Aus­sa­gen der „Schu­le von Bolo­gna“ das Kon­zil als Fort­füh­rung der vor­he­ri­gen Kon­zi­li­en beschrieb und ver­tei­dig­te, wobei er auch genug Kri­ti­sches zum Kon­zil und sei­ner Aus­le­gung anmerkte.

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