Fünf Ordensfrauen für das Haus des Papstes

Die Päpstliche Familie

Die Päpstliche Familie umfaßt neben Papst Leo XIV. auch seine beiden Privatsekretäre sowie fünf Ordensfrauen einer in Peru gegründeten Gemeinschaft
Die Päpstliche Familie umfaßt neben Papst Leo XIV. auch seine beiden Privatsekretäre sowie fünf Ordensfrauen einer in Peru gegründeten Gemeinschaft

Papst Leo XIV. hat sei­ne neue häus­li­che Umge­bung im Apo­sto­li­schen Palast gefun­den. Zur eng­sten Gemein­schaft, die den All­tag des Pap­stes inner­halb sei­ner Woh­nung beglei­tet, gehö­ren neben sei­nen bei­den Pri­vat­se­kre­tä­ren inzwi­schen auch fünf Ordens­frau­en. Sie stam­men aus dem Insti­tut Pro Eccle­sia Sanc­ta, einer in Peru ver­wur­zel­ten Gemein­schaft, die der Papst noch aus sei­ner Zeit als Bischof von Chic­layo kennt.

Fünf Ordens­frau­en bil­den gemein­sam mit den bei­den Pri­vat­se­kre­tä­ren des Pap­stes, dem Perua­ner Edgard Iván Rimay­cu­na Inga und dem Tos­ka­ner Mar­co Bil­le­ri, den enge­ren Kreis inner­halb der päpst­li­chen Residenz.

Die Ordens­frau­en küm­mern sich um die täg­li­che Ord­nung des päpst­li­chen Haus­halts, um die Kapel­le, die Räu­me, den Emp­fang von Gästen und ins­be­son­de­re um die Küche. Nach den vor­lie­gen­den Berich­ten von La Repubbli­ca und La Capi­ta­le gel­ten sie als aus­ge­zeich­ne­te Köchin­nen und sind mit der Küche der Anden vertraut.

Das hat für Leo XIV. auch eine per­sön­li­che Dimen­si­on. Robert Fran­cis Pre­vost wur­de zwar in Chi­ca­go gebo­ren, ver­brach­te aber rund zwei Jahr­zehn­te sei­nes Lebens in Peru – zunächst als Mis­sio­nar und spä­ter als Bischof von Chic­layo. Die perua­ni­sche Küche ist damit nicht nur eine Fra­ge des Geschmacks, son­dern erin­nert den Papst an einen wesent­li­chen Abschnitt sei­nes prie­ster­li­chen und bischöf­li­chen Lebens.

Rückkehr in die traditionelle päpstliche Wohnung

Die neue Haus­ge­mein­schaft steht zugleich für eine Ver­än­de­rung, die sich bereits im ver­gan­ge­nen Jahr ange­kün­digt hat­te. Nach sei­ner Wahl am 8. Mai 2025 öff­ne­te Leo XIV. die seit dem Rück­tritt von Bene­dikt XVI. unge­nütz­te päpst­li­che Woh­nung im Apo­sto­li­schen Palast wie­der. Am 14. März 2026 bezog er schließ­lich die reno­vier­ten Räum­lich­kei­ten gemein­sam mit sei­nen eng­sten Mit­ar­bei­tern. Die Woh­nung befin­det sich in der soge­nann­ten Drit­ten Log­gia und ver­fügt unter ande­rem über ein pri­va­tes Arbeits­zim­mer, eine Biblio­thek und eine klei­ne Kapelle.

Damit kehr­te der Papst zu jener Wohn­form zurück, die sei­ne Vor­gän­ger über lan­ge Zeit geprägt hat­te. Der erste Papst, der in die­sen Räu­men der Drit­ten Log­gia leb­te, war der hei­li­ge Pius X. Papst Fran­zis­kus hat­te 2013 mit die­ser Tra­di­ti­on gebro­chen und sich für die Resi­denz San­ta Mar­ta ent­schie­den. Eine wegen der Zusatz­ko­sten aller­dings erst nach sei­nem Able­ben deut­li­cher kri­ti­sier­te Entscheidung.

Mit der Rück­kehr in den Apo­sto­li­schen Palast wur­de auch die Fra­ge wie­der aktu­ell, die sich unter Fran­zis­kus zwangs­läu­fig nicht mehr stell­te, wer zum unmit­tel­ba­ren Lebens­kreis des Pap­stes gehört.

Zwei Priester, fünf Ordensfrauen

An erster Stel­le steht der perua­ni­sche Prie­ster Edgard Iván Rimay­cu­na Inga. Er kennt Pre­vost bereits aus des­sen Zeit in Peru und war seit Jah­ren an sei­ner Sei­te. Nach der Wahl wur­de er zum ersten Pri­vat­se­kre­tär des neu­en Pap­stes. Im Sep­tem­ber 2025 kam der aus der tos­ka­ni­schen Diö­ze­se San Mini­a­to stam­men­de Don Mar­co Bil­le­ri als zwei­ter Pri­vat­se­kre­tär hin­zu. Bil­le­ri ist Kir­chen­recht­ler und bringt damit ein ande­res beruf­li­ches Pro­fil in das päpst­li­che Umfeld ein.

Die Bedeu­tung des eng­sten Krei­ses zeigt sich auch bei den Aus­lands­rei­sen. Beim Frank­reich­be­such im Sep­tem­ber 2026 wur­den neben den Sekre­tä­ren zudem aus­drück­lich die bei­den Ordens­frau­en Sr. Janet Koba­ya­shi und Sr. Mari­el Esco­bar als Mit­glie­der der Päpst­li­chen Fami­lie im Gefol­ge Leos XIV. genannt.

Die fünf Ordens­frau­en blei­ben weit­ge­hend im Hin­ter­grund. Gera­de dies gehört zu ihrer Auf­ga­be. Erst durch öffent­li­che Ter­mi­ne wur­de ihre Anwe­sen­heit nach und nach sicht­bar: bei Auf­ent­hal­ten des Pap­stes in Castel Gan­dol­fo, bei sei­nem Besuch in Gen­az­z­a­no und zuletzt auf der Rei­se nach Frankreich.

Eine Verbindung, die nach Chiclayo zurückreicht

Die Schwe­stern gehö­ren zu Pro Eccle­sia Sanc­ta, einem Insti­tut des geweih­ten Lebens, das 1992 in Peru ent­stand und heu­te in meh­re­ren Län­dern tätig ist. Zum Cha­ris­ma der Gemein­schaft gehö­ren die För­de­rung der Beru­fung zur Hei­lig­keit, die Spi­ri­tua­li­tät des Hei­lig­sten Her­zens Jesu sowie ein beson­de­res Enga­ge­ment in Pasto­ral, Jugend­ar­beit und sozia­lem Dienst.

Für Pre­vost ist die­se Gemein­schaft des­halb kei­ne unbe­kann­te Grö­ße. Wäh­rend sei­ner Jah­re in Chic­layo konn­te er die Arbeit der Schwe­stern unmit­tel­bar ken­nen­ler­nen. Ihr Dienst an Jugend­li­chen und Bedürf­ti­gen gehört zu jener kirch­li­chen Wirk­lich­keit Perus, die sei­ne eige­ne Spi­ri­tua­li­tät und sein pasto­ra­les Den­ken nach­hal­tig geprägt haben.

Daß Leo XIV. nun gera­de Frau­en aus die­sem Umfeld in sei­ne unmit­tel­ba­re Haus­ge­mein­schaft beru­fen hat, dürf­te des­halb weni­ger eine zufäl­li­ge Per­so­nal­ent­schei­dung als viel­mehr eine Fra­ge des Ver­trau­ens sein. Die päpst­li­che Resi­denz ist kein gewöhn­li­cher Haus­halt. Wer dort arbei­tet, kennt nicht nur den Tages­ab­lauf des Pap­stes, son­dern begeg­net ihm in den unspek­ta­ku­lä­ren Stun­den zwi­schen Audi­en­zen, Rei­sen und lit­ur­gi­schen Feiern.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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