Altar angezündet und Marienstatue geschändet

Vandalismus in Medjugorje – Verdächtiger festgenommen

Die geschändete Marienstatue wurde umgehend verhüllt und es wurde mit den Reinigungsarbeiten begonnen
Die geschändete Marienstatue wurde umgehend verhüllt und es wurde mit den Reinigungsarbeiten begonnen

Ein Angriff auf das bekann­te Mari­en­hei­lig­tum von Med­jug­or­je hat in der katho­li­schen Welt Bestür­zung aus­ge­löst. In der Nacht von Mon­tag auf Diens­tag wur­de der Außen­al­tar der Pfarr­kir­che in Brand gesetzt und die Sta­tue der Got­tes­mut­ter Maria mit schwar­zer Far­be beschmiert und mit belei­di­gen­den Schrift­zü­gen ver­un­stal­tet. Der mut­maß­li­che Täter konn­te inzwi­schen fest­ge­nom­men werden.

Nach Anga­ben des Kan­tons Her­ze­go­wi­na-Nere­t­va zei­gen Über­wa­chungs­ka­me­ras, wie ein unbe­kann­ter Mann den Außen­al­tar der Kir­che mit Ben­zin über­goß und anschlie­ßend Feu­er leg­te. Die Sta­tue der Jung­frau Maria wur­de mit schwar­zer Far­be besprüht. Auf ihr wur­de unter ande­rem die eng­li­sche Auf­schrift „Devil in a skirt“ („Teu­fel im Rock“) angebracht.

Neben der Sta­tue hin­ter­ließ der Täter zudem ein in pol­ni­scher Spra­che ver­faß­tes Trans­pa­rent. Dar­auf wur­den die Namen der sechs Med­jug­or­je-Seher genannt: „Ivan­ka, Mir­ja­na, Mil­ka, Vicka, Ivan und Jakov sind Betrü­ger. Ich habe Bewei­se!!!“ Am unte­ren Rand des Pla­kats befan­den sich das Datum 14. Okto­ber 2017 sowie eine unle­ser­li­che Unter­schrift. Auf einem Beton­pfei­ler über dem Trans­pa­rent wur­de außer­dem die Zahl „1242“ hin­ter­las­sen. Die Bedeu­tung die­ser Zahl ist bis­lang ungeklärt.

Die Poli­zei nahm unmit­tel­bar nach Bekannt­wer­den des Vor­falls die Ermitt­lun­gen auf. Auch die ört­li­che Bevöl­ke­rung betei­lig­te sich an der Suche nach dem Täter. Das Por­tal Brotn​jo​.ba ver­öf­fent­lich­te Auf­nah­men aus den Über­wa­chungs­ka­me­ras und rief dazu auf, Hin­wei­se an die Poli­zei oder die Not­ruf­num­mer 122 wei­ter­zu­ge­ben. Nach ersten Infor­ma­tio­nen hielt sich der Ver­däch­ti­ge ver­mut­lich im Raum Lju­buški auf.

Pfarrei reagiert mit Gebet und Vergebung

Die Pfarr­ge­mein­de von Med­jug­or­je zeig­te sich tief betrof­fen über die Schän­dung der Gebets­stät­ten, beton­te jedoch zugleich, daß der Vor­fall die geist­li­che Sen­dung des Hei­lig­tums nicht beein­träch­ti­gen werde.

„Mit gro­ßer Trau­er haben wir die Nach­richt über den Van­da­lis­mus auf­ge­nom­men, durch den die Gebets­or­te beschä­digt wur­den“, erklär­te die Pfar­rei. Die Rei­ni­gungs- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten wur­den unmit­tel­bar auf­ge­nom­men. Die Got­tes­dienst­ord­nung und die Andach­ten wür­den ohne Unter­bre­chung fort­ge­setzt, das Hei­lig­tum blei­be für Pil­ger geöff­net, so die Wallfahrtsdirektion.

Die Ver­ant­wort­li­chen rie­fen die Gläu­bi­gen dazu auf, auf den Vor­fall nicht mit Zorn oder Ver­gel­tung zu reagie­ren, son­dern mit jener Hal­tung, zu der die Got­tes­mut­ter von Med­jug­or­je seit Jahr­zehn­ten auf­ru­fe: „mit Gebet, Fasten und Vergebung“.

„Wir beten für die Bekeh­rung der Her­zen jener, die die­se Tat began­gen haben, damit der Herr sie mit sei­ner Gna­de berührt und sie auf den Weg des Guten führt“, heißt es in der Stel­lung­nah­me der Pfar­rei. Zugleich wur­de dar­an erin­nert, daß die Bot­schaft der „Köni­gin des Frie­dens“ dar­in bestehe, nicht Böses mit Bösem zu ver­gel­ten, son­dern Zeug­nis für Lie­be, Ver­ge­bung und Hoff­nung abzulegen.

Polizei bestätigt Festnahme

Nach­dem zunächst inof­fi­zi­el­le Berich­te über die Fest­nah­me kur­siert hat­ten, bestä­tig­te das Innen­mi­ni­ste­ri­um spä­ter offi­zi­ell, daß eine mit der Tat in Ver­bin­dung ste­hen­de Per­son aus­fin­dig gemacht und fest­ge­nom­men wurde.

„Eine Per­son, die mit den genann­ten Ereig­nis­sen in Ver­bin­dung steht, wur­de im Gebiet des Kan­tons West-Her­ze­go­wi­na loka­li­siert und fest­ge­nom­men“, so die Poli­zei. Gegen den Ver­däch­ti­gen wür­den nun straf­recht­li­che Ver­fah­ren sowie wei­te­re gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Maß­nah­men unter Auf­sicht der zustän­di­gen Staats­an­walt­schaft eingeleitet.

Ein Angriff auf einen Ort des Gebets

Der Vor­fall trifft einen der bekann­te­sten katho­li­schen Wall­fahrts­or­te. Med­jug­or­je zieht seit Jahr­zehn­ten Mil­lio­nen Pil­ger aus aller Welt an. Die kirch­li­che Unter­su­chung der behaup­te­ten Mari­en­er­schei­nun­gen ist wei­ter­hin Gegen­stand der Prü­fung; unab­hän­gig davon ist der Ort für vie­le Gläu­bi­ge ein Zen­trum des Gebets, der Beich­te und der geist­li­chen Erneuerung.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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