Zu den Bischofsweihen der Piusbruderschaft

Denn die Wahrheit erkennen jene, die ihr zugehören


Bischofsweihe von Karol Wojtyla am 28. September 1958 in der Wawel-Kathedrale in Krakau
Bischofsweihe von Karol Wojtyla am 28. September 1958 in der Wawel-Kathedrale in Krakau

Von Don Fran­ces­co d’Erasmo*

Ich hal­te an dem fest, was ich über die vol­le Gül­tig­keit der Sakra­men­te dar­ge­legt habe, die in der katho­li­schen Kir­che außer­halb der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) gespen­det wer­den. Eben­so bekräf­ti­ge ich ihre vol­le Wirk­sam­keit als „wirk­sa­me Zei­chen der Gna­de Got­tes“, die sie wei­ter­hin ausüben.

Denn die­se Gna­de kommt von Gott und nicht vom Men­schen. Wie vom Kon­zil von Tri­ent unfehl­bar defi­niert wur­de, hängt die­se Wirk­sam­keit nicht von den sub­jek­ti­ven Dis­po­si­tio­nen des Spen­ders ab.

Ich bin jedoch von der Unhalt­bar­keit der von der Pius­bru­der­schaft vor­ge­brach­ten Argu­men­te über­zeugt, mit denen sie ihre angeb­li­che Befug­nis recht­fer­tigt, Bischofs­wei­hen zu spen­den, ohne die im Recht vor­ge­se­he­nen kano­ni­schen Stra­fen auf sich zu ziehen.

Dies vor­aus­ge­schickt sehe ich aber vor allem die offen­kun­di­ge Lächer­lich­keit, die Pius­bru­der­schaft zu exkom­mu­ni­zie­ren, wenn die­ser Anspruch von einem Mann erho­ben wird, der – da er in abscheu­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen unbuß­fer­tig ver­harrt – wegen des schwe­ren Ärger­nis­ses, das er ver­ur­sacht, unter einer wahr­haft katho­li­schen Lei­tung der Welt­kir­che nicht ein­mal das Prie­ster­tum öffent­lich aus­üben dürf­te. Gemeint ist jener Mann, der sich als Lei­ter des ehe­ma­li­gen Hei­li­gen Offi­zi­ums präsentiert.

Hier liegt das eigent­li­che Pro­blem: nicht dar­in, krampf­haft ver­meint­li­che Recht­fer­ti­gun­gen für sol­che Per­so­nen zu suchen, son­dern dar­in, anzu­er­ken­nen, daß Gott allein unser Rich­ter ist – und daß unser Han­deln recht sein muß, als stün­den wir bereits vor Sei­nem Gericht. Ganz gleich, ob auf dem Stuhl Petri gera­de Petrus, Judas oder nie­mand sitzt.

Nicht der Papst ist der letz­te Maß­stab unse­res Tuns, son­dern Gott. Wo die Got­tes­furcht fehlt, gerät selbst der berech­tig­te Respekt vor der päpst­li­chen Auto­ri­tät aus der Ordnung.

Ich wer­de nicht müde, es zu wie­der­ho­len: Die Fra­ge unse­rer Zeit ist nur eine – der Glaube.

Wenn es zu sagen gilt, daß „Tucho“ kein Recht hat, den Mund auf­zu­tun, dann sagen wir es – ohne Umschwei­fe und ohne uns in Argu­men­ta­tio­nen zu ver­lie­ren, die er am Ende kraft sei­nes Amtes womög­lich selbst noch gel­ten las­sen sollte.

Wenn wir erken­nen, daß der Hei­li­ge Stuhl die Rol­le des Petrus ent­stellt, indem er die von der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas ver­füg­ten Bischofs­wei­hen als gül­tig aner­kennt, dann müs­sen wir es klar und schlicht aus­spre­chen – weil es wahr ist: Es ist nichts ande­res als rei­ne Simonie.

Wenn wir unse­ren Abscheu über die­se Far­ce der lächer­li­chen Eng­län­de­rin in Kar­ne­vals­klei­dung, die im Vati­kan Seg­nun­gen zu spen­den vor­gibt, aus­spre­chen müs­sen, dann tun wir es ent­schie­den und mit Nachdruck.

Wir sind nicht dazu ver­pflich­tet, das Zeug­nis der Wahr­heit zu rechtfertigen.

Wir sind dazu ver­pflich­tet, uns ihr anzu­schlie­ßen und sie zu bezeugen.

Et ius­ti­fi­ca­ta est sapi­en­tia a fili­is suis (Mt 11,19).

Denn die Wahr­heit erken­nen jene, die ihr zugehören.

*Don Fran­ces­co d’Erasmo, gebo­ren in Mai­land, wur­de 1999 zum Prie­ster geweiht und ist in der Diö­ze­se Civi­ta­vec­chia-Tar­qui­nia inkardiniert.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Face­book (Screen­shot)

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