Von Don Francesco d’Erasmo*
Ich halte an dem fest, was ich über die volle Gültigkeit der Sakramente dargelegt habe, die in der katholischen Kirche außerhalb der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) gespendet werden. Ebenso bekräftige ich ihre volle Wirksamkeit als „wirksame Zeichen der Gnade Gottes“, die sie weiterhin ausüben.
Denn diese Gnade kommt von Gott und nicht vom Menschen. Wie vom Konzil von Trient unfehlbar definiert wurde, hängt diese Wirksamkeit nicht von den subjektiven Dispositionen des Spenders ab.
Ich bin jedoch von der Unhaltbarkeit der von der Piusbruderschaft vorgebrachten Argumente überzeugt, mit denen sie ihre angebliche Befugnis rechtfertigt, Bischofsweihen zu spenden, ohne die im Recht vorgesehenen kanonischen Strafen auf sich zu ziehen.
Dies vorausgeschickt sehe ich aber vor allem die offenkundige Lächerlichkeit, die Piusbruderschaft zu exkommunizieren, wenn dieser Anspruch von einem Mann erhoben wird, der – da er in abscheulichen Veröffentlichungen unbußfertig verharrt – wegen des schweren Ärgernisses, das er verursacht, unter einer wahrhaft katholischen Leitung der Weltkirche nicht einmal das Priestertum öffentlich ausüben dürfte. Gemeint ist jener Mann, der sich als Leiter des ehemaligen Heiligen Offiziums präsentiert.
Hier liegt das eigentliche Problem: nicht darin, krampfhaft vermeintliche Rechtfertigungen für solche Personen zu suchen, sondern darin, anzuerkennen, daß Gott allein unser Richter ist – und daß unser Handeln recht sein muß, als stünden wir bereits vor Seinem Gericht. Ganz gleich, ob auf dem Stuhl Petri gerade Petrus, Judas oder niemand sitzt.
Nicht der Papst ist der letzte Maßstab unseres Tuns, sondern Gott. Wo die Gottesfurcht fehlt, gerät selbst der berechtigte Respekt vor der päpstlichen Autorität aus der Ordnung.
Ich werde nicht müde, es zu wiederholen: Die Frage unserer Zeit ist nur eine – der Glaube.
Wenn es zu sagen gilt, daß „Tucho“ kein Recht hat, den Mund aufzutun, dann sagen wir es – ohne Umschweife und ohne uns in Argumentationen zu verlieren, die er am Ende kraft seines Amtes womöglich selbst noch gelten lassen sollte.
Wenn wir erkennen, daß der Heilige Stuhl die Rolle des Petrus entstellt, indem er die von der Kommunistischen Partei Chinas verfügten Bischofsweihen als gültig anerkennt, dann müssen wir es klar und schlicht aussprechen – weil es wahr ist: Es ist nichts anderes als reine Simonie.
Wenn wir unseren Abscheu über diese Farce der lächerlichen Engländerin in Karnevalskleidung, die im Vatikan Segnungen zu spenden vorgibt, aussprechen müssen, dann tun wir es entschieden und mit Nachdruck.
Wir sind nicht dazu verpflichtet, das Zeugnis der Wahrheit zu rechtfertigen.
Wir sind dazu verpflichtet, uns ihr anzuschließen und sie zu bezeugen.
Et iustificata est sapientia a filiis suis (Mt 11,19).
Denn die Wahrheit erkennen jene, die ihr zugehören.
*Don Francesco d’Erasmo, geboren in Mailand, wurde 1999 zum Priester geweiht und ist in der Diözese Civitavecchia-Tarquinia inkardiniert.
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Facebook (Screenshot)
Dem ist nichts hinzuzufügen und dies ist in der Tat die Stimme der Wahrheit! Möchte sie viele hören und möchten viele durch sie zuschanden werden, angefangen bei “ Tucho“ und allen, die falschen Götzen dienen oder gedient haben.
Interessanter Artikel. Der Autor ist einerseits von der Unhaltbarkeit der von der Piusbruderschaft vorgebrachten Argumente überzeugt, bestreitet also einen Notstand (auch wenn das Wort nicht explizit fällt). Andererseits bezeichnet er den Leiter des ehemaligen Heiligen Offiziums als jemanden, der unter einer wahrhaft katholischen Leitung der Weltkirche nicht einmal das Priestertum öffentlich ausüben dürfte. Wenn ich Piusbruder oder ‑kunde wäre, würde ich zweiteres als starken Beleg für das Vorliegen eines Notstands werten. Auch dieser Artikel zeigt, dass die Sache ausserordentlich verworren ist…
Und doch, verehrter Don Francesco d’Erasmo, wird gerade diese Wahrheit, die es zu bezeugen gilt, heute nur noch von einer kleinen Gruppe bezeugt, bewahrt und verkündet. Diese kleine Gruppe kämpft ums Überleben und argumentiert, in meinen Augen zurecht, dass dieser Notstand sie zwingt, das kanonische Recht zu übertreten, auch wenn sie das mit schwerem Herzen tut.
Während alles andere verloren ist, sammelt der Herr seine Schafe.
Ich stimme allem zu, was der Autor hier geäußert hat. Kardinal Fernandez ist und bleibt wohl noch eine Weile Chef der Glaubenskongregation. Sollten Verantwortliche der Piusbruderschaft exkommuniziert werden, wäre es rechtlich in Ordnung. Es ist gleichwohl oft so im Leben, daß Personen über Dinge und Menschen entscheiden, die dafür wenig oder gar nicht gut geeignet erscheinen. Die Piusbruderschaft hat jedoch selber genug dunkle Stellen und sieht sich gerne als Opfer anstatt auch mal eigene Schuld und Defizite einzugestehen. Sie sollte den Gläubigen reinen Wein einschenken, denn ihr Vorhaben geht nicht auf.