„Heterodoxer Extremismus“ – Österreichs Behörden im Einsatz gegen die Häresie (2. Teil)
Problematischer Verfassungsschutzbericht
16. Juli 2025Kommentare deaktiviert für „Heterodoxer Extremismus“ – Österreichs Behörden im Einsatz gegen die Häresie (2. Teil)
Wieviel Emmanuel-Goldstein-Muster steckt in der Arbeit von Verfassungsschutz und eigenen Geheimdiensten?
Dieser Teil schließt unmittelbar an den am 9. Juli veröffentlichten ersten Teil an. –
Von Wolfram Schrems*
Zwischenzeitlich konnte der interessierte Beobachter feststellen, daß die Verleumdung konservativer und traditionsorientierter Positionen durch die Behörde derzeit auch andernorts durchgeführt wird. Der kanadische Youtuber Dan Dicks berichtete über einschlägige Aussagen einer Sprecherin der Royal Canadian Mounted Police (MUST WATCH: Traditional Values Are Considered “EXTREMIST” According To The RCMP!!!). Kurz zusammengefaßt ist der Sachverhalt bei Lifesitenews. Die kanadische Behörde verzichtet immerhin auf die Klassifizierung als „heterodox“, das – wie schon gesagt – so viel wie „häretisch“ bedeutet. In diesem Zusammenhang erinnern wir uns, daß das Biden-Regime die Polizei auf Gemeinden der Traditionellen Lateinischen Messe angesetzt und Lebensschützer mit frühmorgendlichen Razzien und Prozessen terrorisiert hat. Der republikanische Senator Josh Hawley von Missouri brachte diese Skandale in parlamentarischen Anhörungen ausführlich auf die Tagesordnung (siehe diesen Hintergrundbericht und die scharfe Befragung des verantwortlichen, demokratischen Justizministers Merrick Garland). Die Attacke des österreichischen Innenministeriums auf „heterodoxe Extremisten“ steht also de facto in einem größeren, internationalen Zusammenhang. –
Der Verfassungsschutzbericht des Innenministeriums für 2024 hat eine vernunftfeindliche Dimension:
„Du sollst den Medien glauben und nicht nachfragen!“
Der pseudoreligiöse Charakter des Verfassungsschutzberichts wird an seiner regelrechten Vernunftfeindlichkeit sichtbar.
Dazu eine grundsätzliche Bemerkung:
Bekanntlich ist der Glaube der Kirche vernunftfreundlich, da in principio, „im Anfang“, „im Prinzip“ also, der Logos war, das „Wort“, die Selbstaussage des Schöpfers, nicht das Chaos und nicht das Absurde. Ebenfalls bekannt ist, daß Philosophie und Wissenschaft durch die Scholastik einen regelrechten Schub erhalten haben. Der Kampf gegen die Vernunft wird erst vom vermeintlichen „Reformator“ Martin Luther aufgenommen. Später massakriert Immanuel Kant Vernunft und deutsche Sprache gleichermaßen, und das, obwohl er paradoxerweise verbal zum Gebrauch des eigenen Verstandes aufruft. Die abendländische katholische Kultur beruht also auf dem Gebrauch der vom Glauben erleuchteten Vernunft.
Der Verfassungsschutzbericht ruft aber dazu auf, sich dumm zu stellen und der durch keine ethischen Barrieren regulierten Macht zu glauben. Der Philosoph fühlt sich daher an das von dem politischen Philosophen Eric Voegelin (1901–1985) so genannte „Frageverbot“ der Ideologen Auguste Comte („Positivismus“) und Karl Marx erinnert. Er fühlt sich auch an das Frageverbot im Koran (Sure 3,7) erinnert.
Damit zurück zum Bericht:
Alleine schon das Hinterfragen der verordneten Erzählungen zu Klima, Corona, Kriegspolitik u. a. wird im Bericht als „heterodoxer Extremismus“ verleumdet, wie schon im ersten Teil dargelegt. Es ist gleichsam die Verhängung eines Denkverbots, ein Aufruf zu Unmündigkeit und Infantilität.
Das Ministerium behauptet dazu noch, daß sich dieser „Extremismus“ ausgerechnet aus russischer Desinformation speise (!).
Hier der betreffende Absatz:
‚Der „Heterodoxe Extremismus“ wird von einem umfangreichen Portfolio globaler und stark antisemitisch geprägter Verschwörungsideologien sowie von (pro-)russischer Desinformation angetrieben, die an nationale, regionale oder lokale Bedingungen angepasst werden. Die einzelnen Verschwörungsideologien werden in ein gemeinsames Meta-Narrativ eingebettet, wonach „alles zusammenhängt“ und jedes neue Ereignis als ein weiterer Baustein eines großen geheimen Plans aufgefasst wird: Eine vermeintliche globale (jüdische) Elite („das System“) nutzt und inszeniert gesellschaftliche Krisen, um einen permanenten Ausnahmezustand zu erzeugen. Dieser dient der Implementierung und Ausweitung von Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen, um ein globales totalitäres System zu etablieren und damit eine neue Weltordnung („New World Order“) zu erschaffen. Die vermeintliche „Klimahysterie“ werde als Vorwand benutzt, um die individuelle Transport- und Reisefreiheit einzuschränken, die „Systemmedien“ würden dafür sorgen, dass die Bevölkerung „staatstreu“ bleibe und internationale Organisationen (EU, NATO, WHO et cetera) sowie westliche Staaten und ihre Geheimdienste würden mit ihrer Kriegstreiberei den Dritten Weltkrieg provozieren, um den Ausgangspunkt des „Great Resets“ zu generieren.‘ (41, Kursivsetzung im Original)
Bericht mit zweifelhaften Einschüben
Russische oder prorussische „Desinformation“ ist ein weiterer Popanz, der bewußte Aufbau eines Haßobjekts. Es ist ohne weiteres das Emmanuel-Goldstein-Muster aus George Orwells 1984 zu erkennen.1
Es ist verwerflich, jede Kritik an den offiziellen Narrativen automatisch auf „russische Desinformation“ zu schieben und damit den Kritikern mehr oder weniger offen Hochverrat zu unterschieben. Mit dieser Vorgangsweise wird – wie schon bei der Hetze gegen Impffreie – Pogromstimmung erzeugt.
Aber es ist unerheblich: Kritische Bürger machen sich unabhängig von den Russen ihre Gedanken zu den uns alle betreffenden Vorgängen.2
Die den vermeintlichen Staatsfeinden zugeschriebenen Überlegungen enthalten übrigens genügend Anhaltspunkte für ein Tatsachensubstrat, um sich darüber legitimerweise Gedanken zu machen.
Schließlich: Daß ein Verfassungsschutzbericht beim allgegenwärtigen Phänomen Klimahysterie Anführungszeichen verwendet und das Adjektiv „vermeintlich“ davorsetzt, zeigt, will man nicht akute Demenz annehmen, die vernunftfeindliche, ideologische Schlagseite, ja die eben pseudoreligiöse Ausrichtung unserer Staatsideologie, zu der bekanntermaßen die Klimareligion integral dazugehört. Wollen die Staatsschützer ernsthaft bestreiten, daß seit Jahren auf internationaler und nationaler Ebene eine irre, pathologische Klimahysterie geschürt wird? –
Nach den Verfassungsschützern dürfe man kleinen, alternativen Medieninitiativen nicht glauben, sondern müsse sich an die „etablierten Medienhäuser“ halten:
‚Unter „Alternativmedien“ werden aktuell unterschiedliche Medienportale zusammengefasst, die insbesondere der heterodox-extremistischen und neurechten Szene zugeschrieben werden. Sie delegitimieren die etablierten Medienhäuser als „Systemmedien“ und „Lügenpresse“, während sie gleichzeitig stark ideologisch aufgeladene Inhalte kostenlos über Plattformen wie Facebook, YouTube, X, Telegram oder eigene Webseiten verbreiten. Letzteres beinhaltet unter anderem die Verbreitung von Fake News, (pro-russischer) Desinformation und Verschwörungsideologien. Alternativmedien können im Gegensatz zu etablierten Medienhäusern ihre Inhalte sehr kostengünstig anbieten, da auf jegliche Form der professionellen Recherche und des Fact-Checkings verzichtet wird‘ (42, Hervorhebung im Original).
Implizit wird damit gesagt: „Glaubt den Hauptstrommedien und ihren Faktencheckern.“ Das ist der Aufruf zu einer selbstgewählten Dummheit (Mk 7,22). Einer Aussage zu glauben, auch wenn man gute Gründe hat, eine Lüge anzunehmen, ist auch Sünde. Wir haben es alle in den letzten fünf Jahren erlebt, wie intensiv die Lügenpropaganda der „etablierten Medienhäuser“ zu „Lockdowns“, „Impfungen“ und „Masken“ betrieben wurde. Wer guten Grund hat, die Glaubwürdigkeit einer bestimmten Quelle zu bezweifeln, darf nicht aus Bequemlichkeit und Konformismus dennoch zustimmen.
Das bedeutet selbstverständlich keine pauschale Zustimmung zu den Inhalten der „Alternativmedien“. Es bedeutet aber die Forderung nach kritischer und ergebnisoffener Beschäftigung mit denjenigen Angelegenheiten, die uns nun einmal betreffen. –
Um noch andere Themen in dem problematischen Bericht zu thematisieren, die mit dem „heterodoxen Extremismus“ vorderhand nichts zu tun haben, die aber die ideologische Ausrichtung grell darstellen, sei noch kurz folgendes angeschnitten:
(Fortsetzung folgt.)
*Wolfram Schrems, Wien, Mag. phil., Mag. theol., Katechist, Pro Lifer, Organisator und Teilnehmer an zahlreichen Kundgebungen für den Lebensschutz, für den Familienschutz und gegen die Corona-Diktatur
Bild: MiL/Verfassungsschutzbericht (Screenshot)
1 Das gilt unabhängig davon, welche Rolle die russische Führung tatsächlich spielt. Wir erinnern uns, daß in Rußland ebenfalls Corona- und Impfterror betrieben wurde. Man liest, daß Massenüberwachung mit Gesichtserkennung Bestandteil des täglichen Lebens sei und daß Präsident Putin WEF-Gründer Schwab vor einigen Jahren als „alten Freund“ o. ä. bezeichnet habe. Die Vernetzungen und Verstrickungen sind natürlich letztlich nicht zu durchschauen.
2 Nur um das kurz zu erwähnen: Es ist kaum glaubhaft, daß die österreichischen Verfassungsschützer die offenherzigen Aussagen der Protagonisten der Virokratie nicht kennen würden: The National Blueprint for Biodefense mit seinen Kontrollphantasien wurde heuer Ende Mai aufgrund eines Interviews mit Dr. Nicolas Hulscher einem größeren Publikum bekannt. Die DSN des Innenministeriums und das Heeresnachrichtenamt werden von diesem Plan, der laut Impressum vom April 2024 stammt, wohl zeitnahe Kenntnis erhalten haben – genauso wie sie, wie auch der deutsche Bundesnachrichtendienst, vom Planspiel 201 (2019) und dem Laborursprung des COVID-Virus Kenntnis erhalten haben mußten. Der BND gab sich aber danach sehr einsilbig.
Seit einiger Zeit ist auch die umfassende Studie „Covid-19,” Psychological Operations, and the War for Technocracy“(2024) von David A. Hughes über den Krieg der Technokraten gegen die Menschheit verfügbar und kann kostenfrei heruntergeladen werden. Auch wenn man nicht alle Überzeugungen des Autors akzeptieren will (er betrachtet den Krieg der Mächtigen als „Konterrevolution“ gegen die sozialistischen Bewegungen), ist der Gesamtduktus der Studie bestens dokumentiert und plausibel. Die Analysten des Innenministeriums werden sie wohl zeitnahe zur Kenntnis genommen haben.
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