Sechs Franziskaner der Immakulata suspendiert „a divinis“

Sechs Franziskaner der Immakulata "a divinis" suspendiert
Sechs Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta „a divi­nis“ suspendiert

(Rom) Dra­ma­ti­sche Neu­ig­kei­ten errei­chen uns von den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta, die sich bekannt­lich seit mehr als einem Jahr unter der kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung des Kapu­zi­ner­pa­ters Fidenzo Volpi befin­den. In einem exklu­si­ven Arti­kel der Kol­le­gen von Rora­te Cà¦li heißt es: „Der andau­ern­de Fall der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta ist an einem Punkt ange­kom­men, an dem Kom­mis­sar Fidenzo Volpi, der für die­ses Desa­ster ver­ant­wort­lich ist, in wil­der Manier Schlä­ge aus­teilt wie ein Rie­se Poly­phem, jen­seits jeder Vor­schrift des kano­ni­schen Rechts, des gesun­den Men­schen­ver­stands, ein­fa­cher Näch­sten­lie­be und sogar mensch­li­cher Logik.“ Volpi habe sechs Fran­zis­ka­ner „a divi­nis“ sus­pen­diert, die der­zeit Bischö­fen außer­halb Ita­li­ens unter­ste­hen. Jene Bischö­fe haben die Fran­zis­ka­ner auf­ge­nom­men, wäh­rend sie die Ent­bin­dung von ihren Gelüb­den erwar­ten, wofür die Ordens­kon­gre­ga­ti­on zustän­dig ist.

Eine Sus­pen­die­rung „a divi­nis“ ist eine Stra­fe, die in der Regel schwe­ren Ver­ge­hen vor­be­hal­ten ist. Im Fall der sechs Fran­zis­ka­ner besteht das „Ver­ge­hen“ aller­dings ledig­lich dar­in, dass sie ihre Gemein­schaft ver­las­sen wol­len, nach­dem sie durch die von Papst Fran­zis­kus gut­ge­hei­ße­ne kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung vor der fak­ti­schen Zer­stö­rung steht. Laut Rora­te Cà¦li umfas­se der gewöhn­li­che Pro­zess einer Sus­pen­die­rung zwei vor­aus­ge­hen­de Ermah­nun­gen inner­halb eines bestimm­ten Zeit­raums sowie für die betrof­fe­nen Per­so­nen die Mög­lich­keit zur Ver­tei­di­gung. Pater Fidenzo Volpi habe nichts­de­sto­trotz drei Schrei­ben zur glei­chen Zeit abge­sen­det – zwei Ermah­nun­gen sowie die Sus­pen­die­rung. Grund für die Sus­pen­die­rung ist, dass sich die sechs Fran­zis­ka­ner außer­halb ihres Ordens­hau­ses befin­den, womit sie sich nicht mehr unter der Gewalt des Kom­mis­sars befin­den. Dies stel­le einen Akt des Unge­hor­sams gegen­über dem Papst dar. „Sie wur­den in die­ser Sache behan­delt, als sei­en sie Schis­ma­ti­ker“, so Rora­te Cà¦li.

Eine Rei­he von Bischö­fen in Euro­pa, Asi­en und Afri­ka sei den legi­ti­men Bit­ten von Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta, ihre Kon­gre­ga­ti­on zu ver­las­sen, um ihren Beru­fung und ihren Glau­ben nicht zu ver­lie­ren, ent­ge­gen­ge­kom­men. Unab­hän­gig von den Fran­zis­ka­nern wer­de jedes Jahr Tau­sen­den Ordens­leu­ten die Erlaub­nis gewährt, ihre jewei­li­gen Insti­tu­te zu ver­las­sen. Es han­delt sich also kei­nes­wegs um eine uner­hör­te Pro­ze­dur. Die gegen­wär­tig für die Ver­wal­tung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta ver­ant­wort­li­chen Per­son haben laut Rora­te Cà¦li erklärt, gemäß dem Wil­len des Pap­stes wer­de die Ordens­kon­gre­ga­ti­on für drei Jah­re kei­ne Dis­pen­sie­run­gen für die Fran­zis­ka­ner gewähren.

Rora­te Cà¦li ver­weist dar­auf, dass von der viel­be­schwo­re­nen Barm­her­zig­keit im Fall der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta kei­ne Rede sein kann. Selbst die Auf­he­bung der Gesell­schaft Jesu im 18. Jahr­hun­dert durch Papst Cle­mens XIV. sei wesent­lich ver­nünf­ti­ger abge­lau­fen. Bei­na­he ver­zwei­felt schließt der Arti­kel: „Es kann sicher­lich nicht wahr sein, dass Papst Fran­zis­kus sich des dem Pha­rao ähn­li­chen ver­här­te­ten Her­zens von Kom­mis­sar Volpi bewusst ist, der nicht gewillt ist, auf die Stim­me der wah­ren Barm­her­zig­keit zu hören: ‚Lass mein Volk zie­hen!‘ Sicher­lich kann sich der Papst des­sen nicht bewusst sein. Sicherlich.“

Text: M. Bene­dikt Buerger
Bild: MiL

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