Papst Franziskus und die Liturgie — „Rein funktionaler Zugang“, Vorbehalte gegen Tradition, Knieschwäche vor dem Herrn

Vor dem Allerheiligsten Stehen oder Sitzen das Vorbild von Papst Franziskus(Vati­kan) Die Kuri­en­re­form, auf die der­zeit Medi­en und mehr noch die Kir­chen­ver­tre­ter gebannt schau­en wie das Kanin­chen auf die Schlan­ge, hat erst begon­nen. Die einen in der Kir­che hoff­fen struk­tu­ren­fi­xiert und revan­che­süch­tig dar­auf, daß die römi­sche „Zen­tra­le“ geschwächt wird. Für die unge­hor­sa­men Rebel­len­prie­ster um den Wie­ner Hel­mut Schül­ler, die sich gera­de in Bre­genz „inter­na­tio­nal ver­net­zen“, wäre das noch immer zu wenig. Sie wol­len nicht „war­ten“ müs­sen, bis Papst Fran­zis­kus etwas sagt. Damit hät­te sich am „alten System“ nichts geän­dert, wie Schül­ler vor weni­gen Tagen den Medi­en anver­trau­te.
Die ande­ren in der Kir­che sind besorgt, nicht weni­ge scheint eine gewis­se Läh­mung befal­len zu haben, vor allem in Rom, wo vie­le Posten zu Schleu­der­sit­zen gewor­den sind und die vagen, sprung­haf­ten Aus­sa­gen des Pap­stes eine kla­re Linie ver­mis­sen las­sen.

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster erin­nert an die Neue­run­gen, die Papst Fran­zis­kus im Bereich der Lit­ur­gie vor­ge­nom­men hat. Zunächst ver­weist Magi­ster dar­auf, daß Fran­zis­kus Kuri­en­erz­bi­schof Gui­do Poz­zo, den Bene­dikt XVI. zum Päpst­li­chen Almo­se­ni­er gemacht hat­te, wie­der als Sekre­tär an die Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei zurück­be­ru­fen hat. Eccle­sia Dei ist für die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Orden, Gemein­schaf­ten und Gläu­bi­gen in der Kir­che zustän­dig und für die Umset­zung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum. Eine wei­te­re Auf­ga­ben von Eccle­sia Dei besteht dar­in, eine Eini­gung mit der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. zu suchen. „Aber mit einem Papst wie Fran­zis­kus scheint eine Ver­söh­nung mit den Lef­eb­vria­nern nicht nur aus­ge­schlos­sen, son­dern auch für die tra­di­tio­na­li­sti­schen Katho­li­ken zeich­net sich eine unge­wis­se Zukunft ab. Bereits die ersten Schrit­te Ber­go­gli­os im Bereich der Lit­ur­gie haben Letz­te­re in Nie­der­ge­schla­gen­heit gestürzt.“

Drei Gründe, warum die Alarmglocken läuten — Grund 1: das Verbot für die Franziskaner der Immakulata

Papst Franziskus und die LiturgiePapst Ber­go­glio, so Magi­ster, traf bis­her zwei Ent­schei­dun­gen im Bereich der Lit­ur­gie. Die erste sorg­te für viel Lärm und war das dem Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta auf­er­leg­te Ver­bot, die Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus zu zele­brie­ren (sie­he eige­nen Bericht). Das Ver­bot wird als Ein­schrän­kung und Angriff auf das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­kum von Bene­dikt XVI. gese­hen.

Die Absicht Bene­dikts XVI. ist in sei­nem Brief an alle Bischö­fe der Welt dar­ge­legt. Jedem Prie­ster ist es unge­hin­dert frei­ge­stellt, im alten oder im neu­en Ritus zu zele­brie­ren. Die bei­den For­men des Römi­schen Ritus sol­len sich gegen­sei­tig befruch­ten, was einer ein­deu­ti­gen Auf­wer­tung des über­lie­fer­ten Ritus ent­spricht, der bis vor kur­zem de fac­to sogar noch als „ver­bo­ten“ galt.

Papst Fran­zis­kus hat dies­be­züg­lich eine enge­re Mei­nung. Im Inter­view mit der Jesui­ten­zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­lica (deut­sche Über­set­zung in der deut­schen Jesui­ten­zeit­schrift Stim­men zur Zeit) erklär­te er, die von Bene­dikt XVI. gewähr­te Erlaub­nis sei ledig­lich ein Zuge­ständ­nis zur Befrie­di­gung nost­al­gi­scher Wün­sche gewe­sen für „eini­ge Per­so­nen, die die­se Sen­si­bi­li­tät haben“.

„Mit den tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Katho­li­ken geht Ber­go­glio nicht sanft um“, so Magi­ster. „Wenn er über tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Katho­li­ken spricht, spricht er aus­ge­spro­chen nega­tiv. Auch im Civil­tà  Cat­to­li­ca-Inter­view bezeich­ne­te er ‚die Gefahr einer Ideo­lo­gi­sie­rung des Vetus ordo, sei­ne Instru­men­ta­li­sie­rung als besorg­nis­er­re­gend‘. An die­ser Stel­le dürf­te auch der Grund für den Ein­griff bei den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta zu suchen sein.

Bei zwei wei­te­ren Gele­gen­hei­ten stem­pel­te er Tra­di­tio­na­li­sten ab als Ver­fech­ter einer ‚Restau­ra­ti­on von über­hol­ten Ver­hal­tens­wei­sen und For­men, die nicht ein­mal kul­tu­rell die Fähig­kei­ten haben bedeu­tend zu sein‘.“ Magi­ster nennt die Gele­gen­hei­ten nicht, bei denen sich Papst Fran­zis­kus so äußer­te. Der Chro­nik wegen sol­len sie jedoch erwähnt wer­den. Es war ein­mal am 6. Juni die Begeg­nung mit dem Vor­stand des Dach­ver­ban­des der Ordens­leu­te Latein­ame­ri­kas und der Kari­bik (CLAR) (sie­he eige­nen Bericht) und zum ande­ren am 28. Juli sei­ne Rede vor dem Koor­di­na­ti­ons­ko­mi­tee der Bischofs­kon­fe­renz für Latein­ame­ri­ka und der Kari­bik (CELAM) (sie­he eige­nen Bericht). In bei­den Fäl­len wand­te er sich an ein latein­ame­ri­ka­ni­sches Publi­kum und es war unklar, ob sei­ne Aus­sa­ge gene­rell oder nur auf bestimm­te Erschei­nun­gen in Latein­ame­ri­ka bezo­gen waren.

Grund 2: Austausch aller Consultoren des päpstlichen Zeremonienamtes

„Die zwei­te von Papst Fran­zis­kus getrof­fe­ne Ent­schei­dung ist die Ent­fer­nung aller fünf Con­sul­to­ren des Amtes für die päpst­li­chen Lit­ur­gien“, so Magi­ster. Wäh­rend die Vor­gän­ger sich alle in Ein­klang mit dem Wunsch von Bene­dikt XVI. nach lit­ur­gi­scher Erneue­rung befan­den, „fin­den sich unter den Neu­ernann­ten eini­ge der eif­rig­sten Ver­fech­ter der in den Jah­ren von Johan­nes Paul II. unter der Regie des dama­li­gen päpst­li­chen Zere­mo­ni­en­mei­sters Pie­ro Mari­ni ein­ge­führ­ten Neue­run­gen“, so der Vati­ka­nist.

Seit eini­ge Zeit, um genau zu sein, seit dem 4. April, also kaum drei Wochen nach der Wahl des neu­en Pap­stes geht das Gerücht um – „zum Schrecken der Lieb­ha­ber der Tra­di­ti­on — , daß Pie­ro Mari­ni von Ber­go­glio sogar zum Prä­fek­ten der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on ernannt wer­den könn­te (sie­he eige­nen Bericht). Selbst wenn die­se Stim­men sich als halt­los erwei­sen soll­ten, bleibt die Tat­sa­che, daß die der­zei­ti­gen päpst­li­chen Lit­ur­gien sich sicht­lich von jenen Bene­dikts XVI. unter­schei­den“.

„Der Gip­fel der Unter­schie­de war die von Fran­zis­kus am Strand an der Copa­ca­ba­na zele­brier­te Mes­se zum Abschluß des Welt­ju­gend­ta­ges in Rio de Janei­ro mit einem „Musi­cal“, das mit Soli­sten, Chö­ren und Rhyth­men, die ins Sta­di­um gehö­ren, mit­ten ins Herz der Lit­ur­gie ein­ge­bro­chen ist“, so Magi­ster.

Grund 3: Fehlende Kniebeuge bei Wandlung — Stehen und Sitzen bei Eucharistischer Anbetung

Aber auch ohne die­se „Exzes­se“, gibt es sich wie­der­ho­len­de Ele­men­te im Zele­bra­ti­ons­stil des Pap­stes, die „den Gläu­bi­gen nega­tiv auf­ge­fal­len sind“. Ihnen ver­lieh die mexi­ka­ni­sche Katho­li­kin Lucrecia Rego de Pla­nas eine öffent­li­che Stim­me mit einem Offe­nen Brief an Papst Fran­zis­kus vom 23. Sep­tem­ber, der um die Welt ging. Die Mut­ter von neun Kin­dern, Uni­ver­si­täts­do­zen­tin und Freun­din des Pap­stes seit lan­ger Zeit schreibt im Brief dar­un­ter „zu lei­den“, Ber­go­glio zu sehen, der auch als Papst „weder vor dem Taber­na­kel noch nach den Wand­lungs­wor­ten die Knie­beu­ge macht“, wie er es schon als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires nicht getan hat­te.

„In der Tat ist es so“, so Magi­ster. „In der Mes­se macht Papst Fran­zis­kus nach der Kon­se­kra­ti­on von Brot und Wein nie die von der Lit­ur­gie vor­ge­schrie­be­ne Knie­beu­ge, son­dern ver­neigt sich nur. Und in Rio de Janei­ro bei der nächt­li­chen Anbe­tung vor dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment, die welt­weit im Fern­se­hen über­tra­gen wur­de, blieb er ste­hen oder sit­zen“ (sie­he Bild).

Ein Knie­pro­blem ist aus­zu­schlie­ßen, die Bil­der, die den Papst vor dem Gna­den­bild der Got­tes­mut­ter in San­ta Maria Mag­gio­re, gemein­sam mit Bene­dikt XVI. in Castel Gan­dol­fo oder am Grün­don­ners­tag bei der Fuß­wa­schung im Jugend­ge­fäng­nis knien zei­gen, gin­gen um die Welt. Auch am 7. Sep­tem­ber knie­te der Papst bei der Eucha­ri­sti­schen Anbe­tung auf dem Peters­platz, den er als Tag des Gebets und des Fastens für den Frie­den in Syri­en aus­ge­ru­fen hat­te.

Um so erstaun­li­cher ist die von Fran­zis­kus auf dem Rück­flug von Rio de Janei­ro vor den Jour­na­li­sten geäu­ßer­te Bewun­de­rung für die ost­kirch­li­che Lit­ur­gie, ihren sakra­len Cha­rak­ter und ihre Treue zur Tra­di­ti­on (sie­he eige­nen Bericht). Wor­te, die offen­sicht­lich vor allem als net­te Geste gegen­über den Ortho­do­xen gedacht waren.

Unter den fünf neu­en Con­sul­to­ren im Amt der päpst­li­chen Lit­ur­gien befin­det sich erst­mals mit Pater Manu­el Nin ein Mönch des byzan­ti­ni­schen Ritus. Er ist Rek­tor des Päpst­li­chen Grie­chi­schen Kol­legs von Rom. Dane­ben ste­hen nun aber Con­sul­to­ren wie der Ser­vi­ten­pa­ter Sil­va­no Mag­gia­ni und der Mon­forta­ner­pa­ter Cor­ra­do Mag­gio­ni, die bei­de aus der Mann­schaft von Pie­ro Mari­ni stam­men.

„Kurz­um, es gibt in Ber­go­glio ein Schwan­ken in den Ernen­nun­gen, in den Gesten und den Wor­ten, das es schwie­rig macht, sei­ne Ent­schei­dun­gen zu inter­pre­tie­ren und noch weni­ger sei­ne künf­ti­gen Schrit­te vor­her­zu­se­hen“, so Magi­ster.

Hinter den Kulissen: Franziskus stoppte Verbot liturgischer Sonderformen der Neokatechumenalen

Neben die­sen bei­den öffent­li­chen Ent­schei­dun­gen, gibt es aber noch eine drit­te, die hin­ter den Kulis­sen geschah: Er blockier­te die Über­prü­fung der Mes­sen des Neo­ka­techu­me­na­len Wegs durch die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on. Bene­dikt XVI. hat­te per­sön­lich im Febru­ar 2012 nach meh­re­ren Ein­ga­ben die Kon­gre­ga­ti­on damit beauf­tragt, fest­zu­stel­len, ob es in die­sen Mes­sen zu lit­ur­gi­schen Miß­bräu­chen kommt und wenn ja, wel­chen“ und die­se abzu­stel­len, so Magi­ster (sie­he eige­nen Bericht).

„Die bereits begon­ne­ne Über­prü­fung fiel aus­ge­spro­chen ungün­stig für den von Fran­cis­co ‚Kiko‘ Argüel­lo und Car­men Her­nan­dez gegrün­de­ten und gelei­te­ten Neo­ka­techu­me­na­len Weg aus, die immer sehr arg­los beim Model­lie­ren der Lit­ur­gie nach ihren Vor­stel­lun­gen waren. Nun füh­len sie sich sicher. Die Bestä­ti­gung, der Gefahr ent­schlüpft zu sein, erhiel­ten sie von Papst Fran­zis­kus selbst in einer Audi­enz, die er ihnen am 5. Sep­tem­ber gewähr­te“, so Magi­ster.

Benedikt XVI. mit dem Rotstift gegen Papst Franziskus?

Als gegen­sätz­li­che Pole ste­hen sich zwei Ein­grif­fe von Papst Fran­zis­kus gegen­über, ein­mal der Ein­griff gegen den über­lie­fer­ten Ritus bei den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta, und dem dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt der Ein­griff zugun­sten selt­sa­mer lit­ur­gi­scher Son­der­for­men des Neo­ka­techu­me­na­len Wegs, jener Mes­se, die Bene­dikt XVI. miß­fiel. Aus dem Civil­tà  Cat­to­li­ca-Inter­view, das von Magi­ster als „Mani­fest sei­nes Pon­ti­fi­kats“ bezeich­net wird, geht wohl die Erklä­rung dafür her­vor, näm­lich, daß Papst Fran­zis­kus „die nach­kon­zi­lia­re Lit­ur­gie­re­form aus­schließ­lich unter funk­tio­na­len Gesichts­punk­ten wahr­nimmt“. Wört­lich sag­te der Papst: „Die „Arbeit der Lit­ur­gie­re­form war ein Dienst am Volk, um das Evan­ge­li­um neu zu lesen, ange­fan­gen bei einer kon­kre­ten histo­ri­schen Situa­ti­on.“ Dazu Magi­ster: „Wäre Ber­go­glio ein Schü­ler Ratz­in­gers – ein gro­ßer Gelehr­ter, der die Lit­ur­gie liebt, die das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil cul­men et fons des Lebens der Kir­che nann­te, dann wür­de er ihm die­se Aus­sa­ge rot anstrei­chen.“

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cielo/CTV (screen­shot)

13 Kommentare

  1. „Ein Knie­pro­blem ist aus­zu­schlie­ßen.“
    Das wür­de ich so nicht sagen. Wenn man dar­auf ach­tet, wie der Hei­li­ge Vater läuft, dass fällt auf, dass er leicht hum­pelt. Außer­dem soll­te man sich mal die Fern­seh­bil­der anse­he, auf wel­chen der Papst kniet. Man ach­te drauf, wie er sich hin­kniet, dann fällt einem auf, dass er ein Bein ziem­lich durch­ge­streckt lässt und kaum run­ter­kommt. Also an der Stel­le wür­de ich wirk­lich Knie­pro­ble­me als Ursa­che ange­ben nicht man­geln­de Ehre Got­tes.

    • Das könn­te man den Gläu­bi­gen (und der Brief­schrei­be­rin aus Mexi­ko) SO mit­tei­len.

      Fin­den Sie nicht?

    • Wenn Papst Fran­zis­kus Knie­pro­ble­me hät­te, wie kann man dann erklä­ren, dass er am Grün­don­ners­tag die Fuß­wa­schung im Knien ver­rich­ten konn­te? Das ist doch schon ein Wider­spruch an sich. Der Vati­kan hät­te sicher­lich schon längst ein Pres­se Com­mu­ni­qué ver­öf­fent­licht, in wel­chem der Grund für das Unter­las­sen der Knie­beu­ge ange­ge­ben wäre. Nein, so „Knie­krank“ scheint der Papst nicht zu sein.

      • Ihre Argu­men­ta­ti­on mit dem Com­mu­ni­qué ist nicht ganz nach­voll­zieh­bar, denn wür­de der Hei­li­ge Vater die Knie­beu­ge aus irgend­ei­nem ande­ren Grund unter­las­sen, müss­te, Ihrer Argu­men­ta­ti­on fol­gend, der Vati­kan auch ein Com­mu­ni­qué her­aus­ge­ben. Mei­ne Mei­nung daher: Der Vati­kan gibt für der­ar­ti­ge Sachen gene­rell kei­ne Erklä­run­gen mehr raus, da ist man momen­tan mit ande­ren Din­gen Beschäf­tigt. Denn, egal wie nega­tiv Sie alle dem Hei­li­gen Vater gegen­über ein­ge­stellt sind, eines kön­nen selbst Sie sich den­ken, es ist der­zeit sehr stres­sig Mit­ar­bei­ter im Vati­kan zu sein.
        Als näch­stes wird wahr­schein­lich das feh­len­de Sin­gen des Pon­ti­fex in den Mes­sen hier ange­führt. Hin­weis: Der Papst hat nur eine hal­be Lun­ge. War­um also immer die kom­pli­zier­te­sten Erklä­run­gen aus­den­ken und nicht ein­fach dem Logi­schen fol­gen?

        • Die Knie­beu­ge bei der Wand­lung und vor dem Aller­hei­lig­sten sind wesent­li­che Gesten des Glau­bens — für jeden Katho­li­ken! Wüss­te nicht, was es da seit einem hal­ben Jahr soviel Wich­ti­ge­res gäbe, als dass man bei dem vie­len täg­li­chen Geplap­per aus Rom nicht dazu drei Sät­ze ver­lie­ren könn­te…

          Viel­mehr aber ist die Ver­wei­ge­rung der Knie­beu­ge ein typi­sches Zei­chen der Pro­gres­si­sten und Moder­ni­sten und Libe­ra­len. Die­je­ni­gen Lai­en, die die­sem Lager zuge­hö­ren, machen in mei­ner Kir­che hier schon lan­ge kei­ne Knie­beu­gen mehr…
          ER ist ihnen eben nicht mehr der abso­lu­te Herr…

          Beim The­ma Kini­e­pro­ble­me kann ich übri­gens mit­re­den: ich habe selbst wel­che, oft sehr mas­siv sogar. Den­noch kann man, wenn man gestützt wird, oder sich irgend­wo abstützt, eine Knie­beu­ge machen… Nie­mand erwar­tet stun­den­lan­ges Knien vor dem Aller­hei­lig­sten. Es genügt, ein paar Minu­ten dort zu knien und dann zu sit­zen. Jeder, der das sieht, ver­steht: die­ser Mensch ehrt den Herrn, kann aber so lan­ge nicht knien.

  2. wir Tra­di­tio­na­li­sten auch wenn wir sogar nur eine Über­den­kung der zelebrationsrichtung,des kommunionempfang,der lit­ur­gi­schen musik,der lit­ur­gie­spra­che und der lai­en­dien­ste für den novus Ordo for­dern (wir befin­den uns sogar in Deutsch­land damit im gros der lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler!) wer­den uns noch warm anzie­hen müs­sen.

    aber haben wir tat­säch­lich einen burke,ranjith oder perl auf dem stuhl petri erwartet?papst Fran­zis­kus ist eben einer die­ser soge­nann­ten früch­te des Kon­zils und da er eben 0815 mit ein biss­chen Armut und äßer­li­cher welt­ge­fäl­li­gen demut ist wur­de er auch gewählt.das ist so ein­fach und man muss wirk­lich naiv sein um das nicht wahr­ha­ben zu wollen.er ent­spricht den 95% des weltepiskopates.die rest­li­chen 4,9% sind ewig gest­ri­ge libe­ra­le spin­ner und der rest nicht­mal 50 ech­te tra­di­tio­nel­le ratz­in­ger päp­ste!

    aber er ist eben der papst und er ist so wie er ist authen­tisch aber man darf ihn auch brü­der­lich kri­ti­sie­ren denn er ist nur ein mensch und nur der stlel­ve­tre­tre­ter und nicht in allem unfehl­bar!

    • Nein! J. Ber­go­glio ent­spricht in kein­ster Wei­se dem Durch­schnitt des Welt­epi­sko­pats. Wenn man sei­ne Aus­sa­gen und sei­ne Amts­füh­rung als Bischof stu­diert, kann man nur zum Schluß kom­men, dass hier ein abso­lu­ter Außen­sei­ter gewählt wur­de, wahr­schein­lich der Kar­di­nal, der die extrem­sten Posi­tio­nen ver­trat. Zwi­schen Ran­jith (für mich der mit Abstand beste Kan­di­dat), Bur­ke auf der einen, und Ber­go­glio auf der ande­ren Sei­te gab es jede Men­ge mode­ra­te Kan­di­da­ten, unter ihnen vie­le Euro­pä­er oder­Afri­ka­ner. Aber man woll­te kei­nen Euro­pä­er mehr, und für einen Afri­ka­ner war die Zeit noch nicht reif.

  3. Ich ken­ne Prie­ster mit erheb­li­chen Kreis­lauf­pro­ble­men und sol­che mit sehr star­ken Knie­pro­ble­men. Nie­mals fie­le es ihnen ein, auf das Knien, auf die Demuts- und Ehr­be­zeu­gung vor Gott zu ver­zich­ten. Wenn sie es nicht schaf­fen, so wird ihnen gehol­fen. Dies alles strahlt doch auch auf die Gläu­bi­gen zurück.

    • sehr rich­tig!! Papst Bene­dikt ist das hin­knien in den letz­ten Jah­ren sehr schwer gefal­len, das war nicht zu über­se­hen- aber er hat es trotz­dem gemacht.
      Das ist alles auch eine Fra­ge des Wil­lens!!

  4. Es wur­de uns ja alles schon offen­bart, hören wir also auf den Hei­li­gen Wil­len Got­tes unse­res Herrn, damit wir uns gei­stig Wapp­nen:

    Mat­thä­us 7. 15 – 20
    War­nung vor fal­schen Pro­phe­ten. Hütet euch vor den fal­schen Pro­phe­ten! Sie kom­men in Schafs­klei­dern zu euch, innen aber sind sie rei­ßen­de Wöl­fe. An ihren Früch­ten sollt ihr sie erken­nen. Sam­melt man etwa von Dor­nen­bü­schen Trau­ben oder von Disteln Fei­gen? So bringt jeder gute Baum gute Früch­te; ein schlech­ter Baum aber bringt schlech­te Früch­te. Ein guter Baum kann kei­ne schlech­ten Früch­te tra­gen und ein schlech­ter Baum kei­ne guten Früch­te tra­gen. Jeder Baum, der kei­ne guten Früch­te bringt, wird aus­ge­hau­en und ins Feu­er gewor­fen. An ihren Früch­ten also sollt ihr sie erken­nen.

    Und:

    2 Timo­theus 4.
    Mah­nung zur Treu­en Amts­füh­rung:
    Ich beschwö­re dich vor Gott und Chri­stus Jesus, der die Leben­den und die Toten rich­ten wird, bei sei­ner Wie­der­kunft und sei­nem Rei­che: Pre­di­ge das Wort, tritt dafür ein, es sei gele­gen oder unge­le­gen, über­füh­re, rüge, ermah­ne in aller Geduld und Beleh­rung. Denn es wird eine Zeit kom­men, da sie die gesun­de Leh­re nicht ertra­gen. Sie wer­den nach eige­nen Gelü­sten Leh­rer um Leh­rer suchen, die sagen, was den Ohren schmei­chelt; von der Wahr­heit wer­den sie die Ohren abwen­den und sich den Fabeln hin­wen­den. Du aber sei bei allem beson­nen, ertra­ge die Müh­se­lig­kei­ten, voll­brin­ge das Werk eines Evan­ge­li­sten, gehe ganz auf in dei­nem Dienst.

    Und je lau­ter die Welt jubelt, desto Vor­sich­ti­ger müs­sen wir wer­den, denn:

    Johan­nes 15. 18- 19
    Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stam­men wür­det, wür­de die Welt euch als ihr Eigen­tum lie­ben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, son­dern weil ich euch aus der Welt erwählt habe dar­um hasst euch die Welt.

    Und die grö0te Gefahr geht von denen aus die die Kir­che Got­tes unse­res Herrn von innen Unter­höl­len, den vor die­sen müs­sen wir uns am mei­sten in Acht neh­men:

    Mat­thä­us 10: 28
    Und fürch­tet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die See­le nicht töten kön­nen; fürch­tet euch aber viel­mehr vor dem, der See­le und Leib dem Ver­der­ben über­ge­ben kann in der Höl­le.

    Fazit: Allei­ne im Gott dem Herrn liegt unser Zukunft.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  5. Wie wird man doch mit hin­ein­ge­zo­gen in eine ehr­furchts­vol­le Lit­ur­gie, in eine spi­ri­tu­el­le Ath­mo­sphä­re, in authen­ti­sches Vor­le­ben der Eucha­ri­stie­fei­er. Ich erleb­te mehr­fach eine Mes­se, die gött­li­che Lit­ur­gie der Ortho­do­xen grie­chi­schen Kir­che. Ich war ergrif­fen und zutiefst berührt von der tran­szen­den­ten Aus­strah­lung. Viel­leicht wäre Papst F. das Buch von Mose­bach, Häre­sie der Form­lo­sig­keit mal anzu­emp­feh­len. Kann es nicht sein, dass wir mit unser heu­ti­gen Mes­se nichts mehr anrüh­ren in den See­len? Habe in Köln beim eucha­rist. Kon­greß den „alten Ritus“, gehal­ten von Weih­bi­schof Klaus Dick, noch ein­mal mit­er­lebt und fest­ge­stellt, wie­viel ärmer ich, die ich in die­ser Mess­fei­er groß gewor­den bin (Inter­nat, jeden Mor­gen Mes­se), und sicher vie­le ande­re gewor­den bin.

    • schön, wie Sie das aus­drücken! Das inne­re Ergrif­fen­sein. Und genau das ist doch so wich­tig! Wenn wir uns nicht ergrei­fen und berüh­ren las­sen, wie soll sich dann in unse­ren See­len etwas bewe­gen?

  6. Ich den­ke man soll­te das Gan­ze nicht so hoch auf­hän­gen.
    Ich glau­be unser Papst ist im Latei­ni­schen über­haupt nicht zuhau­se.
    Er hat sich weder mit den Feh­lern des 2.Vatikanums noch mit den Anlie­gen der Tra­di­ti­on rich­tig aus­ein­an­der­ge­setzt.
    Sei­ne bis­her geäu­ßer­ten Gedan­ken ent­täu­schen, da sie eher im seich­ten Gewäs­ser statt­fin­den, als sich in die Tie­fe des Glau­bens zu bege­ben.
    Die Enzy­kli­ka war aus der Feder des Vor­gän­gers, Franz beschränkt sich auf Inter­views bei denen er sei­nen Fra­ge­stel­lern gern und offen ent­ge­gen­kommt.
    In mei­ner per­sönl­chen Vor­stel­lung vom Papst­tum passt die­ser Herr über­haupt nicht her­ein, eher eine Fehl­be­set­zung der Belie­big­keit, aber der Feh­ler ist bestimmt bei mir zu suchen.
    Man kann nur noch resi­gnie­ren und zu FSSPX emi­grie­ren!

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