Leo XIV. würdigt Fulton Sheen als „Leuchtturm des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe“

Seligsprechung im Herbst


Papst Leo XIV. mit den Direktoren der Nationalen und Päpstlichen Missionswerke der katholischen Kirche
Papst Leo XIV. mit den Direktoren der Nationalen und Päpstlichen Missionswerke der katholischen Kirche

Ver­gleicht man die gegen­wär­ti­gen Bemü­hun­gen zur Glau­bens­ver­brei­tung und ‑ver­tei­di­gung auf You­Tube, Insta­gram, Tik­Tok, X und ande­ren digi­ta­len Platt­for­men mit dem, was Ful­ton Sheen bereits vor Jahr­zehn­ten über Radio und Fern­se­hen lei­ste­te, dann erscheint sei­ne Lei­stung gera­de­zu außer­ge­wöhn­lich. Daher rührt die beson­de­re Wert­schät­zung, die ihm vie­le Katho­li­ken noch heu­te entgegenbringen.

Papst Leo XIV. fand gestern bemer­kens­wert loben­de Wor­te über Erz­bi­schof Ful­ton J. Sheen, des­sen Selig­spre­chung unmit­tel­bar bevor­steht, aber 

Wäh­rend sei­ner Anspra­che an die Teil­neh­mer der Gene­ral­ver­samm­lung der Päpst­li­chen Mis­si­ons­wer­ke im Vati­kan erklär­te der Papst:

„Es ist auch ein Zei­chen der Vor­se­hung, daß in die­sem Jahr, am 24. Sep­tem­ber in St. Lou­is, Mis­sou­ri, der Ehr­wür­di­ge Ful­ton J. Sheen selig­ge­spro­chen wird, der als Natio­nal­di­rek­tor der Päpst­li­chen Mis­si­ons­wer­ke in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten weit­hin bekannt war. Erz­bi­schof Sheen war ein Leucht­turm des Glau­bens, der Hoff­nung und der Lie­be, des­sen Licht jahr­zehn­te­lang durch Radio und Fern­se­hen strahl­te. Auch ich selbst bin Zeu­ge sei­ner Evan­ge­li­sie­rungs­ar­beit aus mei­ner Jugend­zeit. Sei­ne Sen­dun­gen berühr­ten Mil­lio­nen von Men­schen mit der Hoff­nung des Evan­ge­li­ums, und sei­ne Initia­ti­ven sowie sein Ein­satz brach­ten den Kir­chen in den Mis­si­ons­ge­bie­ten enor­me geist­li­che und mate­ri­el­le Unter­stüt­zung. Möge unser neu­er Seli­ger allen natio­na­len und diö­ze­sa­nen Direk­to­ren der Päpst­li­chen Mis­si­ons­wer­ke welt­weit als Vor­bild dienen.“

Die­se Wor­te sind bemer­kens­wert, weil Leo XIV. nicht nur die mis­sio­na­ri­sche Bedeu­tung Sheens her­vor­hob, son­dern aus­drück­lich von „unse­rem neu­en Seli­gen“ sprach. Damit brach­te er sei­ne per­sön­li­che Wert­schät­zung für den US-ame­ri­ka­ni­schen Erz­bi­schof deut­lich zum Ausdruck.

Der Hei­li­ge Stuhl hat­te Anfang 2026 bestä­tigt, daß das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren ange­setzt wer­den kann und die Selig­spre­chung Ful­ton Sheens am 24. Sep­tem­ber 2026 in St. Lou­is statt­fin­den wird. Die Fei­er wird im Namen des Pap­stes von Kar­di­nal Luis Anto­nio Tag­le gelei­tet werden.

Warum war das Verfahren ausgesetzt worden?

Die Selig­spre­chung war ursprüng­lich bereits für Dezem­ber 2019 ange­setzt. Kurz vor dem Ter­min wur­de sie jedoch aus­ge­setzt, weil Fra­gen zu Sheens Umgang mit Fäl­len sexu­el­len Miß­brauchs wäh­rend sei­ner Zeit als Bischof von Roche­ster erneut geprüft wer­den soll­ten. Die Stim­mung in den USA war nach dem Fall McCar­ri­ck auf­ge­la­den, so woll­te man sicher­heits­hal­ber alles noch ein­mal prü­fen. Zudem hat­te es zuvor jah­re­lan­ge juri­sti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Über­füh­rung sei­ner sterb­li­chen Über­re­ste gegeben.

Nach einer mehr­jäh­ri­gen Unter­su­chung kam Rom jedoch zu dem Ergeb­nis, daß das Ver­fah­ren fort­ge­setzt wer­den kann. Das bereits 2019 aner­kann­te Wun­der bleibt gül­tig, so daß der Weg zur Selig­spre­chung wie­der frei wurde.

Die Äuße­run­gen des Pap­stes sind zwar recht­lich nicht ent­schei­dend – die Ent­schei­dung über die Selig­spre­chung war bereits gefal­len –, sie besit­zen jedoch erheb­li­che sym­bo­li­sche Bedeutung:

Leo XIV. bezeich­ne­te Sheen als Vor­bild für die Welt­kir­che; er ver­wies aus­drück­lich auf des­sen Ein­fluß auf sei­ne eige­ne Glau­bens­ent­wick­lung; bestä­tig­te öffent­lich die Bedeu­tung Sheens für die Neue­van­ge­li­sie­rung und die Medi­en­mis­si­on und sprach von ihm bereits als künf­ti­gem Seli­gen und signa­li­sier­te damit vol­le päpst­li­che Unterstützung.

Die Rede stellt eine außer­ge­wöhn­lich star­ke päpst­li­che Wür­di­gung dar und dürf­te die Bedeu­tung Ful­ton Sheens inner­halb der Kir­che wei­ter stär­ken. Nach der Selig­spre­chung wäre für eine spä­te­re Hei­lig­spre­chung ein wei­te­res aner­kann­tes Wun­der erforderlich.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati​can​.va (Screen­shot)

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